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Qualitätsentwicklung im Betreuungswesen

Elemente einer Qualitätsdiskussion im Bereich der rechtlichen Betreuungen

Title: Qualitätsentwicklung im Betreuungswesen

Term Paper , 2007 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Rainer Ulrich (Author)

Social Work
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Rund 1 Million Menschen in Deutschland sind derzeit auf Betreuung angewiesen – ihnen stehen rund 10.000 Betreuer/-innen zur Verfügung. Und der Bedarf steigt. Denn: Das durchschnittliche Alter wächst, Familienstrukturen lösen sich auf und soziale Einrichtungen können aufgrund finanzieller Einschränkungen weniger leisten. Rechtliche Betreuung ist demnach aus dem sozialen Sicherungssystem und Versorgungssystem nicht mehr wegzudenken.

„An der Qualitätsdiskussion im Betreuungswesen kommt niemand mehr vorbei“ – so formulieren viele die mit dem Qualitätsbegriff ausgelösten Debatten und Aktivitäten in der sozialen Arbeit und ihre Auswirkungen auf die Betreuungsarbeit. Bei Betrachtung des mittlerweile erreichten Standes der Diskussion, muss man jedoch konstatieren, dass die Akteure im Bereich der gesetzlichen Betreuung sich gegenüber den Qualitätsdebatten, die in anderen Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit intensiviert wurden, über eine lange Zeit sehr zurückhaltend verhalten haben.

Damit soll nicht gesagt sein, dass es zur Qualität in der gesetzlichen Betreuung gar keine Beiträge gegeben hätte, jedoch war die Qualitätsdebatte hier im Vergleich zu anderen Arbeitsfeldern nicht besonders ausgeprägt. In vielen Beiträgen war sie auf die interpretative Verarbeitung des gesetzlichen Rahmens begrenzt und insbesondere sind hier wenig methodische Vorschläge aus dem Qualitätsmanagement in der sozialen Arbeitaufgenommen worden.

Ein Grund dafür mag in der andersartigen Artikulation des Qualitätsthemas innerhalb der rechtlichen Grundlagen der Arbeitsfelder liegen.Anders als die anderen Bereiche der sozialen Arbeit, deren Handlungsfelder in den einzelnen Büchern des Sozialgesetzbuches (SGB) verankert sind und für die in den entsprechenden Regelungen des SGB Anforderungen in Richtung „Qualitätssicherung“, „Qualitätsüberprüfung“ oder “Qualitätsentwicklung“ ausdrücklich genannt werden, fand das Qualitätsthema in den gesetzlichen Regelungen für die Betreuungsarbeit keinen ausdrücklichen Niederschlag.

Diese Arbeit soll Elemente der Qualitätsdiskussion darstellen, insbesondere möchte ich das Element „Praxisnahe Evaluation“ als Bestandteil von Qualitätsentwicklung in der Betreuungsarbeit näher betrachten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Einleitung: Qualitätsdiskussion im Betreuungswesen

2. Qualitätsmaßstäbe

2.1 Qualitätsmaßstäbe im Betreuungsrecht selbst

2.2 Qualität - eine Frage der richtigen Einstellung?

2.3 Qualität durch Ausbildung

2.4 Qualitätsentwicklung im Sozial- u. Gesundheitswesen

2.5 Qualitätsnormen in Anlehnung an DIN ISO 9000

3. Qualitätsnachweis durch Qualitätsregister

3.1 Qualitätsanforderungen aus dem Berufsbild der Berufsverbände

3.2 Qualitätsregister

4. Praxisnahe Evaluation

4.1 Bedeutung von Evaluation bei Prozess- u. Ergebnisqualität

4.2 Erarbeitung einer auf Evaluationsprozesse basierenden Methode

4.3 Qualitätskriterien für die Arbeit als rechtlicher Betreuer

5. Beispielhafte Indikatoren und Prüfinstrumente für die Bewertung der Arbeit anhand ausgewählter Qualitätskriterien

5.1 Kriterium Strukturqualität am Beispiel „Dokumentation“

5.2 Kriterium Prozessqualität am Beispiel „Betreuungsplanung“

5.3 Kriterium Ergebnisqualität am Beispiel „Zufriedenheit des Betreuten“

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Notwendigkeit und Umsetzung von Qualitätsentwicklungsmaßnahmen im Bereich der rechtlichen Betreuung. Ziel ist es, über eine bloße strukturorientierte Betrachtung hinaus, methodische Ansätze zur Evaluation von Prozess- und Ergebnisqualität aufzuzeigen, um die fachliche Betreuungsarbeit systematisch weiterzuentwickeln.

  • Qualitätsdiskussion im Betreuungswesen
  • Vergleich von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität
  • Einsatz von Qualitätsregistern als Instrument
  • Praxisnahe Evaluationsmethoden in der Betreuung
  • Entwicklung konkreter Indikatoren und Prüfinstrumente

Auszug aus dem Buch

4.1 Bedeutung von Evaluation bei Prozess- u. Ergebnisqualität

Zur Debatte steht also die Frage, in welcher Weise im Arbeitsfeld der gesetzlichen Betreuung, zusätzlich zur „Strukturqualität“, die Elemente „Prozessqualität“ und „Ergebnisqualität“ bearbeitet werden können. Dabei wird man sich stärker evaluativen Verfahrensweisen öffnen müssen, und zwar aus zwei Gründen: Zum einen bewegt man sich bei Prozess- und Ergebnisqualität in thematischen Feldern, die sich nicht so sehr in der Logik von Verfahrensstandardisierungen steuern lassen, sondern der Reflexion aufgrund von systematischer Auswertung bedürfen.

