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Verfahrensrecht und Geschichte

Title: Verfahrensrecht und Geschichte

Anthology , 2008 , 140 Pages

Autor:in: LL.M. Maurício Ferrão Pereira Borges (Author)

Law - Comparative Legal Systems, Comparative Law
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Die nachstehende Sammlung umfasst gegenständlich mehrere Bereiche der Rechtswissenschaft: vom reinen Verfahrensrecht bis zur Rechtsgeschichte. Ausländisches Privatverfahrensrecht, Rechtsgeschichte und Zivilprozessrecht in deutscher, portugiesischer und spanischer Sprache gehören zum Inhalt des Buches, welches freilich als eine lehrreiche Neuigkeit auf dem Büchermarkt erscheint.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

§ 1. Faktoren, die zur neuen Epoche der deutschen Prozessrechtswissenschaft insbesondere zur Abhandlung über „Die Lehre von den Proceβeinreden und die Proceβvoraussetzungen“ führten

1. Allgemeine Charakterisierung

2. Kritische Reformstudien: eine neue Richtung des Zivilprozessrechts

3. Die Selbständigkeit des Bülowschen Stils

§ 2. Das terminologische Gefüge

1. Der Begriff „Prozess“

2. Der terminologische Unterschied zwischen „Prozess“ und „Verfahren“

§ 3. Das Prozessrechtsverhältnis

1. Die juristische Natur des Prozessrechtsverhältnisses

2. Der Begriff des Prozessverhältnisses im Vergleich zum Begriff der „Prozessrechtslage“

3. Die Parteien als Subjekte des Prozessverhältnisses

4. Das Gericht als dominierender Faktor des Prozessverhältnisses

5. Die Beziehung zwischen dem Gericht und den Parteien: der Inhalt des Prozessverhältnisses

5.1. Die Haupttheorie über die Entscheidungsgewalt des Gerichts

5.2. Die Anwendung der Hellwigschen Theorie

5.3. Das Fehlen einer prozessualen Verbindung zwischen den Parteien untereinander im Prozessrechtsverhältnis

§ 4. Winkeltheorie des Prozessrechtsverhältnisses

1. Die Entstehung des Prozessverhältnisses

2. Die Prozessvoraussetzungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und die theoretische Struktur des Begriffs des Prozessrechtsverhältnisses innerhalb der deutschen Zivilprozessrechtswissenschaft. Ziel ist es, das Wesen dieses Rechtsinstituts zu erklären, die Beziehung zwischen Gericht und Parteien zu analysieren und eine eigene Theorie zu dessen Entstehung zu entwickeln, unter Berücksichtigung der grundlegenden Lehren von Oskar Bülow sowie nachfolgender Prozessrechtsdebatten.

  • Historische Entwicklung der deutschen Prozessrechtswissenschaft (konstruktive Epoche)
  • Abgrenzung der Begriffe Prozess, Verfahren und Prozessrechtsverhältnis
  • Strukturanalyse der prozessualen Rechtsbeziehungen (Parteien, Gericht)
  • Die Rolle der Prozessvoraussetzungen für die Entstehung des Prozessrechtsverhältnisses
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Winkeltheorie des Prozessrechtsverhältnisses

Auszug aus dem Buch

Die juristische Natur des Prozessrechtsverhältnisses

Die Antwort auf die wesentliche Frage nach der Rechtsnatur eines Prozessverhältnisses ist im Inhalt derjenigen Rechtsbeziehungen zu suchen, aus denen es sich zusammensetzt. Ist ein prozessuales Rechtsverhältnis entstanden, so sind die Parteien dem Gericht gegenüber berechtigt zu verlangen, dass die Streitsache in dem entsprechenden Verfahren geprüft und entschieden wird. Der Richter ist den Parteien gegenüber gleichermaßen berechtigt und verpflichtet, die Prüfung vorzunehmen und die Entscheidung zu fällen.

Der Ausgangspunkt, den Bülow gewählt hat, um das Prozessrecht zu erarbeiten, war dadurch bestimmt, dass „diese schlichte, immerhin aber für die Wissenschaft recht bedeutsame Wahrheit“ bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nicht gebührend gewürdigt, „ja wohl kaum klar begriffen worden“ sei. Die Prozessrechtslehre hat, ebenso wie die Theorie des öffentlichen Rechts, zunächst auf die vorhandenen privatrechtlichen Kategorien zurückgegriffen. Darüber hinaus sei es kein Wunder, dass sich die damaligen Prozessualisten zuerst auf den Begriff des Rechtsverhältnisses stützen, dessen hervorragende systematische Brauchbarkeit für das materielle Zivilrecht schon von Savigny überzeugend bewiesen worden war.

