Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Orientalism / Sinology - Chinese / China

Opiumkriege und Taiping-Aufstand

Entstehung des außenpolitischen Konflikts und seine Beziehungen zur innenpolitischen Krise

Title: Opiumkriege und Taiping-Aufstand

Seminar Paper , 2004 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Franz-Josef Kemnade (Author)

Orientalism / Sinology - Chinese / China
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Innerhalb der modernen Geschichte Chinas stellen die Opiumkriege den Anfangspunkt der direkten Interventionen westlicher Staaten auf dem chinesischen Hoheitsgebiet dar. Sie markieren auch den Beginn einer bis zur Entstehung der Volksrepublik andauernden Phase der politischen und ökonomischen Bevormundung Chinas durch den Westen. Durch die Opiumkriege kam das chinesische Kaiserreich zum ersten Mal in Kontakt mit einer durch die Industrielle Revolution gestärkten westlichen Welt, die mit ihrer aggressiven Kolonialpolitik das chinesische Weltbild aus den Angeln zu heben drohte. Die Arbeit will sich innerhalb des Themas „Opiumkriege und Taiping-Aufstand“ vor allem mit der Frage nach den Ursachen für die Entstehung dieses außenpolitischen Konflikts beschäftigen. Daher soll, auf dem Zusammenprall der westlichen mit der chinesischen Kultur aufbauend, sowohl der politische als auch der ökonomische Charakter des Konflikts dargestellt werden. Auf diese Weise will die Arbeit den Leser für die Tiefe des Konflikts sensibilisieren und diesen von seinem, im Namen festgeschriebenen, Charakter eines bloßen Handelskrieges trennen. Der Verlauf der militärischen Auseinandersetzungen soll hierbei zwar berücksichtigt werden, aber nicht im Fordergrund stehen. Auf die Folgen der Opiumkriege und des aus ihnen entstandenen Vertragsystems will die Arbeit insbesondere im Hinblick auf ihren Bezug zur Inneren Krise des Qing-Reiches, dem Taiping-Aufstand, eingehen.

Der Taiping-Aufstand stellte eine ernsthafte Gefahr für die Herrschaft der Qing-Dynastie dar. Er war der größte von vielen Aufständen, die in Folge der schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmenden Unruhen und Konflikte im Inneren des Landes aufbrachen. Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik, inwieweit die außenpolitische Krise für die Entstehung und Unterdrückung des Konflikts von Bedeutung war und ob die innenpolitische Krise die außenpolitischen Entwicklungen beeinflusst hat. Hierbei soll der Aufstand selbst nur in groben Zügen dargestellt und auf eine genauere Betrachtung der ideologischen und institutionellen Grundlagen verzichtet werden.

In ihrem Aufbau versucht die Arbeit der Chronologie der Ereignisse gerecht zu werden und die Entwicklungen zugleich in einem sinnvollen Zusammenhang darzustellen. Die so erreichte Form hofft die Aussagen der Arbeit zu verdeutlichen und zu einem bessern Verständnis des Inhalts beizutragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Außenpolitischer Konflikt - Die Opiumkriege

2.1 Das chinesische Weltbild und das Tributsystem

2.2 Die Handelsbeziehungen Chinas mit dem Westen

2.2.1 Der Kantonhandel

2.2.2 Die Ostindienkompanie

2.2.3 Die Probleme des Chinahandels

2.3 Die Entwicklung und Bedeutung des Opiumhandels

2.3.1 Die Folgen des Opiumhandels für China

2.3.2 Die Entstehung der Opiumnachfrage in China und Legalisierungsdebatte

2.4 Der Anlass und die Ursachen des 1. Opiumkrieges

2.5 Der Verlauf des 1. Opiumkrieges

2.6 Der Vertrag von Nanjing und seine Folgen für die Qing

2.7 Die weitere Entwicklung der Beziehungen zwischen Großbritannien und China

2.8 Der Anlass und Verlauf des 2. Opiumkrieges

2.9 Der Vertrag von Tianjin und seine Folgen für die Qing

3. Die innenpolitische Krise - Der Taiping-Aufstand

3.1 Ursachen für die Entstehung des Konflikts

3.2 Entwicklung und Verlauf der Rebellion

3.3 Ursachen für den Untergang der Taiping

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen den Opiumkriegen als außenpolitischem Konflikt und dem Taiping-Aufstand als innenpolitischer Krise Chinas im 19. Jahrhundert. Ziel ist es, die Ursachen für die außenpolitische Eskalation zu analysieren und zu prüfen, inwieweit diese Krise den Taiping-Aufstand beeinflusste oder durch diesen in ihrem Verlauf verändert wurde.

  • Das sinozentrische Weltbild und das Tributsystem als Ursprung des Konflikts.
  • Die Rolle Großbritanniens, des Freihandels und der Opium-Ökonomie.
  • Auswirkungen der "Ungleichen Verträge" auf die Souveränität des Qing-Reiches.
  • Entstehungsbedingungen und ideologische Grundlagen des Taiping-Aufstands.
  • Interdependenzen zwischen außenpolitischem Druck und der innenpolitischen Instabilität der Qing-Dynastie.

