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Die Ursprache - Vom Gebärden bis zur Aussprache

Title: Die Ursprache - Vom Gebärden bis zur Aussprache

Term Paper , 2007 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Hauke Reher (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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1. Vorwort

Anhand des Gedichts „Ein Winterabend“ von Georg Trakl möchte Martin Heidegger erfahren, was Sprache ist. Was macht Sprache zur Sprache und wie spricht die Sprache?
Er möchte sich an den Ort der Sprache begeben und sie nicht von außen einer Beschreibung unterziehen. Geleitet von dem Satz: „die Sprache spricht“ , versucht Heidegger sich der Sprache über das Gesprochene des Gedichts zu nähern. Daher gleicht seine Untersuchung einer Gedichtinterpretation, in dessen Verlauf sich die Modi der Sprache enthüllen.

Heidegger verwendet für seine Untersuchung zur Sprache einen erweiterten Sprachbegriff. Sprache ist nicht mehr nur menschliche Äußerung, vielmehr vollzieht sich Sprache in jedem Zustand des Menschen. Sowohl im Wachen, Bewussten als auch im träumenden Zustand kommuniziert der Mensch. Für den Menschen ist es nach Heidegger das Natürlichste überhaupt, da der Mensch selbst in Gedanken spricht. Daher bedarf es keines besonderen Willens zum Sprechen, man antwortet auf die Äußere wie auf die innere Welt sprechend, „Sprache ist überall“ .
Bei jeder Wahrnehmung treffen wir auf Sprache. Jeder Wahrnehmung und jedem Affekt folgt eine sprachliche Erwiderung auf Gesprochenes. Alles uns Begegnende spricht, auch wenn wir die Sprache noch nicht verstehen können und keinen Begriff für das sich Ereignende haben. Das Passierende ist als ein einzelnes oder als ein Bündel von Zeichen zu verstehen.
Der Mensch hält sich je schon im Horizont der Sprache auf, lediglich innerhalb der Sprache ist Bewusstsein möglich. Während wir denken gelangen wir in die Spuren der Sprache. Trotzdem können wir der Sprache immer nur nachdenken. Sprache ist vor allem da, auch vor den Benennungen. Jeder Prozess ist ein Resultat von Gesprochenem.
Der Mensch befindet sich demnach in unmittelbarer Nähe zur Sprache. Er ist das einzige Lebewesen, was mit der Sprache umfangreich handeln kann. Weder ist der Mensch gezwungen, die Welt auf nur eine Art wahrzunehmen, noch folgen die Gegenstimmen einem triebgesteuerten Muster.

Die Hausarbeit folgt der Fragestellung, wie die Sprache sich konstituiert und ob man von einem Wesen der Sprache sprechen kann? Was ist das Allgemeingültige der Sprache, was zeichnet sie als Sprache aus und was bewährt sich von der Sprache?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die Sprache, (k)eine Wesensfrage

3. Die Reinheit des Gedichtes

4. Die Anrufe und das Benennen

5. Der ursprüngliche Unterschied

5.1 Entfalten der Möglichkeiten

6. Nachwort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit untersucht Heideggers sprachphilosophische Überlegungen, insbesondere wie sich Sprache konstituiert und ob von einem spezifischen "Wesen der Sprache" gesprochen werden kann. Ziel ist es, das Allgemeingültige der Sprache zu ergründen und die enge Verknüpfung von menschlichem Sein, dem Gebärden der Dinge und dem sprachlichen Ausdruck zu beleuchten.

  • Heideggers erweiterter Sprachbegriff
  • Die konstitutive Rolle des Unterschieds
  • Sprache als Rufen und Benennen
  • Das Verhältnis von Mensch, Welt und Dingen
  • Die ontologische Bedeutung der Sprache

Auszug aus dem Buch

4. Die Anrufe und das Benennen

Jegliches Sprechen ist gleichzeitig ein Rufen, auch das Sprechen im intelligiblen Bereich ist ein Rufen. Der Mensch ruft vom bereits Anwesenden, von dem Gegenwärtigen, zum Abwesenden. Das Anwesende will das noch Abwesende heran rufen, im Moment des Rufens ist das Gerufenen noch nicht präsent. Wir rufen aus unserer Welt in die Welt, in die Aussicht. Der Mensch ruft aus seiner Welt in die vorstellbare Welt hinein. Das Anwesende will das Abwesende begreifen.

Der Begriff Welt vereint bei Heidegger drei Dimensionen. Zum einen besitzt der Mensch eine Welt, eine Art Erfahrungsschatz, der ihn befähigt in der Welt zu handeln. Es ist die uns eigene Welt. Zum anderen bezeichnet Welt das Netz der Chancen, den offenen Raum in den wir eintreten und wo wir uns entwickeln können. Und drittens besitzen die Dinge bereits eine eigene Welt: „Dingend ent-falten sie Welt“. Die eigene Wesenart kann sich in dem je eigenen Horizont entfalten. Während sich die Dinge gebärden tragen sie eine Welt aus, sie bedingen die Welt der Sterblichen. Der Mensch und die Dinge kommen je aus einer Welt und gehen je in eine Welt. Ding und Welt tragen sich gegenseitig aus.