Da man gewöhnt war, bloß von Privatrechtsverhältnissen zu sprechen und weil Bülow immer das Ziel hatte, eine neue Prozessrechtswissenschaft aufzubauen, erklärte er auch ausführlich, warum die Rechtsnatur des Prozessrechtsverhältnisses publizistisch sei: „Da die processualischen Rechte und Pflichten zwischen der Staatsbehörde und den Staatsbürger bestehen, da es sich im Prozess um die Funktion von Staatsbeamten handelt und auch die Parteien nur in ihrer Beziehung und Mitwirkung zur richterlichen Amtsthätigkeit in Betracht kommen, so gehört dieses Verhältniß selbstverständlicher Weise dem öffentlichen Recht an: der Proceß ist ein öffentlichrechtliches Verhältiniß“.

Zusammenfassung der Kapitel

§ 1. Faktoren, die zur neuen Epoche der deutschen Prozessrechtswissenschaft insbesondere zur Abhandlung über „Die Lehre von den Proceβeinreden und die Proceβvoraussetzungen“ führten: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehung der konstruktiven Epoche der Zivilprozessrechtswissenschaft nach, maßgeblich geprägt durch Oskar Bülow.

§ 2. Das terminologische Gefüge: Hier werden die zentralen Begriffe des Zivilprozessrechts, insbesondere Prozess und Verfahren, terminologisch präzisiert, um die Grundlage für die wissenschaftliche Untersuchung des Prozessrechtsverhältnisses zu schaffen.

§ 3. Das Prozessrechtsverhältnis: Das Kapitel erläutert die juristische Natur des Prozessrechtsverhältnisses als Grundbegriff der modernen Theorie und analysiert die Interaktionen zwischen den Parteien und dem Gericht.

§ 4. Winkeltheorie des Prozessrechtsverhältnisses: Abschließend wird die Winkeltheorie als Modell zur Darstellung der Beziehungen im Prozesssystem erörtert und die Entstehung sowie die Bedeutung der Prozessvoraussetzungen dargelegt.

Schlüsselwörter

Prozessrechtsverhältnis, Zivilprozessrecht, Oskar Bülow, Prozessvoraussetzungen, Winkeltheorie, Konstruktive Epoche, Rechtsschutz, Prozessualität, Materielles Recht, Prozessordnung, Rechtsbeziehungen, Prozesssubjekte, Justizgewährungspflicht, Prozesshandlungslehre, Prozessualer Rechtsstreit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die wissenschaftliche Fundierung des Zivilprozessrechts, insbesondere die Entwicklung und Analyse des Begriffs des Prozessrechtsverhältnisses als zentrales Konstrukt seit der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Genese der modernen Prozesswissenschaft, die terminologische Abgrenzung im Zivilprozess, die Struktur des Prozessrechtsverhältnisses und die Rolle der Prozessvoraussetzungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, das tatsächliche Wesen des Prozessrechtsverhältnisses zu ergründen, seine Struktur zu analysieren und eine kohärente Theorie für dessen Entstehung auf Basis der ZPO zu liefern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine dogmengeschichtliche und analytische Methode verwendet, die Theorien der klassischen Prozessrechtslehre, wie die von Bülow, Hellwig und Kohler, kritisch gegenüberstellt und systematisch untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Definition von Prozess und Verfahren, die Erläuterung der prozessualen Rechtsbeziehungen zwischen Gericht und Parteien sowie die Bedeutung der Prozessvoraussetzungen für das Zustandekommen eines wirksamen Prozesses.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern gehören Prozessrechtsverhältnis, Zivilprozessrecht, Oskar Bülow, Prozessvoraussetzungen, Winkeltheorie und prozessuale Rechtsbeziehungen.

Wie definiert der Autor das Prozessrechtsverhältnis nach Bülow?

Nach Bülow ist der Prozess ein öffentlich-rechtliches Verhältnis zwischen den Parteien und dem Gericht, das durch gegenseitige Berechtigung und Verpflichtung gekennzeichnet ist und einen dynamischen Entwicklungscharakter aufweist.

Warum ist die Unterscheidung zwischen „Prozess“ und „Verfahren“ für den Autor so wichtig?

Der Autor betont, dass eine präzise terminologische Unterscheidung notwendig ist, um Missverständnisse in der juristischen Lehre zu vermeiden und das Wesen des Prozesses nicht nur als bloße Handlungsfolge (Verfahren), sondern als komplexes Rechtsverhältnis korrekt zu erfassen.

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Details

Title
Verfahrensrecht und Geschichte
Author
LL.M. Maurício Ferrão Pereira Borges (Author)
Publication Year
2008
Pages
140
Catalog Number
V89787
ISBN (eBook)
9783638035392
ISBN (Book)
9783638932042
Language
German
Tags
Verfahrensrecht Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
LL.M. Maurício Ferrão Pereira Borges (Author), 2008, Verfahrensrecht und Geschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89787
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