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Tradition vs. Neue Medien

Eine Studie zur Mediennutzung Jugendlicher

Title: Tradition vs. Neue Medien

Scientific Study , 2006 , 55 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jeanette Kühn (Author), Markus Haubold (Author)

Communications - Research, Studies, Enquiries
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1. Einleitung

Die vorliegende Studie zum Mediengebrauch möchte sich mit der Thematik auseinandersetzen, wie Jugendliche mit dem derzeitigen, durch Verbreitung elektronischer Medien hervorgerufenen Wandel in der Vermittlungskultur umgehen.
Besondere Aufmerksamkeit wird dabei auf das Verhältnis von Brief und den so genannten Neuen Medien wie SMS, E-Mail oder Chat gelegt werden. Die Wahl dieses Schwerpunktes begründet sich in der über Jahrhunderte währenden Monopolstellung des Briefes zur Übermittlung von Nachrichten über räumliche Distanzen: „Schriftliche Informationen von Mensch zu Mensch waren so alt wie die Schrift selbst, so dass eine Kulturgeschichte des Briefes bis in die Anfänge der Antike zurückreichen würde.“
War die Erfindung des Telegraphen einer der ersten Versuche, den Weg von Nachrichten mittels Elektrizität zu beschleunigen, können wir zwischenzeitlich feststellen, „dass der Alltag von Medien der ‚Fernkommunikation’ durchdrungen wird. Das reicht von der ‚multi-medialen’ Ausstattung der Haushalte mit Telefon, Telefax, Anrufbeantworter, Internetanschluss und E-Mail bis hin zur Allgegenwart medialer Kommunikation durch mobile Gerätschaften.“

Fraglich ist, in welchem Maße die Neuen Medien in der Lage sind, Briefkommunikation zu ersetzen. Statistisch gesehen, scheint das Ende des Briefes in naher Zukunft möglich. Die Deutsche Post AG befördert zwar 72 Millionen Briefe pro Tag, doch handelt es sich nur noch bei zehn Prozent um private Inhalte (vgl. Höflich 2003, S. 40).
Den mit Briefpost beförderten behördlichen Inhalten scheint ebenso keine große Zukunft beschieden zu sein. In nahezu allen geschäftlichen Bereichen werden schriftliche Informationen nicht mehr auf dem Trägermedium Papier weitergeleitet, sondern via E-Mail durch Datennetze versandt. Eines der jüngsten Zeugnisse dafür ist die Initiative BundOnline2005, „in der sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt hat, bis 2005 alle internetfähigen Dienstleistungen online bereitzustellen“. Beispielsweise können Anwälte mittlerweile Anklageschriften, digital signiert, elektronisch bei Gericht einreichen.

Ein weiterer Grund für die Annahme, dass Neue Medien Briefkommunikation verdrängen, ist die hohe Akzeptanz ihnen gegenüber in jungen Altersgruppen. 76,9 Prozent der 14- bis 19-jährigen bzw. 80,3 Prozent der 20- bis 29-jährigen in Deutschland waren 2002 Onlinenutzer. In der Altersklasse der 40- bis 49-jährigen ist immerhin der knappen Hälfte der inländischen Bevölkerung der Zugang ins World Wide Web möglich. Erst ab einem Alter von 60 Jahren verringert sich dieser Wert auf 7,8 Prozent. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass mit der bevorstehenden Übertragung von sozialen Kompetenzen an die gerade heranwachsende Generation, z.B. durch den Einstieg in das Berufsleben, eine vermehrte Nutzung elektronischer Kommunikationsformen einhergehen wird, wohingegen der konventionelle Nutzerkreis analoger Medien aus Altersgründen zunehmend an Einfluss verlieren wird.

Die elektronischen Kommunikationsformen scheinen aufgrund ihrer Vielfalt und ihrer zunehmenden Nutzung für jeden kommunikativen Zweck geeignet zu sein. Letztlich ist jedoch entscheidend, in welchem Maße ein Medium in der Lage ist, ein Signal vom Kommunikator zum Rezipient weiterzuleiten und inwiefern es dem Empfänger aufgrund der Qualität des Signals möglich ist, eine sinngerechte Decodierung vorzunehmen, also die kommunikative Absicht des Senders zu erschließen.

Das Angebot alter und neuer Medien eröffnet nach unserer Ansicht mannigfaltige Möglichkeiten, Kommunikation zu begründen. In Anbetracht dieser Tatsache besteht aber auch die Gefahr, die Leistungsfähigkeit Neuer Medien zu überschätzen, was sich nicht zwangsläufig in größeren Qualitäten von Briefkommunikation äußern muss, sondern auch aus der Wahl eines wenig geeigneten elektronischen Mediums resultieren kann.
Die Untersuchung dieses Sachverhaltes möchten wir zum Kernpunkt dieser Studie machen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Durchführung der Studie

2.1 Die Untersuchungsgruppe

2.2 Aufbau des Fragebogens

3. Auswertung der Fragebogenstudie

3.1 Allgemeine Daten

3.2 Zugang zu Medien

3.3 Wichtigkeit von Medien

3.4 Glaubwürdigkeit von Medien

3.5 Aufdringlichkeit von Medien

3.6 Briefkommunikation

3.7 Buchlektüre

3.8 SMS-Kommunikation

3.9 Abhängigkeit von Situation und Mediennutzung

3.10 Zeit- und Kostenaufwand für Medien

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Vermittlungskultur bei Jugendlichen im Kontext der zunehmenden Nutzung elektronischer Medien. Im Fokus steht die Forschungsfrage, inwieweit moderne Kommunikationsformen wie SMS, E-Mail und Online-Chat den traditionellen Brief als Medium für private und öffentliche Angelegenheiten ersetzen können und welche situativen Faktoren diese Medienwahl beeinflussen.

  • Vergleichende Analyse der Mediennutzung bei Jugendlichen
  • Bewertung von Wichtigkeit, Glaubwürdigkeit und Aufdringlichkeit verschiedener Medien
  • Zusammenhang zwischen Lesegewohnheiten (Buchlektüre) und Schreibverhalten
  • Einfluss von Zeit- und Kostenfaktoren auf die Medienwahl
  • Situationsabhängige Eignung von Kommunikationskanälen

Auszug aus dem Buch

3.4 Glaubwürdigkeit von Medien

Medien haben Einfluss auf die Glaubwürdigkeit der mit ihnen vom Kommunikator zum Rezipient übermittelten Botschaften. Entsprechend dem Weg, auf dem uns eine Nachricht erreicht, sind wir von deren Wahrheitsgehalt überzeugt oder im Hinblick auf die Richtigkeit der Information skeptisch: Eine Liebeserklärung ‚unter vier Augen’ oder in einen Brief verpackt wird uns eher emotionale Regungen abgewinnen, als selbige Botschaft in Form einer SMS oder als Textzeile im Chat.

Wir haben die Schüler befragt, für wie glaubwürdig sie einzelne Medien einschätzen. 93,1 Prozent der Gymnasiasten halten das Gespräch für sehr glaubwürdig oder glaubwürdig. Das ist wenig verwunderlich, verfügt face-to-face – Kommunikation doch über eine Fülle von Kanälen, welche an der Übertragung einer Botschaft beteiligt sind. Dazu gehört der auditive Kanal, welcher dem Rezipienten beispielsweise neben dem Inhalt der Botschaft auch über die Stimmlage und das Sprechtempo Informationen zuführt.

Visuell wird die Glaubwürdigkeit der Nachricht über Gestik, Mimik und Körperhaltung des Senders vermittelt. Ein lachender Überbringer einer schlechten Nachricht wird mit hoher Wahrscheinlichkeit als schadenfroh oder als Lügner eingestuft werden – je nachdem, ob sich das von ihm Gesagte als richtig oder falsch erweist.

Der taktile Kanal leitet über Berührungen Signale weiter. Ein Händedruck, das Auflegen einer Hand auf die Schulter oder das Anfassen eines Arms seines Gegenübers verschaffen Nähe, drücken Anteilnahme aus und lassen die Kommunikation vertrauter werden. Dies kann – je nach Gesprächssituation – für eine größere Glaubwürdigkeit sorgen. Natürlich kommt eine Reihe von Gesprächen konventionell ohne taktile Signale aus, z.B. wenn diese institutionellen Charakter besitzen. Trotzdem wird in solchen Fällen den Inhalten Glauben geschenkt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Medienwandels ein und begründet den Fokus auf das Verhältnis zwischen dem traditionellen Brief und Neuen Medien wie SMS und E-Mail.

