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Wilhelm Raabes Roman "Abu Telfan oder die Heimkehr vom Mondgebirge". Eine Betrachtung aus der postkolonialen Perspektive

Title: Wilhelm Raabes Roman "Abu Telfan oder die Heimkehr vom Mondgebirge". Eine Betrachtung aus der postkolonialen Perspektive

Seminar Paper , 2020 , 14 Pages , Grade: 1,80

Autor:in: Ecem Türe (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Arbeit wird der Roman ,,Abu Telfan oder die Heimkehr vom Mondgebirge“ von Wilhelm Raabe aus der postkolonialen Perspektive gelesen und interpretiert. Das Ziel dieser Arbeit ist es, diesen Roman aus einer postkolonialistischen Perspektive abzuhandeln, die wichtige postkoloniale Diskurse in dem Roman zu finden und zu veranschaulichen; in diesem Zusammenhang den Roman und postkoloniale Literatur zu deuten und miteinander in Beziehung zu bringen. Im Rahmen der postkolonialen Diskurse wurde festgestellt, dass es die Rassendiskriminierung zur afrikanischen Diaspora besonders wegen ihrer Hautfarbe gibt.

Der im Jahr 1867 entstandene Roman ,,Abu Telfan oder die Heimkehr vom Mondgebirge“ ist in 36 durchnummerierte Kapitel gegliedert. Die Handlung des Romans spielt im Nordafrika, in einem Ort namens Abu Telfan im Tumurkieland, und im Mitteldeutschland im 19. Jahrhundert. Wie der Titel schon verrät, erzählt der Roman die Geschichte eines Heimkehrers. Die grundlegende Zielsetzung der Arbeit ist die Wirkungen des Postkolonialismus ausgehend von der Hauptfigur Leonhard Hagebucher unter die Lupe zu nehmen und in diesem Zusammenhang postkoloniale Diskurse im Roman zu veranschaulichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Afrikaner Leonhard Hagebucher, als weißer und Deutscher

3. Postkoloniale Diskurse im Roman

4. Zusammen mit Rassismus und Diskriminierung; Afrikadiskurs

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Roman „Abu Telfan oder die Heimkehr vom Mondgebirge“ von Wilhelm Raabe aus einer postkolonialistischen Perspektive, um die Wirkungsweise postkolonialer Diskurse und deren Darstellung der Hauptfigur Leonhard Hagebucher zu analysieren.

  • Analyse postkolonialer Diskurse in der deutschen Literatur
  • Die Fremdheitserfahrung der Hauptfigur Leonhard Hagebucher
  • Darstellung von Rassismus und Diskriminierung im Kontext des Afrikadiskurses
  • Die Ambivalenz in der Darstellung von Identität und Hybridität
  • Kritik an kolonialen Machtstrukturen und stereotypen Zuschreibungen

Auszug aus dem Buch

3. Postkoloniale Diskurse im Roman

Wie bereits oben erwähnt, ist dieser Roman zum Lesen in Bezug auf den Postkolonialismus geeignet und beinhaltet darüberhinaus viele postkoloniale Aspekte. Ein auffälliger Punkt ist die Benutzung des Begriffes „Sklaverei“. Das Konzept der Sklaverei hängt im Allgemeinen mit der westlichen Kolonialmacht zusammen. In dem Werk aber werden schwarze Menschen als Sklavenhändler beschrieben und sie kaufen und verkaufen die Weißen. Sie werden als wilde schwarze Jäger (besonders Baggaraneger- eine halbnomadische, sudanische Völker) und als barbarisch und grausam dargestellt. „Ei, meine Herrschaften, was habt ihr vor euch gebracht in den Jahren meiner Gefangenschaft unter den Barbaren!“ (Raabe, 152) Im Grunde genommen werden diese Menschen wegen ihrer Hautfarbe diskriminiert. Im Roman tritt das erste Auftauchen des Begriffs Sklaverei (wird für Leonhard verwendet) in Erscheinung folgendermaßen auf;

„Mein Kind ein Sklave – zwischen einem Ochsen und einem Kamel an einen Pflug gespannt! Und zehn Jahre lang nichts zu essen als saure Elefantenmilch und spanischen Pfeffer. O mein verlorenes Kind, mein Leonhard! Mein Kind ein schwarzer Sklav, ich fasse es nicht, ich fasse es nicht! […]“ (Raabe, 20)

