Kurzbeschreibung - Der Finanzsektor Chinas befindet sich momentan im Umbruch. Chinas Beitritt zur Welthandelsorganisation im Jahr 2001 und die dadurch weiter vorangetriebene Öffnung des Bankenmarktes sowie das seit Jahren hohe Wirtschaftswachstum bleiben nicht ohne Einfluss auf die Attraktivität Chinas aus Sicht westeuropäischer Banken. Mit dieser Arbeit sollen deshalb das Potenzial des chinesischen Marktes und mögliche Eintrittsstrategien westeuropäischer Institute und Finanzdienstleister näher betrachtet werden.
Dazu werden im ersten Teil mittels der Analyse der Rahmenbedingungen und eines Chancen- und Risikoprofils die Marktpotenziale bestimmt. Da Eintrittsstrategien durch Marktpotenziale determiniert werden, erfolgt die Erläuterung der möglichen Eintrittsstrategien im zweiten Schritt. Diese Arbeit ist einerseits auf die relevanten Aspekte aus Sicht der Bankenbranche und andererseits auf das chinesische Festland fokussiert. Zur Veranschaulichung der Analyseergebnisse dient das Fallbeispiel BNP Paribas. Abschließend werden ein Fazit sowie ein Marktausblick formuliert.
Über den Autor - Udo Rauber hat seine Ausbildung zum Bankkaufmann als Landesbester beendet und ist derzeit im Inhouse Consulting einer deutschen Großbank tätig. Sein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit den Vertiefungsfächern Außenhandel und Internationales Management, Bankbetriebslehre sowie Organisation und Personalmanagement schloss er an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken als Diplom-Kaufmann mit Prädikat ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffliche Abgrenzungen
2.1. Marktpotenziale
2.2. Eintrittsstrategien
3. Marktpotenziale
3.1. Rahmenbedingungen des chinesischen Marktes
3.1.1. Globale Rahmenbedingungen
3.1.1.1. Ökonomische Faktoren
3.1.1.2. Politisch-rechtliche Faktoren
3.1.1.3. Soziokulturelle Faktoren
3.1.1.4. Geografische Faktoren
3.1.2. Branchenspezifische Faktoren und Wettbewerb
3.1.2.1. Der chinesische Bankenmarkt – Struktur, Entwicklungen und Player
3.1.2.2. Kundensegmente und Produkt-/Leistungsangebot
3.1.3. Unternehmensspezifische Rahmenbedingungen
3.2. Chancen- und Risikoprofil des chinesischen Bankenmarktes
4. Markteintrittsstrategien
4.1. Wahl der Betätigungsform
4.1.1. Gliederungssystematik
4.1.2. Wertschöpfungsform
4.1.2.1. Export
4.1.2.2. Ressourcentransfer in Form von Lizenzierung oder Franchising
4.1.2.3. Auslandsrepräsentanz
4.1.3. Eigentumsformen
4.1.3.1. Markttransaktion
4.1.3.2. Kooperative Formen
4.1.3.2.1. Joint Venture
4.1.3.2.2. Vertragliche Kooperation
4.1.3.2.3. Fusion
4.1.3.3. Tochtergesellschaft
4.1.4. Ansiedlungsform
4.2. Wahl des Markteintrittszeitpunktes (Timingstrategie)
4.2.1. Grundlagen
4.2.2. Länderspezifische Timingstrategie
4.2.3. Länderübergreifende Timingstrategie
4.3. Markt- und Standortwahl
4.4. Mustereintrittsstrategien in den chinesischen Bankensektor
5. Fallbeispiel BNP Paribas
5.1. Überblick
5.2. Unternehmensspezifische Rahmenbedingungen
5.2.1. Ziele und Unternehmensstrategie
5.2.2. Unternehmensstruktur und Produkt-/Leistungsprogramm
5.3. Entwicklung des Marktengagements der BNP Paribas in China
5.3.1. Wahl der Betätigungsform
5.3.2. Wahl des Markteintrittszeitpunktes
5.3.3. Wahl der Standorte
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Marktpotenzial Chinas für westeuropäische Banken und analysiert, welche Strategien für den Markteintritt in den chinesischen Bankensektor erfolgversprechend sind. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie internationale Finanzdienstleister angesichts komplexer regulatorischer Rahmenbedingungen und spezifischer kultureller Gegebenheiten erfolgreich in China agieren können.
- Analyse der globalen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen des chinesischen Finanzmarktes.
- Untersuchung von Marktattraktivität und spezifischen Markteintrittsbarrieren.
- Bewertung verschiedener Markteintrittsstrategien wie Joint Ventures, Tochtergesellschaften und Kooperationen.
- Analyse der Rolle von Timing-Strategien und Standortwahl im chinesischen Bankenkontext.
- Praktische Illustration der Strategieentwicklung anhand des Fallbeispiels BNP Paribas.
