Herausforderungen der Jugendberufshilfe im Spannungsfeld zwischen SGB II und SGB VIII


Bachelorarbeit, 2020

41 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Was wird unter Jugendberufshilfe verstanden?
1.1. Jugendsozialarbeit gemäß § 13 SGB VIII als Grundlage der Jugendberufshilfe
1.2 Historische Skizzierung zur Entstehung der Jugendberufshilfe
1.3 Die Komplexität der Lebensphase Jugend
1.4 Adressat*innen der Jugendberufshilfe und ihre sozialen Problemlagen
1.5 Junge Erwachsene als besondere Zielgruppe der Jugendberufshilfe

2. Das SGB II – die Grundsicherung für Arbeitssuchende und ihre Bedeutung für die Soziale Arbeit
2.1 Das Prinzip des Förderns und Forderns und die Sanktionspraxis
2.2 Die Schnittstellenproblematik zwischen SGB II und SGB VIII

3. Zur Vereinbarkeit der Arbeitsvermittlung und Jugendhilfe – eine Herausforderung für die Jugendberufshilfe
3.1 Der Grundgedanke der ganzheitlichen Lebensweltorientierung im SGB VIII und die Bedeutung für die Jugendberufshilfe
3.2 Die Jugendberufsagentur als Möglichkeit der Zusammenführung von Trägern der Arbeitsvermittlung und Jugendhilfe

Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Einleitung

Im internationalen Vergleich sei der deutsche Arbeitsmarkt eine sogenannte „Insel der Glückseligen“, formuliert die Redakteurin Frederike Milbradt in einer Ausgabe des Zeitmagazins am 31. Juli 2019.1 Während südeuropäische Länder wie Griechenland und Spanien mit einer Jugendarbeitslosigkeit von bis zu 30 Prozent zu kämpfen hätten, stehe Deutschland mit einer Jugendarbeitslosigkeit von fünf Prozent verhältnismäßig gut dar (vgl. ebd.). Besonders in Baden-Württemberg und Bayern liege die Quote gerade einmal bei drei Prozent und selbst Mecklenburg-Vorpommern liege mit 14,5 Prozent immer noch im gesamteuropäischen Durchschnitt (vgl. ebd.). Dennoch gilt es, das Thema Jugendarbeitslosigkeit nicht zu unterschätzen. Die Gründe, warum junge Menschen keinen Anschluss auf dem Arbeitsmarkt finden, sind sehr unterschiedlich und unterliegen somit einer großen Heterogenität. Zum Teil sind es schlechte Schulleistungen, Probleme sich im deutschen Bildungssystem zurecht zu finden, private Probleme oder soziale Benachteiligungen, die sich in vielen Formen äußern können. Das SGB VIII (Achtes Sozialgesetzbuch, Kinder- und Jugendhilfegesetz) sieht für junge Menschen, die durch die zuvor genannten Aspekte in ihrer beruflichen Integration gehindert sind, besondere Maßnahmen vor. Neben dem allgemeinen Grundsatz gemäß § 1 Abs. 3 SGB VIII, junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung zu fördern und Benachteiligungen abzubauen und zu vermeiden, soll § 13 SGB VIII den jungen Menschen, die sich gerade im Übergang zwischen Schule und Beruf befinden oder auch im Übergang zwischen Ausbildung und Erwerbsarbeit, eine besondere Stütze bieten. Es ist die Jugendsozialarbeit, die sozialpädagogische Angebote mit Blick auf Schule, Ausbildung und Beschäftigung beinhaltet. Die Rechtskreise des SGB II (Zweites Sozialgesetzbuch, Grundsicherung für Arbeitssuchende) und des SGB III (Drittes Sozialgesetzbuch, Gesetz zur Arbeitsförderung) dominieren den Bereich der Arbeitslosenförderung und wurden zunehmend durch die sozialpädagogischen Angebote des SGB VIII ersetzt. Das sorgt besonders in der öffentlichen und wissenschaftlichen Debatte für Diskussionen, weil junge Menschen mit individuellen Benachteiligungen durch die Förderinstrumente des SGB II und SGB III nicht in der Weise gefördert werden können, wie es eigentlich notwendig wäre. Besonders die Instrumente des Förderns und Forderns sowie die Sanktionspraxis und das damit einhergehende Menschenbild tragen nicht dazu bei, dass das Selbstbewusstsein gestärkt wird und dass sie vorurteilsfrei auf dem Arbeitsmarkt Anschluss finden können. Die hier vorliegende Arbeit soll sich deshalb mit der Frage beschäftigen, vor welchen Herausforderungen die Jugendberufshilfe im Spannungsfeld zwischen SGB II und SGB VIII steht. Zunächst soll eine definitorische Annäherung an den Begriff der Jugendberufshilfe stattfinden und eine Beschreibung des Handlungsfeldes. Außerdem soll spezifisch auf die Jugendsozialarbeit eingegangen werden, die die Grundlage für die Jugendberufshilfe darstellt. Die Jugendsozialarbeit kennzeichnet sich durch bestimmte Grundsätze aus, die für junge Menschen in schwierigen Lebensphasen eine wichtige Stütze bieten. Deshalb soll anschließend auch auf die Besonderheiten der Lebensphase Jugend eingegangen werden, die die Daseinsrelevanz der Jugendsozialarbeit noch einmal betont. Neben der historischen Skizzierung zur Entstehung der Jugendberufshilfe, die in diesem Kapitel ebenfalls beinhaltet ist, sollen die Adressat*innen mit ihren sozialen Problemlagen beschrieben werden. Dabei wird gesondert die Gruppe der jungen Erwachsenen aufgeführt, die meist als besonders benachteiligt im Spannungsfeld zwischen SGB II und SGB VIII gelten. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Spezifität des SGB II. Die beiden Kernmerkmale des SGB II sind zum einen der Grundsatz des Förderns und Forderns sowie zum anderen die Sanktionen, die das Gesetz bei Regelverstößen vorbehält. Des Weiteren wird es um die Schnittstellenproblematik zwischen SGB II und SGB VIII gehen, die sich zwischen beiden Gesetzen aufzeigt, insbesondere hinsichtlich der Zuständigkeiten ihrer unterschiedlichen institutionellen Einrichtungen. Deshalb soll im dritten Kapitel analysiert werden, wie Arbeitsvermittlung und Jugendhilfe dennoch kooperieren können, auch wenn die Frage der Zuständigkeit in vielen Fällen umstritten ist. Zum Vergleich beider Ansätze, wird danach auf das Konzept der Lebensweltorientierung in der Sozialen Arbeit eingegangen, das für die Arbeit der professionellen Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe leitend ist. Zum Schluss wird es um die Jugendberufsagenturen gehen, die eine Möglichkeit bieten, dass die Träger der Arbeitsvermittlung und die Jugendhilfe zusammenarbeiten können.

1. Was wird unter Jugendberufshilfe verstanden?

Mit Blick auf die Frage, was unter der Jugendberufshilfe überhaupt zu verstehen ist, sollte der Fokus zunächst auf folgende Definition gerichtet werden:

„Im weitesten Sinne bezeichnet Jugendberufshilfe alle sozialpädagogisch begleiteten Angebote, die – unabhängig von ihren jeweiligen rechtlichen Grundlagen – vor allem als benachteiligt oder potenziell benachteiligt geltende junge Menschen bei ihrem Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung, während ihrer Ausbildung und/oder beim Übergang in Erwerbsarbeit unterstützen (Enggruber 2013 zit. n. Enggruber/Fehlau 2018: 14, Hervorhebung NH).

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass sich die Jugendberufshilfe auf junge Menschen konzentriert, die in gewisser Weise von sozialer Benachteiligung betroffen sind und im Rahmen ihres Übergangs in den Beruf spezifische Hilfestellungen und Unterstützungen benötigen. Mairhofer (2017) definiert, dass die Jugendberufshilfe sozialpädagogische Angebote im zweistufigen Übergang umfasse: einmal den Übergang zwischen Schule und Ausbildung und von der Ausbildung in den Beruf (vgl. ebd.: 6). Die Thematisierung beider Übergänge beschreibt die Kernaufgabe der Jugendberufshilfe. Zöller (2015) erläutert, dass die Angebote der Jugendberufshilfe spezifisch an junge Menschen gerichtet seien, die besondere pädagogische Betreuung im Übergang Schule-Beruf benötigen würden (vgl. ebd.: 24). Hier sollte noch einmal konkret betont werden, dass es sich zum einen um sozialpädagogische Unterstützung im Rahmen des Übergangs Schule-Beruf handeln kann, also der erste Schritt in die Erwerbstätigkeit, aber auch um konkrete Angebote bei aufkommenden Problemen während der Ausbildung. Bei den beteiligten Akteuren handelt es sich um allgemeinbildende und berufsbildende Schulen, die Jugendhilfe beziehungsweise Jugendsozialarbeit und die Träger der Arbeitsverwaltung (vgl. Stuckstätte 2001: 20). Die Arbeit in Netzwerken ist für die Jugendberufshilfe existenziell. Spies und Stecklina (2015) führen an, dass Jugendhilfe, Arbeitsverwaltung und Wirtschaft kooperieren müssten, um einen gemeinsamen Weg zu finden, die Berufschancen junger Menschen zu optimieren (vgl. ebd.: 121). Aus der arbeitsmarktzentrierten Perspektive lasse sich als ein primäres Ziel nennen, dass die jungen Menschen in ein qualifiziertes und existenzsicherndes Beschäftigungsverhältnis nach Ende der Jugendberufshilfemaßnahmen übergingen (vgl. ebd.). Der Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit sowie die Vermeidung von Randgruppenexistenzen sei dabei die Hauptaufgabe der Jugendberufshilfe (vgl. ebd.: 20f.). Die Trägerlandschaft der Jugendberufshilfe gestalte sich vielfältig und setzt sich weitestgehend aus kommunalen Trägergruppen und Anbietern der freien Träger, wie z.B. der Caritas, der Diakonie oder der Arbeiterwohlfahrt (AWO) zusammen (vgl. Stuckstätte 2001: 25). Einen weiteren Beitrag in der Maßnahmenlandschaft der Jugendberufshilfe leistet die Bundesagentur für Arbeit, die vor allem mit den berufsvorbereitenden Maßnahmen und Ausbildungsbegleitenden Hilfen den Übergang für benachteiligte Jugendliche fördern soll (vgl. Spies/Stecklina 2015: 121). Daneben nennt Enggruber (2018) die Berufsorientierung und Berufsvorbereitung in allgemeinbildenden Schulen, Jugendwerkstätten sowie auch berufsbildende Schulen und Sonderberufsschulen für Menschen mit Behinderung (vgl. ebd.: 41). Ebenfalls dazu gehören die Berufseinstiegsbegleitung und niedrigschwellige Angebote für junge Menschen (vgl. ebd.). Dabei sollen junge Menschen angesprochen werden, die institutionell schwer erreichbar sind. (vgl. ebd.). Das betrifft diejenigen, die unter anderem in hohem Maße dem Schulunterricht fernbleiben oder generell für die Jugendhilfe zum Beispiel aufgrund eines krisenbehafteten Wohnortes schwer zugänglich sind. Die nach Spies und Stecklina (2015) genannten Ausbildungsbegleitenden Hilfen umfassen unter anderem ergänzende Lernkurse für Auszubildene, die nötig werden, wenn junge Menschen nicht den Anforderungen der Berufsausbildung entsprechen und durch eine professionelle Begleitung die Defizite ausgeglichen werden sollen (vgl. ebd.: 121). Ergänzend nennt Enggruber (2018) noch die Assistierte Ausbildung, die Jugendliche beim Übergang in eine Berufsausbildung oder eine berufsbildende Schule begleite, wenn ein erfolgreicher Schulabschluss zu scheitern drohe (vgl. ebd.: 41). Es handelt sich um eine Bandbreite von spezifischen Maßnahmen, die je nach Zielgruppe unterschiedlich konzipiert sein müssen (vgl. Fülbier 1997: 206). Die Adressat*innen, die die Angebote der Jugendberufshilfe in Anspruch nehmen, sind unterschiedlichen sozialen Problemlagen ausgesetzt und haben deshalb auch eigene Ansprüche und Wünsche, die sie an die Sozialpädagog*innen in der Jugendberufshilfe stellen. Das nun folgende Kapitel soll sich deshalb zunächst damit beschäftigen, in welchen gesetzlichen Rahmen die Jugendberufshilfe eingebettet ist, welche Ereignisse in der Geschichte zu einer starken Etablierung der Jugendberufshilfe geführt haben und vor allem, welche Adressat*innen sie ansprechen soll. Die Zielgruppe der jungen Erwachsenen soll hierbei genauer betrachtet werden.

1.1. Jugendsozialarbeit gemäß § 13 SGB VIII als Grundlage der Jugendberufshilfe

„In der Jugendhilfe wird davon ausgegangen, dass die AdressatInnen der Jugendsozialarbeit Hilfe am Übergang in ein eigenverantwortliches, sozialverträgliches Erwachsenenleben benötigen und in ihrer Persönlichkeitsentwicklung der professionellen Unterstützung bedürfen “ (Spies/Stecklina 2015: 122, Hervorhebung NH).

