Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Das Phänomen der männlichen Eifersucht bei Max Frisch

Titel: Das Phänomen der männlichen Eifersucht bei Max Frisch

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2001 , 34 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Dagmar Wallkusch (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Phänomen der Eifersucht im Bereich zwischen Mann und Frau spielt in nahezu allen Werken von Max Frisch eine Rolle. Er selbst definiert die "Eifersucht als Angst vor dem Vergleich" , d.h. als Angst vor dem Gefühl des Mangels und des Ungenügens, denn der Eifersüchtige ist immer "ein Mohr, also ein Mensch aus verachteter Rasse" .
Diese Arbeit soll der Frage nachgehen, wie es zum Gefühl der Eifersucht kommt und welche Reaktionen diese bei den Betroffenen auslöst. Dabei wird zu überprüfen sein, ob die in den Werken vorgenommene Typisierung der Männer- und Frauenfiguren, den Ausbruch der Eifersucht und deren Umgang beeinflusst. Ein wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang wird die Selbsteinschätzung des Mannes sowie das Bild, welches er sich von der Frau macht, sein.

Es schien ratsam, zunächst die Eifersucht in der Biographie von Max Frisch darzustellen, da sie die Grundlage für die Literarisierung in seinen Werken bildet. Nicht nur der Roman "Mein Name sei Gantenbein" gilt als Reaktion auf die Beziehung mit Ingeborg Bachmann, sondern auch in anderen Werken fällt auf, dass Frisch oftmals Äußerungen seiner Lebensgefährtinnen den weiblichen Romanfiguren in den Mund legt. Doch auch seine eigenen, im Privatleben getätigten, Aussagen finden sich in seinen literarischen Werken wieder. Ferner soll aufgezeigt werden, inwiefern Parallelen zwischen den untersuchten Werken und Frischs jeweiliger Beziehungssituation ersichtlich sind. Als Grundlage für die Beschreibung der "Eifersucht im Leben von Max Frisch" dienten das "Tagebuch 1946-1949", die Monographie von Volker Hage , die Biographie von Lioba Waleczek sowie die Erzählung "Montauk" .
Anschließend wird die Eifersucht anhand der Romane "Stiller" , "Mein Name sei Gantenbein" und der Erzählung "Blaubart" näher beleuchtet.
Die Grundlage für die Beschreibung der Daseinsentwürfe der Figuren bildeten die Werke von Iris Block , Doris Fulda Merrifield und Ursula Haupt .
Im Anschluss soll aufgezeigt werden, wie sich Frischs Einstellung zur Eifersucht mit zunehmendem Alter, erkennbar an der Reaktion seiner männlichen Protagonisten in der Chronologie seiner Spätwerke, verändert und wie die Frauenfiguren der Werke auf die Eifersucht der männlichen Protagonisten reagieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Eifersucht im Leben von Max Frisch und die Parallelen in seinen Werken

3. Aspekte der Männer- und Frauenbilder in den Werken

3.1 Männerbilder

3.1.1 Die selbstbewussten Männer

3.1.2 Die an sich selbst zweifelnden Männer

3.2 Frauenbilder

3.2.1 Die komplizierten Frauen

3.2.2 Die komplizierten und mädchenhaften Frauen

4. Wie kommt es zur Eifersucht?

4.1 Fazit

5. Umgang mit der Eifersucht

5.1 Fazit

6. Einstellung der Protagonisten zur Eifersucht

7. Die Reaktionen der Ehefrauen auf die Eifersucht der Ehemänner

7.1 Fazit

8. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Eifersucht in den Romanen von Max Frisch und analysiert, wie die spezifische Typisierung von Männer- und Frauenfiguren sowie die Selbsteinschätzung des Mannes den Ausbruch und die Bewältigung dieser Emotion beeinflussen.

  • Die Darstellung von Eifersucht in der Biographie und den Werken von Max Frisch.
  • Differenzierung zwischen selbstbewussten und an sich selbst zweifelnden Männer-Protagonisten.
  • Die Rolle der Frauenbilder als Projektionsfläche männlicher Ängste.
  • Untersuchung der psychologischen Dynamiken und Reaktionen innerhalb von Eheverträgen und Liebesbeziehungen.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Die selbstbewussten Männer

Der Staatsanwalt Rolf, ein immer sehr beherrschter, immer überlegener und anerkanntermaßen kühler Kopf, ein Mann der Tat, wie er auch genannt wird, lebt nach seiner eigenen Theorie von freiheitlicher, gleichberechtigter Ehe, um der Monotonie einer langfristigen Beziehung entgegenzuwirken. Er verbittet sich die Eifersucht seiner Partnerin auf die Rendezvous mit anderen Damen während seiner Geschäftsreisen, gesteht ihr jedoch die gleichen sexuellen Freiheiten zu. Sein Selbstvertrauen ist so ausgeprägt, dass er glaubt, Sibylle würde ihn niemals für einen anderen Mann verlassen.

