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Die Wortfeldtheorie nach Jost Trier im Lichte ihrer Kritik

Titel: Die Wortfeldtheorie nach Jost Trier im Lichte ihrer Kritik

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 43 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Susan Dankert (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Eine der revolutionären Entwicklungen in der Geschichte der Semantik wurde eingeleitet durch das Wirken von Jost Trier (1894-1970). Der Linguist ebnete mit seinen Ausführungen über Wort- und Begriffsfelder den Weg für die Wortfeldforschung, die bis dahin nur in Ansätzen existiert hatte. Die Wortfeldtheorie, deren Grundzüge Trier 1931 formuliert hatte, fand zugleich zahlreiche Anhänger als auch Opponenten. Einerseits wurde die Wortfeldmethodik als erkenntnisfördernd und nützlich in der Hinsicht empfunden, dass sie eine Möglichkeit darstellt, den Wortschatz in seinen semantischen Zusammenhängen darzustellen. Andererseits boten offensichtliche methodische und konzeptuelle Schwächen vielen Kritikern Angriffsfläche.
Die vorliegende Arbeit thematisiert Triers Wortfeldtheorie von 1931 im Spiegel ihrer Kritiker. Zunächst werden wichtige Grundlagen zur Besprechung der Theorie gelegt und die theoretischen Voraussetzungen für die Entwicklung der Theorie, sowie ihre Grundcharakteristika dargestellt. Daraufhin wird konkret auf streitbare Thesen eingegangen, wobei sich die Gliederung der Kritikpunkte an den Arbeiten von den wichtigsten Kritikern der Wortfeldtheorie, G. Kandler und R. Hoberg, orientiert. Sachliche Einwände anderer wichtiger Autoren wie K. Gabka, F. Dornseiff und L. Weisgerber wird unter den groben Gliederungspunkten ebenfalls erfasst. Darüber hinaus werden Ergebnisse eines eigens im Seminar „Das sprachliche Feld von Jost Trier und Leo Weisgerber bis zur kognitiven Linguistik“ bei Prof. Dr. Ewald durchgeführten Seminartests präsentiert und anhand dieser diverse Aspekte der Wortfeldkritik praktisch belegt. Da sich die Literatur zur Wortfeldkritik fast ausschließlich auf die ursprüngliche Theorie von 1931 bezieht, beschränkt sich auch diese Arbeit auf eine Kritik an Triers frühesten Darstellungen und vernachlässigt mit Bedacht auf den Umfang der Arbeit neuere Entwicklungen in der Wortfeldforschung und Korrekturen an der ursprünglichen Theorie.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Entstehung von Triers Theorie

3. Das Wortfeld nach Trier

4. Kritik am Ganzheitsprinzip

5. Kritik am Interdependenzprinzip

6. Kritik am Prinzip der Geordnetheit

7. Kritik am Prinzip der Wohlgeschiedenheit

8. Sprachsystem und individuelle Freiheit

9. Kritik an der starren Abgrenzung der Wörter

10. Methodische Probleme

11. Zur Bewusstheit sprachlicher Felder

12. Schlussbetrachtung - Quo vadis Wortfeldforschung?

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Wortfeldtheorie von Jost Trier aus dem Jahr 1931 auseinander, um deren theoretische Voraussetzungen und methodische Schwachstellen im Spiegel zeitgenössischer und späterer Kritik zu beleuchten. Dabei wird untersucht, inwieweit Triers Postulat eines lückenlos gegliederten, objektiven Sprachsystems durch empirische Befunde und sprachwissenschaftliche Einwände haltbar bleibt.

  • Grundlagen der Trierschen Wortfeldtheorie und ihre geistesgeschichtliche Herkunft.
  • Kritische Auseinandersetzung mit den Prinzipien der Ganzheit, Interdependenz und Geordnetheit.
  • Untersuchung der Problematik starrer Abgrenzungen von Wortbedeutungen durch empirische Testreihen.
  • Verhältnis von Sprachsystem und individueller Freiheit im Rahmen der Feldtheorie.
  • Methodische Implikationen für die heutige linguistische Forschung.

Auszug aus dem Buch

9. Kritik an der starren Abgrenzung der Wörter

Eine der streitbaren Thesen, die Trier in seiner Wortfeldtheorie offeriert, ist die Lückenlosigkeit der Felder und die damit einher gehende starre Abgrenzung der Wörter gegeneinander. Folgende Zitate sollen belegen, dass Trier die Ansicht vertritt, dass sich alle Wörter einer Sprache lückenlos in Felder aufteilen, sich im Feld inhaltlich durch scharfe Konturen gegeneinander abgrenzen und mosaikartig aneinander passen:

Die das Wortfeld, den Wortmantel, die Wortdecke, mosaikartig zusammensetzenden Einzelworte legen – im Sinne ihrer Zahl und Lagerung – Grenzen in den Begriffsblock hinein und teilen ihn auf. Welche Einzelstücke des Blocks als solche herausgehoben und als gesonderte Begriffe mit Worten bezeichnet werden, welche anderen Einzelstücke zu größeren Einheiten zusammengefasst werden, wie alles untereinander abgegrenzt und in höheren Einheiten gebunden wird, kurz, wie die sprachlichen Trennungen und Verknüpfungen aussehen, welche die Sprachgemeinschaft in dem Komplex vornimmt, das alles ist gegeben in dem gegliederten Nebeneinander der Worte im Feld.

