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Bürgerschaftliches Engagement in der Zivilgesellschaft

Titre: Bürgerschaftliches Engagement in der Zivilgesellschaft

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2002 , 31 Pages , Note: 2 (gut)

Autor:in: Matthias Rischer (Auteur)

Politique - Théorie politique et Histoire des idées politiques
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Wenn heute in Politik und Gesellschaft die derzeit eklatanten Probleme unseres Sozialstaates, sowie das neuere Modell des "aktivierenden Staates" diskutiert werden, wird mithin immer auch das Konzept der Zivilgesellschaft/ Bürgergesellschaft thematisiert. Doch was steckt eigentlich hinter diesen beiden Begriffen und wo haben sie ihren Ursprung?
Empirische Forschungen legen nahe, dass über die eigentliche Bedeutung des Begriffs "Zivilgesellschaft" und dem dahinter stehenden Konzept allgemein Unklarheit herrscht. In Umfragen wird der Begriff kaum für das gehalten, was er verkörpern soll, so der Meinungsforscher Manfred Güllner . Ein Drittel der Befragten glaubt, es gehe um "Zivildienst" oder um Abgrenzung vom Militär.
Ein wesentlicher Grund für die derzeit hohe Konjunktur der Begriffe ,,Zivilgesellschaft/ Bürgergesellschaft" muss in den gesellschaftlichen Umbruchphasen in Osteuropa gesehen werden. Bei der Auflösung der ,,realsozialistischen" Systeme spielten zivilgesellschaftliche Aktivitäten eine entscheidende Rolle. In Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei orientierten sich die jeweiligen Oppositionsbewegungen an Konzepten, die mit dem Begriff "Zivilgesellschaft" verbunden waren. Zivilgesellschaft wurde dort verstanden als eine in Opposition zum Staate stehende Bürgergesellschaft, die sich einen politischen und öffentlichen Raum erkämpfte, der unabhängig vom Staat war.
Heute, nach dem Wegfall der "Systemkonkurrenz", sind die liberalen Demokratien des Westens gehalten, sich wieder intensiver mit den eigenen Problemen zu beschäftigen. Tiefgreifende soziale und ökonomische Umbrüche, schwindendes Vertrauen in die Problemlösungskapazitäten politischer Institutionen, nachlassende Bindungsfähigkeiten von Parteien und gesellschaftlichen Großorganisationen, gewachsene Partizipationsansprüche mündiger Bürger sowie elementare Veränderungen der Sozialstruktur moderner Gesellschaften stellen den eingespielten Betrieb der parlamentarischen Demokratien vor neue Herausforderungen. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger wollen sich heute aktiv an den politischen Geschehnissen beteiligen. Sie stellen sich gegen den "repräsentativen Absolutismus" einer Parteiendemokratie, "die ihren Bürgerinnen und Bürgern nur alle vier Jahre am Wahlsonntag Mitsprache gewährt" . Tilman Evers zufolge solle der Parteiendemokratie mit dem Konzept der Bürgergesellschaft eine "außerparlamentarische Öffentlichkeit" entgegengehalten werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zu den Begriffen „Zivilgesellschaft/ Bürgergesellschaft“

3. Aus historischer Sicht

3.1 John Lockes “body politic”

3.2 Zivilgesellschaft bei Montesquieu

3.3 Zivilgesellschaft bei Tocqueville

3.4 Die postmarxistische Deutung des Begriffes Zivilgesellschaft bei

Gramsci

4. Zivilgesellschaft aus heutiger Sicht

4.1 Die Funktion der Zivilgesellschaft bei Jürgen Habermas

4.2 Bürgergesellschaft bei Ralf Dahrendorf

5. Das Verhältnis Staat vs. Zivilgesellschaft – Befunde, Aussichten, Probleme

5.1 Zur aktuellen Situation

5.2 Begründung und Legitimation der Bürgergesellschaft

5.3 Zu den Akteuren der Zivilgesellschaft

5.4 Bürgerschaftliches Engagement / Die Diskursebene von Engagement

5.4.1 Engagement im liberal- individualistischen Diskurs

5.4.2 Engagement im Diskurs über Gemeinschaft und Gemeinwesen

5.5 Staatliches Handeln in der Zivilgesellschaft

5.5.1 „Aktivierender Staat“ – das moderne Staatsverständnis der Zivilgesellschaft

5.5.2 „Moderner Staat – Moderne Verwaltung“ – Ziele und mögliche Probleme

5.6 Regionale Unterschiede

5.7 Grenzen des bürgerschaftlichen Engagements

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Zivil- und Bürgergesellschaft vor dem Hintergrund des modernen Sozialstaats. Das primäre Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen des Begriffs sowie dessen Bedeutung für die aktuelle politische Debatte zu klären und zu analysieren, wie Staat und Zivilgesellschaft bei der Lösung postmoderner Problemlagen kooperieren können.

  • Historische Herleitung des Zivilgesellschaftsbegriffs bei Staatstheoretikern wie Locke, Montesquieu, Tocqueville und Gramsci.
  • Analyse des Verhältnisses zwischen dem Staat und der Zivilgesellschaft im Kontext der Krise des Wohlfahrtsstaates.
  • Untersuchung der verschiedenen Diskurse bürgerschaftlichen Engagements (liberal-individualistisch vs. gemeinschaftsorientiert).
  • Diskussion über staatliche Handlungsmodelle, insbesondere das Konzept des „aktivierenden Staates“.
  • Betrachtung von regionalen Unterschieden und den Grenzen bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland.

