Die Erzählung "Kinder auf der Landstraße" von Franz Kafka

Versuch einer Interpretation


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2020

35 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Entstehungs- und Veröffentlichungsgeschichte der Betrachtungs- Texte

2 Einordnung der Betrachtungs -Texte in Kafkas Gesamtwerk

3 Die beiden Bedeutungen des Begriffs ‚Betrachtung‘

4 Der Junggeselle als betrachtendes Ich

5 Die wissenschaftliche Vernachlässigung der Betrachtungs -Texte

6 Ich-Erzählform und personales Erzählverhalten

7 Inhaltliche und formale Analyse des Textes Kinder auf der Landstraße

8 Verschiedene Erklärungen für den aus dem Textzusammenhang nicht erschließbaren Auf-bruch des Ich-Erzählers in die Narrenstadt

9 Literaturverzeichnis

1 Entstehungs- und Veröffentlichungsgeschichte der Betrachtungs- Texte

„Die Prosasammlung Betrachtung, Kafkas erste Buchpublikation, erschien um den 10. Dezember 1912 (mit der Jahreszahl 1913) im Verlag Ernst Rowohlt. Unter demselben Titel hatte Kafka bereits im März 1908 acht der insgesamt achtzehn Prosaminiaturen mit römischen Ziffern, aber noch ohne Überschriften in der von Franz Blei und Carl Sternheim herausgegebenen Zeitschrift Hyperion veröffentlicht.“1 Nur bei wenigen der achtzehn Texte kann man lt. Neymeyr die Zeit der Niederschrift genau bestimmen; das seien Der plötzliche Spaziergang, Entschlüsse und Das Unglück des Junggesellen. Diese drei Texte entstammen Kafkas Tagebuch und sind von daher datierbar. Für Der Nachhauseweg, Die Vorüberlaufenden, Der Fahrgast und Wunsch, Indianer zu werden fehlen Datierungshinweise. Die vier Texte Kleider, Die Bäume, Der Ausflug ins Gebirge und Kinder auf der Landstraße entstammen dem Konvolut Beschreibung eines Kampfes und könnten zwischen 1904 und 1907 entstanden bzw. niedergeschrieben worden sein.2

„Schon während seines kurzen Gastspiels an der Assicurazioni Generali hatte Kafka sein Debüt als Schrift-steller in der Öffentlichkeit vollzogen. Die von Franz Blei (1871-1942) herausgegebene Zweimonatsschrift Hyperion druckte in ihrer ersten Ausgabe im März 1908 unter dem Titel Betrachtung acht kurze Prosa-stü name="_ftnref2" title="">2 Für die Mai-Ausgabe 1909 steuert Kafka zwei weitere Texte bei: Gespräch mit dem Beter und Gespräch mit dem Betrunkenen, Abschnitte aus der wohl 1903 entstandenen Beschreibung eines Kampfes. Der Hyperion, der überwiegend Texte der literarischen Avantgarde gedruckt hat, muss nach zwei Jahren sein Erscheinen einstellen. Gerhard Kurz betont, die 1908 im Hyperion veröffentlichten Prosatexte ohne Einzeltitel seien Kafkas „erste Publikation überhaupt.“3

Die Prager Tageszeitung Bohemia, in der ein von Kafka verfasster Nachruf auf den exklusiven Hyperion erscheint, „in welchem er [dessen] Bedeutung für randständige Autoren betont“4, druckt 1910 fünf Prosastücke Kafkas, nämlich diese Titel: Am Fenster (später: Zerstreutes Hinausschaun), In der Nacht (später: Die Vorüberlaufenden), Kleider, Der Fahrgast und als neuen Titel Zum Nachdenken für Herrenreiter.5

Ende Juni 1912 fährt Kafka mit Max Brod – es ist ihre letzte gemeinsame Reise – nach Weimar und in den Harz. Auf dem Hinweg machen sie Station in Leipzig und treffen dort den Verleger Ernst Rowohlt und seinen Kompagnon Ernst Wolff (er ist stiller Teilhaber). Man verständigt „sich über die Vorbereitung eines ersten Prosabandes, der kürzere Erzählungen enthalten soll.“6 Am Ende werden diesem Band achtzehn kurze Prosatexte angehören.

Ernst Rowohlt bringt dann gegen Ende des Jahres 1912 unter dem Titel Betrachtung die erste Buch-veröffentlichung des jungen Autors Franz Kafka heraus. Neben den neun Texten von 1908 (Hyperion) und 1910 (Bohemia) enthält der in 800 unnummerierten Exemplaren erschienene Band neun weitere kurze Texte mit eigenen Überschriften: Kinder auf der Landstraße, Entlarvung eines Bauernfängers, Der plötzliche Spaziergang, Entschlüsse, Der Ausflug ins Gebirge, Das Unglück des Junggesellen, Das Gassenfenster, Wunsch, Indianer zu werden und Unglücklichsein.

Der Band Betrachtung besteht somit „zur Hälfte aus unveröffentlichten, zur Hälfte aus veröffentlichten Stücken.“7 Überdies hat Kafka sich mit der Zusammenstellung der Texte schwergetan: Der Ausflug ins Gebirge, Kleider, Die Bäume und Kinder auf der Landstraße stammen aus den verschiedenen Fassungen der Beschreibung eines Kampfes; Raabe bemerkt treffend, man erkenne, „dass Kafka sein frühestes Werk wie einen Steinbruch abbaute.“8

„Kafkas Widmung <M. B.> in der Buchversion der Betrachtung gilt seinem Freund Max Brod, der ihm den Verlagskontakt vermittelt hatte.“9

2 Einordnung der Betrachtungs -Texte in Kafkas Gesamtwerk

„Die Einteilung von Kafkas Werk in eine Frühphase (bis 1912), die Reifezeit (1912 - 1917/18) und eine Spätphase (1921 - 1924) deckt sich mit wichtigen Zäsuren im Leben des Dichters, besonders die Jahre 1912 (Kennenlernen von Felice Bauer, Heiratspläne) und 1917 (Ausbruch der Krankheit) können als wichtige Lebenswendepunkte gelten, die auch für die Werkphasen von Bedeutung sind.“10

Zu den Werken der Frühphase zählen Die Beschreibung eines Kampfes (1904/05), das Fragment Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande (1906/07) und die achtzehn Prosaskizzen der Betrachtung (1913). Über die Texte der Betrachtung schreibt Peter Beicken, sie erhellten „den zwischenmenschlichen Bereich, Konflikte, Einsamkeiten, Abweisungen im Erotischen, gespensterhafte Visionen, verfremdete Alltagsrealität, die Existenzsorgen eines Kaufmanns, der sich geschäftlich ausgeliefert […] und als Mensch dem Übergriff feindlicher Mächte ausgesetzt fühlt […].“11

Beicken spricht bei den Betrachtungs -Texten von Prosaskizzen; Barbara Neymeyr räumt im Kafka-Hand-buch (Metzler) ein, eine „präzise Gattungsbestimmung [sei] schwierig“, sie zählt einige der vom Autor im Tagebuch und in Briefen verwendeten Bezeichnungen für diese Texte auf: „Kleine Prosa“, „Stückchen“, „Sachen“, „meine kleinen Winkelzüge“. Neymeyr hält die Begriffe „Prosaminiaturen“, „Skizzen“ oder „Studien“ für „legitim“, weil sie die Distanz zu tradierten Werkbezeichnungen andeuteten, weil sie das Subjektive und Vorläufige und auch das Reflexive mit einschlössen.12

Ritchie Robertson findet einschränkend: „Die Skizzen der Betrachtung hinterlassen eher den Eindruck von Stimmungsbildern als von Erzählungen.“13

Man kann aber der Gattungsproblematik aus dem Weg gehen, wenn man von kurzen Prosatexten bzw. -stücken spricht, bei denen das Narrative dominant ist (z. B. in der die Betrachtung einleitenden „Kinder-geschichte“14 Kinder auf der Landstraße) oder das Reflexive überwiegt (z. B. in Die Bäume) oder erzählerische Elemente sich mit Reflexionen mischen.

3 Die beiden Bedeutungen des Begriffs ‚Betrachtung‘

Kafka hat nach Neymeyr auf dem „singularischen Titel Betrachtung “ bestanden.15 Gerhard Kurz erklärt: „Der Titel […] bestimmt die einzelnen Texte als Teile eines Betrachtungsaktes.“16 Das Verbum ‚betrachten‘ bedeutet „[längere Zeit] prüfend ansehen“17. Man kann jemanden neugierig, ungeniert, aus nächster Nähe, von oben bis unten, wohlgefällig, eingehend, bei Licht oder mit Aufmerksamkeit betrachten. Betrachtung meint damit ein Anschauen und zugleich eine Überlegung, eine mentale Untersuchung des Geschauten.

Barbara Neymeyr sagt demzufolge treffend, der Begriff <Betrachtung> bedeute bei Kafka zweierlei, nämlich zum einen „die optische Wahrnehmung von Außenwelt“, zum anderen aber ziele er „auf abstrakte Reflexion oder kontemplative Verinnerlichung.“ Sie begründet ihre Sicht mit zwei Textüberschriften: Zerstreutes Hinausschaun und Zum Nachdenken für Herrenreiter. 18

Diese zwei Seiten des Betrachtens hebt auch Gerhard Kurz hervor, er schreibt, „Kafka [experimentiere] in diesen Texten geradezu mit Möglichkeiten des Erzählens: Kinder auf der Landstraße enthält eine narrativ-chronologisch entfaltete Handlung, ebenso Entlarvung eines Bauernfängers und Unglücklichsein. Andere Texte bestehen nur aus einem Monolog (Der Ausflug ins Gebirge), einem imaginierten szenischen Dialog (Die Abweisung) oder formulieren einen Wunsch, einen Vergleich (Wunsch, Indianer zu werden, Die Bäume), eine Überlegung (Der plötzliche Spaziergang z. B.).“

„Viele Texte der Betrachtung “, sagt Kurz zusammenfassend, „exponieren die Situation eines anonymen ‚ich‘ oder ‚man‘ oder ‚wir‘, das redet, sich erinnert, reflektiert, sich etwas vorstellt, sich fragt, vergleicht, Schlüsse zieht, Vermutungen anstellt.“19

Aus dieser summarischen Nennung der Tätigkeiten des/ der Protagonisten wird deutlich, dass die Texte angeschaute Augenblicke und Stimmungen der Außenwelt (der Wirklichkeit) und darauf beruhende nachdenkliche Überlegungen festhalten.

