Es wird das rechtspositivistische Rechtsverständnis von Weber erklärt und hinterfragt werden. Vergleichend dazu werden die Thesen von Hans Kelsen und Gustav Radbruch herangezogen. Das Modell der Radbruchschen Formel, das in der höchstrichterlichen Rechtsprechung der Bundesrepublik Deutschland Eingang gefunden hat, wird erläutert. Es soll als Kontrast zu dem Modell Webers aufzeigen, dass trotz rechtspositivistischen Rechtsverständnisses eine moralische Legitimation der Rechtsnorm unabdingbar sein kann.
Herrschaft ist ein in der Alltagssprache oft beiläufig verwendeter Begriff. Dabei wirft dieser bei näherer Betrachtung viele Fragen auf: Warum folgen Menschen einem System, welches andere Menschen ihnen auferlegen? Welche Bedingungen müssen zum Bestand dieses Herrschaftsverhältnisses erfüllt sein? Der deutsche Soziologe und Philosoph Max Weber, welcher zu den bedeutendsten Wissenschaftlern auf dem Gebiet der Herrschaftslehre zählt, hat auf diese Fragen Antworten gegeben, die näher untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
- A Einleitung
- B Herrschaft nach Max Weber
- C Typen der Herrschaft
- D Rechtspositivismus
- I Kelsen
- II Trennung von Recht und Gerechtigkeit
- III Naturrecht
- E Moralphilosophische Rechtfertigbarkeit des Rechts
- I Nach Weber
- II Nach Gustav Radbruch
- F Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit dem rechtspositivistischen Rechtsverständnis von Max Weber. Sie analysiert seine Definition von Herrschaft und deren Legitimation. Im weiteren Verlauf werden die Thesen von Hans Kelsen und Gustav Radbruch zum Rechtspositivismus verglichen, wobei die Radbruchschen Formel als Kontrast zu Webers Modell dient. Die Arbeit untersucht, wie trotz eines rechtspositivistischen Rechtsverständnisses eine moralische Legitimation der Rechtsnorm unabdingbar sein kann.
- Definition von Herrschaft nach Max Weber
- Rechtspositivismus im Vergleich zu Weber
- Legitimität der Herrschaft
- Die Radbruchschen Formel als Kontrastmodell
- Moralische Rechtfertigung von Rechtsnormen
Zusammenfassung der Kapitel
A Einleitung
Die Einleitung stellt das Thema der Hausarbeit vor und erklärt die Relevanz des Begriffs "Herrschaft" in der Rechtsphilosophie. Sie erläutert die Forschungsfrage und den methodischen Ansatz der Arbeit.
B Herrschaft nach Max Weber
Dieses Kapitel behandelt Webers Definition von Herrschaft und deren Legitimation. Es untersucht die verschiedenen Typen der Herrschaft und die Bedeutung von Macht und Gehorsam im Kontext von Herrschaft.
D Rechtspositivismus
Dieses Kapitel analysiert die Thesen des Rechtspositivismus, insbesondere die Ansichten von Hans Kelsen und die Bedeutung der Trennung von Recht und Gerechtigkeit.
E Moralphilosophische Rechtfertigbarkeit des Rechts
Dieses Kapitel befasst sich mit der Frage, ob und wie sich das Recht moralphilosophisch rechtfertigen lässt. Es setzt Webers Theorie in Bezug zu den Ansichten von Gustav Radbruch und untersucht die Radbruchschen Formel.
Schlüsselwörter
Die Hausarbeit befasst sich mit den zentralen Themen der Rechtsphilosophie, insbesondere mit den Konzepten von Herrschaft, Legitimität, Rechtspositivismus, Naturrecht und moralischer Rechtfertigung. Sie beleuchtet die Arbeiten von Max Weber, Hans Kelsen und Gustav Radbruch, die sich intensiv mit diesen Themen auseinandergesetzt haben.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Max Webers Verständnis von Herrschaft?
Weber definiert Herrschaft als die Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden, basierend auf einem Legitimitätsglauben.
Was besagt der Rechtspositivismus?
Rechtspositivismus trennt Recht von Moral. Geltendes Recht ist demnach allein das vom Gesetzgeber gesetzte Recht, unabhängig von seiner ethischen Qualität.
Was ist die Radbruchsche Formel?
Sie besagt, dass positives Recht weichen muss, wenn es in unerträglichem Maße der Gerechtigkeit widerspricht (z. B. bei NS-Unrecht).
Wie unterscheidet sich Kelsen von Weber?
Hans Kelsen strebt eine "Reine Rechtslehre" an, die frei von soziologischen (Weber) oder moralischen Elementen ist.
Warum ist moralische Legitimation trotz Rechtspositivismus wichtig?
Die Arbeit zeigt auf, dass rein formales Recht ohne moralische Basis zur Unterdrückung führen kann und eine ethische Rückbindung für die Stabilität eines Rechtsstaats nötig ist.
- Arbeit zitieren
- Vincent Hofmann (Autor:in), 2016, Das rechtspositivistische Rechtsverständnis von Weber in Bezug auf die Thesen von Hans Kelsen und Gustav Radbruch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/882469