Auszug aus dem Buch

3.1 John Lockes “body politic”

Lockes Werk wurde durch die Erfahrung eines bis dahin unbekannten Ausmaßes der Unterdrückung der persönlichen Rechte im England des 17. Jahrhunderts geprägt. Die Erfahrung des tyrannischen englischen Absolutismus war der Grund für Locke, die Verschmelzung des Volkes in einen einzigen politischen Raum, verkörpert durch König und Staat, abzulehnen. Im „Essay concerning the True Orginal, Extend and End of Civil Government“, beschreibt John Locke zum ersten Mal, als „body politic“ bezeichnet, die theoretisch fundierte Idee einer „Zivilgesellschaft“, die mit eigenen Rechten gegen den Staat ausgestattet ist. Locke verneint die Notwendigkeit eines politischen Zentrums zur Sicherung für geordnete soziale Beziehungen und formuliert stattdessen Gesellschaft, „als eine aus sich selbst handelnde Einheit, die fähig ist, spontan und in funktionaler Unabhängigkeit vom Staat einen gemeinsamen Willen zu generieren“.

Locke konstruiert einen neuen gesellschaftlichen Ort, eine ,,dritte Sphäre“, die in einem vorpolitischen und nichtstaatlichen privaten Bereich agiert und vom Staat räumlich getrennt und verschieden ist. Diese private Sphäre ist geprägt durch individuelle Freiheit und das Privateigentum als ihre Basis. Locke betont mit seiner Idee einer Zivilgesellschaft einen vorpolitischen Zusammenschluß der Bürger, die ihre Freiheit, ihr Leben und ihre privaten, durch Handel und Industrie erarbeiteten Eigentumsverhältnisse gegen staatliche und andere Willküreingriffe schützen. „Der Zivilgesellschaft wird deshalb vor allem eine negative Freiheitsfunktion zugewiesen, d.h., die Freiheit vor staatlichen Übergriffen zu schützen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Sozialstaats und die Relevanz des Begriffs Zivilgesellschaft.

2. Zu den Begriffen „Zivilgesellschaft/ Bürgergesellschaft“: Erläuterung der terminologischen Unterschiede und der synonymen Verwendung in dieser Arbeit.

3. Aus historischer Sicht: Darstellung der historischen Wurzeln des Begriffs bei bedeutenden Staatstheoretikern wie Locke, Montesquieu, Tocqueville und Gramsci.

4. Zivilgesellschaft aus heutiger Sicht: Diskussion der aktuellen Bedeutung des Konzepts sowie der Theorien von Habermas und Dahrendorf.

5. Das Verhältnis Staat vs. Zivilgesellschaft – Befunde, Aussichten, Probleme: Analyse der Interaktion zwischen staatlichem Handeln und bürgerschaftlichem Engagement inklusive empirischer Daten.

6. Fazit: Zusammenführende Antwort auf die Leitfrage nach der künftigen Ausgestaltung der Zusammenarbeit von Staat und Zivilgesellschaft.

Schlüsselwörter

Zivilgesellschaft, Bürgergesellschaft, Bürgerschaftliches Engagement, Aktivierender Staat, Sozialstaat, Demokratie, Partizipation, Dritter Sektor, Ehrenamt, Gemeinwohl, Bürgerrechte, Politikwissenschaft, Wohlfahrtsstaat, Moderne Verwaltung, Zivilcourage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Konzept der Zivil- bzw. Bürgergesellschaft und deren Bedeutung für die moderne Demokratie und die Lösung gegenwärtiger sozialstaatlicher Probleme.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Herleitung des Begriffs, der Analyse des Verhältnisses von Staat zu Zivilgesellschaft und der Untersuchung der unterschiedlichen Formen bürgerschaftlichen Engagements.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Klärung, wie Zivilgesellschaft und Staat beschaffen sein müssen, um gemeinsam zur Lösung der Probleme des postmodernen Staates beizutragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse klassischer und moderner Staatstheorien sowie auf die Auswertung empirischer Studien zum freiwilligen Engagement in Deutschland.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben historischen Grundlagen vor allem das Verhältnis von Staat und Zivilgesellschaft, die Akteure der Zivilgesellschaft sowie das Leitbild des „aktivierenden Staates“ detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Zivilgesellschaft, bürgerschaftliches Engagement, aktivierender Staat, Partizipation und die Krise des Wohlfahrtsstaates.

Welches spezifische Problem wird in Kapitel 5.4 hinsichtlich bürgerschaftlichen Engagements aufgezeigt?

Kapitel 5.4 kontrastiert den liberal-individualistischen Diskurs, der Engagement als egoistischen Kosten-Nutzen-Kalkül begreift, mit dem am Gemeinwohl orientierten Diskurs, der Solidarität und Pflichten in den Vordergrund stellt.

Was kritisiert der Autor in Bezug auf den „aktivierenden Staat“?

Der Autor warnt vor Gefahren wie dem „Verwaltungspaternalismus“ und der Gefahr, dass der „aktivierende Staat“ Eigeninitiative lähmen könnte, wenn er zu stark in die Gestaltung bürgerschaftlichen Engagements eingreift.

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Résumé des informations

Titre
Bürgerschaftliches Engagement in der Zivilgesellschaft
Université
Technical University of Braunschweig  (Inst. für Sozialwissenschaften)
Cours
Proseminar: Politische Theorie
Note
2 (gut)
Auteur
Matthias Rischer (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
31
N° de catalogue
V8739
ISBN (ebook)
9783638156332
Langue
allemand
mots-clé
bürgerschaftliches Engagement/ Zivilgesellschaft/ Bürgergesellschaft/ Bürgerarbeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Matthias Rischer (Auteur), 2002, Bürgerschaftliches Engagement in der Zivilgesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8739
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Extrait de  31  pages
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