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Auf ‚Drachenjagd’ im Drogenkonsumraum

Eine empirische Untersuchung zum Nutzungsverhalten der BesucherInnen des Inhalationsraumes im Drogenkonsumraum des Vereins Krisenhilfe Essen e.V.

Title:  Auf ‚Drachenjagd’ im Drogenkonsumraum

Diploma Thesis , 2003 , 144 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stefan Berger (Author)

Sociology - Medicine and Health
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Summary Excerpt Details

Probleme mit illegalen Drogen gibt es in Deutschland nun seit einigen Jahrzehnten. Die in Großstädten existierenden offenen Drogenszenen und die damit im Zusammenhang stehende Beschaffungskriminalität verunsichern die Bevölkerung und rufen auch die Medien auf den Plan, welche zum Beispiel von immer jünger werdenden Drogenkonsumenten und einer extremen Brutalität der Drogenszene berichten. Dass dies aber nur eine mögliche Seite der Betrachtung darstellt, vergessen dabei viele. Tatsächlich geht es um Drogenkonsumenten, die teilweise unter unvorstellbar menschenunwürdigen Bedingungen auf der Straße leben, verelendet konsumieren müssen und in der Regel von großen Teilen der Bevölkerung kein Verständnis für ihre Situation erhoffen können. So steigen nicht nur die Kosten für die allgemeine Bevölkerung, welche darum bemüht ist Drogensucht zu behandeln oder gar zu verhindern, sondern auch die Kosten auf Seiten der Konsumenten, die aktuell nicht dazu bereit oder befähigt sind ihren Suchtmittelkonsum aufzugeben. Infektionskrankheiten, Überdosierungen, eine verminderte Lebenserwartung sind Konsequenzen, welche die Gruppe dieser Konsumenten dafür selbst tragen muss. Es stellt sich die Frage, ob dies auch notwendigerweise so sein muss? Mit dieser Frage setzt sich unter anderem die vorliegende Diplomarbeit auseinander, deren Aufbau sich dabei wie folgt gliedert:

Wie der Titel der Arbeit vermuten lässt, steht im Zentrum des Interesses eine bestimmte Art Heroin zu konsumieren. Die Rede in Kapitel VI ist vom „Drachen jagen“, einer wesentlich „risikoärmeren“ Konsumform als beispielsweise die in Deutschland weitaus häufigere intravenöse Applikation. Dargestellt werden Geschichte und Hintergründe einer Konsumart, welche in Deutschland aus verschiedenen Ursachen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine größere Verbreitung finden konnte.

Schließlich folgt in Kapitel VII der empirische Anteil der vorliegenden Diplomarbeit, der sich vorrangig auf die zuvor angesprochene Konsumentengruppe der Heroinraucher bezieht.

Mit einem pädagogischen Fazit schließt die vorliegende Arbeit in Kapitel VIII. Hier werden die wesentlichen Erkenntnisse dargestellt, wie auch neue wichtige Fragestellungen aufgeworfen, die besonders für die weitere Arbeit im tertiären, präventiven Bereich der Suchthilfe Relevanz besitzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Daten zum Drogenkonsum in der Bundesrepublik Deutschland – Zahlen und Tendenzen im Überblick

2.1 „Legale“ und „illegale“ Drogen

2.2 Konsum „legaler“ Drogen

2.2.1 Alkohol

2.2.2 Medikamente

2.3 Konsum betäubungsmittelrechtlich unterstellter „illegaler“ Drogen

2.3.1 Cannabisprodukte

2.3.2 Synthetische Drogen

2.3.3 Heroin

2.3.4 Kokain

2.3.5 Crack

2.4 Trendwende im Drogenkonsum

2.5 Rauschgifttote

3. Das Drogenhilfesystem der BRD

3.1 Ziele und Grundsätze

3.2 Handlungsfelder der Suchtkrankenhilfe

3.2.1 Prävention

3.2.2 Betreuung

3.2.3 Beratung

3.2.4 Rehabilitation

3.2.5 Integration

3.2.6 Selbsthilfe

4. Konzept einer akzeptanzorientierten Drogenarbeit

4.1 Entstehung, Geschichte und Gegenwart

4.1.1 Kritik an den Grundsätzen der klassischen Drogenarbeit

4.1.2 Selbstverständnis akzeptanzorientierter Drogenarbeit

4.1.3 Arbeitsschwerpunkte akzeptanzorientierter Drogenarbeit

4.1.4 Drogenkonsumräume

4.1.4.1 Entstehungsgeschichte und rechtliche Grundlagen

4.1.4.2 Zielsetzungen der Drogenkonsumräume

4.1.4.3 Umsetzung

5. Vorstellung einer akzeptanzorientiert arbeitenden Einrichtung – Die Krisenhilfe Essen e.V.

5.1 Drogenkonsum- und Inhalationsraum

5.1.1 Zielsetzung und inhaltliche Gestaltung

5.1.2 Zielgruppe

5.1.3 Örtliche Lage, Räumlichkeiten und Ausstattung

5.1.4 Öffnungszeiten

5.1.5 Hausordnung und Benutzerregeln

5.2 Statistische Auswertung

6. „Den Drachen jagen“ – Das Inhalieren von Heroin

7. Empirischer Teil – Ergebnisse der Untersuchung zum Nutzungsverhalten der BesucherInnen des Drogenkonsumraumes und Inhalationsraumes des Vereins Krisenhilfe Essen e.V.

7.1 Einleitung

7.2 Methodische Vorgehensweise

7.2.1 Stichprobe

7.2.2 Fragebogen

7.2.3 Versuchsplan

7.3 Ergebnisse

7.3.1 Struktur der Gesamtstichprobe

7.3.1.1 Soziodemographische Daten

7.3.1.2 Drogenkonsummuster

7.3.2 Inhalativ und intravenös konsumierende Drogengebrauche

7.3.2.1 Soziodemographische Daten

7.3.2.2 Drogenkonsummuster

7.3.2.3 Nutzung des Drogenkonsumraumes

7.3.2.4 Verlauf der Konsumformwahl und Gründe dafür

7.3.2.5 Angaben zum gesundheitlichen Zustand

7.3.2.6 Schließende Frage

7.4 Zusammenfassung und Diskussion der Fragebogenergebnisse

8. Pädagogisches Fazit

9. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Nutzungsverhalten von Besuchern des Drogenkonsum- und Inhalationsraums der Krisenhilfe Essen e.V., um Unterschiede zwischen intravenös und inhalativ konsumierenden Gruppen zu identifizieren. Ziel ist es, Erkenntnisse über die Beweggründe für spezifische Konsumformen, insbesondere das "Drachen jagen", zu gewinnen und Bedingungen für einen risikominimierten Konsum sowie die Relevanz akzeptanzorientierter Drogenarbeit zu beleuchten.

  • Grundlagen des Drogenkonsums in Deutschland
  • Konzept und Arbeitsschwerpunkte akzeptanzorientierter Drogenarbeit
  • Strukturelle Analyse und Betrieb des Drogenkonsumraums der Krisenhilfe Essen
  • Empirische Untersuchung zum Konsum- und Nutzungsverhalten (Fragebogenaktion)
  • Vergleichende Analyse von inhalativen (Heroinrauchen) und intravenösen Konsumgruppen

Auszug aus dem Buch

4.1.4.2 Zielsetzungen der Drogenkonsumräume

Drogenkonsumräume tragen zur Sicherung des Überlebens und zur Verhinderung von körperlichen Folgeschäden bei. Damit können sie in die allgemeine Zielhierarchie der Drogenhilfe eingeordnet werden, wie sie weiter oben unter Punkt 3.1 angeführt wird. Des Weiteren sollen Drogenkonsumräume im Gesamtkontext einer niedrigschwelligen, akzeptanzorientierten Drogenarbeit folgende zentrale Zielsetzungen erfüllen:

Gesundheitsfürsorge: Gesundheitliche Risiken des intravenösen Drogenkonsums sollen minimiert werden. Dafür werden mit Hilfe eines Drogenkonsumraumes risikoarme, hygienische und stressfreie Konsumbedingungen (die auf der Strasse keinesfalls existieren) zur Verfügung gestellt. Besonders die Drogennotfall-Prophylaxe, Reanimation und ambulante Wundversorgung leisten konkrete Überlebenshilfe, indem gesundheitliche Schäden und lebensbedrohliche Situationen für die Betroffenen abgewendet werden.

Erwerb gesundheitlicher Kompetenz bei Drogenkonsumenten: Die Umgebung des Drogenkonsumraumes ist durchaus dafür geeignet, zu einer Verbesserung des Gesundheitswissens und folglich auch für das Gesundheitshandeln der Drogengebraucher beizutragen. Zudem stellen Anleitungen, Aufklärungen und Vermittlungen über HIV-präventive Botschaften, Safer-Use-Strategien wie Risiken beim needle sharing, drug sharing und Risiken sexueller Übertragungen einen wichtigen Beitrag zur AIDS-Prävention und zur Verhütung anderer Infektionskrankheiten dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik illegaler Drogen in Deutschland und begründet die Notwendigkeit akzeptanzorientierter Drogenhilfe und der vorliegenden Untersuchung.

2. Daten zum Drogenkonsum in der Bundesrepublik Deutschland – Zahlen und Tendenzen im Überblick: Dieses Kapitel liefert einen statistischen Überblick über den Konsum legaler und illegaler Drogen sowie Trends und Hintergründe in der Bundesrepublik.