Bei der Jugendberufshilfe handelt es sich um ein Angebot der Jugendsozialarbeit gemäß § 13 SGB VIII. Das Alleinstellungsmerkmal drückt sich bereits in § 1 SGB VIII aus, der besagt, dass jeder junge Mensch das Recht auf Förderung seiner Entwicklung und Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit hat. Die Jugendhilfe hat nach § 1 Abs. 3 SGB VIII die Aufgabe, junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung zu fördern und soll dazu beitragen, dass Benachteiligungen vermieden und abgebaut werden. Außerdem wird genannt, dass positive Lebensbedingungen für junge Menschen geschaffen werden sollen. Eine in § 2 SGB VIII benannte Aufgabe der Jugendhilfe ist die in Abs. 2 genannte Jugendarbeit und die Jugendsozialarbeit. Die Jugendsozialarbeit ist gesetzlich verankert in § 13 SGB VIII. Nach Abs. 1 hat die Jugendsozialarbeit zur Aufgabe, mit sozialpädagogischen Hilfsangeboten junge Menschen bei sozialer Benachteiligung oder individuellen Beeinträchtigungen zu unterstützen. Das Landesjugendamt Westfalen (2011) stellt die besondere Bedeutung der Jugendsozialarbeit heraus, indem zunächst die Pflicht der Kommunen in der Ausführung der Jugendsozialarbeit genannt wird, den hohen und effizienten Nutzen im Hinblick auf Folgekosten von Langzeitarbeitslosigkeit und sozialem Ausschluss sowie die angemessenen Förderung und Forderung von Jugendlichen mit besonderem Hilfebedarf (vgl. ebd.: 4).2 § 13 SGB VIII sieht so wörtlich vor, dass die sozialpädagogischen Angebote unter anderem die berufliche Ausbildung, die Eingliederung in die Arbeitswelt sowie die soziale Integration fördern sollen. Gemäß Abs. 2 sollen die Angebote den Fähigkeiten und dem Entwicklungsstand der jungen Menschen Rechnung tragen, soweit nicht bereits Maßnahmen oder Programme anderer Träger die Ausbildung sichern. Während der Teilnahme an schulischen und beruflichen Bildungsmaßnahmen sieht Abs. 3 vor, dass ein Aufenthalt in einer sozialpädagogisch begleiteten Wohnform gewährt werden kann. Die Jugendsozialarbeit ist vor allem gemäß Abs. 4 dazu angehalten, Maßnahmen mit der Schulverwaltung, der Bundesagentur für Arbeit, Trägern betrieblicher und außerbetrieblicher Ausbildung und auch Trägern von Beschäftigungsangeboten abzustimmen. Das Landesjugendamt Westfalen führt aus, dass das formelle Lernen im schulischen Kontext darüber hinaus ergänzt wird und dass mithilfe von informellen und non-formalen Bildungsangeboten Kompetenzen und Fähigkeiten gestärkt werden, die zum Beispiel die Konfliktlösefähigkeit, Teamfähigkeit, Ausdauer und Lernmotivation trainieren (vgl. ebd.: 6). Die sozialpädagogischen Angebote der Jugendsozialarbeit zielen darauf ab, dass junge Menschen umfassend auf ihrem Weg vom Jugendalter in das Erwachsenwerden begleitet werden und die Hilfestellungen bekommen, die sie in diesem Übergang benötigen (vgl. Pingel 2018: 738). Junge Menschen haben grundsätzlich zwei Schwellen zu überwinden im Übergang in den Erwachsenenstatus. Die erste Schwelle bezeichnet den Übergang zwischen Schule und Ausbildung und die zweite Schwelle den Übergang zwischen Ausbildung und Erwerbsarbeit (vgl. Geßner 2003: 36). Beide Schwellen sollten gesondert betrachtet werden, da ein Misslingen der Bewältigung der ersten Schwelle auch mit sich zieht, dass die zweite Schwelle nicht überwunden werden kann. Zöller (2015) formuliert, dass die Jugendsozialarbeit die soziale Integration ermögliche, indem sie den jungen Menschen den Zugang zur beruflichen Qualifikation, zur Arbeitswelt und Erwerbstätigkeit verschaffe (vgl. ebd.: 25). Die Begriffe „Soziale Benachteiligung“ oder „Benachteiligtenförderung“ tauchen im Kontext der Jugendsozialarbeit und Jugendberufshilfe kontinuierlich auf. Das zeigt sich unter anderem in § 1 Abs. 3 SGB VIII, wonach Benachteiligungen vermieden oder abgebaut werden sollen oder in Form von § 13 Abs. 1 SGB VIII, dass mithilfe von sozialpädagogischen Angeboten junge Menschen unterstützt werden sollen, um soziale Benachteiligungen auszugleichen und individuelle Beeinträchtigungen zu überwinden. Die Fachkräfte der Jugendsozialarbeit sind dazu aufgerufen als „Anwälte“ der jungen Menschen zu agieren und für sie Partei zu ergreifen, um somit die Teilhabe am Leben im Hinblick auf soziale, materielle und kulturelle Aspekte zu ermöglichen (vgl. Pingel 2018: 738). Die Kontaktaufnahme zu den Adressat*innen gestaltet sich nicht immer einfach und deshalb stellt sich an die Jugendsozialarbeit die Herausforderung auf unterschiedlichen Ebenen eine niedrigschwellige Erreichbarkeit zu garantieren.

1.2 Historische Skizzierung zur Entstehung der Jugendberufshilfe

„In der Nachkriegszeit der 1950er Jahre bildeten sich erstmalig Grundausbildungslehrgänge, gemeinnützige Arbeitsstätten, überbetriebliche Ausbildungskurse und berufsfördernde Maßnahmen für arbeits-, berufs- und heimatlose Jugendliche mit dem Ziel, diese durch eine Ausbildung oder eine Beschäftigung in den Arbeitsmarkt einzugliedern (van Rießen 2018: 70, Hervorhebung NH).

Die Autorin zeigt in ihrer Einführung in die historische Entwicklung der Jugendberufshilfe auf, dass der Blick bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gerichtet werden muss. Durch die allgemeinen Bemühungen, die Folgen des zweiten Weltkriegs zu lindern, geriet die Förderung der Jugendlichen in sozialer sowie in beruflicher Hinsicht zunächst in den Hintergrund (vgl. Pötter 2013: 92). Erst durch die Einführung des Bundesjugendplans3 im Jahr 1950 rückten die Jugendlichen in gesetzlicher und finanzieller Sicht in den Blick der Öffentlichkeit (vgl. ebd.: 92f.). Der erste Schwerpunkt wurde dabei auf die Bereiche der bezahlten Arbeit und der Verfügbarkeit von Wohnraum gelegt (vgl. ebd.). Die Bemühungen, zunächst Wohnraum für junge Menschen zu organisieren, spielte deshalb eine wichtige Rolle, weil durch hohe Kriegsschäden und Zerstörung die Eltern-, Obdach-, und Heimatlosigkeit ein schwerwiegendes Problem darstellte (vgl. van Rießen 2018: 70). Das bedeutete für viele Jugendliche erhebliche soziale Verluste, weshalb auch davon auszugehen ist, dass psychische und emotionale Belastungen hervorgerufen wurden. Aufgrund der primären Betrachtung des arbeitsmarktpolitischen Aspektes haben die Arbeitsämter zunächst die Einrichtung spezifischer Lehrgänge in den Vordergrund gerückt (vgl. Pötter 2013: 93). Der Jugendarbeitslosigkeit wurde auf Bundesebene durch bildungspolitische Maßnahmen entgegenwirkt, also mithilfe von schulischen Hilfsinstrumenten, wie zum Beispiel der Einführung eines neunten Schuljahres oder der Errichtung von vollzeitschulischen Angeboten (vgl. ebd.). Die 1960er Jahre waren gekennzeichnet von einem hohen Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt (vgl. van Rießen 2018: 71). Die Maßnahmen der Jugendberufshilfe wurden für eine kurze Zeit weniger bedeutend, da aus Gründen des Personalmangels in der Wirtschaft als berufsunfähig eingestufte junge Menschen als Fachkräfte eingesetzt wurden (vgl. ebd.). Mit der Einführung des Arbeitsförderungsgesetzes im Jahr 1969 wurde das Prinzip des ökonomischen Wachstums verfolgt und kaum die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit (vgl. ebd.). Die 1970er Jahre kennzeichneten sich gegenteilig: die geburtenstarken Jahrgänge versuchten alle auf dem Arbeitsmarkt unterzukommen, welches unter anderem dadurch erschwert wurde, dass die Ölkrise und Rezession einen erheblichen Abbau an Arbeits- und Ausbildungsplätzen mit sich zog (vgl. Geßner 2003: 37). Die Erkenntnis, dass die Jugendarbeitslosigkeit innerhalb weniger Jahre nicht aufgelöst werden konnte, führte dazu, dass für Jugendliche und junge Erwachsene mit individuellen Benachteiligungen die „sozialpädagogisch orientierte Berufsausbildung“ geschaffen wurde (vgl. BMBW4 1992 zit. n. van Rießen 2018: 71f.). Es bestand die Möglichkeit, dass eine Vollzeitausbildung als außerbetriebliche Ausbildung ohne marktwirtschaftlichen Zugang absolviert werden konnte (vgl. ebd.). Zusätzlich zu der „Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen“ entstanden die Ausbildungsbegleitenden Hilfen, welche an die jungen Menschen gerichtet waren, die sich bereits in einem Ausbildungsverhältnis befinden und zusätzlich sozialpädagogische Unterstützung bei der Erarbeitung von Unterrichtsinhalten benötigten (vgl. ebd.). Der Gedanke, in Form sozialpädagogischer Maßnahmen die berufliche Integration zu fördern, entstand durch die Erkenntnis, dass schichtspezifische Unterschiede und Ungleichheiten die Arbeitsmarktintegration einiger Gruppen Jugendlicher und junger Erwachsener verhindere (vgl. Pötter 2013: 94). In diesem Zuge etablierte sich der Begriff der „Sozialen Benachteiligung“ (vgl. ebd.). Die 1980er Jahren wurden geprägt durch einen erhöhten Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit, wodurch die Notwendigkeit erachtet wurde, möglichst viele vorhandene Ressourcen zur Bekämpfung einzubeziehen, um den Ausbildungs- und Arbeitsstellenmangel zu bekämpfen (vgl. ebd.). Durch die Pluralisierung von Angeboten und Hilfe bei der Integration junger Menschen in den Arbeitsmarkt rückte der Aspekt der Orientierung an der Lebenswelt weiter in den Vordergrund, wobei die Jugendhilfe ohnehin den Anspruch der Zuständigkeit für die Jugendberufshilfe seit längerem für sich reklamierte (vgl. ebd.). Durch die Schaffung des § 13 SGB VIII im Kinder- und Jugendhilfegesetz im Jahr 1990 wurde das primäre Ziel erreicht, die Verantwortung für die Integration in die schulische und berufliche Ausbildung als Angebot der Jugendsozialarbeit mit einer eigenen Zielsetzung zu etablieren (vgl. ebd.: 94f.). Die Maßnahmen der Jugendsozialarbeit wurden infolge geringer Vermittlungsquoten in den Arbeitsmarkt infrage gestellt (vgl. ebd.: 95). Die rot-grüne Bundesregierung ließ durch die Einführung des Programms „JUMP“5 eine neue Kultur der Arbeitsförderung junger Menschen entstehen, wodurch die Eigeninitiative und Eigenverantwortung der jungen Menschen gestärkt werden sollte, um eine längere Verfestigung der Hilfebedürftigkeit zu verringern (vgl. ebd.). Der Zuständigkeitsvorrang arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen dominiert bis heute die Integration junger Menschen in den Arbeitsmarkt (vgl. ebd.). Es wird weiterhin eine wissenschaftliche und politische Diskussion darüber geführt, ob die Maßnahmen der Arbeitsförderung die angemessenen Mittel sind, um den Einstieg in die Erwerbstätigkeit so zu fördern, dass Jugendliche und junge Erwachsene das Gefühl haben, dass sie die bestmögliche pädagogische Unterstützung erhalten.

