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Cassiodors Variae

Gliederung, Gestaltung und Chronologie

Title: Cassiodors Variae

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 25 Pages , Grade: 2

Autor:in: Rudi Loderbauer (Author)

World History - Early and Ancient History
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In dieser Seminararbeit, welche innerhalb des Seminars eine Überblicksfunktion hat, soll der Aufbau von Cassiodors Variae unter die Lupe genommen werden.
Dabei sollen sprachliche und inhaltliche Besonderheiten herausgestellt werden.
Die zwölf Bücher der Variae enthalten eine Sammlung von insgesamt 470 Schriftstücken Cassiodors. Den größten Teil davon bilden die 369 Briefe, welche an die unterschiedlichsten Adressaten wie oströmische Kaiser, Goten, Römer oder den Papst sowie weitere kirchliche Würdenträger gerichtet sind.
Hinzu kommen zwei Praefationes, neun Edikte, 18 Beförderungsschreiben für die Kanzlei des Praefectus praetorio und 72 Musterformeln, vor allem für die Ernennungsschreiben der höchsten Magistraten. Etwa zwei Drittel davon sind nicht direkt datierbar bzw. nur im Zusammenhang mit anderen, schreibt O’Donnell . Als eine Art Anhang kann die Schrift „De anima“ gesehen werden.
In dieser Seminararbeit, welche innerhalb des Seminars eine Überblicksfunktion hat, möchte ich den Aufbau von Cassiodors Variae unter die Lupe nehmen. Dabei sollen sprachliche und inhaltliche Besonderheiten herausgestellt werden.
Welche Motive hatte Cassiodor wirklich dafür, dass er die Variae auf die Weise zusammengestellt hat, wie sie uns letztendlich vorliegen? Welche Ideen und politischen Zusammenhänge liegen dem zugrunde? Als Hintergrund dazu werde ich Cassiodors Leben, vor allem seinen politischen Werdegang und damit auch seine Beziehungen zu den Ostgoten und Römern mit einbeziehen. Cassiodor selbst schreibt zunächst auf den Titel des Werkes bezogen, dass sich die Bezeichnung „Variae“ nicht auf Verschiedenheiten im Inhalt, sondern auf die unterschiedlichen Sprachstile beziehe (Var. Praef. I 15):
„...necesse nobis fuit stilum non unum sumere, qui personas varias suscepimus ammonere. aliter enim multa lectione satiatis, aliter mediocri gustatione suspensis, aliter a litterarum sapore ieiunis persuasionis causa loquendum est, ut interdum genus sit peritiae vitare quod doctis placeat.“ Er bringt in diesem Abschnitt zum Ausdruck, dass es notwendig war, mehr als nur einen Sprachstil zu verwenden („necesse nobis fuit stilum non unum sumere“), weil er sich an unterschiedliche Personen wende („personas varias“). Er unterscheidet nachfolgend grob drei Sprachebenen. Hier sind zunächst die Gebildeten wie Könige oder andere hohe Würdenträger zu nennen, welche sehr belesen sind („multa lectione satiatis“).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zweck der Variae nach Cassiodors Worten

3. Cassiodors politischer Werdegang

4. Gliederung und Chronologie

4.1. Grundzüge

4.2. Die Bücher I – V

4.3. Die Bücher VI und VII

4.4. Die Bücher VIII – XII

5. Gestaltung

5.1. Sprache

5.2. Aufbau

5.3. Wirkliche Absichten

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, den strukturellen Aufbau und die chronologische Einordnung von Cassiodors „Variae“ zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche politischen Motive und strategischen Absichten hinter der Zusammenstellung dieses umfangreichen Schriftstück-Konvoluts stehen, wobei Cassiodors politischer Werdegang als wesentlicher Kontext dient.

  • Analyse des inhaltlichen und sprachlichen Aufbaus der Variae
  • Untersuchung der politischen Ziele und der Rolle der ostgotisch-römischen Beziehungen
  • Herausarbeitung der rhetorischen Gestaltungsmittel und Stilebenen
  • Einordnung der Datierungsproblematik anhand von Regierungszeiten und Indiktionen

Auszug aus dem Buch

4.2. Die Bücher I – V

Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass Cassiodor die jeweils ersten und letzten Briefe der einzelnen Bücher mit Absicht an diese Stelle gesetzt hat, um ihnen auf diese Weise eine heraus ragende Bedeutung zuzuweisen. Dies erscheint plausibel. So stehen am Anfang bzw. Ende oft Briefe an den Kaiser oder die Könige wie den Westgoten Alarich (3,1), den Thüringerkönig Herminafrid (4,1) oder den Wandalenkönig Hilderich (9,1) sowie an hervorragende Römer wie Boethius oder Symmachus.

