Sonderpädagogischer Förderbedarf mit dem Schwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung


Seminararbeit, 2006

16 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begrifflichkeit
2.1 Allgemeines
2.2 Zum Begriff der Verhaltensstörung
2.3 Klassifikationen
2.4 Zusammenfassung

3 Erscheinungsformen
3.1 ADHS
3.2 Borderline Syndrom
3.3 Bulimia Nervosa
3.4 Zusammenfassung

4 Die pädagogisch-therapeutische Situation
4.1 Richtlinien laut KMK-Empfehlung
4.2 Die intrinsische Einstellung pädagogisch Handelnder
4.3 Zusammenfassung

5 Zusammenfassung und abschließendes Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Im Sinne der Schwerpunktsetzung, die in unserem BA-Sonderpädagogik Studiengang vorausgesetzt wird, habe ich mich im Rahmen dieser Arbeit für die Bearbeitung des Förderschwerpunktes emotionale und soziale Entwicklung entschieden. Da mein Interesse darin besteht auch später im beruflichen Betätigungsfeld mit diesem Schwerpunkt zu bearbeiten, liegt mein Anliegen ebenfalls im theoretischen Bereich auf dem Ausbau und der Vertiefung der Kenntnis bezüglich der Thematik.

In dieser Arbeit soll ein grober Einstieg in den Themenschwerpunkt skizziert werden, indem auf Grundlagenliteratur und Einstiegslektüre aufgebaut wird. Aufgrund des enormen Umfangs des Themenbereichs und der knapp bemessenen räumlichen Voraussetzungen dieser Arbeit, kann dementsprechend ausschließlich im Ansatz auf die einzelnen Behandlungspunkte eingegangen werden.

In Kapitel 2 wird zunächst der Begriff der so genannten Verhaltensstörung bearbeitet, indem die relevanten Begrifflichkeiten umschrieben werden (eine exakte Definition ist laut Literatur aufgrund der komplexen Problematik nur annäherungsweise und unvollkommen möglich). Darauf folgend soll in Kapitel 3 durch die knappe Darstellung einiger häufig diagnostizierter Erscheinungsformen, anhand von Beispielen spezieller Störungen, ein kurzer Einblick in das Spektrum der verschiedensten Auftretungsarten von Verhaltensstörungen aufgezeigt werden. Im Anschluss (Kapitel 4) soll möglichst eine Einstiegshilfe in die pädagogisch-therapeutische Situation erarbeitet werden, die besonders auf die Einstellung der erziehenden Person abzuzielen versucht. Abschließend folgt unter Kapitel 5 ein zusammenfassendes Fazit.

2 Begrifflichkeit

Um den Begriff der Verhaltensstörung zu erfassen, soll an dieser Stelle eine generelle Definition des Begriffs sonderpädagogischer Förderbedarf, wie sie die Kultusministerkonferenz im Jahre 1994 aufgestellt hat, vorangestellt werden, ehe speziell der Terminus des sonderpädagogischen Förderbedarfs der emotionalen und sozialen Entwicklung, wie er fortan genannt wird, vorgenommen wird. Im Anschluss möge die Darstellung der komplizierten Klassifikationen von Verhaltensstörungen besser in die Thematik einführen.

2.1 Allgemeines

Wird in dieser Ausarbeitung von sonderpädagogischem Förderbedarf gesprochen, so geschieht dies auf der Grundlage der Definition der KMK-Empfehlungen von 1994, aus der folgende Definition hervorgeht:

„Sonderpädagogischer Fördebedarf ist bei Kindern und Jugendlichen anzunehmen, die in ihren Bildungs-, Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten so beeinträchtigt sind, daß sie im Unterricht der allgemeinen Schule ohne sonderpädagogische Unterstützung nicht hinreichend gefördert werden können. Dabei können auch therapeutische und soziale Hilfen weiterer außerschulischer Maßnahmeträger notwendig sein.“

(KMK-Empfehlung, 1994, S.5f)

Des Weiteren geht aus der Empfehlung hervor, dass sonderpädagogischer Förderbedarf nur individuell bestimmt werden kann und sowohl von den Fördermöglichkeiten der jeweiligen Schule, als auch vom sozialen Umfeld und den Zukunftsperspektiven und –wünschen des Kindes/des Jugendlichen abhängt. Daraus ergeben sich dann die erzieherischen Konsequenzen, die auf der Basis einer Kind-Umfeld-Analyse aufgestellt und erarbeitet werden. (vgl. KMK-Empfehlung, 1994, S.6) Neben der Förderung des Schwerpunktes der emotionalen und sozialen Entwicklung, geht aus den Empfehlungen noch folgende Liste weiterer Förderschwerpunkte hervor:

Beeinträchtigung

- Des Lern- und Leistungsverhaltens, insbesondere des schulischen Lernens, des Umgehen-Könnens mit Beeinträchtigung beim Lernen
- Der Sprache, des Sprechens, des kommunikativen Handelns, des Umgehen-Könnens mit sprachlichen Beeinträchtigungen
- Der geistigen Entwicklung, des Umgehen-Könnens mit geistiger Behinderung
- Der körperlichen und motorischen Entwicklung, des Umgehen-Könnens mit erheblichen Beeinträchtigungen im Bereich der Bewegung und mit körperlicher Behinderung
- Des Hörens, der auditiven Wahrnehmung, des Umgehen-Könnens mit einer Hörschädigung
- Des Sehens, der visuellen Wahrnehmung, des Umgehen-Könnens mit einer Sehschädigung
- Der körperlichen und seelischen Verfassung, des Umgehen-Könnens mit einer lang andauernden Krankheit