Rolf ist ein selbstgerechter Mann, der seine Partnerin unterwirft und sich eigentlich nie entschuldigt. Er ist bürgerlich, rational und seiner Frau gegenüber zurückhaltend. Dazu ist er stets äußerlich gefasst und zu keinerlei Äußerung seiner Emotionen bereit.

Erst als Rolf erfährt, dass seine Ehefrau ihn mit einem anderen Mann betrügt, den sie genauso liebt wie ihn selbst, wird er durch die Qual der Eifersucht an seine eigenen Grenzen gestoßen und erkennt sich in seinem Leid und seiner Sentimentalität kaum wieder. Plötzlich begreift er „seine Unfähigkeit, eine Frau zu lieben, wenn er nicht ihr Götze war, zu lieben ohne Anspruch auf Dank, auf Rücksicht und Bewunderung und so weiter.“ und somit seine eigene Unfähigkeit, nach der von ihm selbst entworfenen Ehetheorie zu leben, sobald nicht er, sondern Sibylle sich die von ihm gepredigten Freiheiten nimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage bezüglich der Entstehung von Eifersucht in den Werken Max Frischs.

2. Die Eifersucht im Leben von Max Frisch und die Parallelen in seinen Werken: Darstellung der biografischen Grundlagen Frischs und deren literarische Verarbeitung.

3. Aspekte der Männer- und Frauenbilder in den Werken: Typisierung der Romanfiguren in selbstbewusste oder zweifelnde Männer sowie komplizierte oder mädchenhafte Frauen.

4. Wie kommt es zur Eifersucht?: Analyse der vertraglichen Basis in der Liebe als Voraussetzung für Verrat und Eifersucht.

5. Umgang mit der Eifersucht: Untersuchung der verschiedenen Reaktionen und Bewältigungsstrategien der Protagonisten.

6. Einstellung der Protagonisten zur Eifersucht: Rückblick auf die Entwicklung der Eifersuchtsthematik im Spätwerk.

7. Die Reaktionen der Ehefrauen auf die Eifersucht der Ehemänner: Betrachtung der weiblichen Sichtweise und deren Reaktion auf männliche Eifersucht.

8. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Eifersucht als Resultat aus Selbsteinschätzung und Rollenzuweisung.

Schlüsselwörter

Max Frisch, Eifersucht, Männerbilder, Frauenbilder, Identität, Liebesbeziehung, Verrat, Selbstwertgefühl, Rollenzuweisung, Projektion, Stiller, Mein Name sei Gantenbein, Blaubart.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der männlichen Eifersucht in zentralen Werken von Max Frisch und beleuchtet die psychologischen Hintergründe der Protagonisten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören das Bild des Mannes, die Konstruktion von Weiblichkeit, die Dynamik von Verträgen in der Liebe sowie der Umgang mit persönlicher Begrenztheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu erklären, wie es zur Eifersucht kommt, welche Reaktionen sie auslöst und welchen Einfluss die Rollenbilder der Figuren darauf haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die biographische Aspekte von Max Frisch mit einer tiefgehenden textimmanenten Untersuchung seiner Romane verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Männertypen (selbstbewusst vs. zweifelnd), die Charakterisierung der Frauen, der "Liebesvertrag" als Ursache und die spezifischen Bewältigungsmechanismen der Protagonisten detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Eifersucht, Identität, Projektion, Liebesbeziehung und die spezifischen Romanfiguren von Frisch charakterisieren.

Warum wählt die Figur des Theo Gantenbein die Rolle des Blinden?

Gantenbein wählt diese Rolle, um sich dem Zwang zu eifersüchtigen Reaktionen zu entziehen und eine harmonische Beziehung zu ermöglichen, ohne die tatsächlichen oder vermuteten Seitensprünge der Partnerin konfrontieren zu müssen.

Wie unterscheidet sich die Eifersucht bei Rolf von der bei Felix Schaad?

Rolf ist ein zunächst selbstbewusster Charakter, der erst bei konkretem Verrat von Eifersucht ergriffen wird, während Felix Schaad unter einer krankhaften, grundlegenden Verlustangst leidet, die zu Verfolgungswahn führt.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Phänomen der männlichen Eifersucht bei Max Frisch
Hochschule
Universität Hamburg  (Literaturwissenschaftliches Seminar)
Veranstaltung
Seminar II: Max Frischs Romane
Note
1,7
Autor
Dagmar Wallkusch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
34
Katalognummer
V8849
ISBN (eBook)
9783638157117
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Phänomen Eifersucht Frisch Seminar Frischs Romane
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dagmar Wallkusch (Autor:in), 2001, Das Phänomen der männlichen Eifersucht bei Max Frisch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8849
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  34  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum