Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Musicology - Miscellaneous

Verdis spätes Opernschaffen

Zur Zusammenarbeit mit Arrigo Boito

Title: Verdis spätes Opernschaffen

Intermediate Diploma Thesis , 2008 , 18 Pages

Autor:in: Franziska Weise (Author)

Musicology - Miscellaneous
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die fast zwei Jahrzehnte andauernde Zusammenarbeit des italienischen Librettisten Arrigo Boito mit einem der größten italienischen Musikdramatiker, Giuseppe Verdi, ist wohl als eine der fruchtbringendsten Zusammenarbeiten in der Geschichte der Oper zu betrachten.
Nach seinem Großerfolg Aida ließ sich Verdi, nach über fünfzig Jahren Opernschaffen im Alter von 66 Jahren auf einen regen Austausch mit dem jungen Komponisten und Librettisten ein, woraus vor allem die beiden Werke Otello und Falstaff als krönender Abschluss seiner Karriere hervorgingen.
Der großen Bewunderung Verdis für Shakespeare und dessen Dramatik ist es zu verdanken, dass er sich von Freunden und Fürsprecher noch einmal zu einer Komposition überreden lässt. Einer Oper nach einer Vorlage des großen englischen Dramatikers. Die Bedingung war jedoch, dass es ein Libretto gab, das Shakespeare in seiner Tiefe erfasste und mit dem es möglich war eine Oper für diesen Stoff zu komponieren.
Boito entpuppte sich als der Dramatiker, den Verdi gesucht hatte und es entstand eine intensive Schaffensphase und Freundschaft zwischen Komponist und Librettist über Jahre hinweg, aus der die beiden letzten Opern des reifen Verdi hervorgehen, auf die hier näher eingegangen werden soll. Vor allem an Verdis Otello soll die herausragende Zusammenarbeit dieser beiden Männer gezeigt werden, die Text und Musik so meisterhaft vereinten und denen es gelang, ein Drama sowie eine Komödie Shakespeares in Form einer italienischen Oper auf die Bühne zu bringen und dennoch alle Formen und Spannungen der Dramenkunst zu erhalten.
Hierbei sollte insbesondere die enge Verstrickung von Wort und Ton hervorgehoben werden sowie die meisterhafte Charakterdarstellung der Figuren, in all ihren Facetten beschrieben.
Nur selten basierte die Arbeit eines Komponisten mit seinem Librettisten auf soviel gegenseitiger Achtung und Verständnis für das Gebiet des anderen und brachte, trotz großer Gegensätze, schon durch ihren Altersunterschied bedingt, dennoch solche Art von spannungsvollen Musikdramen hervor. Giuseppe Verdi (1813-1901) hatte im Jahre 1879 schon 26 Opern geschrieben. Er hatte es längst weit über die Grenzen Italiens hinaus zu Ruhm und Ehre als Musikdramatiker gebracht und seine letzte Oper Aida war als großer Erfolg auf allen bedeutenden Bühnen Europas gefeiert worden. Für Verdi sollte diese Oper den Abschluss seiner langen Karriere als Komponist bilden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Giuseppe Verdi und Arrigo Boito

2.1. Der reife Verdi und seine Zeit

2.2. Komponist und Librettist

3. Die Opern

3.1. Otello

3.1.1. Die Zusammenarbeit: Die Entstehung des Otello

3.1.2. Musik

3.1.3. Beispiele

3.2. Falstaff

3.2.1 Entstehung

3.2.2 Musik

3.2.3 Beispiele

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen dem Komponisten Giuseppe Verdi und dem Librettisten Arrigo Boito während der Entstehungsphase von Verdis späten Meisterwerken Otello und Falstaff. Ziel ist es, die künstlerische Synergie, die dramaturgische Neugestaltung der Opernform und die intensive Wechselwirkung von Wort und Ton in diesen Werken aufzuzeigen.

  • Künstlerische Partnerschaft zwischen Verdi und Boito
  • Strukturelle Neuerungen in Verdis spätem Opernschaffen
  • Charakterdarstellung und psychologische Tiefe in Otello
  • Musikalische und dramaturgische Analyse von Falstaff
  • Die Entwicklung vom traditionellen Musikdrama zur neuen Opernform

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Die Zusammenarbeit: Die Entstehung des Otello

Vom ersten Zusammentreffen von Komponist und Librettist bis zur endgültigen Fertigstellung der Oper sollten Jahre vergehen.