Der Germanist Rüdiger Zymner (Bergische Universität Wuppertal) hat in dem Kafka-Handbuch des Metzler-Verlages den „systematischen und historischen Zusammenhang von Denkbild, Parabel und Aphorismus“ erläutert. In dem Abschnitt Kafkas Denkbilder kommt er zu dem Ergebnis, die Texte in dem Band Betrachtung (1912) seien Denkbilder, da „man von monologischer Gedankenrede sprechen“ könnte.20 Kenn-zeichnend für den reflektierenden Grundgestus ist für ihn z. B. eine texteröffnend formulierte Vermutung. Das Unglück eines Junggesellen beginnt nämlich so: „Es scheint so arg, Junggeselle zu bleiben, als alter Mann unter schwerer Wahrung der Würde um Aufnahme zu bitten, […] krank zu sein und …“21 Die Annahme, das Junggesellendasein bestehe aus lauter solchen unglücklichen („argen“) Zuständen, belegt ein namenloses „man“ durch elf mit „zu“ erweiterte Infinitivgruppen.

In Kafkas erster Buchveröffentlichung (1912) fänden sich allerdings auch Texte, die wie Kinder auf der Landstraße und Entlarvung eines Bauernfängers mehr „ausführliche Erzählungen als reflektierend oder auf Reflexion angelegte Denkbilder […] sind.“22 Vielleicht sollte man zu den weniger reflektierenden Prosastükken noch Unglücklichsein zählen, wo „als kleines Gespenst […] ein Kind aus dem ganz dunklen Korridor [fährt], in dem die Lampe noch nicht brannte, und […] auf den Fußspitzen stehen bleibt.“23

4 Der Junggeselle als betrachtendes Ich

Alle Betrachtungen in der Betrachtung gehen von einem betrachtenden Ich aus, alle Betrachterfiguren – der Kaufmann, der Spaziergänger, der Fahrgast, der am Gassenfenster Stehende, der Unglückliche und mit Einschränkung natürlich auch der schaukelnde Knabe im Garten – sind figürliche Darstellungen eines Jung-gesellen. Sophie von Glinski betont: „Das Junggesellen-Ich ist nicht auf ein Autor-Ich zurückzuführen, es ist bestimmt als Funktion im Text.“24 Damit weist sie die Deutungen zurück, die den Junggesellen als Personifikation des Dichters ansehen, wie es z. B. James Rolleston in Landschaften der Doppelgänger erklärt.25 Zugleich beurteilt sie dieses Junggesellen-Ich so: „Das Subjekt der Betrachtung ist ein Ich, das von einer exzentrischen, <weltfremden> Position aus seinen Blick auf die Welt richtet.“26 Übersetzt heißt das: sie hält das jeweilige betrachtende Ich für überspannt, verschroben und sich von der Gemeinschaft distanzierend.

Peter-André Alt hat in seiner Kafka-Biographie auch über die Protagonisten der Betrachtung geschrieben: „In der Mitte des Buches hatte Kafka seine Junggesellengeschichten untergebracht, die von <plötzlichen Spaziergängen>, nächtlichen Gedankenreisen oder der Einsamkeit unverheirateter Männer handeln.“27 Den Junggesellen schreibt er eine Art Flaneur-Rolle zu und führt aus: „Die einsamen Spaziergänger der frühen Prosa sind unverheiratete junge Männer, die […] in der Rolle zermürbter Berufsmenschen auftreten, die am Abend nach ermüdendem Arbeitsalltag in den Gassen flanieren. Aus dem engen Zimmer, in dem sie hausen, treibt sie zumeist die Angst vor dem, was Ernst Bloch in den Spuren (1930) das <allzu Eigene> genannt hat. Wenn sich Kafkas Junggesellen dem Kraftstrom der Passanten preisgeben, so tun sie das auch, um ihrer nur auf sich selbst bezogenen Lebensform zu entgehen. Freilich unterliegen sie einer Täuschung: Die Begegnung mit der äußeren Wirklichkeit erfolgt allein im Wahrnehmungsmedium des Blicks, der das Fremde sofort wieder in die geschlossene Reflexionsordnung des einsamen Subjekts zu-rückspielt.“ Diese Betrachtungsweise berge aber das „Risiko eines gleitenden Realitätsverlustes.“28

Gerhard Kurz weist noch auf Folgendes hin: „Wie aus Äußerungen Kafkas selbst hervorgeht, ist die Betrachtung als Erzählzyklus angelegt.“29 Barbara Neymeyr betont in diesem Zusammenhang, die Forschungsliteratur zur Betrachtung sei „ ‚auffallend schmal‘ (Kurz)“ bzw. die Anzahl der Arbeiten sei „ ‚gering‘ (von Glinski)“, und beklagt diese „Forschungslücke“.30

Es gibt natürlich einige Untersuchungen, was diese achtzehn Erzähltexte verbindet. Wolfgang Kittler z. B. sieht im Binder-Handbuch (1979) die Erzählsammlung als Einheit; er meint, einzelne Texte fügten sich zu Gruppen zusammen. Eine Konnexität sieht er beispielsweise zwischen den ersten drei Betrachtungs -Texten (Kinder auf der Landstraße, Entlarvung eines Bauernfängers, Der plötzliche Spaziergang) in der übereinstimmenden erzählten Zeit des Abends. Der innere Zusammenhang der Abendzeit ist zwar zu-treffend, aber die Landstraßenkinder und der entlarvte Bauernfänger sind fast reine Erzähltexte, der Plötzliche Spaziergang hingegen ist eine eindeutig „monologische[r] Gedankenrede“31 einer als „man“ auftretenden Erzählinstanz und besteht lediglich aus zwei überlangen Sätzen. Ich sehe daher in der Zeitgleichheit wenig Übereinstimmung. Kittler sagt natürlich richtig, den unglücklichen Junggesellen und den Kaufmann verbinde die Einsamkeit.32 Aber: „Einsamkeit durchzieht die Texte wie ein Leitmotiv“33, schreibt Susanne Kaul. Sie hätte auch sagen können: alle Texte. Barbara Neymeyr hat „thematische Elemente und Motive“ gesucht und einige leitmotivliche Wiederholungen herausgestellt, „die auf eine zyklische Komposition der Betrachtung verweisen (Kurz 1994, 53 f.).“ Sie meint aber: „Die Diskontinuität von Kafkas Frühwerk Betrachtung entspricht der zeitgenössischen Krise der Identität. Ähnlich wie bei der Multiplikation des Ich in der Beschreibung eines Kampfes scheint Kafka auch hier an Nietzsches These vom Ich als bloßer Fiktion und an Ernst Machs Diktum anzuschließen, das Ich sei <unrettbar> (Neymeyr, 14-21).“34

Die Klammerangabe am Zitatende verweist auf Neymeyrs 2004 erschienene Analyse der Beschreibung eines Kampfes, in der sie ausführlich darlegt, wie Kafka die moderne Krise der Identität in der Persönlichkeitsspaltung eines Ich-Erzählers inszeniert.35

5 Die wissenschaftliche Vernachlässigung der Betrachtungs -Texte

Dem Interpreten ist aufgefallen, wie unterschiedlich die wenigen wissenschaftlichen Analysen die Texte der Betrachtung beurteilen. Die von B. Neymeyr beklagte „Forschungslücke“ lässt sich zum Teil erklären durch den Umstand, dass Kafkas Frühwerk lange „im Schatten seiner späteren Werke stand.“ Aus der Sicht, erst das Urteil von 1912 „markiere seinen eigentlichen literarischen Durchbruch“36, ist das frühe Werk oft als minder künstlerisch angesehen worden, als unvollkommen und unreif. Eine solche Voreingenommenheit findet sich auch im Binder-Handbuch von 1979. Hier spricht James Rolleston den frühen Schriften einen literarischen Rang ab, er schreibt: „Kafka macht hier Versuche, experimentiert mit den Möglichkeiten der Sprache, und es ist sinnlos, solche Tätigkeit literarisch beurteilen zu wollen.“37 Ähnlich urteilt Ingeborg C. Henel: die vor dem Urteil liegenden Werke seien, „als Kunstwerke betrachtet, bloße Versuche und nicht einmal besonders geglückt“, sie bereiteten allerdings „sowohl in Thematik wie Form auf die folgenden Werke vor.“38

Andere Forscher haben anders geurteilt. Vor allem Gerhard Kurz versucht in seinem Sammelband von 1984, den Werken zwischen 1909 und 1912 den „Ruch des Vorläufigen zu nehmen.“ Er sieht „viele Erzählmuster und Erzählmotive der späteren in den ersten Texten konstitutiv schon angelegt.“39 In vielen Texten liest er eine frühexpressionistische „Stimmung von Untergang, Trauer, Schwäche.“40

So arbeiten auch die meisten Veröffentlichungen zur Betrachtung pauschal den unsicheren, um Orientierung ringenden Protagonisten heraus, der sich über seine eigene Identität und über sein Verhältnis zur Außenwelt noch nicht ganz klar ist. Dementsprechend spricht P.-A. Alt verallgemeinernd von einem „Panorama der dort [i. e. in der Betrachtung ] versammelten Neurotiker“, später sieht er „Nachterfahrungen der einsamen Melancholiker, Junggesellen und Sonderlinge.“41 Ausführlich erklärt er: „Kafkas frühe Prosa verwandelt die soziale Umwelt ihrer Helden in labyrinthische Ordnungen, die dem Einzelnen die Orientierung rauben. Diese Grundsituation löst hektische Erklärungsversuche aus, in denen sich das Verlangen nach Beherrschung eines unübersichtlich gewordenen Lebens äußert. Kafkas Protagonisten treten der Wirklichkeit, […], mit einem nervös-angespannten Deutungswillen entgegen, ohne jedoch ihre Lage praktisch ändern zu können.“42

Den meines Wissens besten Überblick über alle Texte der Betrachtung bietet Barbara Neymeyr im Metzler-Handbuch.43 Eine exemplarische Textanalyse findet sich dort für Die Bäume, Der plötzliche Spaziergang, Entschlüsse, Die Vorüberlaufenden und Kinder auf der Landstraße. In ihrer 2004 publizierten Dissertation analysiert Sophie von Glinski die Beschreibung eines Kampfes, Kleider, Der Kaufmann, Der Fahrgast und Die Vorüberlaufenden. Dabei konzentriert sie sich allerdings auf „die spezifischen Verschränkungen von Traum und Realität, die das Phantastische in Kafkas Frühwerk sowie in seinen experimentellen Tagebuch-Skizzen kennzeichnet.“44

6 Ich-Erzählform und personales Erzählverhalten

Bei der erzählten Wirklichkeit eines narrativen Textes habe ich im Unterricht stets unterschieden: a) das erzählte Geschehen. Das bildet den Inhalt einer Erzählung und umfasst das Handeln erzählter und/ oder erzählender Figuren, hinzu kommen natürlich alle figurenunabhängigen Ereignisse. b) die erzählte Zeit, d. h. die Dauer des fiktiven Geschehens. Die erzählte Zeit kann linear oder nicht-linear ablaufen, es gibt zeitdeckendes, -dehnendes oder -raffendes Erzählen sowie Rückwendungen und Vorausdeutungen. c) den erzählten Ort, dessen Konturierung durch Figuren- und/ oder Erzählerrede (auch Erzählerbericht genannt) erfolgt. d) erzählte und erzählende Figuren, die ebenfalls durch Figuren- bzw. Erzählerrede konfiguriert werden.

