Linkshändigkeit und Probleme beim Schreiblernprozess


Hausarbeit, 2007

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Theoretische Grundlagen zur (Links-)Händigkeit
1.1. Ursachen der Linkshändigkeit
1.2. Diagnose der Händigkeit

2. Die Händigkeit und das menschliche Gehirn
2.1. Zur Physiologie und funktionellen Asymmetrie des Gehirns
2.2. Händigkeit als Ausdruck einer motorischen Gehirnhälftendominanz

3. Zur Umschulung angeborener Linkshänder
3.1. Das Problem der Umschulung der Händigkeit
3.2. Gehirngerechtes Lernen als Hilfe für umgeschulte Linkshänder

4. Linkshändigkeit und der Schreiblernprozess
4.1. Probleme beim Schreiben lernen
4.2. Praktische Hinweise für den Unterricht
4.3. Förderung des linkshändigen Kindes

Fazit

Anlage

Literaturverzeichnis

Erklärung

Einleitung

Bei dem Phänomen der Linkshändigkeit handelt es sich um ein weit verbreitetes und vielfach diskutiertes Thema, da Linkshänder in unserer weitgehend rechtshändigen Gesellschaft eine Minderheit und somit eine Besonderheit darstellen. Der Großteil der Menschen benutzt ausschließlich die rechte Hand, was durch Studien nachgewiesen wurde, die belegen, dass ungefähr 90 Prozent der Menschen Rechtshänder sind. Dahingegen liegt der Anteil der Linkshänder durchschnittlich lediglich bei sieben bis acht Prozent. Bei den restlichen Menschen handelt es sich um Beidhänder.[1] Aufgrund der geringen Anzahl der Linkshänder stellen jene Personen eine Randgruppe in der Gesellschaft dar, die immer wieder mit Vorurteilen und Skepsis konfrontiert wird. Insbesondere die herabsetzende Bedeutung der Begriffe links und linkshändig weist bereits eine lange Geschichte auf, die sich auch in Redewendungen und Wortbedeutungen widerspiegelt. Während mit dem Wort „links“ Bedeutungen und Redwendungen wie linkisch, links liegen lassen, zwei linke Hände haben usw. verbunden werden und somit eine Abwertung dieses Begriffes erfolgt, wird der Ausdruck „rechts“ in Verbindung mit „Recht“ und „richtig“ aufgewertet, was sich auch in Redewendungen wie mit rechten Dingen zugehen, rechtschaffen usw. sehen lässt.[2]

Das entscheidende Problem bei Linkshändern tritt jedoch erst in der Schulpraxis auf, wenn es darum geht, das Schreiben zu lernen und lehren. Zwar werden linkshändige Kinder nicht mehr dazu gedrängt mit rechts zu schreiben, aber umso häufiger zeigt sich dafür der Fehler, dass diese Schüler und Schülerinnen sich selbst überlassen werden. Dies geschieht vor allem deswegen, weil auf Seiten der Lehrer und Lehrerinnen oftmals eine gewisse Unsicherheit besteht, da es ihnen nicht leicht fällt, sich in das linkshändige Kind hineinzuversetzen.[3] Zudem sind Lehrkräfte häufig verunsichert, da ihnen die notwendigen Kenntnisse sowohl im Umgang mit Linkshändern als auch hinsichtlich der Diagnostik sowie Methodik und Didaktik fehlen: „Sowohl die diagnostischen Möglichkeiten wie auch methodisch-didaktische Rücksichtnahme sind längst nicht so stark thematisiert, daß [sic] sie für die Kinder wirksam werden können.“[4]

In dieser Arbeit soll es daher darum gehen, allgemein über das Phänomen „Linkshändigkeit“ aufzuklären, jedoch mit besonderer Berücksichtigung hinsichtlich des Schreiblernprozesses. Der Schwerpunkt soll daher auf der Frage liegen, warum linkshändige Kinder nicht umgeschult werden sollten und welche praktischen Tipps ihnen für die Schulpraxis zur Verfügung stehen. Bevor dies jedoch thematisiert werden kann, wird allgemein auf die Ursachen der Linkshändigkeit, die Bestimmung sowie auf die Rolle des menschlichen Gehirns eingegangen, um die Zusammenhänge besser verstehen zu können.

