Zum Werk von Kenichi Ohmae "Was kommt nach der Globalisierung?"


Rezension / Literaturbericht, 2006

9 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Der Autor und sein Buch

2. Zentrale Aussage des Autors

3. Aufbau und kritische Inhaltsangabe des Buches

4. Fazit

1. Der Autor und sein Buch

Der Autor, Kenichi Ohmae, geboren im Jahr 1943 erwarb am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Doktortitel in Reaktortechnik. Er ist Regierungsberater und war Leiter der Japan-Niederlassung der renommierten Unternehmensberatung McKinsey. Zum Themengebiet Globalisierung sind bereits mehrere seiner Bücher veröffentlicht worden. Mitte der 80er Jahre stellte er die „Triade“ (die transnational integrierten Ökonomien Japans, der USA und Westeuropa) in das Zentrum der Glo­ba­lisierungstheorie, womit er großes Aufsehen erregte und die einschlägige Begriff­lich­keit prägte.

In den letzten dreißig Jahren hat er über 60 Län­dern der Erde bereist, manche davon sehr häufig: 400-mal die USA oder über 100-mal Malay­sia. Während dieser Reisen konnte er sich mit Firmenchefs, Mitarbeitern und Kunden austauschen. Überdies ist er als Entrepreneur an Unternehmens­grün­dun­gen in ver­schie­denen Ländern beteiligt. Der breite Erlebnis­schatz des Autors sollte ihn befähigt haben uns die Funk­tions­weisen der Global Economy anhand zahlreicher inter­natio­na­ler Fall­bei­spiele dar­zu­legen.

Der Titel des im Jahr 2006 in Deutschland erschienenen Buches „Was kommt nach der Globali­sie­rung?“ ist mit Blick auf die Vielzahl der Publikationen zu diesem The­ma geeignet, Aufmerksamkeit für ein neues globales Phänomen zu erzeugen und zum Kauf zu animieren. Ein Marketing-Trick! Der Leser wird getäuscht. Der eng­lische Originaltitel „The Next Global Stage. Challenges and Opportunities in Our Borderless World” ist treffender formuliert, denn tatsächlich befasst sich der Autor lediglich mit dem Fortgang im Glo­ba­li­sierungs­prozess. Mit Hilfe der modernen Tech­no­logien und globaler Plattformen soll sich die Global Economy über den internationalen Standortwettbewerb im Bereich der indus­triellen Produktion hinaus entwickeln. Ziel des Buches ist es, dem Leser Orientierung in der Welt von heute zu geben, wichtige Trends der Globalisierung aufzuzeigen und Anstöße für neue Hand­lungs- und Denkweisen zu geben.

2. Zentrale Aussage des Autors

Über die Vielzahl der Beobachtungen des Autors aus der ganzen Welt erhal­ten wir ein breit gefächertes Bild der Realität inklusive ausgewählter Innenansichten von unter­schied­lichen Branchen. Seine Schlussfolgerungen entwickeln sich vom Beson­de­ren auf das Allgemeine (Induktion). Sie führen ihn zu seiner zentralen Aus­sage: Die Globalisierung ist Re­a­li­tät. Wir alle – Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Politiker und jeder Bürger – müs­sen lernen, dass Erfolg und Reichtum nicht mehr vom beste­hen­den Wohlstand abhängen, Kapital weltweit verfügbar ist und die Größe eines Unternehmens, eines Staates nicht mehr das Maß aller Dinge ist.

Erfolgreiche „Regionalstaaten“ benötigen kei­nen vorhandenen Kapitalstock, um Wohl­­­­stand zu generieren. Die Regionen Dalian (China), Hyderabad (Indien) oder San Jose (Kalifornien) sind anschauliche Beispiele für den Aufstieg armer Wirt­schafts­zonen und ihre beachtliche An­ziehungs­kraft auf internationales Kapital. Die­ses Phänomen deckt sich mit der neoklassischen Vor­stel­lung von abnehmenden Grenz­­erträgen bei steigender Kapitalintensität. In Regionen mit bisher niedriger Ka­pi­talintensität können Direktinvestitionen daher einen höhe­ren Return on Invest­ment erzielen. Die realen Beispiele belegen, die grenz­über­schrei­ten­de Mobilität des Faktors Kapital.

Der freie Kapitalfluss wird jedoch in einigen Bereichen der nationalen Finanz­märkte behindert. Chinesische Banken, Versicherungen und Privatpersonen sind bei­spiels­weise durch staatliche Kapitalverkehrskontrollen daran gehindert in stär­ke­rem Maße in ausländische Währungen zu investieren.[1] Angesichts der enormen De­vi­sen­re­serven Chinas sollten solche protektionistischen Maßnahmen unnötig sein. Der Er­folgs­beitrag von Protektionismus wird vom Autor aber völlig ausgeblendet. Die Kritiker des vorherrschenden neoliberalen Diskurses, Noam Chomsky (MIT Boston) und Ha-Joon Chang (University of Cambridge) haben festgestellt, dass die pros­pe­rierenden Industriestaaten und erfolgreiche Länder wie Korea, Taiwan, China und Indien ihre Industrien mit Hilfe protektionistischer Maßnahmen und unter Ver­letzung der Frei­handelsregeln entwickelt haben.

[...]


[1] F.A.Z.-Artikel vom 15.04.2006, China öffnet seinen Finanzmarkt.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Zum Werk von Kenichi Ohmae "Was kommt nach der Globalisierung?"
Hochschule
Universität Hamburg
Veranstaltung
Kurs: Theorie und Empirie der Globalisierung
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
9
Katalognummer
V90923
ISBN (eBook)
9783638038270
ISBN (Buch)
9783638935081
Dateigröße
430 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kenichi Ohmae, geboren im Jahr 1943 erwarb am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Doktortitel in Reaktortechnik. Er ist Regierungsberater und war Leiter der Japan-Niederlassung der renommierten Unternehmensberatung McKinsey. Zum Themengebiet Globalisierung sind bereits mehrere seiner Bücher veröffentlicht worden. Mitte der 80er Jahre stellte er die „Triade“ (die transnational integrierten Ökonomien Japans, der USA und Westeuropa) in das Zentrum der Globalisierungstheorie, womit er großes Aufsehen erregte und die einschlägige Begrifflichkeit prägte.
Schlagworte
Werk, Kenichi, Ohmae, Triade, The next stage of globalisation, Buchrezension, Volkswirtschaft, Globalisierung
Arbeit zitieren
Dipl.-Betriebswirt (FH) Frank Eckhoff (Autor), 2006, Zum Werk von Kenichi Ohmae "Was kommt nach der Globalisierung?", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90923

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