In Kinder auf der Landstraße ist die erzählte Zeit zunächst der späte Nachmittag eines heißen Sommer-tages, den der Protagonist im Garten seiner Eltern verbringt. Als er später sein Abendbrot zu sich nimmt, zeigt das Kerzenlicht, dass es mittlerweile dunkel geworden ist. Auf frühen oder späten Abend deuten auch der bereits aufgegangene Mond und der mit erleuchteten Abteilen vorbeifahrende Zug hin.

Der erzählte Ort wechselt vom elterlichen Garten auf die Straße vor dem Haus, entfernt sich dann aber aus dem Dorf bis hin zu einer Brücke über einen Wildbach, unweit eines Waldes.

Das erzählte Geschehen umfasst anfangs das Schaukeln des Protagonisten, danach sein Herumtollen mit den Kindern auf der Landstraße. Am Handlungsende, an einer Wegkreuzung, beginnt die Hauptperson, auf Feldwegen in einen Wald zu laufen mit dem Ziel, zu einer Stadt im Süden zu gelangen. Ansonsten ist die erzählte Handlung eigentlich recht mager.

Richten wir unser Augenmerk deshalb auf die erzählten und/ oder erzählenden Figuren dieser erzählten Wirklichkeit. Erzählte Figuren sind neben dem Protagonisten einige Dorfbewohner, die er während seines Schaukelns hört bzw. mitunter sieht, und mehrere Kinder, an deren Spielen er sich schließlich nolens volens beteiligt. Die anderen erzählten Figuren – die Reisenden, die Erwachsenen des Dorfes, die Mütter und die Stadtnarren – sind zwar auch erzählte Personen, treten aber nicht, in persona an den erzählten Orten in das erzählte Geschehen eingreifend, in Erscheinung.

Der eigentlich allein Handelnde ist der Dorfjunge, der sich zunächst die Zeit mit seiner Schaukel vertreibt und in den ersten Abschnitten des Textes als sprechendes Ich auftritt.

Ein Erzähler kann grundsätzlich zwischen zwei Möglichkeiten wählen: Er berichtet nicht von sich selbst, sondern von einer anderen Person, die in der 3. Pers. Sg. oder Pl. als Er oder Sie auftritt. So beginnt der Prozeß: „Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“45

Diese Er-Erzählform liegt in Kinder auf der Landstraße nicht vor. Kafka hat hier die Ich-Erzählform gewählt. Gleich in den ersten Satzreihen ergreift der Junge (= das sprechende Ich) selbst das Wort und sagt: „Ich hörte die Wagen an dem Gartengitter vorüberfahren, manchmal sah ich sie auch durch die schwach bewegten Lücken im Laub.“46 Das ist aber trotz der hier von mir eingefügten Redezeichen keine Oratio directa, sondern ein einfacher Erzählerbericht.

Jochen Vogt, dessen Terminologie ich in meinem Unterricht verwendet habe, hat in seinen Aspekten er-zählender Prosa die verwirrende Vielfalt der bis dahin von den einzelnen Schulen der Erzählforschung verwendeten Grundbegriffe verständlich reduziert, wenn er sagt, „von der Ich-Erzählung [solle] nur gesprochen werden, wenn“ das Ich „den Erzähler und eine mit ihm identische Handlungsfigur – oft, aber nicht notwendigerweise die Hauptfigur – bezeichnet.“ Noch deutlicher formuliert er: „Die Erste Person der Grammatik [bezeichnet] den Erzähler und eine mit ihm identische Handlungsfigur.“47 In dem in der Ich-Erzählform geschriebenen Text Kinder auf der Landstraße spricht der Erzähler in der Ich-Form also von sich selbst. Das Ich ist sowohl erzählendes Medium als auch handelnde Figur (Person). Das erzählende Ich (der Ich-Erzähler) tritt als erzählte Figur der erzählten Wirklichkeit auf. In Kinder auf der Landstraße ist die das Geschehen im Garten und auf der Landstraße erlebende Ich-Figur mit dem erzählenden Ich identisch. Auf die manchmal sinnvolle Unterscheidung zwischen dem erzählenden und dem erzählten Ich komme ich später. Der in der Ich-Form auftretende Junge ist der Ich-Erzähler, das Narrator-Ich ist also Erzähler (= er-zählendes Ich) und gleichzeitig Handelnder (= erlebendes Ich) in einer Person.

Theoretisch kann der Ich-Erzähler aber auch, wie in Der neue Advokat, lediglich eine erzählende Figur sein.

