Computerunterstütztes Rechtschreiblernen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007

14 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Der Computer im Sprachunterricht

2 Lehren und Lernen in einem computerunterstützten Deutschunterricht

3 Lern- und Edutainmentsoftware für den Sprachunterricht
3.1 „Drill & Practice“-Programme
3.2 Komplexe Lernprogramme – Edutainmentprogramme

4 Fachdidaktische Ansprüche an die Software für den Sprachunterricht

5 Konsequenzen für den Einsatz von Lernsoftware im Sprachunterricht

6 Fazit

7 Literatur

1 Der Computer im Sprachunterricht

Computerzeitalter – so wird die Zeit, in der wir leben, oft bezeichnet. In vielen Bereichen des Alltags sind die Computer nicht mehr wegzudenken. Ob in der Freizeit oder in der Wirtschaft, jeder nutzt sie. Warum aber sollte ein Einsatz auch im Sprachunterricht erfolgen?

Seine Aufgabe ist es, den Kindern Schreib- und Lesekompetenz zu vermitteln und wie man angemessen miteinander kommuniziert. Doch da die Jugend, außer in der Schule, immer weniger auf die Printmedien zurückgreift, muss unter anderem auch der Deutschunterricht dafür Sorge tragen, dass der Umgang mit den neuen Medien kompetent erfolgt. Im Zuge der technischen Entwicklung eröffnen sich dabei nicht nur neue Möglichkeiten der Kommunikation und Informationsbeschaffung via Internet, dessen Nutzung beherrscht werden muss, sondern es werden auch Lernprogramme für die unterschiedlichsten Bereiche für den Computer entwickelt.

„Neue“ Medien in den Deutschunterricht einzubeziehen, ist nicht Neues, denn ebenso wurde mit dem Buch oder dem Fernseher verfahren. Fortschritt bedeutet, es dem Menschen möglich zu machen, Wege zu beschreiten, die eine Verbesserung verheißen. Der Computereinsatz ist daher ein heiß diskutiertes Thema in der fachdidaktischen Literatur. Eines der bisherigen Ergebnisse ist, dass sich die Umsetzung dieser Idee des neuen Lernmediums besonders für den Rechtschreibunterricht eignet.

Inwiefern diese Feststellung auf das Üben und Festigen der Rechtschreibung zutrifft, soll innerhalb dieser Arbeit vorgestellt werden. Es wird eine kurze Darstellung der angebotenen Lernprogrammarten gegeben, welche den Ausgangspunkt für Anforderungen an eine „ideale“ Software für den Sprachunterricht bildet.

2 Lehren und Lernen in einem computerunterstützten Deutschunterricht

Computerunterstützter Unterricht ist der Oberbegriff für Computeranwendungen, die der Vermittlung, dem Einüben, der Prüfung und Bewertung von Wissen, Kenntnissen und Fähigkeiten dienen. Die Programme sollen gezielt Lernprozesse auslösen, den Lernerfolg erhöhen oder schwer darstellbare Sachverhalte veranschaulichen. Erste Versuche im Fach Deutsch, den Computer einzusetzen, begannen Mitte der 80er Jahre, wobei sich die „fachdidaktischen Überlegungen […] auf die Beschäftigung mit dem Computer als Gegenstand von Problemerörterungen und Textanalysen sowie als Werkzeug im Sprach- und Rechtschreibunterricht“[1] bezogen. Kennzeichnend für die Einstellung zu diesem neuen Medium war und ist auch heute noch: „Computer im Unterricht: Teufelszeug oder Wunschmaschine?“[2]

Doch der PC soll nicht eingesetzt werden, nur weil er da ist oder um „up to date“ zu sein. Wie bei jedem Lernmedium dient sein Einsatz einer Effektivitätssteigerung – in Bezug auf die Lehrmethoden wie auch die Lernmethoden. Neu ist dann aber nicht nur das Medium, sondern auch die didaktisch-methodische Herangehensweise, welche eine sinnvolle und zielgerichtete Nutzung sichern muss. Daraus resultieren weitere Änderungen, die berücksichtigt werden müssen: „die sich verändernde Lernsituation, […] unterschiedliche Lernwege und Aneignungsweisen, […] Möglichkeiten innerer wie äußerer Differenzierung, […] die Stellung der Lehrerkraft im Unterrichtsprozess und […] ihre Voraussetzungen zur Führung dieses Prozesses“[3].

Die Verteufelung des Computers darf nicht darauf beruhen, dass man sein bisheriges Unterrichtsschema umstellen muss, – oder besser – erweitern sollte, denn die Vermittlung der sprachlichen Kompetenz wird nie aus den Augen verloren.[4] Um dieses Ziel zu erreichen, bietet der Computer den Einsatz von Textverarbeitungs- und Textgestaltungs- sowie Lern- und Übungsprogrammen, wobei er als Schreibwerkzeug oder Lernmedium genutzt werden kann.