1. Theoretische Grundlagen zur (Links-)Händigkeit

1.1. Ursachen der Linkshändigkeit

In der Diskussion um die Ursachen der Linkshändigkeit lässt sich immer wieder sehen, dass unterschiedliche Möglichkeiten in Betracht gezogen werden. Insbesondere genetische sowie umweltbedingte Einflüsse geraten dabei ins Zentrum der Diskussion.

Es kann heute kaum noch bestritten werden, dass die Gene bei der Verteilung der Händigkeit eine gewisse Rolle spielen, jedoch ist weiterhin nicht geklärt, inwiefern sich dies genau vollzieht. Mehrere unterschiedliche Modelle wurden entwickelt, wobei keines sicher nachgewiesen ist, so dass die Annahme, dass es sich bei der Linkshändigkeit um ein ausschließlich auf Erblichkeit beruhendes Phänomen handelt, nicht belegt ist. Trotz fehlender eindeutiger Nachweise bleibt es dennoch unbestritten, dass die Händigkeit in gewisser Weise genetisch bedingt ist. Doch nicht nur die Gene spielen eine gewisse Rolle, sondern auch die Umwelt trägt ihren Teil dazu bei. Vertreter der Umwelttheorie gehen davon aus, dass die Händigkeit durch kulturelle und gesellschaftliche Vorgaben geprägt von einer Generation zur nächsten übertragen wird und dass die Rechtshändigkeit folglich eine „erlernte Antwort auf eine rechtshändige Welt“ sei. Die Gründe für die Begünstigung der rechten Hand sind jedoch nicht geklärt.[5]

Zusammenfassend ist zu sagen, dass es bei der Suche nach der Ursache der Linkshändigkeit unmöglich ist, eine klare Trennung zwischen Umwelt und Genen zu ziehen, da diese beiden Faktoren zu sehr miteinander verbunden sind. Meyer sieht die Beziehung zwischen Anlage und Umwelt bezüglich der Händigkeit folgendermaßen: „Die Händigkeit eines Menschen ist genetisch festgelegt. Die sichtbare Ausprägung der Händigkeit ist dagegen zum größten Teil eine Sache der Übung und des Gebrauchs.“[6]

1.2. Diagnose der Händigkeit

Während kleine Kinder ihre beiden Hände zu Beginn noch mit gleicher Geschicklichkeit benutzen und somit circa 85 Prozent der Menschen in der anfänglichen Entwicklung Beidhänder sind, entwickelt sich erst ab dem zweiten bis dritten Lebensjahr die Bevorzugung einer Hand durch bestimmte Tätigkeiten wie Zähne putzen, malen usw. heraus.[7] Die Bestimmung der Händigkeit ist jedoch nicht so einfach wie angenommen werden könnte. Im Alltag scheint es leicht zu sein, sich als Rechts- oder Linkshänder zu bezeichnen, wobei die Aussage meist von der Sicherheit, alles mit einer Hand besser erledigen zu können, abhängig gemacht wird.[8] Im Bereich der Wissenschaft kann man jedoch nicht von solchen Angaben ausgehen, da nur wenige Leute bei unterschiedlichen Aktivitäten ein und dieselbe Hand benutzen und „eine einfache Selbstklassifikation nicht anzeigt, wie die Befragten diese verschiedenen Tätigkeiten gewichten, wenn sie ihre Händigkeit beurteilen.“[9]

[...]


[1] vgl. Springer/Deutsch 1993, S. 84.

[2] vgl. Meyer 1991, S. 11.

[3] vgl. Schilling.

[4] Heckel/Stein 1996.

[5] vgl. Springer/Deutsch 1993, S. 87-89.

[6] Meyer 1991, S. 22.

[7] vgl. Artikel „Hinweise“ 1993.

[8] vgl. Schilling 1981, S. 173.

[9] Springer/Deutsch 1993, S. 87.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Linkshändigkeit und Probleme beim Schreiblernprozess
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta
Veranstaltung
Erstlesen - Erstschreiben
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
17
Katalognummer
V89869
ISBN (eBook)
9783638070058
ISBN (Buch)
9783656449522
Dateigröße
433 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Linkshändigkeit, Probleme, Schreiblernprozess, Erstlesen, Erstschreiben
Arbeit zitieren
Kirstin Kannwischer (Autor:in), 2007, Linkshändigkeit und Probleme beim Schreiblernprozess, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89869

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