„Wir haben einen neuen Advokaten, den Dr. Bucephalus. In seinem Äußern erinnert wenig an die Zeit, da er noch Streitroß Alexanders von Macedonien war. Wer allerdings mit den Umständen vertraut ist, bemerkt einiges. Doch sah ich letzthin auf der Freitreppe selbst einen ganz einfältigen Gerichtsdiener […] den Advokaten bestaunen, als dieser, hoch die Schenkel hebend, mit auf dem Marmor aufklingendem Schritt von Stufe zu Stufe stieg.“48

In diesem Text ist der Ich-Erzähler weitgehen entindividualisiert und beobachtet die erzählte Handlung als erzählende Figur aus einer „sichere[n] Distanz“49. Der in der 1. Pers. Sg. sprechende Erzähler lässt nicht erkennen, wer er ist oder was er denkt, er erzählt lediglich, distanziert beobachtend, wie der pferdeartige Anwalt Dr. Bucephalus als „Halbwesen“, das sowohl menschliche als auch tierische Züge aufweist, agiert. Das erzählende Ich erzählt von diesem Dr. Bucephalus, das ist die erzählte Figur; sie „trägt noch den Namen des Streitrosses Alexander des Großen, das er einmal war. Auch kann der Beobachter [i. e. das erzählende Ich] Spuren der früheren Existenz in seinem Gang wahrnehmen.“50

Der Ich-Erzähler ist fiktiv [i. e. erdacht, erdichtet], er darf nicht mit dem realen Autor, dem Ver-fasser des epischen Textes, verwechselt werden. Die in Kinder auf der Landstraße als Ich auftretende Figur ist nicht Franz Kafka als Kind, und Ilse Aichinger ist in Die Maus kein Nagetier, obwohl auch hier ein Ich-Erzähler auftritt. Ebenso ist der real existierende Erfinder des fiktiven Oskar Matzerath nicht verrückt, auch wenn Günter Grass‘ Roman Die Blechtrommel so beginnt: „Zugegeben, ich bin Insasse einer Heil- und Pflegeanstalt, mein Pfleger beobachtet mich, er lässt mich kaum aus den Augen; denn in der Tür ist ein Guckloch …“51

Weil in Kinder auf der Landstraße der Ich-Erzähler eine Person des von ihm erzählten Geschehens (alles, was zwischen Garten und Wildbachbrücke passiert) ist, liegt ein personales Er-zählverhalten vor. Im Gegensatz zu einem auktorialen Erzählverhalten gibt es in unserem Text keinen allwissenden Erzähler, der sich als Aussagesubjekt ins Spiel bringt, indem er sich aus dem Erzählzusammenhang löst und, kommentierend oder den Leser anredend, in das erzählte Geschehen eingreift.

Stanzel hat ein solches Erzählverhalten mit dem anschaulichen Bild erklärt, der auktoriale Er-zähler zeige sich mitunter „geneigt, der Welt [seiner] Charaktere einen gelegentlichen Besuch abzustatten.“52

Personales Erzählverhalten meint, dass infolge des Fehlens eines omniszienten Erzählers (den man, mehr oder weniger stark personalisiert, als Individuum, d. h. als leibhaftige Gestalt wahrnehmen könnte) das erzählte Geschehen (die Handlung) in dem namenlosen Dorf und auf der Land-straße im Wesentlichen nur durch die eine erzählte Person des ebenfalls namenlosen Jungen dargestellt wird. Dabei tritt der Erzähler hinter die Figur des Ich-Erzählers, des Protagonisten, zurück und sieht alles, was sich abspielt, nur mit den Augen der Hauptperson. In diesem Text werden die wenigen Ereignisse und das daraus resultierende Gebaren des Jungen ausschließlich aus dem „Wahrnehmungs-, Wissens- und Deutungshorizont“53 des Ich-Erzählers berichtet. Wenn in unserem Text das erzählte Ich in der Figur des leicht ermüdenden und schlafen wollenden Jun-gen auftritt, d. h. als personales Ich54, so erzählt es, da es gleichzeitig auch erzählendes Ich ist, alles, was nur es selbst im Garten, auf der Landstraße und an der Brücke erlebt, gesehen oder gehört hat, aber auch alles, was ihm währenddessen durch den Kopf gegangen ist.

Obwohl es für den Interpreten im ersten Dialog, den die Jungen führen, unklar ist, welches Unglück gemeint sein könnte, taucht in Text aber kein allwissender Erzähler auf, der die Anspielung des fragenden Jungen erklärt. Angesichts des offenen Schlusses gibt es demzufolge auch keinen auktorialen Erzähler, der dem Leser einen Hinweis geben könnte, was es mit dieser seltsamen Stadt auf sich hat, deren Bewohner nicht schlafen, oder der sagt, ob der Protagonist überhaupt in die Stadt im Süden gelangt.

Der personale Erzähler schwebt nicht, wie es ein auktorialer täte, allwissend über der erzählten Wirklichkeit, aber obgleich er vorhanden ist, ist er nicht sichtbar. Er versteckt sich hinter einer Figur der Erzählung und übernimmt deren Sehweise; er hält sich, bildlich gesprochen, die Maske einer erzählten Figur vors Gesicht und schaut durch deren Sehschlitz. Nicht zufällig bedeutet im Lateinischen persona, ae f : 1. Maske und 2. metonymisch: Rolle in einem Schauspiel; alicuius personam gerere heißt übersetzt: jemandes Rolle spielen. Oder verkürzt gesagt: der Erzähler schlüpft in die Rolle des kindlichen Ich-Erzählers, allerdings mit dem Nachteil, dass er „auf den Standpunkt und die Erlebnisperspektive der Ich-Gestalt“55 festgelegt ist.

