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Gewerkschaften in Lateinamerika

Geschichtliche Entwicklung, Probleme und Herausforderungen

Title: Gewerkschaften in Lateinamerika

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 20 Pages , Grade: 2.5

Autor:in: Robert Pfeiffer (Author)

Politics - Region: Middle and South America
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Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung verlief 2006 in den meisten Ländern Lateinamerikas gut bis sehr gut. 2007 wird sich das Wachstum voraussichtlich leicht abschwächen, bleibt aber mit einer Zuwachsrate von bis zu 4,5% relativ robust, so dass ein weiterer Anstieg der Pro-Kopf-Einkommen zu erwarten ist. Von einer recht positiven wirtschaftlichen Entwicklung profitiert in Lateinamerika aber längst nicht jeder. Das positive Wirtschaftswachstum, welches in erster Linie im Exportsektor zu verzeichnen ist, wirkt sich nicht auf dem Arbeitsmarkt aus. Es zeigen sich auch nur geringe Auswirkungen auf Beschäftigung und Einkommensentwicklung. Weder konnte die Arbeitslosigkeit gesenkt, noch der Trend des Anwachsens informeller Beschäftigungsverhältnisse gebremst werden. Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf die Gewerkschaften als Organisation, sowie deren Verhältnis zur Wirtschaft und Politik.
Jedoch gibt es in jüngster Zeit auch positive Entwicklungen, beispielsweise durch die neuen politischen Perspektiven, die sich durch die Veränderung der politischen Landschaft in einer Reihe von Ländern ergeben haben.
Diese Arbeit behandelt zunächst die Definition von Gewerkschaften, sowie Bedingungen die vorausgesetzt werden müssen um das Funktionieren von Gewerkschaften zu gewährleisten.
Im Folgenden soll ein geschichtlicher Überblick Aufschluss über die Entwicklung der Gewerkschaften bzw. Gewerkschaftsbewegungen geben. Anhand der geschichtlichen Entwicklung sollen auch die entscheidenden Aspekte, welche zu den grundlegenden aktuellen Problemen geführt haben, herausgearbeitet werden. Abschließend werden einige Probleme in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht herausgearbeitet um einen noch differenzierteren Einblick in die lateinamerikanische Gewerkschaftssituation zu ermöglichen.
Um später einen geschichtlichen Bezug zur aktuellen Situation und den Problemen der Gewerkschaften in Lateinamerika herstellen zu können, ist es zunächst notwendig, Gewerkschaften hinsichtlich ihrer Organisation und ihrer Aufgaben zu definieren. Dabei muss aber auch beachtet werden, was den überhaupt die Voraussetzungen in politikwissenschaftlicher Hinsicht, für diese Definition, sind. Sind diese Fragen geklärt, so wird anschließend das unterschiedliche Gewerkschaftsverständnis näher erläutert. Gewerkschaften zählen aus politikwissenschaftlicher Hinsicht zu den organisierten, formellen Interessengruppen mit ökonomischen Interessen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theorie

2.1 Definition Gewerkschaften

2.2 Politische Voraussetzungen

2.3 Nordeuropäisches/Nordatlantisches Gewerkschaftsverständnis

2.4 Lateinamerikanisches Gewerkschaftsverständnis

3 Geschichte der Gewerkschaften

3.1 Pionierphase

3.2 Formationsphase

3.3 Expansionsphase

3.4 Revitalisierungsphase

4 Probleme und Herausforderungen der gewerkschaftlichen Organisierung

4.1 Probleme in wirtschaftlicher Hinsicht

4.2 Probleme in politischer Hinsicht

4.3 Herausforderungen und Kritik

4.4 Friedrich-Ebert Stiftung

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die geschichtliche Entwicklung, die aktuelle Problemlage und die Herausforderungen von Gewerkschaften in Lateinamerika, um ein tieferes Verständnis für deren Rolle im politischen und wirtschaftlichen Gefüge der Region zu gewinnen.

  • Vergleichende Analyse gewerkschaftlicher Organisationsverständnisse (Nordatlantisch vs. Lateinamerikanisch)
  • Historische Phasenmodellierung der gewerkschaftlichen Entwicklung von der Pionier- bis zur Revitalisierungsphase
  • Untersuchung ökonomischer Strukturprobleme und des Einflusses der informellen Wirtschaft
  • Analyse politischer Rahmenbedingungen, Einfluss von Regierungen und transnationalen Konzernen
  • Bedeutung internationaler Akteure wie der Friedrich-Ebert-Stiftung für die gewerkschaftliche Neuausrichtung

Auszug aus dem Buch

3.1 Pionierphase

„Die elementare Voraussetzung jeder Gewerkschaftsbewegung, die Entstehung von lohnabhängiger Arbeiterschaft, erfolgte in Lateinamerika in größerem Maße mit der partiellen Integration in den Weltmarkt seit den 1870er und 1880er Jahren, der Zeit der so genannten Außenorientierten Entwicklung.“

Mit dieser ersten partiellen Integration in den Weltmarkt beginnt auch die erste Phase der Gewerkschaftsentwicklung Ende des 19. Jahrhunderts, zu Ende geht sie mit der mexikanischen Revolution von 1910. In dieser Zeit lassen sich gewisse Entwicklungstendenzen der organisierten Interessenartikulation von Arbeitern erkennen: Es überwogen zunächst traditionelle Konfliktmuster, welche sich vor allem durch Auseinandersetzungen im Rahmen eines patrimonialen Konsenses niederschlugen. Dazu gehörte ritualisierte Verspottung und die gewaltsame Widerherstellung von „abhanden gekommen“ Rechten der Arbeiter, aber auch die Ausübung personenbezogener Gewalt, die von Schießereien und Attentaten über das Banditenwesen bis zu lokalen Aufruhren und Guerillas reichen konnte. Den protogewerkschaftlichen Vereinigungen, die mancherorts als Organisationen zur gegenseitigen Hilfe unter städtischen Handwerkern (sog. mutualidades) entstanden, folgte die Herausbildung einzelner Berufsgewerkschaften (Lokführer, Taxifahrer bzw. Kutscher) und Betriebsgewerkschaften, die von der konfliktorientierten Selbstorganisation über korporatistische Partnerschaft bis zu kapitalistisch-paternalistischen Betriebsgemeinschaften reichen konnten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die wirtschaftliche Lage in Lateinamerika 2006/2007 und setzt den Rahmen für die Untersuchung der gewerkschaftlichen Situation im Kontext der aktuellen politischen Landschaft.

2 Theorie: Dieses Kapitel definiert Gewerkschaften politikwissenschaftlich und arbeitet die grundlegenden Voraussetzungen sowie die konzeptionellen Unterschiede zwischen nordatlantischen und lateinamerikanischen Gewerkschaftsverständnissen heraus.

3 Geschichte der Gewerkschaften: Das Kapitel bietet eine historisch-typologische Übersicht der Gewerkschaftsentwicklung in vier Phasen, von der Pionierzeit bis zur gegenwärtigen Revitalisierungsphase.

4 Probleme und Herausforderungen der gewerkschaftlichen Organisierung: Hier werden die wirtschaftlichen und politischen Defizite sowie kritische Herausforderungen durch transnationale Konzerne und die unterstützende Rolle der Friedrich-Ebert-Stiftung analysiert.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Schwierigkeiten einer verallgemeinernden Betrachtung zusammen und bewertet die Reformfähigkeit der lateinamerikanischen Gewerkschaften angesichts der komplexen Machtstrukturen.

Schlüsselwörter

Gewerkschaften, Lateinamerika, Arbeitsmarkt, Pionierphase, Formationsphase, Expansionsphase, Revitalisierungsphase, Interessenvertretung, informelle Wirtschaft, politische Integration, Friedrich-Ebert-Stiftung, Demokratisierung, Arbeitsbeziehungen, transnationale Konzerne, Sozialpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die geschichtliche Entwicklung und die spezifische Problematik der Gewerkschaften in Lateinamerika, um deren Rolle in einem schwierigen wirtschaftlichen und politischen Umfeld zu verstehen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die historische Entwicklung in vier Phasen, theoretische Definitionen, die Analyse wirtschaftlicher und politischer Hürden sowie der Einfluss internationaler Partner.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Gründe für den Bedeutungsverlust und die strukturellen Defizite der Gewerkschaften in Lateinamerika aufzuzeigen und ein differenziertes Bild ihrer derzeitigen Handlungsfähigkeit zu zeichnen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt einen historisch-typologischen Ansatz, der Gewerkschaftsentwicklungen in Phasen gliedert und diese unter Rückgriff auf politikwissenschaftliche Theorien sowie aktuelle Berichte analysiert.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil ist in einen theoretischen Teil, einen geschichtlichen Abriss sowie eine Analyse spezifischer Probleme (wirtschaftlich/politisch) und aktueller internationaler Unterstützungsleistungen unterteilt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Gewerkschaften, Lateinamerika, Arbeitsmarkt, informelle Wirtschaft, Demokratisierung und die verschiedenen historischen Phasen der gewerkschaftlichen Organisation.

Welche Rolle spielt die Friedrich-Ebert-Stiftung laut dieser Analyse?

Die Stiftung wird als wichtiger Akteur identifiziert, der durch regionale Projekte und die Förderung internationaler Kooperationen die gewerkschaftliche Arbeit unterstützt und zur professionellen Vernetzung beiträgt.

Warum wird Kolumbien im Text als Extremfall bezeichnet?

Kolumbien wird aufgrund der extrem hohen Zahl an Morden an Gewerkschaftern und der harten Bekämpfung von Gewerkschaftsbewegungen, beispielsweise durch transnationale Unternehmen, als ein Beispiel für die drastischsten Defizite genannt.

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Details

Title
Gewerkschaften in Lateinamerika
Subtitle
Geschichtliche Entwicklung, Probleme und Herausforderungen
College
University of Passau
Course
Politik - Das atlantische Dreieck: Europa-USA-Lateinamerika
Grade
2.5
Author
Robert Pfeiffer (Author)
Publication Year
2007
Pages
20
Catalog Number
V89372
ISBN (eBook)
9783638030595
ISBN (Book)
9783640800728
Language
German
Tags
Gewerkschaften Lateinamerika Politik Dreieck Europa-USA-Lateinamerika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Pfeiffer (Author), 2007, Gewerkschaften in Lateinamerika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89372
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