1.3 Die Komplexität der Lebensphase Jugend

Um nachvollziehen zu können, warum das SGB VIII der Lebensphase Jugend in Form des § 13 eine besondere Aufmerksamkeit schenkt, sollen die Besonderheiten und Kennzeichen der Lebensphase Jugend an dieser Stelle näher thematisiert werden. Der Begriff Jugend wird aus der Perspektive vieler Wissenschaftler*innen unterschiedlich definiert und aufgefasst, was zum Teil ambivalente Vorstellungen dieser Lebensphase mit sich bringt (vgl. Niekrenz/Witte 2018: 382). Auch unterschiedliche wissenschaftliche Richtungen definieren den Begriff verschieden. Ecarius et al. (2011) führen an, dass der Begriff der Jugend im rechtswissenschaftlichen Kontext zur Bezeichnung von jungen Menschen verwendet wird, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, aber noch nicht das 18. Lebensjahr (vgl. ebd.: 13). Die Psychologie hingegen betrachtet den Jugendbegriff im Zusammenhang mit kognitiver und emotionaler Entwicklung, die durch die Pubertät zur Reife gelangt (vgl. ebd.: 14). Die Soziologie wiederum definiert die Jugendphase als einen Prozess, bei dem eine langsame Ablösung aus den familiären Strukturen erfolgt, aber trotzdem noch nicht die Reife eines Erwachsenen erreicht wird (vgl. ebd.). In dieser Lebensphase testen sich die Individuen aus mit dem Ziel, ihren eigenen Platz in der Gesellschaft zu erhalten (vgl. Niekrenz/Witte 2018: 382). Für die Pädagogik und die erziehungswissenschaftliche Forschung ist diese Lebensphase interessant, da die Konsequenzen für Bildungs-, Erziehungs-, und Entwicklungsprozesse in pädagogischen Einrichtungen maßgeblich durch die Besonderheiten dieser Statuspassage dominiert werden (vgl. ebd.). Außerdem werden die Lebens- und Alltagswelten der Jugendlichen hervorgehoben, um Unterstützungs- und Prozessstrukturen zu entwickeln (vgl. Böhnisch 2008: 145 zit. n. Niekrenz/Witte 2018: 382). Einen erheblichen Beitrag in der Entwicklung und Erziehung von jungen Menschen leisten die sogenannten Sozialisationsinstanzen, wie zum Beispiel die Familie und Verwandte, der Freundeskreis und pädagogische Institutionen, wie die Schule.

„Jugendliche werden innerhalb der Sozialisationsinstanzen Familie, Freundkreis, Freizeitrichtungen, Schule, Ausbildungsstätte und sonstige Bildungsträger sowie durch kulturelle und politische Gegebenheiten kontinuierlich mit verschiedenen Wertvorstellungen konfrontiert (Stuckstätte 2004: 35, Hervorhebung NH).