Als rassistische und diskriminierende Bezeichnungen tauchen in dem Roman die Worte Neger und Mohren auf. Diese Bezeichnungen sind sehr negativ und stereotypisch für die Menschen afrikanischer Abstammung. Ihre schwarze Hautfarbe wird als eine schlechte Sache dargestellt. In diesem Zusammenhang benutzt Göttsche in seinem Artikel die Begriffe „edlen Wilden“ und „primitive Neger“.5 Im nächsten Teil der Arbeit, unter dem Kapitel „Zusammen mit Rassismus und Diskriminierung; Afrikadiskurs“ wird dieses Konzept ausführlich behandelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der postkolonialen Literaturwissenschaft für das gewählte Werk und definiert das Ziel der Arbeit, Raabes Roman kritisch zu hinterfragen.

2. Der Afrikaner Leonhard Hagebucher, als weißer und Deutscher: Dieses Kapitel thematisiert die Identitätskrise der Hauptfigur, die nach ihrer Rückkehr aus der Gefangenschaft von der Heimatgesellschaft als „Fremder“ wahrgenommen wird.

3. Postkoloniale Diskurse im Roman: Hier werden zentrale Begriffe wie Sklaverei, Orientalismus und rassistische Stereotype analysiert, die in der Narration des Romans verwendet werden.

4. Zusammen mit Rassismus und Diskriminierung; Afrikadiskurs: Der Abschnitt vertieft die Auseinandersetzung mit historisch-rassistischen Bezeichnungen und deren Auswirkungen auf die Darstellung schwarzer Menschen im 19. Jahrhundert.

5. Schlussbemerkungen: Die Schlussbemerkungen fassen die Ergebnisse zusammen und betonen, dass Raabe komplexe dualistische Strukturen nutzt, um koloniale Machtverhältnisse und Identitätsverwirrung zu spiegeln.

Schlüsselwörter

Postkolonialismus, Wilhelm Raabe, Abu Telfan, Identität, Rassismus, Diskriminierung, Afrikadiskurs, Sklaverei, Orientalismus, Fremdheit, Hybridität, Kolonialgeschichte, Literaturwissenschaft, Leonhard Hagebucher, Diaspora.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht Wilhelm Raabes Roman „Abu Telfan oder die Heimkehr vom Mondgebirge“ aus einer postkolonialen Perspektive und analysiert, wie koloniale Denkmuster und Diskriminierung im Werk verarbeitet werden.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Analyse behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf Identitätskonstruktionen, der Darstellung von Sklaverei, orientalistischen Elementen sowie der Analyse rassistischer Diskurse und Stereotype.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Wirkungsweise des Postkolonialismus am Beispiel der Hauptfigur Leonhard Hagebucher aufzuzeigen und zu veranschaulichen, wie der Roman koloniale Machtstrukturen reflektiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die das Werk auf Basis postkolonialer Theorieansätze interpretiert und in einen kulturgeschichtlichen Kontext einbettet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Identitätskrise der Hauptfigur Hagebucher, die Bedeutung von Begriffen wie „Sklaverei“ und „Mohren“ sowie das Spannungsfeld zwischen Heimat und Fremdheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Postkolonialismus, Identität, Rassismus, Afrikadiskurs und Literaturwissenschaft zusammenfassen.

Wie verändert sich die Wahrnehmung von Leonhard Hagebucher im Roman?

Obwohl er ein weißer Deutscher ist, wird er aufgrund seiner Zeit in Afrika in seiner Heimat als „Afrikaner“ stigmatisiert, was ihn dazu zwingt, seine eigene Identität radikal in Frage zu stellen.

Inwiefern hinterfragt Raabe die Rollenverteilung in seinem Roman?

Raabe bricht mit einfachen Klischees, indem er schwarze Menschen nicht nur als Opfer, sondern auch als machtvolle Akteure oder Sklavenhändler darstellt, was die stereotypen Zuschreibungen seiner Zeit konterkariert.

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Details

Title
Wilhelm Raabes Roman "Abu Telfan oder die Heimkehr vom Mondgebirge". Eine Betrachtung aus der postkolonialen Perspektive
Course
Interkulturelle Literaturwissenschaft
Grade
1,80
Author
Ecem Türe (Author)
Publication Year
2020
Pages
14
Catalog Number
V912509
ISBN (eBook)
9783346232670
ISBN (Book)
9783346232687
Language
German
Tags
Postkolonialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ecem Türe (Author), 2020, Wilhelm Raabes Roman "Abu Telfan oder die Heimkehr vom Mondgebirge". Eine Betrachtung aus der postkolonialen Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/912509
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