So in etwa habe ich das meinen Schülern zu erklären versucht; wissenschaftlich (mit den Worten von Jürgen H. Petersen) klänge das so: „In der Ich-Form tritt ein Erzähler auf, dem Personalität eignet; in der Er-Form tritt gleichfalls ein Erzähler auf, doch er ist personalitätslos (d. h. ein bloßes Medium); das ichhafte Erzählen charakterisiert den Erzählgegenstand wie den Erzähler, ist zwei-dimensional (bipolar), das erhafte Erzählen bezieht sich insofern nur auf das Erzählte und nicht auf den Erzähler, als das Medium, personalitätslos, gar nicht charakterisierbar ist; dementsprechend ist alles Er-Erzählen zwar eindimensional, aber nicht erzählerfrei.“56

Im Glossar des dtv-Bandes Literaturwissenschaft, herausgegeben von H. L. Arnold und V. Sinemus, kann man das von mir Erklärte so nachlesen: Der Begriff ‚Erzähler‘ werde in der Erzähltheorie nicht einheitlich verwendet: 1. Im Gegensatz zu einem Dramatiker werde der Autor von Er-zähltexten auch Erzähler genannt. 2. Erzähler heiße auch „der fingierte persönliche Erzähler einer Ich-Erzählung“. 3. Erzähler werde auch eine „fiktive Person der Er-Erzählung [genannt], die ihrer-seits als E. einer Geschichte (Binnenerzählung) auftritt. Meist wird der Begriff jedoch 4. zur Be-zeichnung einer <Zwischeninstanz> zwischen Autor und erzähltem Geschehen benutzt, die mehr oder weniger deutlich hervortrete und den Erzählstil präge.“ Dieser Erzähler stelle aber lediglich eine „Tarnung der Erzählfunktion“ dar.57 Zu den beiden Erzählformen schreiben die Autoren: Die Ich-Erzählung sei eine „Sammelbezeichnung für alle erzählenden Texte, in denen ein fingierter Erzähler nicht nur von dritten Personen (<Er>-Erzählung), sondern in der 1. Person auch von seiner eigenen Vergangenheit (erlebendes Ich) berichtet (erzählendes Ich). Diese Darstellungs-intention realisiert sich innerhalb spezifischer dichtungslogischer Möglichkeiten und Regeln, die alle <Ich>-E. als <fingierte Wirklichkeitsaussage> bestimmen und deutlich vom Bereich der erzählerischen Fiktion (<Er>-E.) abgrenzen.“58 Entsprechend heißt es von der Er-Erzählung, das sei die „Bezeichnung für alle Erzähltexte, die ausschließlich die Erlebnisse dritter Personen darstellen (im Gegensatz zur <Ich>-Erzählung) und sich dazu auch grammatisch der dritten Person bedienen (ausgenommen ist Personenrede, in der natürlich auch in der <Er>-E. die 1. und 2. Person vor-kommen). Dichtungslogisch konstituiert <Er>-E. den Bereich erzählerischer Fiktion, der durch seine spezifischen Sprachmöglichkeiten sich gegen den Bereich <fingierter Wirklichkeitsaussage> (Hamburger), d. h. gegen die <Ich>-E. abgrenzt.“

Vielleicht sollte ich hinzufügen, dass der ‚auktoriale‘ oder ‚allwissende‘ Erzähler natürlich auch nur ein „Hilfsbegriff zur Charakterisierung der auktorialen Erzählsituation“ ist, „die Existenz eines <allwissenden>, zeit- und raumüberblickenden E.s in einem Werk ist – dichtungslogisch gesehen – nur ein vom Autor hervorgebrachter Effekt der Erzählfunktion.“59

In einem größeren Zusammenhang kann man sich über die leider oft uneinheitlich verwendeten Termini technici sehr gut informieren in Jochen Vogts Einladung zur Literaturwissenschaft.60

[...]


1 Barbara Neymeyr, Betrachtung, in: Kafka-Handbuch, hg. v. Manfred Engel und Bernd Auerochs, Metzler: Stuttgart und Weimar 2010, S. 111 (im Folgenden: KHb (2010)

2 KHb (2010), S. 9

3 Gerhard Kurz, Lichtblicke in eine unendliche Verwirrung. Zu Kafkas Betrachtung, in: Text und Kritik. Zeitschrift für Literatur, hg. v. Heinz Ludwig Arnold, Sonderband IV/06: Franz Kafka, R.-Boorberg-Verlag: München 2006, S. 49

4 KHb (2010), S. 10

5 Kurz (2006), S. 49

6 Peter-André Alt, Franz Kafka. Der ewige Sohn. Eine Biographie, Beck: München 22008, S. 247

7 Franz Kafka, Sämtliche Erzählungen, hg. v. Paul Raabe, Fischer: Frankfurt/ M. 1970, S. 390 (Fischer-Taschenbuch Bd. 1078)

8 ebd., S. 394

9 KHb (2010), S. 112

10 Editionen für den Literaturunterricht, hg. v. Dietrich Steinbach: Peter Beicken, Franz Kafka. Leben und Werk, Klett: Stuttgart 1986, S. 42

11 Beicken, S. 46

12 KHb (2010), S. 114

13 Ritchie Robertson, Franz Kafka. Leben und Schreiben. Aus dem Englischen von Josef Billen, Wissenschaftliche Buchgesellschaft: Darmstadt 2009, S. 37

14 Heinz Politzer, Franz Kafka, der Künstler, Fischer: Frankfurt/ M. 1965, S. 63

15 KHb (2010), S. 123

16 Kurz (2006), S. 54

17 Duden. Das große Wörterbuch der deutschen Sprache in acht Bänden, hg. v. Günther Drosdowski u. a., (im Folgenden: Duden-Wörterbuch), hier: Bd. 1, Dudenverlag: Mannheim-Leipzig-Wien-Zürich 21993, S. 509 f.

