In dieser Hausarbeit wird untersucht, inwieweit durch Kontroll-, bzw. Leistungsindikatoren das Verhalten und auch die Leistung von Mitarbeitern in Unternehmen beeinflusst und gesteigert werden können. Hierzu wird in Kapitel 2 die Verhaltenswissenschaft und in Kapitel 3 die Agency-Theorie vorgestellt. In Kapitel 4 wird nun das Modell von Austin dargestellt, welches das Verhalten von Mitarbeitern berücksichtigt, und es werden Möglichkeiten zur Verhaltenssteuerung aufgezeigt. Zurückgegriffen wird bei der Modellvorstellung auf das bekannte "Arbeitsamt-Beispiel" von Peter Blau, das eine Abteilung von Beamten in den USA Mitte des letzten Jahrhunderts hinsichtlich des Verhaltens bei Leistungsmessungen beobachtete. In den Beobachtungen von Peter Blau sind Dysfunktionalitäten hinsichtlich der Verhaltenssteuerung aufgetreten, die in dem Modell von Austin versucht werden zu verhindern. Ein kritischer Blick auf die Auswirkungen und eine Schlussbetrachtung mit einer kurzen Zusammenfassung runden diese Hausarbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Verhaltenswissenschaft
2.1.Die Verhaltenswissenschaft im Allgemeinen
2.2.Die Verbindung der Betriebswirtschaftslehre, insbesondere der Organisationslehre mit der Verhaltenswissenschaft
3. Die Agency-Theorie
3.1.Das Principal-Agent-Problem
3.2.Die Lösung des Principal-Agent-Problems
4. Die Integration verhaltenswissenschaftlicher und Agency-theoretischer Ansätze in Steuerungsmodellen
4.1.Das „Arbeitsamt-Beispiel“ von Peter Blau
4.2.Das Modell von Austin
4.2.1. Die Grundlage
4.2.2. Die Motivation des Agenten
4.2.3. Die empfohlene Verhaltenssteuerung
4.2.4. Kritik
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Leistungsindikatoren und Kontrollmechanismen das Verhalten und die Arbeitsleistung von Mitarbeitern in Unternehmen beeinflussen. Zentral ist dabei die Frage, wie durch eine Integration verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse in Agency-theoretische Modelle Dysfunktionalitäten vermieden und eine effektive Verhaltenssteuerung unter Berücksichtigung der jeweiligen Umweltsituation erreicht werden kann.
- Integration von Verhaltenswissenschaft und Agency-Theorie
- Analyse des Prinzipal-Agent-Problems und möglicher Lösungsansätze
- Evaluation von Leistungsindikatoren und deren Auswirkungen auf Mitarbeiter
- Kritische Würdigung des Modells von Robert D. Austin
- Identifikation von Dysfunktionalitäten bei Kontrollsystemen
Auszug aus dem Buch
4.2.1. Die Grundlage
Das Modell von Austin hat eine revolutionäre Komponente, da es das PAP um eine dritte Person erweitert. Es kommt nämlich der Kunde hinzu, der die Produkte nutzt, die von dem Prinzipal und dem Agenten hergestellt worden sind, und der somit den Nutzen der Anstrengung des Agenten am besten bewerten kann. Im PAP, insbesondere im R-H-Modell, wurde diese Aufgabe dem Prinzipal zugedacht. Dies kritisiert jedoch Austin ausdrücklich, denn der Prinzipal kann nicht den Nutzen der Produktion des Agenten optimal bestimmen. Zum Vergleich dient hier das Arbeitsamt-Beispiel von Peter Blau. Wenn wir davon ausgehen würden, dass die Tätigkeit eines Beamten nur daraus besteht, Bewerbungsgespräche und Vermittlungen durchzuführen, so will der Kunde (in dem Fall der Arbeitssuchende) die Anstrengung für diese Arbeitsaufgaben des Beamten in einem bestimmten Verhältnis kombiniert haben. Denn dem Arbeitssuchenden nützt es nichts, wenn der Beamte seine ganze Anstrengung für Vorstellungsgespräche aufwendet und sich nicht um die Vermittlung kümmert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, die Verhaltenssteuerung von Mitarbeitern durch Indikatoren zu untersuchen und dabei das Modell von Austin sowie das Arbeitsamt-Beispiel von Peter Blau zu verwenden.