Das hier aufgeführte Zitat verdeutlicht den Einfluss nahestehender Personen auf die Entwicklung des Individuums, aber zugleich auch die Macht, die pädagogische Einrichtungen im Lebenslauf ausüben. Die Konfrontation mit kulturellen und politischen Wertvorstellungen hat für die Lebensgestaltung der Jugendlichen einen hohen Stellenwert. Die eigenen Lebensziele, Handlungen oder auch Wünsche müssen mit gesellschaftlichen Wertestandards abgeglichen werden und im Idealfall mit ihnen vereinbar sein (vgl. Stuckstätte 2004: 35f.). Für Jugendliche mit schwer realisierbaren Wunschvorstellungen kann es zur Folge haben, dass gesellschaftliche Werte nicht akzeptiert werden (vgl. ebd.: 36). Oder es kommt zur Akzeptanz gesellschaftlich geteilter Wertvorstellungen und es entsteht Verhaltenssicherheit für die Jugendlichen (vgl. ebd.). „Die Lebenswege von jungen Menschen weisen durch gravierende Individualisierungsprozess e immer mehr weniger Schnittmengen auf“ (Finkeldey 2007: 75, Hervorhebung NH). Diese Individualisierungsprozesse und die damit einhergehende unübersichtliche Landschaft an Möglichkeiten der Entwicklungs- und Entfaltungschancen prägt maßgeblich die jugendliche Lebensphase im 21. Jahrhundert. Die heutige Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass der Lebenslauf nicht mehr an Traditionen und festgelegte Rollen gebunden ist, sondern seitens der Gesellschaft eine eigene und individuelle Gestaltung dieses Lebenslaufes erwartet wird (vgl. Hurrelmann 2006: 46f.). Die Entwicklung jedes Individuums ist dennoch eingebettet in gesellschaftliche Strukturen, in denen zwar die individuelle Entfaltung gestattet ist, jedoch in einem eingeschränkten Raum von Verhaltensmöglichkeiten (vgl. ebd.: 47). Das betrifft vor allem das Aufwachsen in westlichen Industrieländern, in denen es möglich ist, sich in den bestehenden Strukturen frei zu bewegen und gleichzeitig die Schwierigkeit besteht, zwischen verschiedenen und unübersichtlichen Optionen der Lebensgestaltung zu wählen (vgl. ebd.). Das Erwachsenwerden und der Übergang in einen neuen Lebensabschnitt im Gegensatz zu früher wird nicht mehr fremdbestimmt (vgl. Ecarius 2010: 270). Stattdessen wird eine pluralisierte Landschaft an Entscheidungsmöglichkeiten geboten, die zu einer Überforderung und Unsicherheit führen kann. Ganz passend ist die Formulierung, dass es sich bei der Lebensphase Jugend um ein „risikobelastetes Projekt“ handelt, in dem das Individuum kontinuierlich dazu aufgefordert ist, die Lebensplanung unabhängig von Alter, Geschlecht oder sozialen Status zu reflektieren und damit einhergehend auch automatisch die Lebensplanung zu überdenken (vgl. ebd.). Dieser Aspekt betont die Notwendigkeit von pädagogischer Beratung und Unterstützung der Jugendlichen im Alltag (vgl. ebd.).

1.4 Adressat*innen der Jugendberufshilfe und ihre sozialen Problemlagen

Bei den Adressat*innen der Jugendberufshilfe handelt es sich um Jugendliche und junge Erwachsene. Die Ausführungen zu der Jugendsozialarbeit konnten bereits aufzeigen, dass verschiedenste prekäre Lebenslagen dazu führen können, dass die Jugendsozialarbeit für die jungen Menschen tätig wird. Die unterschiedlichen Gründe hierfür verhindern meist die erfolgreiche Eingliederung in den Arbeitsmarkt und beinhalten starke soziale Benachteiligung und individuelle Beeinträchtigungen. „Für alle Adressat*innen gilt, dass sie entweder keinen betrieblichen oder schulischen Ausbildungsplatz haben oder ihre Berufsausbildung zu scheitern droht “ (Enggruber 2018: 41, Hervorhebung im Original). Außerdem werden als Adressat*innen auch Menschen mit Migrationshintergrund genannt, Menschen mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen sowie junge Menschen mit erheblichen sozialen Benachteiligungen und diejenigen, deren Lebensentwürfe nicht mit den Gegebenheiten auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt vereinbar sind (vgl. ebd.). Die Problemlagen, denen junge Menschen ausgesetzt sind, spielen für die Bewältigung und