O’Donnell erwähnt in diesem Kontext Van den Besselaar, der zwar die beiden ehrenhaften Positionen an Anfang und Ende erkennt, jedoch herausstellt, dass Cassiodor wohl der Stil wichtiger sei als der Adressat. Dies verneint O’Donnell. Er will zeigen, dass der Inhalt bedeutender sei als der Stil und genauso wichtig wie der Adressat. Mit diesen besonderen Positionen soll das ostgotische Reich nach O’Donnell im besten Licht erscheinen: „...for its sophistication of culture as well as its benevolence in government.“ Die beiden Ehrenpositionen an Anfang und Ende machen eine Datierung aber meist problematisch, weil eine gewisse chronologische Einordnung schwieriger wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Überblick über den Umfang der Variae sowie Vorstellung der Forschungsabsicht zur Untersuchung von Aufbau und politischen Motiven.

2. Zweck der Variae nach Cassiodors Worten: Erörterung von Cassiodors Selbstverständnis bezüglich der verschiedenen Stilebenen und der Intention, Formeln für seine Nachfolger zu schaffen.

3. Cassiodors politischer Werdegang: Darstellung der Laufbahn Cassiodors im Ostgotenreich und der kritischen Bewertung seiner Nähe zum Herrscherhaus.

4. Gliederung und Chronologie: Analyse der zeitlichen Strukturierung der Variae und der Anordnung der Briefe anhand der Amtszeiten und Regierungswechsel.

5. Gestaltung: Untersuchung der rhetorischen Mittel, des Aufbaus der Verwaltungsschreiben und der dahinterliegenden Absichten Cassiodors.

6. Fazit: Resümee zur Rolle der Variae als Primärquelle und kritische Reflexion des politischen Opportunismus Cassiodors.

Schlüsselwörter

Cassiodor, Variae, Ostgotenreich, Theoderich, Kanzleisprache, Rhetorik, Verwaltungsschreiben, Politische Geschichte, Spätantike, Chronologie, Digressiones, Regierungsformeln, Diplomatie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit analysiert Cassiodors Sammlung „Variae“ unter Berücksichtigung von Struktur, chronologischer Einordnung und inhaltlicher Gestaltung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themen umfassen die Verwaltungsgeschichte des Ostgotenreichs, die literarische Rhetorik der Spätantike und die politische Rolle Cassiodors.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Aufbau der Variae zu durchleuchten und die Motive hinter der Zusammenstellung der Briefe im Kontext von Cassiodors politischer Karriere zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Analyse der Variae, unter Einbeziehung von Sekundärliteratur zur historischen Einordnung und vergleichender Textbeispiele.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Chronologie, den Aufbau der Briefe, die sprachliche Gestaltung und die persönlichen Motive Cassiodors.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Cassiodor, Variae, Ostgoten, Rhetorik, Kanzleisprache und politische Propaganda.

Welchen Stellenwert nimmt Theoderich in den Variae ein?

Theoderich wird in den ersten fünf Büchern zentral als Idealbild dargestellt, um die Stabilität und Kultur des ostgotisch-römischen Reiches zu betonen.

Warum wird die „Ehrlichkeit“ bei Cassiodor kritisch hinterfragt?

Aufgrund von Cassiodors politischer Propaganda und der Vertuschung negativer Ereignisse erscheint sein Begriff von „Ehrlichkeit“ im politischen Kontext als strategisch flexibel.

Welche Bedeutung haben die sogenannten „Digressiones“?

Sie zeigen Cassiodors weite Interessen, etwa an Natur oder Technik, und bieten Raum für rhetorische Entfaltung jenseits der bloßen Verwaltungsinhalte.

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Details

Title
Cassiodors Variae
Subtitle
Gliederung, Gestaltung und Chronologie
College
LMU Munich  (Historisches Seminar / Abteilung Alte Geschichte)
Course
Cassiodor
Grade
2
Author
Rudi Loderbauer (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V87963
ISBN (eBook)
9783638039932
ISBN (Book)
9783640105137
Language
German
Tags
Cassiodors Variae Cassiodor
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rudi Loderbauer (Author), 2006, Cassiodors Variae, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87963
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