Nach dem Gespräch über Otello und der Nennung Boitos im Frühjahr 1870 stellt Ricordi dem Maestro Boito, der seinen ersten Textentwurf dabei hatte, vor. Es ist anzunehmen, dass Verdi von Anfang an großes Interesse an diesem Stoff hatte. Dennoch wies er den Text, nach Belobigung dessen, kalt zurück. Verdi meinte, Boito verschwende seine Zeit. Es würde sich schon jemand finden, der dem Otello gerecht würde und nicht so alt und aus der Mode sei wie er. Tatsächlich gab es aber zu dieser Zeit in ganz Italien keinen Komponisten (mehr), der diesen Stoff angemessen vertonen konnte.

Dieser Zurückweisung folgten weitere über Jahre hinweg. Die Entstehungsgeschichte der Oper ist von einem intensiven Briefwechsel gekennzeichnet. Die langen Bemühungen Boitos und seine Abweisungen sowie der Kontakt der engsten Freunde Verdis, die das Projekt liebevoll „Milchschokolade“ wegen des Mohren Otello nannten, bedürften einer zusätzlichen, intensiven Darstellung. Sogar als Verdi beinah den gesamten 1. Akt vollendet hatte, wusste noch niemand genau, ob er sich überhaupt mit Boitos Libretto beschäftigte. Zwischenzeitlich wählt Verdi Boito allerdings, um seinen Simon Boccanegra zu überarbeiten. Die Uraufführung der Oper 1857 war kein Erfolg gewesen, Boito sollte den Aufbau des Librettos verändern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Zusammenarbeit von Verdi und Boito als Grundlage für die Entstehung der letzten beiden Opern des Komponisten.

2. Giuseppe Verdi und Arrigo Boito: Untersuchung der künstlerischen Ausgangslage des reifen Verdi sowie der Rolle Boitos als kongenialer Librettist.

3. Die Opern: Detaillierte Analyse der Entstehung, Musik und dramaturgischen Besonderheiten von Otello und Falstaff.

4. Zusammenfassung: Resümee über die Bedeutung der Zusammenarbeit für das musikalische Spätwerk Verdis.

Schlüsselwörter

Giuseppe Verdi, Arrigo Boito, Otello, Falstaff, Oper, Musikdrama, Libretto, Shakespeare, Musiktheorie, Spätstil, Dramaturgie, Eifersucht, Charakterkomödie, Italienische Oper, Komposition

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der engen und produktiven Zusammenarbeit zwischen Giuseppe Verdi und dem Librettisten Arrigo Boito während der Entstehung von Verdis Spätwerken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die künstlerische Symbiose der beiden Männer, die dramaturgische Umsetzung von Shakespeare-Stoffen und der Wandel der Opernform in Verdis spätem Schaffen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Entstehungsprozess und die musikalisch-dramatische Qualität der Opern Otello und Falstaff im Kontext der Zusammenarbeit zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenbasierten Analyse von Briefwechseln, Libretto-Analysen und musikwissenschaftlicher Literatur zu Verdis Opern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich detailliert der Entstehungsgeschichte, der musikalischen Struktur und ausgewählten Szenenbeispielen aus den Werken Otello und Falstaff.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Verdi, Boito, Otello, Falstaff, Musikdrama und Dramaturgie.

Warum lehnte Verdi den Stoff zunächst ab?

Verdi zweifelte in seinem fortgeschrittenen Alter an seiner Schaffenskraft und an der Möglichkeit, einen Stoff wie Otello angemessen zu vertonen, bevor Boitos Hartnäckigkeit und Talent ihn überzeugten.

Was macht das Libretto zu Falstaff so besonders?

Das Libretto gilt als ideal, da es eine vollkommene Einheit von Text und Musik ermöglicht und die Figur des Falstaff als Träger tiefgreifender Lebensweisheiten etabliert.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Verdis spätes Opernschaffen
Subtitle
Zur Zusammenarbeit mit Arrigo Boito
College
University of Hildesheim  (Musik und Musikwissenschaft)
Author
Franziska Weise (Author)
Publication Year
2008
Pages
18
Catalog Number
V90716
ISBN (eBook)
9783638052283
Language
German
Tags
Verdis Opernschaffen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Weise (Author), 2008, Verdis spätes Opernschaffen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90716
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint