Besonders in den letzten 20 Jahren nahm die Bedeutung der Logistik für die Industrieunternehmen kontinuierlich zu. Die Gründe sind unter anderem in der verstärkten Arbeitsteilung der produzierenden Unternehmen mit ihren Vorlieferanten zu suchen, die auf Grund ihrer Spezialisierung auf Verfahren und Produkte zu unverzichtbaren Kooperationspartnern geworden sind. Die zugelieferten Komponenten sind umfangreicher, wertvoller und zum Teil empfindlicher geworden und stellen somit höhere Anforderungen an die Logistik im Hinblick auf Transportsicherheit und Schäden, aber auch an die Geschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit der Lieferung. Häufig ist die logistische Herausforderung heute schwieriger als die Lösung der technischen Probleme bei der Produktion eines Produktes.
Zu Beginn der Arbeit werden die einzelnen Bestandteile der Reverse Logistc aufgezeigt. Im Folgenden werden dann die verschiedenen Behälterarten mit den dazugehörigen Aufgaben, sowie die verschiedenen Systeme der Behälterlogistik näher betrachtet. Abschließend befasst sich die Arbeit noch mit den Aspekten von Mehrwegsystemen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Reverse Logistics
2.1 Abgrenzung zur Logistik
2.2 Bestandteile der Reverse Logistics
2.2.1 Entsorgungslogistik
2.2.2 Retourenlogistik
2.2.3 Behälterlogistik
3. Aufgaben und Systeme der Behälterlogistik
3.1 Definition
3.2 Behälter
3.2.1 Definition
3.2.2 Behälterarten
3.2.2.1 Tragende Behälter
3.2.2.2 Umschließende Behälter
3.2.2.3 Abschließende Behälter
3.2.3 Anforderungen an die Behälter in Produktion und Materialfluss
3.3 Systeme der Behälterlogistik
3.3.1 Geschlossene Systeme
3.3.2 Übergreifende Systeme
3.3.2.1 Pfandsystem
3.3.2.2 Mietsystem
4. Gründe für die Einführung von Mehrwegsystemen
4.1 gesetzliche Vorschriften
4.2 Wirtschaftliche Gründe
4.3 Ökologische Gründe
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Strukturen, Aufgaben und Herausforderungen der Behälterlogistik innerhalb der Reverse Logistics. Ziel ist es, die ökonomischen und ökologischen Motive für den Einsatz von Mehrwegsystemen zu beleuchten und den Prozess der Behälterführung sowie deren Anforderungen in modernen industriellen Materialflüssen darzulegen.
- Abgrenzung der Behälterlogistik innerhalb der Reverse Logistics
- Klassifizierung und technologische Anforderungen an Behältertypen
- Systematische Einteilung von Mehrwegbehältersystemen (Pendel-, Pool-, Miet- und Pfandsysteme)
- Analyse der gesetzlichen, ökonomischen und ökologischen Treiber für Mehrweglösungen
Auszug aus dem Buch
3.2.3 Anforderungen an die Behälter in Produktion und Materialfluss
Innerhalb der Industrieunternehmen werden Materialtransport, -bereitstellung und Lagerung immer stärker optimiert und automatisiert. Ebenso schreitet die Automatisierung von Produktions- und Montageprozessen verbunden mit dem Einsatz automatisierter Handlingsysteme und Roboter weiter voran. Auch in der Zusammenarbeit zwischen Produzent, Spediteur und Zulieferunternehmen werden ständig Verbesserungen und Einsparungen z.B. durch automatisierte Erkennung und Registrierung von Behältern und der darin enthaltenen Güter konzipiert und umgesetzt. Klassische Vorgänge der Kommissionierung der Ware, d.h. des Umpackens oder Umladens vom Transportbehälter des Spediteurs oder Lieferanten in innerbetrieblich genutzte Behälter sind ganz überwiegend bereits Opfer der Rationalisierung geworden.
Aus diesen Entwicklungen ergeben sich im Vergleich zu früheren Jahrzehnten erheblich ausgeweitete Anforderungen an die Behälter vor allem im Hinblick auf
flexible und universelle Handhabung für Hersteller, Transporteur und Abnehmer
robuste Ausführung zur Eignung für automatisiertes Handling
automatisches Erkennen des Behälters und der darin befindlichen Güter.
Derzeit sind unternehmensübergreifend unter der Regie von Industrieverbänden Behältersysteme mit integrierten Chips für die automatisierte Erkennung durch Radio Frequency Identification (RFID) in Entwicklung und teilweise bereits im Einsatz.
Diese Anforderungen bedeuten, dass geeignete Behälter hinsichtlich Herstellung, Wartung und ständiger Überprüfung aufwändiger werden, damit in der Regel auch höhere Beschaffungs- und Betriebskosten verursachen und in der Entsorgung ebenfalls teurer werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die steigende Bedeutung der Logistik für Industrieunternehmen aufgrund zunehmender Arbeitsteilung und komplexerer Anforderungen an Transportsicherheit und Wirtschaftlichkeit.
2. Reverse Logistics: Definiert Reverse Logistics als Material- und Informationsflüsse entgegen der Wertschöpfungskette und grenzt diese von der reinen Entsorgungslogistik ab.
3. Aufgaben und Systeme der Behälterlogistik: Analysiert Definitionen, Arten von Behältern, technologische Anforderungen sowie die Klassifizierung in verschiedene Mehrwegsysteme.
4. Gründe für die Einführung von Mehrwegsystemen: Erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie ökonomische und ökologische Faktoren, die Unternehmen zur Wahl von Mehrweglösungen bewegen.
5. Fazit: Resümiert die zunehmende Attraktivität von Mehrwegsystemen, warnt jedoch vor einer kritischen Prüfung des Aufwands hinsichtlich Umweltbelastung und Ressourcenverbrauch.
Schlüsselwörter
Behälterlogistik, Reverse Logistics, Mehrwegsysteme, Einwegbehälter, Mehrwegbehälter, Kreislaufwirtschaft, Pendelsystem, Pfandsystem, Mietsystem, Materialfluss, Automatisierung, RFID, Transportlogistik, Entsorgungslogistik, Retourenlogistik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die logistische Bedeutung und die Systematik von Behältern innerhalb von Rückwärtslogistikprozessen, insbesondere den Einsatz von Mehrwegbehältersystemen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die Definition von Behältern, die Abgrenzung zur klassischen Logistik, verschiedene Klassifizierungen von Behältersystemen sowie die Treiber für deren Implementierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Verständnis für die Funktionsweise und die ökonomischen sowie ökologischen Motive hinter der Einführung von Mehrwegbehältersystemen in Industrie und Handel zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der theoretischen Einordnung logistischer Konzepte sowie gesetzlicher und ökonomischer Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition von Behältern, die detaillierte Klassifizierung von Behälterarten und -systemen sowie die Analyse der Entscheidungsgrundlagen für Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Behälterlogistik, Reverse Logistics, Mehrwegsysteme, Kreislaufwirtschaft und Effizienzsteigerung in der Logistikkette.
Welche Rolle spielt die Automatisierung bei der Behälterwahl?
Die zunehmende Automatisierung der Produktion erfordert robustere Behälter, die mit automatisierten Handlingsystemen und Technologien wie RFID zur Identifikation kompatibel sind.
Warum sind Pfandsysteme für den Behälterkreislauf relevant?
Pfandsysteme schaffen Anreize zur Rückführung von Behältern und minimieren den Schwund, da die Kapitalbindung durch das Pfand die Teilnehmer zur schnellen Weitergabe motiviert.
Gibt es einen Zielkonflikt bei Mehrwegsystemen?
Ja, der zusätzliche Transport-, Reinigungs- und Wartungsaufwand bei Mehrwegsystemen kann unter Umständen ökologische Vorteile durch Abfallvermeidung überkompensieren, weshalb eine Einzelfallprüfung notwendig ist.
Wie unterscheidet sich ein Mietsystem vom Tauschpoolsystem?
Beim Mietsystem zahlt der Teilnehmer eine Gebühr pro Nutzungsdauer an einen Poolbetreiber, was eine genaue Nachverfolgung erfordert, während beim Tauschpoolsystem ein 1:1 Austausch von Behältern zwischen den Teilnehmern stattfindet.
- Arbeit zitieren
- Martin Wößner (Autor:in), 2006, Aufgaben und Systeme der Behälterlogistik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89445