2. Die Verhaltenswissenschaft: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Verhaltenswissenschaft und deren zunehmende Bedeutung für die betriebswirtschaftliche Organisationslehre zur Abkehr vom Modell des „homo oeconomicus“.
3. Die Agency-Theorie: Es wird das Principal-Agent-Problem als Folge der Trennung von Eigentum und Kontrolle definiert und Strategien wie Screening und leistungsabhängige Anreize zur Problemlösung vorgestellt.
4. Die Integration verhaltenswissenschaftlicher und Agency-theoretischer Ansätze in Steuerungsmodellen: Dieses Kapitel stellt das Modell von Austin vor, welches durch die Einbeziehung des Kunden als dritte Instanz versucht, dysfunktionale Anreize bei der Verhaltenssteuerung zu vermeiden.
5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass eine effektive Verhaltenssteuerung stets einen Kosten-Nutzen-Vergleich erfordert und die Organisationsstruktur sowie das Risiko von Dysfunktionalitäten berücksichtigen muss.
Schlüsselwörter
Verhaltenswissenschaft, Agency-Theorie, Principal-Agent-Problem, Verhaltenssteuerung, Leistungsindikatoren, Arbeitsamt-Beispiel, Peter Blau, Robert D. Austin, Dysfunktionalität, Anreizsysteme, Organisationslehre, Kundennutzen, Kontrolle, Arbeitsleistung, Leistungsmessung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen durch den Einsatz von Kontroll- und Leistungsindikatoren das Verhalten und die Ergebnisse ihrer Mitarbeiter steuern können, ohne dabei negative Anreizeffekte zu erzeugen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Verhaltenswissenschaft, die Agency-Theorie sowie deren praktische Integration in Steuerungsmodelle anhand von Organisationstheorien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Dysfunktionalitäten in Kontrollsystemen minimiert werden können, damit Mitarbeiter nicht nur quantitativ, sondern im Sinne des Gesamterfolgs und des Kundennutzens agieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse, bei der existierende Konzepte wie das Principal-Agent-Modell und das Modell von Robert D. Austin unter Heranziehung empirischer Beobachtungen von Peter Blau verknüpft und kritisch reflektiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des Prinzipal-Agent-Problems, der Vorstellung des Austin-Modells mit seinem Fokus auf den Kundennutzen sowie einer detaillierten Kritik an quantitativen Messungen in der Arbeitspraxis.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wesentliche Begriffe sind Agency-Theorie, Verhaltenssteuerung, Dysfunktionalität, Kontrollindikatoren und Kundennutzen.
Wie erweitert Austin das klassische Principal-Agent-Modell?
Austin erweitert das Modell um eine dritte Instanz, den Kunden. Während im klassischen Modell der Prinzipal den Nutzen bewertet, erkennt Austin, dass der Kunde den tatsächlichen Nutzen der Arbeitsleistung oft präziser beurteilen kann.
Was besagt die „partielle Kontrolle“ nach Blau?
Sie beschreibt die Gefahr, dass bei einer einseitigen Messung von Indikatoren – wie etwa der Anzahl an Bewerbungsgesprächen – Mitarbeiter dazu neigen, den Prozess zu manipulieren, was letztlich zu einer Verschlechterung der tatsächlichen Zielerfüllung führen kann.
- Quote paper
- Peter Opzondek (Author), 2002, Integration verhaltenswissenschaftlicher und Agency-theoretischer Ansätze in Steuerungsmodellen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8740