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Michel Foucault: Der Wille zum Wissen: Recht über den Tod und Macht zum Leben (Kapitel 5)

Titel: Michel Foucault: Der Wille zum Wissen: Recht über den Tod und Macht zum Leben (Kapitel 5)

Hausarbeit (Hauptseminar) , 1998 , 20 Seiten , Note: zwei plus

Autor:in: Diana Wieser (Autor:in)

Psychologie - Sozialpsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im letzten Kapitel seines Werkes "Der Wille zum Wissen: Sexualität und Wahrheit" (1976) nähert sich Michel Foucault dem Recht über den Tod und der Macht zum Leben zunächst historisch, indem er darstellt, wie die moderne Bio-Macht aus der absoluten souveränen Macht, dem Recht über den Tod, hervorgegangen ist.
Es ist anzumerken, dass hier der Machtbegriff grundlegend der klassischen Definition nach Max Weber entspricht, in der Macht als die Chance, in sozialen Beziehungen den eigenen Willen auch gegen Widerstrebungen durchzusetzen, verstanden wird. Foucault teilt Webers Auffassung, die Macht sei asymmetrisch verteilt; d.h. Einzelne haben eine Kontrollmacht, die sie befähigt, die Ziele einer unterdrückten Mehrheit zu beeinflussen. Macht ist also niemals ein auf Kooperation und Konsens beruhendes Merkmal sozialer Interaktionen, sondern wird a priori als Unterdrückung einer Mehrheit durch eine privilegierte Minderheit eingeführt. Für Foucaults Werk ist der Grundgedanke einer juridisch negativen Macht entscheidend, die durch Verbot, Zensur und Unterdrückung ihren repressiven Charakter erlangt.

Ich möchte zunächst in einigen Zitaten die Definition von Macht, die der Autor in "Der Wille zum Wissen" vorlegt, skizzieren, wenngleich der Autor betont, es könne keine Definition von Macht, sondern nur deren Analyse geben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Das Recht über Leben und Tod in der Geschichte

2. Konstitution der Bio-Macht: Disziplinen des Körpers und Bevölkerungsregulierung

2.1 Disziplinen des Körpers

2.2 Bevölkerungsregulierung

3. Das Sexualitätsdispositiv

3.1 Kapitalismus

3.2 Bio-Geschichte

3.3 Bio-Politik

3.4 Normalisierungsgesellschaft

3.5 Sexualität

4. Paradoxa der Bio-Macht

4.1 Rassismus

4.2 Nazismus

4.3 Atommacht

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert das Konzept der Bio-Macht bei Michel Foucault, insbesondere die historische Transformation von der souveränen Macht über Leben und Tod hin zur modernen Macht über das Leben, und untersucht die paradoxen Auswirkungen dieser Machtformen.

  • Historische Entwicklung der Bio-Macht und Souveränität
  • Disziplinierung des Körpers und Bevölkerungsregulierung
  • Struktur und Funktion des Sexualitätsdispositivs
  • Analyse der Paradoxa: Rassismus, Nazismus und Atommacht
  • Verknüpfung von Wissen, Macht und ökonomischen Interessen

Auszug aus dem Buch

Das Recht über Leben und Tod in der Geschichte

Im letzten Kapitel seines Werkes „Der Wille zum Wissen: Sexualität und Wahrheit“ (1976) nähert sich Michel Foucault dem Recht über den Tod und der Macht zum Leben zunächst historisch, indem er darstellt, wie die moderne Bio-Macht aus der absoluten souveränen Macht, dem Recht über den Tod, hervorgegangen ist.