Auszug aus dem Buch
3.1.1.1. Ökonomische Faktoren
China liegt mit einem BIP von 2.627 Mrd. USD 2006 auf Platz vier der weltweit größten Wirtschaftsnationen und damit nur knapp hinter dem drittplatzierten Deutschland, das von China wahrscheinlich im Jahr 2008 überholt werden wird (Bfai 2007a, S. 2). Die von China seit Ende der 70er Jahre betriebene Öffnungs- und Reformpolitik, die auf einer schrittweisen Öffnung des Finanzsektors und dem Anziehen ausländischer Direktinvestitionen basiert, hat dieses enorme Wachstum erst ermöglicht (Bfai 2007h, S. 1).
„Der außenwirtschaftliche Öffnungsgrad des Landes, gemessen am Anteil der Ex- und Importe am BIP, hat sich von 1990 und 2005 von 27% auf 69% erhöht“ (KfW Bankengruppe 2007, S. 2). Der Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO) hat 2001 zu einem besonders starken Anstieg geführt (Sparks 2007). Nach Deutschland und den USA ist China die weltweit drittgrößte Exportnation. Früher nur als „Werkbank der Welt“ (KfW Bankengruppe 2007, S. 4) bekannt, ist China heute ist zu einem weltweit wichtigen Absatzmarkt geworden. Marktwirtschaftliche Ordnungsprinzipien haben im Zuge der Transformation des Wirtschaftssystems Berücksichtigung gefunden. Der Staat behält sich jedoch vor, bestimmte Schlüsselsektoren zu kontrollieren und in das Marktgeschehen einzugreifen (Bfai 2007h).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Arbeit beleuchtet das Potenzial des chinesischen Marktes und die Eintrittsstrategien für westeuropäische Banken unter Berücksichtigung des regulatorischen Umbruchs.
2. Begriffliche Abgrenzungen: Die Arbeit definiert zentrale Begriffe wie Marktpotenziale und Markteintrittsstrategien, um das theoretische Fundament für die weitere Analyse zu legen.
3. Marktpotenziale: In diesem Kapitel werden die globalen Rahmenbedingungen sowie branchenspezifische Faktoren analysiert, um das Chancen- und Risikoprofil des chinesischen Marktes zu bewerten.
4. Markteintrittsstrategien: Es werden verschiedene Dimensionen der Betätigungsform, wie Eigentums- und Wertschöpfungsformen, sowie Timing- und Standortstrategien detailliert erörtert.
5. Fallbeispiel BNP Paribas: Anhand des Fallbeispiels der BNP Paribas wird die praktische Umsetzung von Markteintrittsstrategien im chinesischen Bankensektor veranschaulicht.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und betont, dass Flexibilität in einem sich dynamisch wandelnden regulatorischen Umfeld der entscheidende Erfolgsfaktor bleibt.
Schlüsselwörter
China, Bankensektor, Markteintrittsstrategie, Marktpotenzial, BNP Paribas, Retail Banking, WTO-Beitritt, Auslandsinvestitionen, Finanzdienstleistungen, Joint Venture, Wirtschaftswachstum, regulatorische Rahmenbedingungen, Wettbewerb, Strategisches Marketing, Bankenmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Marktpotenzial Chinas für westeuropäische Banken und evaluiert, welche Eintrittsstrategien für den chinesischen Finanzmarkt am effektivsten sind.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert auf ökonomische, politische und soziokulturelle Rahmenbedingungen, Wettbewerbsfaktoren im Bankensektor sowie die strategische Wahl von Betätigungsformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Marktumfeld in China zu schaffen und Strategien aufzuzeigen, wie westliche Institute erfolgreich in diesen Wachstumsmarkt eintreten können.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es werden eine theoretische Analyse der Rahmenbedingungen vorgenommen sowie ein konkretes Fallbeispiel (BNP Paribas) qualitativ untersucht.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung des Marktpotenzials, die detaillierte Darstellung von Eintrittsstrategien (z.B. Kooperationen) und deren Anwendung in einem Fallbeispiel.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Schlüsselbegriffe wie Marktpotenziale, Markteintrittsstrategien, Finanzsektor China, Kooperationen und strategische Flexibilität prägen den Inhalt der Arbeit.
Welche Bedeutung kommt dem Fallbeispiel BNP Paribas zu?
Die BNP Paribas dient als anschauliches Beispiel, um den Markteintritt und die Entwicklung eines europäischen Finanzinstituts in einem komplexen regulatorischen Umfeld praktisch nachzuvollziehen.
Warum ist das chinesische Marktumfeld für Banken besonders anspruchsvoll?
Das Umfeld ist geprägt durch komplexe staatliche Regulierungen, einen kulturell geprägten Kommunikationsstil (guanxi) und eine starke Dominanz einheimischer Staatsbanken, die ausländische Akteure vor hohe Eintrittsbarrieren stellen.
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- Udo Rauber (Author), 2008, Marktpotenziale von China und Eintrittsstrategien in den chinesischen Markt aus Sicht westeuropäischer Banken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88442