Gestaltung der eigenen Biografie eine sehr präsente Rolle. Sie führen dazu, dass die Eigenständigkeit, der Wille und die Motivation der jungen Menschen gehemmt werden und sich eine Diskontinuität in der Lebensgestaltung negativ auf die Entwicklung des Individuums auswirkt. Zu diesen kritischen Lebensereignissen können laut Geßner (2003) unter anderem Arbeitslosigkeit, Beziehungsprobleme oder Schulversagen zählen, aber auch Konflikte im lebensweltlichen Kontext des Individuums, wie zum Beispiel fehlende Unterstützung durch die Familie, Bekannte oder Freunde (vgl. ebd.: 57). In diesen Fällen wird von personalen und sozialen Ressourcen gesprochen, die dem Individuum Halt und Stabilität in krisengeprägten Zeiten bieten. Zu den personalen Ressourcen zählen unter anderem aktiv-problemlösende Bewältigungsstrategien, ein positives Selbstbild, sicheres Bindungsverhalten oder überdurchschnittliche Intelligenz, während zu den sozialen Ressourcen unter anderem familiärer Zusammenhalt, harmonische Gleichaltrigengruppe, unterstützende Systeme wie Kirche und Sportvereine oder gute Bildung der Eltern gehören (vgl. Blanz et al. 2006: 543 zit. n. Hurrelmann/Quenzel 2013: 225). Starke personale und soziale Ressourcen leisten einen Beitrag dabei, sodass die Entwicklungsaufgaben, die bereits im Kapitel zuvor skizziert wurden, zu bewältigen. Bei einer unzureichenden Bewältigung von Entwicklungsaufgaben im Jugendalter kann die Persönlichkeitsentwicklung durch externalisierendes Problemverhalten, wie zum Beispiel Gewalt oder durch evadierendes Problemverhalten, wie Drogenkonsum oder internalisierendes Problemverhalten in Form von psychosomatischen Störungen, gestört werden (vgl. Hurrelmann/Quenzel 2013: 231). Mit dem oben in der Überschrift gewählten Begriff der sozialen Problemlagen soll betont werden, dass prekäre soziale Verhältnisse eines jungen Menschen meist durch eine nicht ausreichende Bewältigung der Entwicklungsaufgaben hervorgerufen werden und sich durch deviantes Verhalten äußern. Der Anstieg von antisozialem und deviantem Verhalten wird nach Hurrelmann und Quenzel (2013) als typisch für die Lebensphase Jugend beschrieben (vgl. ebd.: 233). Die externalisierenden Formen des Problemverhaltens wie Kriminalität und Gewalt lassen sich unter anderem zurückführen auf die frühe und konflikthafte Ablösung vom Elternhaus, einem fehlenden Anschluss in der Schule oder Kontakt zu Freundeskreisen, die sich negativ auf die Entwicklung des Individuums auswirken (vgl. ebd.: 234). Zudem kann nach Geßner (2003) das Schulversagen ein Grund sein, warum die sogenannte erste Schwelle zwischen Schule und Ausbildung nicht erfolgreich überwunden werden kann (vgl. ebd.: 36). Das Schulsystem verfolgt neben ihrer Kernaufgabe, gesellschaftlich notwendiges Wissen zu vermitteln im Allgemeinen auch den Auftrag zur Selektion (vgl. ebd.: 75). Die Selektion erfolgt in Form von Zeugnissen und Zertifikaten: der Konkurrenzdruck nimmt zu und die Bedeutung der unteren Schulabschlüsse nimmt ab (vgl. Mack 1997: 216). Deshalb ist es für junge Menschen, die ihre Entwicklungsaufgaben nicht angemessen bewältigen und in eine soziale Schieflage geraten, umso schwieriger, den Ansprüchen des Schulsystems zu entsprechen. Besonders die Schüler*innen, die ihre Schullaufbahn mit dem Hauptschulabschluss beenden, landen in einer unendlichen Warteschleife, wozu unter anderem staatliche Fördermaßnahmen, zusätzliche Beschulungen, Angebote der Jugendberufshilfe oder Programme des zweiten Arbeitsmarktes zählen (vgl. Solga 2004: 122). Es handelt sich hierbei meist um Schüler*innen, die während ihrer Schullaufbahn keine ausreichenden Leistungen erbracht haben, um einen höheren Schulabschluss zu erlangen und damit auch die Chance verfehlt haben, einen geeigneten Beruf zu ergreifen. Auch Hurrelmann und Quenzel (2013) zeigen auf, dass die Jugendlichen mit einem Sonderschul- oder Hauptschulabschluss in der Regel die sind, die am häufigsten von Arbeitslosigkeit betroffen seien (vgl. ebd.: 141).