Das ausgesprochene Wort steht vor der zum Feld sich ordnenden Fülle seiner Nachbarn. Es hebt sich von ihnen ab und ordnet sich ihnen doch an bestimmter Stelle ein. Und das wir genau wissen, was mit ihm gemeint ist, das liegt gerade an diesem Sich-abheben von den Nachbarn und diesem Sich-einordnen in die Ganzheit der den Begriffsbezirk überlagerten Wortdecke, des lückenlosen Zeichenmantels.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Jost Triers Wortfeldtheorie für die Semantik und Vorstellung der Zielsetzung der kritischen Untersuchung.

2. Zur Entstehung von Triers Theorie: Darstellung der geistesgeschichtlichen Wurzeln von Triers Feldtheorie, insbesondere unter Einbezug von Humboldt und de Saussure.

3. Das Wortfeld nach Trier: Erläuterung der zentralen Begriffe und Definitionen, die Trier zur Beschreibung von Wortfeldern heranzieht.

4. Kritik am Ganzheitsprinzip: Diskussion der kritischen Einwände gegen die Annahme, dass Wortbedeutungen ausschließlich durch die Zugehörigkeit zum Gesamtsystem definiert werden.

5. Kritik am Interdependenzprinzip: Analyse der Probleme, die sich aus der wechselseitigen Abhängigkeit der Wörter innerhalb eines Feldes ergeben, insbesondere für den Spracherwerb.

6. Kritik am Prinzip der Geordnetheit: Untersuchung der Annahme eines systematisch geordneten Wortschatzes und der empirischen Zweifel daran.

7. Kritik am Prinzip der Wohlgeschiedenheit: Auseinandersetzung mit der Problematik der Feldzuordnung bei Homonymen und der Starre der semantischen Grenzen.

8. Sprachsystem und individuelle Freiheit: Diskussion über das Verhältnis zwischen der Bindung an das Sprachsystem und der kreativen Freiheit des Sprachteilnehmers.

9. Kritik an der starren Abgrenzung der Wörter: Kritische Beleuchtung der These der Lückenlosigkeit und scharfen Abgrenzung mithilfe empirischer Beispiele wie Farbskalen oder Sitzmöbel-Klassifizierungen.

10. Methodische Probleme: Aufdeckung der methodischen Unschärfen und der subjektiven Willkür bei der wissenschaftlichen Konstruktion von Wortfeldern.

11. Zur Bewusstheit sprachlicher Felder: Reflexion über die Frage, ob Felder im Bewusstsein der Sprecher existieren oder wissenschaftliche Konstrukte sind, unter Einbezug praktischer Seminartests.

12. Schlussbetrachtung - Quo vadis Wortfeldforschung?: Fazit der kritischen Diskussion und Ausblick auf die Bedeutung der Feldlehre in der modernen Linguistik.

Schlüsselwörter

Wortfeldtheorie, Jost Trier, Semantik, Sprachsystem, Lexikologie, Interdependenz, Wortinhalt, Sprachgeschichte, Feldstruktur, Begriffsfeld, Sprachwissenschaft, Feldkritik, Kognitive Linguistik, Bedeutungswandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch die Wortfeldtheorie von Jost Trier von 1931 und hinterfragt deren Haltbarkeit durch die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Kritikern und empirischen Daten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Prinzipien des Ganzheits-, Interdependenz- und Geordnetheitsprinzips sowie methodische Fragen der Wortfeldbildung und das Verhältnis von Sprache und Individuum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Schwachstellen der ursprünglichen Theorie aufzuzeigen und zu prüfen, ob die Annahme eines lückenlosen, starren Wortfelds der tatsächlichen Sprachwirklichkeit gerecht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse der wichtigsten Kritiker der Theorie (u.a. Kandler, Hoberg) und ergänzt diese durch die Auswertung eigener empirischer Seminartests.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die einzelnen theoretischen Annahmen Triers systematisch dekonstruiert, indem die Kritikpunkte in den Kapiteln 4 bis 10 detailliert diskutiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wortfeldtheorie, Jost Trier, Feldkritik, Semantik, Sprachsystem, Interdependenz, Wortinhalt und Lexikologie.

Warum wird das Beispiel der „Notenskala“ kritisch betrachtet?

Die Kritiker führen an, dass Notenskalen vom Menschen zweckmäßig konstruierte Leitern sind und keine natürlich entstandenen sprachlichen Felder widerspiegeln.

Was zeigen die Labov-Tests zu „Tassen“ und „Sitzmöbeln“?

Diese Tests belegen, dass die Grenzen zwischen Begriffen fließend sind und dass Form sowie Funktion maßgebliche Kriterien für die Bezeichnung sind, was gegen eine starre, lückenlose Wortfeld-Struktur spricht.

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Details

Titel
Die Wortfeldtheorie nach Jost Trier im Lichte ihrer Kritik
Hochschule
Universität Rostock
Note
1,3
Autor
Susan Dankert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
43
Katalognummer
V87405
ISBN (eBook)
9783638059480
ISBN (Buch)
9783640868278
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wortfeldtheorie Jost Trier Lichte Kritik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Susan Dankert (Autor:in), 2007, Die Wortfeldtheorie nach Jost Trier im Lichte ihrer Kritik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87405
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Leseprobe aus  43  Seiten
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