Das "Buch von der Deutschen Poeterey", welches Martin Opitz im Jahre 1624 herausbrachte, gilt auch heute noch als Gründungsschrift des deutschen Literaturwesens. Diese Arbeit möchte sich neben der Frage der Bedeutung des Buches von der deutschen Poeterey für die damalige, aber auch für die heutige Zeit, auch mit den von Opitz aufgestellten Regeln für die deutsche Literatur befassen.
Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt auf der Frage, wie und ob sich zeitgenössische Dichter und auch Opitz selbst an das von diesem aufgestellte strikte Regelwerk gehalten haben. Um dies zu erreichen, werden die wichtigsten Bestimmungen des Buches von der deutschen Poeterey kurz herausgestellt. Anschließend soll untersucht werden, inwiefern sich Opitz selbst nach seinen Regeln richtete, warum er in manchen Fällen diese Regeln nicht befolgen konnte und warum es ihm zum Teil auch nicht möglich war, sich hundertprozentig an seine Bestimmungen zu halten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Martin Opitz‘ Regelwerk
Umsetzung dieser Regeln von Opitz selbst
Georg-Rudolf Weckherlin
Andreas Gryphius
Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Bedeutung von Martin Opitz‘ „Buch von der deutschen Poeterey“ für das deutsche Literaturwesen des 17. Jahrhunderts, indem sie untersucht, inwieweit Opitz selbst und zeitgenössische Dichter die darin festgelegten Regeln tatsächlich in ihren Werken umsetzten.
- Die Entstehung und der Stellenwert des „Buches von der deutschen Poeterey“
- Die theoretischen Grundlagen und Regeln des Opitz‘schen Regelwerks
- Die praktische Anwendung der Regeln durch Martin Opitz in eigenen Werken
- Vergleichende Analyse der Umsetzung bei Georg-Rudolf Weckherlin und Andreas Gryphius
- Die langfristige Wirkung der Opitz‘schen Literaturreform auf die deutsche Sprache
Auszug aus dem Buch
Martin Opitz‘ Regelwerk
Da diese Hausarbeit auf den von Opitz aufgestellten Regeln aufbaut, ist es notwendig, die diese Regeln zuerst einmal herauszuschreiben.
Zuerst geht Opitz auf die Morphologie der deutschen Sprache ein. Dabei handelt es sich um die innere Zusammensetzung von Wörtern. Die Morphologie ist gewissermaßen als Wortgrammatik zu verstehen.1
Die wichtigste Forderung von Opitz, die dem Bereich der Morphologie zuzuordnen ist, hat mit dem Buchstaben E zu tun. Dabei geht es sowohl um die Auslassung als auch um die Hinzufügung des E. So kann man den Buchstaben E prinzipiell durch einen Apostroph ersetzen und dieser muss somit „nicht geschrieben und ausgesprochen“2 werden. Von dieser Regel ausgeschlossen bleiben Eigennamen und einsilbige Wörter.3 Es darf auch nicht ausgelassen werden, wenn ein Konsonant darauf folgt. Zudem sollte eine Auslassung in der Mitte des Wortes vermieden werden, da die Verse sonst „wiederwertig und unangeneme zue lesen“4 sei. Es ist laut Opitz aber auch wichtig, dass man das E nicht in Wörter einführt, in welches dieses gar nicht hineingehört. Er führt hier als Beispiel Sohn/Sohne an. Solche unnötigen E´s müssen laut Opitz ausgelassen werden.5
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Das Kapitel führt in die historische Bedeutung von Martin Opitz‘ Werk ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der tatsächlichen Einhaltung seiner literarischen Regeln.
Martin Opitz‘ Regelwerk: Hier werden die spezifischen morphologischen und syntaktischen Vorschriften Opitz‘ sowie seine Vorstellungen zu Reim, Versmaß und Sonettstruktur detailliert dargelegt.
Umsetzung dieser Regeln von Opitz selbst: Es wird analysiert, dass Opitz trotz seiner theoretischen Strenge in der Praxis gezwungen war, von seinen eigenen Regeln abzuweichen, um die deutsche Sprache nicht unnötig zu beschneiden.
Georg-Rudolf Weckherlin: Das Kapitel zeigt an dem Sonett „Ihr Herz ist gefroren“, dass Weckherlin die strengen Vorgaben von Opitz in der Praxis kaum berücksichtigte.
Andreas Gryphius: Diese Untersuchung belegt, dass Gryphius im Vergleich zu Weckherlin die Regeln von Opitz sehr viel konsequenter und penibler in seinem Werk umsetzte.
Schlusswort: Abschließend wird gewürdigt, dass trotz der Schwierigkeiten bei der praktischen Anwendung, das Werk von Opitz den entscheidenden Anstoß für das Schreiben in deutscher Sprache gab.
Schlüsselwörter
Martin Opitz, Buch von der deutschen Poeterey, Literaturreform, Barock, Alexandriner, Verslehre, Jambus, Trochäus, deutsche Sprache, Georg-Rudolf Weckherlin, Andreas Gryphius, Metrik, Literaturgeschichte, Sonett, Regelwerk
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wirkung und praktische Anwendbarkeit der Literaturreform von Martin Opitz im 17. Jahrhundert.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die theoretischen Regeln des „Buches von der deutschen Poeterey“ und deren Umsetzung in der literarischen Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist herauszufinden, ob die von Opitz postulierten Regeln von ihm selbst und anderen Dichtern tatsächlich befolgt wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten sowie ein Vergleich zwischen den theoretischen Regeln und deren Umsetzung in konkreten Gedichten durchgeführt.
Was ist der Inhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Opitz‘schen Regeln, die Analyse ihrer Umsetzung durch Opitz selbst sowie den Vergleich mit den Werken von Weckherlin und Gryphius.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Martin Opitz, Barock, Literaturreform, Verslehre und Metrik beschreiben.
Warum konnte Opitz seine eigenen Regeln nicht immer einhalten?
Die starre Anwendung des Regelwerks, insbesondere bei Reimzwängen und Betonungen, hätte die deutsche Sprache zu stark eingeschränkt, weshalb auch Opitz zu Ausnahmen gezwungen war.
Wie unterschied sich Gryphius in der Anwendung der Regeln von Weckherlin?
Während Weckherlin weitgehend unabhängig von den Opitz‘schen Vorgaben dichtete, hielt sich Gryphius in seinen analysierten Werken sehr penibel an das neue Regelwerk.
- Quote paper
- Felix Wilhelm (Author), 2016, Das "Buch von der Deutschen Poeterey" von Martin Opitz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/904096