2. Durchführung der Studie: Hier werden die Untersuchungsgruppe (Gymnasiasten 11./12. Klasse) sowie der Aufbau der Fragebogenstudie und die methodischen Hintergründe erläutert.

3. Auswertung der Fragebogenstudie: Dieser umfangreiche Hauptteil analysiert detailliert die Daten zu verschiedenen Medien hinsichtlich Zugang, Wichtigkeit, Glaubwürdigkeit, Aufdringlichkeit, Briefnutzung, Buchlektüre, SMS-Verhalten, situativer Eignung sowie Zeit- und Kostenaspekten.

4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und schlussfolgert, dass der Brief trotz Konkurrenz durch Neue Medien insbesondere in emotionalen Situationen aufgrund seiner besonderen Eigenschaften bestehen bleibt.

Schlüsselwörter

Mediennutzung, Jugendliche, Neue Medien, Briefkommunikation, SMS, Glaubwürdigkeit, Medienwandel, Kommunikationskultur, Fragebogenstudie, Vermittlungskultur, Medienwahl, Online-Chat, E-Mail, Buchlektüre, Situationsanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Jugendliche in Zeiten der Digitalisierung den Wandel von klassischen Kommunikationsformen wie Briefen hin zu elektronischen Medien wie E-Mail und SMS erleben und nutzen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Medienzugänglichkeit, die wahrgenommene Wichtigkeit und Glaubwürdigkeit von Medien sowie die situative Eignung verschiedener Kommunikationskanäle.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und in welchen Lebensbereichen Neue Medien den traditionellen Brief ersetzen können und welche Faktoren – wie z.B. Zeit, Kosten oder emotionale Intention – diese Entscheidung beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autoren führten eine quantitative Fragebogenstudie mit 115 Schülern der 11. und 12. Jahrgangsstufe eines Gymnasiums durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die gesammelten Daten detailliert ausgewertet, wobei Aspekte wie die subjektive Wichtigkeit einzelner Medien, die Glaubwürdigkeit elektronischer Nachrichten, das Störpotenzial von Massenmedien und die Abhängigkeit der Medienwahl von der konkreten Situation beleuchtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Mediennutzung, Medienwandel, Kommunikationskultur, Jugendliche, Briefkommunikation und situative Medienwahl beschreiben.

Warum schneiden Online-Chats und Foren in der Studie als weniger „wichtig“ ab?

Laut den Ergebnissen werden diese Medien von den befragten Jugendlichen oft eher als Zeitvertreib für Smalltalk wahrgenommen, statt als zielgerichtetes Medium für wichtige oder ernsthafte Kommunikation.

Welche Rolle spielt das Geschlecht beim Schreiben von Briefen?

Die Untersuchung zeigt, dass weibliche Jugendliche signifikant mehr private und öffentliche Briefe schreiben als ihre männlichen Mitschüler.

Warum ist der Brief laut den Schülern trotz geringer Nutzung „glaubwürdig“?

Der Brief wird als Dokument wahrgenommen, das durch die physische Existenz und die Unterschrift eine höhere Verbindlichkeit und Seriosität ausstrahlt als flüchtige digitale Nachrichten.

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Details

Title
Tradition vs. Neue Medien
Subtitle
Eine Studie zur Mediennutzung Jugendlicher
College
Technical University of Chemnitz  (Philosophische Fakultät)
Course
Neue Medien - Neue Kommunikationsformen
Grade
1,3
Authors
Jeanette Kühn (Author), Markus Haubold (Author)
Publication Year
2006
Pages
55
Catalog Number
V90123
ISBN (eBook)
9783638051477
Language
German
Tags
Tradition Neue Medien Neue Medien Neue Kommunikationsformen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jeanette Kühn (Author), Markus Haubold (Author), 2006, Tradition vs. Neue Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90123
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