Rufend entwickelt sich der Mensch, indem er von einem Punkt rufend sich in die Nähe eines weiteren Punktes bringen kann. Das kann auch bedeuten, einem sich vollziehenden Gegenstand zu folgen. Während des Anrufens bringen wir uns dem Ding näher, setzen uns in Beziehung zu dem Gerufenen. Der Grund, warum sich der Mensch lediglich in die Annährung zum Gerufenen bringen kann, liegt im zeitlichen Verzug. Das Gerufene existiert schon vor dem Rufen. Im Moment des Rufens ist es noch nicht da, und wenn wir uns auf den Weg zu dem Ding begeben, treffen wir es nicht mehr so an, wie wir es einst angerufen haben. Unsere Welt hat sich während des Weges angereichert, genauso wie die Dinge sich im zeitlichen Kontext und dem Umfeld verändern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Der Autor führt in die methodische Annäherung an Martin Heideggers Sprachphilosophie ein, wobei das Gedicht „Ein Winterabend“ als Grundlage für die Untersuchung dient.

2. Die Sprache, (k)eine Wesensfrage: Dieses Kapitel erläutert, dass Sprache nicht bloßes Handwerkszeug ist, sondern sich als tätiges Ereignis aus sich selbst heraus konstituiert.

3. Die Reinheit des Gedichtes: Hier wird analysiert, wie Sprache im Gedicht rein erscheint, da sie Ambivalenzen erzeugt und Möglichkeiten eröffnet, anstatt nur Konkretes abzubilden.

4. Die Anrufe und das Benennen: Es wird dargelegt, dass Sprechen immer ein „Rufen“ ist, das den Menschen mit der Welt und den Dingen in eine dynamische Beziehung setzt.

5. Der ursprüngliche Unterschied: Das Kapitel beschreibt den „Unterschied“ als die bedeutungsverleihende Instanz, die Welt und Dinge als getrennte, aber aufeinander bezogene Einheiten zusammenhält.

5.1 Entfalten der Möglichkeiten: Dieser Unterpunkt vertieft die Rolle der Sprache als Horizont, in dem sich Erkenntnisse über die Welt und die Dinge entfalten können.

6. Nachwort: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die zentrale Bedeutung der Sprache für den Menschen und kritisiert zugleich die ideologische Ambivalenz einiger Begriffe bei Heidegger.

Schlüsselwörter

Sprachphilosophie, Martin Heidegger, Wesen der Sprache, Gebärden, Rufen, Benennen, Unterschied, Welt, Ding, Dasein, Ontologie, Sprachgebrauch, Wahrnehmung, Erkenntnis, Hermeneutik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den sprachphilosophischen Thesen Martin Heideggers, insbesondere mit der Frage, wie Sprache entsteht und in welcher Beziehung sie zum menschlichen Dasein steht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind der ontologische Charakter der Sprache, die Funktion des „Rufens“ und „Benennens“ sowie das Verhältnis von Mensch, Welt und Dingen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das „Wesen der Sprache“ zu ergründen und zu untersuchen, was die Sprache als solche auszeichnet und wie sie sich im täglichen Vollzug konstituiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt einen interpretativen Ansatz, der Heideggers Ausführungen – teilweise anhand von Lyrik-Analysen – philologisch und philosophisch erschließt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Sprachbegriffs, der Bedeutung des Gedichts, der Dynamik des Anrufens sowie der Rolle des „Unterschieds“ als verbindendes Element.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Sprache, Heidegger, Rufen, Benennen, Welt, Ding, Wesen und Unterschied.

Warum spielt das „Gebärden“ der Dinge eine so wichtige Rolle für Heidegger?

Das Gebärden ist für Heidegger der Ausdruck der Dinge, auf den der Mensch hörend antwortet, noch bevor er zur bewussten Benennung gelangt.

Wie bewertet der Autor Heideggers Verwendung politisch aufgeladener Begriffe?

Der Autor äußert sich kritisch zu bestimmten Begriffsverwendungen im Text, die ihn an nationalsozialistische Ideologie erinnern und die er als abstoßend empfindet.

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Details

Title
Die Ursprache - Vom Gebärden bis zur Aussprache
College
University of Flensburg  (Institut für Philosophie)
Course
Einführung in die Sprachphilosophie
Grade
1,3
Author
Hauke Reher (Author)
Publication Year
2007
Pages
13
Catalog Number
V87605
ISBN (eBook)
9783638022804
ISBN (Book)
9783638923569
Language
German
Tags
Ursprache Gebärden Aussprache Einführung Sprachphilosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hauke Reher (Author), 2007, Die Ursprache - Vom Gebärden bis zur Aussprache , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87605
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