3. Das Drogenhilfesystem der BRD: Es wird das komplexe System der Suchtkrankenhilfe mit seinen Zielen, Handlungsfeldern wie Prävention und Rehabilitation sowie den Grundsätzen eines Verbundsystems dargestellt.

4. Konzept einer akzeptanzorientierten Drogenarbeit: Hier wird der Ansatz der akzeptanzorientierten Drogenarbeit erläutert, von ihrer historischen Entwicklung und Kritik an klassischen Modellen bis hin zur Zielsetzung von Drogenkonsumräumen.

5. Vorstellung einer akzeptanzorientiert arbeitenden Einrichtung – Die Krisenhilfe Essen e.V.: Die Arbeit stellt die Einrichtung Krisenhilfe Essen e.V. sowie deren spezifisches Angebot, insbesondere den Drogenkonsum- und Inhalationsraum, im Detail vor.

6. „Den Drachen jagen“ – Das Inhalieren von Heroin: Dieses Kapitel widmet sich der Technik des Heroinrauchens ("Chasing the dragon"), deren Geschichte und Besonderheiten im Vergleich zum intravenösen Konsum.

7. Empirischer Teil – Ergebnisse der Untersuchung zum Nutzungsverhalten der BesucherInnen des Drogenkonsumraumes und Inhalationsraumes des Vereins Krisenhilfe Essen e.V.: Der empirische Kern der Arbeit wertet eine Fragebogenaktion unter Besuchern aus, um Konsummuster und Nutzerstrukturen zu analysieren.

8. Pädagogisches Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Bedeutung der Ergebnisse für die zukünftige Drogenarbeit.

9. Zusammenfassung: Eine abschließende Synthese der theoretischen Ansätze und der empirischen Ergebnisse zur Bedeutung der Drogenkonsumräume.

Schlüsselwörter

Akzeptanzorientierte Drogenarbeit, Drogenkonsumraum, Heroinkonsum, Inhalationsraum, Risikominimierung, Harm-Reduction, Krisenhilfe Essen, intravenöser Konsum, "Drachen jagen", Suchthilfe, Nutzungsverhalten, Drogenprävention, Gesundheitsförderung, Safer-Use, Drogenpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der akzeptanzorientierten Drogenarbeit und untersucht speziell das Nutzungsverhalten von Klienten in Drogenkonsumräumen unter dem Aspekt der Schadensminimierung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Suchtkrankenhilfe, das Konzept der akzeptanzorientierten Drogenhilfe, die praktische Umsetzung in der Krisenhilfe Essen sowie eine empirische Analyse von Konsumformen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, welche Faktoren das Konsumverhalten (intravenös versus inhalativ) beeinflussen und wie Drogenkonsumräume zur Risikominimierung für die Nutzer beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird für den empirischen Teil verwendet?

Der Autor führt eine quantitative Fragebogenaktion unter Besuchern des Drogenkonsumraums und des Cafés der Krisenhilfe Essen durch, um soziodemographische Daten und Konsummuster zu erfassen.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Drogenhilfesystems und der akzeptanzorientierten Arbeit sowie in einen umfangreichen empirischen Teil mit detaillierter Auswertung der Befragungsdaten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Akzeptanzorientierte Drogenarbeit, Harm-Reduction, Drogenkonsumraum, Heroinrauchen ("Drachen jagen") und Suchthilfe definieren.

Welchen Stellenwert nimmt das "Drachen jagen" in der Untersuchung ein?

Das "Drachen jagen" (Inhalieren von Heroin) wird als risikoärmere Konsumform hervorgehoben, die einen Schwerpunkt der empirischen Analyse zur Verlagerung des Konsumverhaltens bildet.

Welche Rolle spielt die Einrichtung Krisenhilfe Essen e.V.?

Sie dient als konkretes Fallbeispiel für eine akzeptanzorientierte Einrichtung, deren Strukturen und Angebote detailliert dargestellt werden, um die Theorie in der Praxis zu veranschaulichen.

Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich der Konsumformwahl?

Der Autor stellt fest, dass ein Wechsel von intravenösem zu inhalativem Konsum zwar gesundheitlich wünschenswert wäre, aber aufgrund von Faktoren wie Kosten und Drogenqualität in der Praxis selten realisiert wird.

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Details

Title
Auf ‚Drachenjagd’ im Drogenkonsumraum
Subtitle
Eine empirische Untersuchung zum Nutzungsverhalten der BesucherInnen des Inhalationsraumes im Drogenkonsumraum des Vereins Krisenhilfe Essen e.V.
College
University of Duisburg-Essen
Grade
1,3
Author
Stefan Berger (Author)
Publication Year
2003
Pages
144
Catalog Number
V90786
ISBN (eBook)
9783638049689
ISBN (Book)
9783638943796
Language
German
Tags
Drogenkonsumraum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Berger (Author), 2003, Auf ‚Drachenjagd’ im Drogenkonsumraum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90786
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