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Die Entnazifizierung in der SBZ 1945-1948

Titel: Die Entnazifizierung in der SBZ 1945-1948

Hausarbeit , 2006 , 20 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Carina Bornhäusser (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Entnazifizierung Deutschlands war eines der Hauptziele der Siegermächte gewesen, das sie unter den „vier D’s“ zusammenfassten: Denazifizierung, Demokratisierung, Dekartellisierung und Demilitarisie-rung. Unter diesen Gesichtspunkten sollten die Verantwortlichen des Hitlerregimes zur Verantwortung gezogen werden. Doch was geschah mit den vielen Mitläufern? Ein entscheidendes Kriterium bildete in der SBZ die Trennung von aktiven und nominellen Nazis. Aber wie konnte eine Person richtig und vor allem gerecht einer dieser beiden Kategorien zugeordnet werden? Die ungenauen Differenzierungen stellten die Entnazifizierungs-kommissionen vor große Probleme, was folglich Unruhen und Vertrauensverluste innerhalb der Bevölkerung auslöste. Allmählich schien das Ziel der Entnazifizierung hinter dem Ziel des Aufbaus eines stalinistischen Gesellschaftssystems zurück zutreten. Bis in die sechziger Jahre hinein wurden weder in Ost- noch in Westdeutschland Editionen zum Thema Entnazifizierung herausgegeben. Geschichtswissenschaftler der ehemaligen DDR gingen bis in die achtziger Jahre davon aus, dass die Entnazifizierung erfolgreich verlaufen sei. Somit bestand für sie kein Forschungsbedarf. Die westlichen Historiker hingegen beschäftigten sich stark mit der späteren Gründung der BRD. Erst zu Beginn der achtziger Jahre erschienen die ersten Publikationen zu diesem Thema. Mit der Öffnung der Archive der DDR nach ihrem Zusammenbruch 1989 folgte ein weiterer Schub in der Entnazifizierungs-forschung. Umstritten ist jedoch bis heute die Frage, ob die sowjetischen Besatzer von Anfang an eine geplante Umstrukturierung der Gesellschaft nach stalinistischem Vorbild verfolgten. Die Historikerin Rößler geht davon aus, dass die Durchsetzung der Rehabilitationsmaßnahmen in der SBZ äußerst spontan abliefen.
Im Gegensatz dazu statuiert Sperk, dass die SMAD einerseits nach der Beseitigung des NS-Staates strebte, aber durchaus von Beginn an das Ziel verfolgte, ein System sowjetischer Prägung zu installieren. Der russische Historiker Nikita Petrov vertritt ebenfalls diese Auffassung und ist überzeugt davon, dass Stalin die Mittel der Repressionen gezielt einsetzte, um damit seine Politik zu verwirklichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A Einleitung

B Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches

I.1. Die Beschlüsse der Siegermächte

I.2. Die Anfänge der Entnazifizierung in der sowjetischen Besatzungszone

I.3 Die ersten gesetzlichen Grundlagen

I.4 Phase 3: Die Kontrollratsdirektive Nr. 24

I.5 Der SMAD Befehl Nr. 201: Das Ende der Entnazifizierung

I.5.1 Die Durchführung des Befehls Nr. 201

I.6. Das Ende der Entnazifizierung – der Befehl Nr. 35

C Schwerpunkte der Entnazifizierung

II.1. Die Polizei

II.2 Die Verwaltung

II.3 Das Gesundheitswesen

D Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Prozess der Entnazifizierung in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) zwischen 1945 und 1948 und analysiert, inwieweit dieses Unterfangen zur tatsächlichen politischen Säuberung beitrug oder primär als Instrument zur Etablierung eines stalinistischen Gesellschaftssystems diente.

  • Chronologische Analyse der verschiedenen Säuberungsphasen
  • Unterscheidung zwischen aktiven und nominellen NS-Parteimitgliedern
  • Die Rolle der SMAD und der SED bei der politischen Umgestaltung
  • Auswirkungen der Entnazifizierung auf spezifische Funktionsbereiche (Polizei, Verwaltung, Gesundheitswesen)
  • Rezeption der Entnazifizierung in der DDR-Geschichtsschreibung versus heutiger Forschung

Auszug aus dem Buch

I.5 Der SMAD Befehl Nr. 201: Das Ende der Entnazifizierung

Das Ziel des Befehls Nr. 201 war der baldige Abschluss der politischen Säuberungen innerhalb der SBZ. Der Hintergrund dieses Beschlusses der sowjetischen Besatzungsmacht ist im Scheitern der Moskauer Außenministerkonferenz im Frühjahr 1947 zu suchen. Zudem wurde die gesellschaftliche Situation aufgrund von Demontagen, Entlassungen und einer im allgemeinen angespannten Versorgungslage immer kritischer. Die SED gab kund, dass mit „der Entmachtung der reaktionären Kräfte und der Säuberung der Wirtschaft und Verwaltung von den nazistischen Elementen“, die Zeit nun reif sei für ein Ende der Entnazifizierungen. Wie bereits während der Kontrollratsdirektive Nr. 24 kam es zu abermaligen Überprüfungen bereits bearbeiteter und bis dato abgeschlossener Fälle.

Mit Hilfe des Befehls sollte der Umgang mit den nominellen und aktiven Nazis geklärt und somit der Säuberungsprozess beschleunigt werden. Für alle Länder der SBZ galt nun der einheitliche Maßstab die Pgs in fünf Kategorien zu unterteilen: Hauptschuldige, Belastete, Mitläufer und Entlastete. Man sah vor, nunmehr die aktiven Nazis zur Rechenschaft zu ziehen. Die nominellen Mitglieder sollten, insofern sie bereit waren sich für den Aufbau eines friedlichen Deutschlands einzusetzen, als gleichberechtigte Bürger anerkannt werden. Deutlich wurde dies durch die Zuerkennung ihrer politischen und bürgerlichen Rechte, sprich des aktiven und passiven Wahlrechts. Zudem beauftragte die SMAD die Zentralverwaltungen Justiz und Inneres in Berlin mit der Aburteilung der zu entnazifizierenden Personen. Die Militärverwaltung behielt sich jedoch ein Kontrollrecht vor.

Zusammenfassung der Kapitel

A Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderung der Entnazifizierung in der SBZ und stellt die Forschungsfrage nach der tatsächlichen Zielsetzung hinter dem Säuberungsprozess.

B Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches: Dieses Kapitel erläutert die chronologischen Phasen der Entnazifizierung, angefangen von den Potsdamer Beschlüssen bis hin zum Befehl Nr. 35, der den Abschluss einleitete.

C Schwerpunkte der Entnazifizierung: Hier werden die Auswirkungen und Schwierigkeiten der Säuberungen in den Bereichen Polizei, Verwaltung und Gesundheitswesen detailliert betrachtet.

D Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert, dass die Entnazifizierung ihre ursprünglichen Ziele verfehlte und stattdessen instrumentalisiert wurde, um ein stalinistisches Gesellschaftssystem in der SBZ zu festigen.

Schlüsselwörter

Entnazifizierung, SBZ, SMAD, SED, KPD, politische Säuberung, Kontrollratsdirektive Nr. 24, SMAD Befehl Nr. 201, stalinistisches Gesellschaftssystem, Sowjetunion, NS-Vergangenheit, Antifaschismus, Kriegsverbrecher, Parteigenossen, Verwaltungsapparat

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den Prozess der Entnazifizierung in der sowjetischen Besatzungszone zwischen 1945 und 1948 sowie dessen politische Instrumentalisierung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die chronologische Entwicklung der verschiedenen Säuberungsphasen, die rechtlichen Grundlagen der SMAD und die spezifischen Auswirkungen auf Bereiche wie Polizei und Gesundheitswesen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu klären, ob die Entnazifizierung primär dem Ziel der Befreiung vom Nationalsozialismus diente oder als Mittel zum Aufbau eines stalinistischen Systems in der SBZ genutzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur und Dokumenten zur Entnazifizierungspolitik der KPD/SED basiert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Betrachtung der SMAD-Befehle und Kontrollratsdirektiven sowie eine thematische Analyse der Säuberung in der öffentlichen Verwaltung und Polizei.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Entnazifizierung, SBZ, SMAD, stalinistische Umgestaltung und politische Säuberung charakterisieren.

Wie wurde mit der Kategorie der "nominellen Nazis" umgegangen?

Die Behandlung nomineller Parteimitglieder wandelte sich im Verlauf der Jahre, wobei die SED diese Gruppe zunehmend als potenzielle neue Bürger für den Aufbau des Staates gewinnen wollte, um ihre eigene Machtposition zu sichern.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Entnazifizierung in der SBZ?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Entnazifizierung in Bezug auf die ursprünglichen Potsdamer Ziele als gescheitert betrachtet werden muss, da sie vor allem zur Etablierung der SED-Herrschaft genutzt wurde.

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Details

Titel
Die Entnazifizierung in der SBZ 1945-1948
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
2,0
Autor
Carina Bornhäusser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
20
Katalognummer
V91097
ISBN (eBook)
9783638048835
ISBN (Buch)
9783638942744
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entnazifizierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Carina Bornhäusser (Autor:in), 2006, Die Entnazifizierung in der SBZ 1945-1948, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91097
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Leseprobe aus  20  Seiten
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