[...]


1 Der Artikel ist unter folgender URL abrufbar: https://www.zeit.de/zeit-magazin/2019/32/jugendarbeitslosigkeit-beruf-ausbildung-erwerbstaetigkeit. [Stand: 14.04.2020]. - genaue Angabe im Literaturverzeichnis -

2 Das Landesjugendamt Westfalen ist zuständig für die Finanzierung von öffentlichen Trägern (Jugendämter) und freien Trägern (Verbände, Kirchen und Vereine) und sichert zudem die fachliche Unterstützung des Personals (vgl. LWL o.J.). Es hat somit ein erhebliches Mitspracherecht hinsichtlich der Angebotsplanung der Jugendsozialarbeit.

3 Der Kinder- und Jugendplan ist ein zentrales Förderelement der Kinder- und Jugendhilfe auf Bundesebene und schafft Sicherung, Stärkung und Weiterentwicklung der bundeszentralen Infrastruktur der Kinder- und Jugendhilfe (vgl. BMFSFJ o.J.)

4 Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft – heute: Bundesministerium für Bildung und Forschung

5 Das von der rot-grünen Bundesregierung im Jahr 1998 initiierte Jugendsofortprogramm (JUMP) hatte zum Ziel, den Abbau der Jugendarbeitslosigkeit zu befördern und in einem befristeten Rahmen die Regelförderinstrumente des SGB III zu ergänzen (vgl. Dornette/Jacob 2006: 4ff.)

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Details

Titel
Herausforderungen der Jugendberufshilfe im Spannungsfeld zwischen SGB II und SGB VIII
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
41
Katalognummer
V908894
ISBN (eBook)
9783346210197
ISBN (Buch)
9783346210203
Sprache
Deutsch
Schlagworte
SGB II, SGB VIII, Jugendberufshilfe, Jugendsozialarbeit, Soziale Arbeit, Sozialpädagogik, Junge Erwachsene, Arbeitsvermittlung, Jugendliche, Jugendberufsagentur, Schnittstellenproblematik Sozialgesetzbücher, Jobcenter, Bundesagentur für Arbeit, Jugendamt, Hartz IV
Arbeit zitieren
Nico Hartlich (Autor), 2020, Herausforderungen der Jugendberufshilfe im Spannungsfeld zwischen SGB II und SGB VIII, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/908894

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