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Die Folgen des Opiumhandels für China

Der verstärkte Opiumhandel machte sich in der chinesischen Handelsbilanz schlagartig bemerkbar und stellte sie praktisch auf den Kopf. So hatte sich der bisherige Silberzufluss in die chinesische Wirtschaft zu einem Silberabfluss entwickelt, der zwischen 1831 und 1833 eine Summe von knapp 10 Millionen Tael Silber umfasste. Diese Entwicklung hatte schwerwiegende Folgen für die chinesische Ökonomie, die seit der späten Ming-Zeit vom Silbereinfluss nach China profitiert hatte. War bislang die Wirtschaft durch den Zufluss von Silber belebt worden, so kehrte sich diese Entwicklung jetzt um, was zu einer Deflation des Silberwertes führte. Die Wertsteigerung des Silbers führte, aufgrund des bimetallischen Währungssystems, praktisch zu einer Inflation des Kupfers. Diese Kupferinflation hatte besonders für die Bauern gravierende Auswirkungen, da sie ihre täglichen Geschäfte in Kupfer tätigten, die Steuern aber in Silber zahlen mussten. So stieg der Realwert der Grundsteuer in einigen Küstenregionen um 50-60 Prozent. Eine Situation die unweigerlich bereits bestehende Konflikte und Unruhen verstärkte und deshalb vom kaiserlichen Hof sehr ernst genommen werden musste.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung des Forschungsinteresses an den Opiumkriegen und dem Taiping-Aufstand sowie die Eingrenzung der Fragestellung auf die Wechselwirkung zwischen außenpolitischem Konflikt und innerer Krise.

2. Der Außenpolitischer Konflikt - Die Opiumkriege: Analyse der historischen Handelskonflikte, des Opiumhandels, der militärischen Auseinandersetzungen und der daraus resultierenden "Ungleichen Verträge" für das Qing-Reich.

3. Die innenpolitische Krise - Der Taiping-Aufstand: Untersuchung der sozioökonomischen Ursachen, der ideologischen Basis sowie der militärischen Entwicklung und des letztendlichen Scheiterns der Rebellion.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass die Opiumkriege und der Taiping-Aufstand zwar unterschiedliche Ursprünge hatten, sich jedoch in ihren Folgen und Auswirkungen auf die Stabilität der Qing-Dynastie wechselseitig verstärkten.

Schlüsselwörter

Opiumkriege, Taiping-Aufstand, China, Qing-Dynastie, Großbritannien, Freihandel, Ungleiche Verträge, Silberabfluss, Tributsystem, Souveränität, Kolonialpolitik, Außenpolitik, Innenpolitik, Kantonhandel, Vertrag von Nanjing.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die moderne Geschichte Chinas im 19. Jahrhundert, mit Fokus auf die Opiumkriege und den Taiping-Aufstand.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Handelsbeziehungen zwischen China und westlichen Mächten, die ökonomischen Folgen des Opiumhandels und die politische Destabilisierung des Qing-Reiches.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, wie der außenpolitische Druck durch die Opiumkriege mit der innenpolitischen Krise durch den Taiping-Aufstand zusammenhängt und ob diese sich gegenseitig beeinflussten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, basierend auf der Auswertung relevanter Fachliteratur, um chronologische Ereignisse und deren Ursachenzusammenhänge darzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des Opiumkonflikts, die Entstehung der "Ungleichen Verträge" und die detaillierte Untersuchung der Ursachen und des Verlaufs des Taiping-Aufstands.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Ungleiche Verträge", "Opiumhandel", "Qing-Dynastie" und "Souveränitätsverlust" charakterisiert.

Warum war der Silberabfluss aus China so problematisch?

Der Silberabfluss führte zu einer Deflation des Silbers und einer gleichzeitigen Kupferinflation, was die Steuerlast für Bauern durch das bimetallische Währungssystem massiv erhöhte und soziale Unruhen schürte.

Inwiefern beeinflusste der Taiping-Aufstand die Außenpolitik der Qing?

Durch die Bindung militärischer Kräfte an der inneren Front waren die Qing militärisch geschwächt, was den westlichen Mächten die Durchsetzung ihrer Forderungen in den "Ungleichen Verträgen" erleichterte.

Welche Rolle spielte die Meistbegünstigungsklausel für das Vertragssystem?

Sie sorgte dafür, dass Privilegien, die ein Land mit China aushandelte, automatisch auch auf alle anderen westlichen Nationen übergingen, was die Abhängigkeit Chinas weiter zementierte.

Excerpt out of 21 pages  - scroll top

Details

Title
Opiumkriege und Taiping-Aufstand
Subtitle
Entstehung des außenpolitischen Konflikts und seine Beziehungen zur innenpolitischen Krise
College
University of Cologne  (Ostasiatisches Seminar)
Course
Grundzüge der modernen chinesischen Geschichte
Grade
1,0
Author
Franz-Josef Kemnade (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V89778
ISBN (eBook)
9783638039215
ISBN (Book)
9783640760039
Language
German
Tags
Opiumkriege Taiping-Aufstand Grundzüge Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franz-Josef Kemnade (Author), 2004, Opiumkriege und Taiping-Aufstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89778
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint