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Das Buch Hiob in der hebräischen Bibel. Hiob und das Hiobproblem im Judentum, Christentum und Islam.

Titel: Das Buch Hiob in der hebräischen Bibel. Hiob und das Hiobproblem im Judentum, Christentum und Islam.

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 30 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Stefan Grzesikowski (Autor:in), Stefanie Müller (Autor:in)

Theologie - Biblische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie neben vielen anderen auch Ebach feststellt, ist Hiob in der Literatur- und Kunstgeschichte eine der am stärksten rezipierten biblischen Figuren. Das ohnehin schon recht große Interesse von Künstlern an dieser durch Gottesfürchtigkeit im Leiden, aber auch durch Auflehnung gegen einen vermeintlich ungerechten Gott gekennzeichnete Figur wurde im 20. Jahrhundert durch die Shoah nochmals gesteigert. So identifizierte etwa Nelly Sachs in ihrer Dichtung das Leiden Hiobs mit dem des jüdischen Volkes. Auch Susman tat dies in ihrem berühmtesten Werk. Daneben wären auch Wolfskehl, Kolitz, MacLeish und viele weitere zu nennen. Das im Hiob-Buch geschilderte Problem hat aber naturgemäß auch besonders die Theologie und auch die Philosophie seit jeher beschäftigt. Exegeten streiten bis heute um die richtige Deutung des Buches, so es etwas wie ‚richtige Deutungen’ denn geben mag. Die im europäischen Raum durch Leibniz aufgeworfene Theodizee wird oft mit dem biblischen Hiob in Verbindung gebracht. Und auch namhafte Persönlichkeiten, die von Hause aus nicht primär mit dem Bibelstudium beschäftigt waren, reizte das Buch Hiob, so etwa C.G. Jung oder Ernst Bloch.
Grund genug also, das Buch Hiob näher zu betrachten und dies, trotz sich auch anbietender Interdisziplinarität, vorerst zur Wahrung einer gewissen Übersicht aus möglichst religionswissenschaftlicher Perspektive. Der Titel der Arbeit scheint dabei vielleicht ein wenig vermessen, da sich Heerscharen von Forschern seit Jahrhunderten mit einzelnen im Titel angedeuteten Aspekten der Problematik beschäftigten. Trotzdem erscheint nur ein solch breiter Ansatz dem Hiobbuch und seiner Bedeutung gerecht zu werden. Einem solch schwierigen Versuch der differenzierten Zusammenschau sollte natürlich eine möglichst klare Strukturierung vorausgehen. So soll in einem ersten Schritt anhand der Darstellungen in der hebräischen Bibel die Grundlage für weitere Betrachtungen gelegt werden. Da sich das ‚Beispiel Hiobs’, wie Kermani es formuliert, durch die Geschichte von allen drei großen monotheistischen Religionen zieht, muss Hiob und das Hiob-Problem nachfolgend auch aus der Sicht des Judentums, des Christentums und des Islams diskutiert werden, um dann eventuelle Gemeinsamkeiten und vielleicht auch markante Unterschiede aufzeigen zu können.

Leseprobe


Struktur der Arbeit

1. Einleitende Bemerkungen

2. Das Hiob-Buch in der hebräischen Bibel

2.1. Aufbau des Buches Hiob

2.2. Hiob-Figur vs. Hiob-Problem

2.2.1. Zur Deutung der Hiob-Figur

2.2.2. Zum Hiob-Problem

2.3. Der Zusammenbruch des Tun-Ergehen-Zusammenhangs

3. Hiob in den drei großen Offenbarungsreligionen

3.1. Hiob im Verständnis des Judentums

3.1.1. Allgemein

3.1.2. Die Abstammung Hiobs

3.1.3. Der Bedeutungswandel Hiobs

3.2. Hiob im Verständnis des Christentums

3.2.1. Hiob aus Sicht der Kirchenväter

3.2.2. Hiobs Rolle in der christlichen Liturgie

3.3. Hiob im Verständnis des Islam

4. Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Buch Hiob aus einer religionswissenschaftlichen Perspektive zu betrachten und den Umgang mit Hiob sowie dem Hiob-Problem in Judentum, Christentum und Islam zu analysieren, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Interpretation aufzuzeigen.

  • Analyse des literarischen Aufbaus und der Schichten des Hiob-Buches.
  • Unterscheidung zwischen der Hiob-Figur und dem Hiob-Problem als theologischem Grundproblem.
  • Darstellung der unterschiedlichen Rezeptionsgeschichte in den drei Offenbarungsreligionen.
  • Untersuchung des Tun-Ergehen-Zusammenhangs und dessen Infragestellung durch das Leiden des Gerechten.