Wenn es um Fragen des zielorientierten Handelns, der methodischen Ausrichtung der Betreuung an den „Selbsthilfepotenzialen“ des Betreuten, der produktiven Bearbeitung von Konflikten im Betreuungsprozess und ähnlichen, also um den Kern der Beratungs- und Betreuungsvorgänge geht, kann Qualitätsentwicklung nur dann gelingen, wenn ein methodisch angeleiteter, auf der Grundlage vorheriger Erhebungen erfolgender Reflexionsprozess gestaltet werden kann.

Zum anderen steht die Bearbeitung der Ebenen von Prozess- und Ergebnisqualität in dem gerade geäußerten Sinnen im Zusammenhang mit organisierter Reflexion und interaktiv organisierter Weiterentwicklung des Handelns. In dieser Form vollzieht sich Qualitätsentwicklung als Impuls zur Reflexion in Organisationen. Damit Bewertungen in Organisationen stattfinden können, bedarf es eines etwas systematischer aufgearbeiteten „Erfahrungsschatzes“ im Hinblick auf das, was man tut, und dies geschieht mit Hilfe von evaluativen Methoden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der rechtlichen Betreuung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und stellt den bisherigen Mangel an systematischen Qualitätsdebatten im Bereich der rechtlichen Betreuung fest.

2. Qualitätsmaßstäbe: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene Ansätze zur Definition von Qualität, von gesetzlichen Grundlagen über persönliche Tugenden des Betreuers bis hin zu Ansätzen aus anderen sozialen Dienstleistungsbereichen und DIN-Normen.

3. Qualitätsnachweis durch Qualitätsregister: Hier werden die Versuche der Berufsverbände analysiert, durch Berufsbilder und ein "Qualitätsregister" den Nachweis professioneller Standards zu führen, wobei die Begrenztheit auf Strukturqualität kritisch hinterfragt wird.

4. Praxisnahe Evaluation: Dieses Kapitel führt die methodische Notwendigkeit ein, über reine Strukturkriterien hinauszugehen und evaluative Verfahren für Prozess- und Ergebnisqualität direkt in die tägliche Arbeit zu integrieren.

5. Beispielhafte Indikatoren und Prüfinstrumente für die Bewertung der Arbeit anhand ausgewählter Qualitätskriterien: Dieses Kapitel bietet konkrete Anwendungsbeispiele für die drei Qualitätsbereiche, etwa durch Dokumentationssysteme, Betreuungsplanung und Klientenbefragungen.

Schlüsselwörter

Qualitätsentwicklung, rechtliche Betreuung, Evaluation, Strukturqualität, Prozessqualität, Ergebnisqualität, Betreuungsrecht, Qualitätsregister, Berufsverbände, Fallreflexion, Betreuungsplanung, Sozialarbeit, Professionalisierung, Qualitätsmanagement, Indikatoren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Etablierung einer Qualitätsdiskussion im Bereich der rechtlichen Betreuung, da dieses Arbeitsfeld lange Zeit keine expliziten Verfahren zur systematischen Qualitätsbewertung aufwies.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die Differenzierung zwischen Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität sowie die kritische Auseinandersetzung mit existierenden Instrumenten wie dem Qualitätsregister.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, darzulegen, wie Betreuer durch eine praxisnahe Evaluation ihrer Arbeit eine höhere Qualität erreichen können, die über formale Mindeststandards hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung des Fachdiskurses und leitet daraus ein methodisch strukturiertes Modell zur Eigenreflexion und Evaluation für Einzelbetreuer ab.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Entwicklung von konkreten Qualitätskriterien und der Konstruktion von Prüfinstrumenten, um die Qualität in der täglichen Betreuungsarbeit messbar und nachvollziehbar zu machen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Qualitätsentwicklung, rechtliche Betreuung, Evaluation, Prozessqualität und Fallreflexion sind die prägenden Begriffe.

Warum wird das "Qualitätsregister" des BdB im Text kritisch hinterfragt?

Der Autor kritisiert, dass das Register sich fast ausschließlich auf die Strukturqualität (formale Qualifikation) beschränkt und den Anschein umfassender Qualität vermittelt, ohne die eigentliche Prozess- und Ergebnisqualität der Betreuung zu bewerten.

Was versteht der Autor unter "praxisnaher Evaluation"?

Es handelt sich um ein Verfahren, bei dem Betreuer ihre Arbeit anhand vorab definierter, bedeutsamer Qualitätskriterien und konkreter Indikatoren methodisch reflektieren, um Lernprozesse anzustoßen.

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Details

Title
Qualitätsentwicklung im Betreuungswesen
Subtitle
Elemente einer Qualitätsdiskussion im Bereich der rechtlichen Betreuungen
College
Catholic University for Applied Sciences Berlin
Course
Analyse und Entwicklungsmöglichkeit in einer sozialen Organisation
Grade
1,3
Author
Rainer Ulrich (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V88988
ISBN (eBook)
9783638069977
ISBN (Book)
9783640100125
Language
German
Tags
Qualitätsentwicklung Betreuungswesen Analyse Entwicklungsmöglichkeit Organisation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rainer Ulrich (Author), 2007, Qualitätsentwicklung im Betreuungswesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88988
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