Trotz dieser vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten sind die meisten didaktischen Konzepte für einen computerunterstützten Deutschunterricht noch nicht zufrieden stellend. „Aus diesem Grund ist es aber gerade Software für den Rechtschreibunterricht, die am problemlosesten eingesetzt werden kann, weil sich dadurch an der Grundstruktur des Unterrichts nichts Wesentliches ändert.“[5]

3 Lern- und Edutainmentsoftware für den Sprachunterricht

Bereits in den 80er Jahren wollte man im Sprachunterricht aus dem Computer als Lernmedium einen „Mehr“-Nutzen ziehen. Doch aufgrund der im Vergleich zu heute geringen technischen Entwicklung kam dies lediglich der Bearbeitung eines Arbeitsblattes am PC gleich.[6] Das Schreiben mit dem Füller wurde durch das Bedienen der Tastatur getauscht.

Erst seit Ende der 90er Jahre konnten durch die mediale Weiterentwicklung stärkere Motivation und selbstbestimmteres Lernen miteinander verbunden werden. Den Höhepunkt dieser Genese stellt die Edutainmentsoftware dar, welche Unterhaltung, Lernen und Spiel multimedial verknüpft. „Zu den für den Aneignungsprozess fachdidaktisch relevanten Neuerungen gehören […] [demnach, dass die] Aneignung der sprachlichen Sachverhalte […] [(lehrplangerechte orthographische und grammatische Lerninhalte)] in unterhaltsame, spannende und motivierende Rahmenhandlungen“[7] eingebettet sind. Dabei kann ohne das Erreichen der intendierten Lernziele auch nicht das Abenteuer bestanden werden.

Eine weitere Möglichkeit, den Computer und die Rechtschreibung miteinander zu verbinden, bieten die Rechtschreibhilfen der Textverarbeitungsprogramme. Dabei besteht die Aufgabe der SchülerInnen darin, dass korrekte Arbeiten dieser zu überprüfen. Sie müssen sich, egal ob zu Hause oder in der Schule, durch die Hinweise auf eventuelle Fehler mit der Orthographie auseinandersetzen und aus den angebotenen Korrekturvorschlägen auswählen. Dass diese Entscheidung Rechtschreibkompetenzen voraussetzt und eine Übung darstellt, darauf verweist die folgende Einschätzung: „Auch Rechtschreib- und Trennprogramme haben ihre Grenzen, und das liegt nicht nur am geringen Umfang der Wörterbücher. So wird etwa die Phrase ‚Er least denn Text und stählt fest, das im der Stiel gefällt.‘ ohne Fehlermeldung akzeptiert, denn richtige Schreibung ist kontextabhängig“[8].

Wenn man sich als Lehrkraft dafür entscheidet, den Computer im Sprachunterricht einzusetzen, so verändert man dadurch die Lernumgebung, wobei es egal ist, welche Art der angebotenen Programme man bevorzugt. Sie vermitteln die Lerninhalte neben den traditionellen Medien. Bewusst muss sich der Lehrende aber auch sein, dass die Auswahl eines bestimmten Typs von Softwareprogrammen über die Funktion bestimmt, die das Programm im Lernprozess ausüben kann. – Das jeweilige Unterrichtskonzept ist also entscheidend für den Einsatz von Lernsoftware.[9]

[...]


[1] Jonas, H.; Rose, K.: Computerunterstützter Deutschunterricht (Beiträge zur Geschichte des Deutschunterrichts, Bd. 48). Frankfurt am Main [u.a.], 2002. S. 26.

[2] Praxis Deutsch, Heft 128/1994, zitiert nach: Jonas/Rose, S. 36.

[3] Jonas/Rose, S. 49.

[4] Sprachliche Kompetenz bedeutet einen „norm- und regelgerechten, der kommunikativen Situation und Aufgabe angemessenen Umgang mit Texten und sprachlichen Mitteln“. Ebd., S. 57.

[5] Ebd., S. 58.

[6] Vgl. Hage, E.; Schmitt, R.: Deutschunterricht und Computer. Bamberg, 1988. S. 28-34.

[7] Jonas/Rose, S. 85.

[8] Kepser, M.: Sprachunterricht und neue Medien, in: Bredel, U. (Hg.): Didaktik der deutschen Sprache: ein Handbuch (Teilband 2). Paderborn, 2003. S. 854-866. S. 858. Vgl. Berndt, B.: Korrektursoftware im Recht-scheibunterricht, in: Deutschunterricht, Heft 3/2005. S. 28-30.

[9] Vgl. Rose, K.: Das Unterrichtskonzept entscheidet – Lernsoftware im Einsatz, in: Deutschunterricht, Heft 3/2005, S. 32-35.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Computerunterstütztes Rechtschreiblernen
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Veranstaltung
Lehr- und Lernprozesse zur Entwicklung von Rechtschreibkompetenzen
Autor
Jahr
2007
Seiten
14
Katalognummer
V89091
ISBN (eBook)
9783638025577
ISBN (Buch)
9783640108855
Dateigröße
509 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Computerunterstütztes, Rechtschreiblernen, Lehr-, Lernprozesse, Entwicklung, Rechtschreibkompetenzen
Arbeit zitieren
Marlen Frömmel (Autor), 2007, Computerunterstütztes Rechtschreiblernen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89091

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Titel: Computerunterstütztes Rechtschreiblernen



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