(vgl. KMK-Empfehlung, 1994, S.6f)

Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Behinderung, die dem Kind/dem Jugendlichen in dieser Definition durch eine entsprechende Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs zugeschrieben wird, bloß einen Teilaspekt der Gesamtpersönlichkeit ausmacht und dieser Umstand im Erziehungsalltag berücksichtig werden möge. (vgl. KMK-Empfehlung, 1994, S.7)

2.2 Zum Begriff der Verhaltensstörung

Enzyklopädisch bezeichnet der Begriff der Verhaltensstörung ein abweichendes Verhalten von bestehenden Normen einer Gruppe, das von den Mitgliedern als störend empfunden wird. (vgl. MICROSOFT ENCARTA, 2005) Äußerungen von Verhaltensstörungen können unter anderem durch Schwierigkeiten bei der Kontaktaufnahme, durch Aggressionen gegen sich und andere oder durch starke Stimmungsschwankungen und im schulischen Kontext durch Clownerie und den Zwang zur Aufmerksamkeitsfokussierung auf die eigene Person ihren Ausdruck finden. (ebd.)

Weiter gefasst und dem nicht genau zu definierenden Charakter des Begriffs eher gerecht werdend, kann Verhaltensstörung als Behinderung angesehen werden, die es den Kindern und Jugendlichen schwer möglich macht, „personale und soziale Ansprüche harmonisch in ihre Gesamtpersönlichkeit zu integrieren“ (MYSCHKER, 2005, S.42). Dies führt dazu, dass sie Schwierigkeiten haben sich in Gruppen zu integrieren und sich den gegebenen Gruppennormen anzupassen, wobei sie wiederum aufgrund ihres antisozialen Verhaltens zusehends in diesem Prozess behindert werden. (vgl. KLUGE/VOSEN, 1975, nach MYSCHKER, 2005, S.42) Der Begriff der Behinderung wird an dieser Stelle unter pädagogisch-psychologischem Aspekt betrachtet, was bedeutet, dass ein Kind dann als behindert im Sinne einer Verhaltensstörung gilt, wenn es „in seinen pädagogischen Vollzugsbereitschaften, im Lernprozess und in der erzieherischen Ansprechbarkeit verändert, defizient und gestört“ ist (BLEIDICK, 1972, nach MYSCHKER, 2005, S.42). Wichtig ist hierbei die Längerfristigkeit des beeinträchtigenden Zustandes, dies bedeutet, dass die Störung, die auftritt, und zwar den Betroffenen unsteuerbar überflutet, das Kind/den Jugendlichen davon abhalten kann, Mündigkeit, Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung zu erreichen. (vgl. MYSCHKER, 2005, S.43) Der Begriff Störung impliziert hierbei, dass Möglichkeiten bestehen, diese Störungen auszuräumen, bzw. zu überbrücken um eben dann eine Schaffung von Lebensperspektiven und einer Lebensart zu gewährleisten, die im Idealfall eine produktive Wiedereingliederung in eine (schulische) Gruppe zur Folge hätte. (ebd.) Wie dies geschehen könnte, bzw. inwiefern die pädagogische Erziehungsperson hierbei hilfreich tätig werden kann, wird unter Punkt 4 angesprochen.

An dieser Stelle soll nun die Möglichkeit von Klassifikationen von Verhaltensstörungen dargestellt werden, um die Grundlage einer pädagogischen Diagnostik zu skizzieren. Was bieten Klassifikationen an Anhaltspunkten, die eine Zuordnung abweichenden Verhaltens zu einer klaren Diagnose von Verhaltensstörungen gewährleisten können, wenn der Begriff an sich so schwer fassbar und klar zu definieren ist?

2.3 Klassifikationen

Nutzen und Ziel einer Klassifikation ist es, „ein Einzelphänomen einer Klasse verwandter Phänomene auf nachvollziehbare Art zuzuordnen.“ (GOETZE, 2001, S.97) In dem Fall der Verhaltensstörung sind Klassifikationen notwendig, um eben diese zu identifizieren und auf der Basis einer solchen Diagnose etwaige pädagogische Maßnahmen zu erarbeiten und zu ergreifen. (vgl. ebd.) Unter diesem Punkt sollen zwei Arten von Klassifikationen vorgestellt werden; die Phänomenologische Klassifikation und die Empirische Klassifikation.

Unter einer phänomenologischen Klassifikation von Verhaltensstörungen versteht man die Vorgehensweise die Erscheinungsform an sich, also das Phänomen an sich zu klassifizieren, wobei dieses Vorgehen erst dann wissenschaftlich anerkannt werden kann, wenn ein theoretisches Konzept zugrunde liegt. (vgl. ebd.) Hierbei sind zwei Klassifikationssysteme zu nennen: Der Ansatz von HAVERS, dem die Klassifikation von Verstößen gegen soziale Normen zugrunde liegt, und der Ansatz von KNOBLOCK, dessen Klassifikationssystem auf Basis der humanistischen Psychologie beruht. (vgl. ebd. S. 98) Diese Systeme seien in Form von Tabellen kurz wiedergegeben:

Tab. 1: Klassifikation von Normverstößen von HAVERS (1978)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Sonderpädagogischer Förderbedarf mit dem Schwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Institut für Sonderpädagogik)
Veranstaltung
Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V87805
ISBN (eBook)
9783638033824
ISBN (Buch)
9783638932592
Dateigröße
424 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sonderpädagogischer, Förderbedarf, Schwerpunkt, Entwicklung, Feststellung, Förderbedarfs
Arbeit zitieren
Sophia Stefanidou (Autor), 2006, Sonderpädagogischer Förderbedarf mit dem Schwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87805

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