Auszug aus dem Buch

2.2. Hiob-Figur vs. Hiob-Problem

Viele Autoren, unter ihnen wäre etwa Ebach besonders hervorzuheben, unterscheiden in der Behandlung des Buches Hiob das sogenannte Hiob-Problem von der Hiob-Figur, bzw. dem konkreten Fall Hiob. Dabei meint das Hiob-Problem die im Buch Hiob aufgeworfene allgemeine und immergültige Frage nach dem Grund für das Leid in der Welt, die als theologische Frage natürlich auch immer fragt, wie dieses Leid angesichts eines allwissenden, allmächtigen und gütigen Gottes möglich ist. An der Hiob-Figur und seiner speziellen Geschichte wird das Hiob-Problem nun diskutiert. Dies kann nun dazu führen, dass eine Schwerpunktlegung auf den Fall der vermeintlich historischen Figur stattfindet oder aber ausschließlich auf der Ebene des diskutierten Problems diskutiert wird, was nach Ebach, einem Verfechter der holistischen Betrachtungsweise, dem Hiob-Buch jeweils nicht gerecht würde, da das Hiobbuch weder ausschließlich ein theoretisches Traktat, noch ausschließlich Ausdruck subjektiv empfundenen Leids ist, sondern eben deren Kombination und Konzentration im Buche Hiob. Eine umfassende Interpretation des Buches Hiob sollte also sowohl das existenzielle Problem, also den konkret dargestellten Fall Hiob, als auch das Hiob-Problem als Problem der Lehre berücksichtigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Bemerkungen: Einführung in die enorme literarische und theologische Bedeutung der Figur Hiob sowie Darlegung der methodischen Vorgehensweise.

2. Das Hiob-Buch in der hebräischen Bibel: Analyse der komplexen Textstruktur, der Unterscheidung zwischen Rahmen und Dichtung sowie der theologischen Kernproblematik.

3. Hiob in den drei großen Offenbarungsreligionen: Detaillierte Untersuchung, wie Judentum, Christentum und Islam Hiob jeweils als Figur und Symbol für ihre spezifischen theologischen Bedürfnisse adaptieren.

4. Abschließende Bemerkungen: Fazit über die trotz unterschiedlicher Traditionen ähnlichen, aber dennoch in der Gewichtung divergierenden Interpretationsmuster der drei Religionen.

Schlüsselwörter

Hiob, Hiob-Problem, Hiob-Figur, Tun-Ergehen-Zusammenhang, Theodizee, Judentum, Christentum, Islam, Leid, Gerechtigkeit, Religion, Religionswissenschaft, Exegese, biblische Figuren, Offenbarungsreligionen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Figur des Hiob in der hebräischen Bibel und untersucht, wie die drei großen Offenbarungsreligionen mit dieser Figur und der damit verbundenen Theodizee-Problematik umgehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die literarische Struktur des Hiob-Buches, die Unterscheidung zwischen der leidenden Figur und dem allgemeinen Hiob-Problem sowie die konfessionelle Rezeptionsgeschichte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine religionswissenschaftliche Zusammenschau, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Verarbeitung des Leidensmotivs in Judentum, Christentum und Islam herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine religionswissenschaftliche Perspektive und einen holistischen Ansatz, um das Buch Hiob als Komposition und nicht bloß als Sammlung disparater Teile zu verstehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Aufbau des Buches, diskutiert das Hiob-Problem im Vergleich zur Hiob-Figur und erläutert die spezifischen Perspektiven der drei Religionen auf Hiob.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hiob-Problem, Theodizee, Tun-Ergehen-Zusammenhang, Offenbarungsreligionen und Leid charakterisiert.

Warum spielt die Figur Hiob im Judentum heute eine andere Rolle als früher?

Durch die rabbinische Tradition wurde Hiob sukzessive von einem Vorbild zu einer kritisch betrachteten Figur gewandelt, besonders im Vergleich zum Erzvater Abraham, was seine liturgische Bedeutung schmälerte.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise des Islam von der biblischen Darstellung?

Im Islam wird Hiob fast ausschließlich als reiner, standhafter Dulder dargestellt; die im biblischen Text enthaltenen kritischen Klagen gegen Gott fehlen, da diese mit dem islamischen Gottesverständnis kaum vereinbar sind.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Buch Hiob in der hebräischen Bibel. Hiob und das Hiobproblem im Judentum, Christentum und Islam.
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Religionswissenschaft)
Note
1,0
Autoren
Stefan Grzesikowski (Autor:in), Stefanie Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
30
Katalognummer
V89037
ISBN (eBook)
9783638025270
ISBN (Buch)
9783638921848
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Buch Bibel Umgang Hiobproblem Offenbarungsreligionen Judentum Christentum Islam Exegese
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefan Grzesikowski (Autor:in), Stefanie Müller (Autor:in), 2007, Das Buch Hiob in der hebräischen Bibel. Hiob und das Hiobproblem im Judentum, Christentum und Islam., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89037
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Leseprobe aus  30  Seiten
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