Es ist anzumerken, dass hier der Machtbegriff grundlegend der klassischen Definition nach Max Weber entspricht, in der Macht als die Chance, in sozialen Beziehungen den eigenen Willen auch gegen Widerstrebungen durchzusetzen, verstanden wird. Foucault teilt Webers Auffassung, die Macht sei asymmetrisch verteilt; d.h. Einzelne haben eine Kontrollmacht, die sie befähigt, die Ziele einer unterdrückten Mehrheit zu beeinflussen. Macht ist also niemals ein auf Kooperation und Konsens beruhendes Merkmal sozialer Interaktionen, sondern wird a priori als Unterdrückung einer Mehrheit durch eine privilegierte Minderheit eingeführt. Für Foucaults Werk ist der Grundgedanke einer juridisch negativen Macht entscheidend, die durch Verbot, Zensur und Unterdrückung ihren repressiven Charakter erlangt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Recht über Leben und Tod in der Geschichte: Der Autor führt in Foucaults Machtbegriff ein und erläutert den Übergang von der souveränen Macht zum Recht über das Leben.

2. Konstitution der Bio-Macht: Disziplinen des Körpers und Bevölkerungsregulierung: Dieses Kapitel beschreibt die beiden zentralen Pole der Bio-Macht, die Disziplinierung des Individuums und die statistische Kontrolle der Bevölkerung.

3. Das Sexualitätsdispositiv: Die Untersuchung zeigt auf, wie der Kapitalismus, die Bio-Politik und die Sexualität als Instrumente der Macht zusammenwirken, um die Gesellschaft zu organisieren.

4. Paradoxa der Bio-Macht: Der Autor analysiert destruktive gesellschaftliche Phänomene wie Rassismus, Nazismus und Atommacht als paradoxe Auswüchse der ansonsten lebenserhaltenden Bio-Macht.

Schlüsselwörter

Bio-Macht, Souveränität, Machttheorie, Disziplinierung, Bevölkerungsregulierung, Sexualitätsdispositiv, Rassismus, Nazismus, Atommacht, Michel Foucault, Bio-Politik, Normalisierungsgesellschaft, Kapitalismus, Recht über Leben und Tod.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Michel Foucaults Konzept der Bio-Macht, wie es im fünften Kapitel seines Werkes „Der Wille zum Wissen“ dargestellt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Transformation der Macht von einer souveränen Form hin zur modernen Bio-Macht sowie die Untersuchung von deren Mechanismen und paradoxen Auswüchsen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den immanenten Wandel der Machtverhältnisse aufzuzeigen und zu verstehen, wie Macht in der Moderne nicht mehr nur tötet, sondern das Leben aktiv verwaltet und optimiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine diskursanalytische Herangehensweise an die Texte von Michel Foucault, um dessen Thesen historisch und systematisch zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Konstitution der Bio-Macht, die Analyse des Sexualitätsdispositivs und die kritische Betrachtung der Paradoxa wie Rassismus und Nazismus.

Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind vor allem Bio-Macht, Sexualitätsdispositiv, Souveränität, Disziplinierung, Rassismus und Biopolitik.

Warum spielt der Suizid eine besondere Rolle in Foucaults Analyse?

Der Suizid wird als eine Form der privaten Machtausübung des Individuums über das eigene Leben gesehen, was in einem System, das dieses Leben als seine Zuständigkeit beansprucht, eine Provokation und eine Entziehung von Macht darstellt.

Inwiefern stellt die Atommacht ein Paradoxon dar?

Obwohl die moderne Macht darauf ausgerichtet ist, das Leben zu fördern und zu erhalten, manifestiert sich die Atommacht als eine Instanz, die die Fähigkeit zur totalen Vernichtung des Lebens besitzt, und verkehrt damit das Ziel der Bio-Macht in ihr absolutes Gegenteil.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Michel Foucault: Der Wille zum Wissen: Recht über den Tod und Macht zum Leben (Kapitel 5)
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Psychologisches Institut)
Veranstaltung
Seminar: Michel Foucault
Note
zwei plus
Autor
Diana Wieser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1998
Seiten
20
Katalognummer
V8928
ISBN (eBook)
9783638157643
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Foucault Macht Bio-Macht Wissen Sozialgeschichte Philosophie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Diana Wieser (Autor:in), 1998, Michel Foucault: Der Wille zum Wissen: Recht über den Tod und Macht zum Leben (Kapitel 5), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8928
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Leseprobe aus  20  Seiten
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