18 KHb (2010), S. 113

19 Kurz (2006), S. 51 f.

20 KHb (2010), S. 455

21 Franz Kafka, Erzählungen, hg. v. Max Brod, Fischer: Frankfurt/ M. o. J. (1952), S. 28

22 KHb (2010), S. 455

23 Franz Kafka, Erzählungen, hg. v. Max Brod, Fischer: Frankfurt/ M. o. J. (1952), S. 35

24 Sophie von Glinski, Imaginationsprozesse. Verfahren phantastischen Erzählens in Kafkas Frühwerk, de Gruyter: Berlin-New York 2004, S. 166 f.

25 James Rolleston, Betrachtung. Landschaften der Doppelgänger, in: Gerhard Kurz, Der junge Kafka. Materialien, Suhrkamp: Frankfurt/ M. 1984, S. 185 (Suhrkamp-Taschenbuch Bd. 2035)

26 von Glinski, S. 89

27 Alt, S. 248

28 Alt, S. 251

29 Kurz (2006), S. 53

30 KHb (2010), S. 115

31 KHb (2010), S. 455

32 Kafka-Handbuch in zwei Bänden, hg. v. Hartmut Binder u. a., Bd. 2: Das Werk und seine Wirkung, Kröner: Stuttgart 1979, S. 209 f. (im Folgenden: Binder 2)

33 Einführungen Germanistik, hg. v. Gunther E. Grimm und Klaus-Michael Bogdal: Susanne Kaul, Einführung in das Werk Franz Kafkas, Wissenschaftliche Buchgesellschaft: Darmstadt 2010, S. 37

34 KHb (2010), S. 112

35 Barbara Neymeyr, Konstruktion des Phantastischen. Die Krise der Identität in Kafkas Beschreibung eines Kampfes, Universitätsverlag Winter: Heidelberg 2004

36 KHb (2010), S. 115

37 Binder 2, S. 242

38 Binder 2, S. 221

39 Kurz (1984), S. 7 f.

40 Kurz (1984), S. 35

41 Alt, S. 255 f.

42 Alt, S. 258

43 KHb (2010), S. 111-126

44 KHb (2010), S. 116

45 Franz Kafka, Der Prozeß. Roman, hg. v. Max Brod, Fischer: Frankfurt/ M. o. J. (1950), S. 7

46 ich zitiere nach dieser Kafka-Ausgabe: Franz Kafka, Gesammelte Werke in zwölf Bänden. Nach der Kritischen Ausgabe, hg. v. Hans-Gerd Koch, Bd. 1: Franz Kafka, Ein Landarzt und andere Drucke zu Lebzeiten, Fischer-Taschen-buch-Verlag: Frankfurt/ M. 22015, S. 13-16 (Fischer-Taschenbuch Bd.18113)

47 Jochen Vogt, Aspekte erzählender Prosa. Eine Einführung in Erzähltechnik und Romantheorie, Westdeutscher Verlag: Opladen 81998, S. 66

48 Raabe, S. 123

49 KHb (2010), S. 220

50 KHb (2010), S. 225

51 Günter Grass, Die Blechtrommel. Danziger Trilogie 1, Luchterhand: Darmstadt 221984, S. 9 (Sammlung Luchter-hand Bd. 147)

52 Franz K. Stanzel, Typische Formen des Romans, Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen 101981, S. 26 (Kleine Van-denhoeck-Reihe Bd. 1187)

53 KHb (2010), S. 197

54 Stanzel, S. 26

55 Stanzel, S. 30

56 Jürgen H. Petersen, Erzählsysteme. Eine Poetik epischer Texte, Metzler: Stuttgart und Weimar 1993, S. 59 (Metzler Studienausgabe)

57 Grundzüge der Literatur- und Sprachwissenschaft, hg. v. Heinz Ludwig Arnold und Volker Sinemus, Bd. 1: Literaturwissenschaft, dtv: München 51978, S. 468 f. (dtv Wissenschaftliche Reihe Bd. 4226)

58 ebd., S. 474

59 ebd., S. 468 f.

60 Jochen Vogt, Einladung zur Literaturwissenschaft, Fink: München 1999 (UTB für Wissenschaft: Uni-Taschen-bücher Bd. 2072)

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Die Erzählung "Kinder auf der Landstraße" von Franz Kafka
Untertitel
Versuch einer Interpretation
Veranstaltung
Oberstufe, Leistungskurs Deutsch
Autor
Jahr
2020
Seiten
35
Katalognummer
V903246
ISBN (eBook)
9783346192134
ISBN (Buch)
9783346192141
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erzählung, franz, interpretation, kafka, kinder, landstraße, versuch
Arbeit zitieren
Gerd Berner (Autor), 2020, Die Erzählung "Kinder auf der Landstraße" von Franz Kafka, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/903246

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