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Über Rousseaus Emile oder Über die Erziehung

Titel: Über Rousseaus Emile oder Über die Erziehung

Seminararbeit , 2006 , 15 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Björn Backhaus (Autor:in)

Pädagogik - Allgemein
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Jean-Jacques Rousseaus pädagogisches Werk Emile oder Über die Erziehung von 1762 stellt einen gesellschaftskritischen Erziehungsroman dar, der sich an die Pariser Gesellschaft des 18. Jahrhunderts richtet. Rousseau, einer der einflussreichsten Autoren seiner Zeit, gilt damit als Begründer der modernen Pädagogik. Seit der Aufklärung gilt das Kind nicht mehr als kleiner Erwachsener, wodurch die Aufgabe der Erziehung nicht mehr darin besteht das Kindsein aus dem kleinen Erwachsenen auszutreiben. Bereits vor Rousseau hatte es Ansätze dazu gegeben, doch erst Rousseau fundiert die Güte des Menschen als Prinzip der Erziehung. Diese Arbeit soll versuchen anhand der Ausgangssituation, die Rousseau vorfindet, dessen Anthropologie und die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels in der Erziehung zu veranschaulichen. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt dabei auf den pädagogischen Theorien Rousseaus, die vorgestellt und kritisch betrachtet werden. Außerdem will diese Arbeit versuchen einen kleinen Einblick auf die Relevanz Rousseaus pädagogischer Theorien im Umbruch der Französischen Revolution und derer Folgejahre. Jean-Jacques Rousseau wurde am 28. Juni 1712 in Genf als Sohn des Uhrmachers Isaac Rousseau geboren. Die Mutter, eine gebildete Pfarrerstochter mir einer umfangreichen Bibliothek, verstirbt bei der Geburt. Den Verlust der Mutter versuchen die unverheiratete Schwester des Vaters und eine Amme zu kompensieren. Der Vater, weitgereist und belesen, ist Nachfahre aus Paris ausgewanderter Hugenotten , die im Zuge der Bartholomäusnacht Frankreich verlassen mussten. Der Vater ist ein reicher Handwerker mit einem ansehnlichen Hausbesitz in Genf. Er gehört zur Klasse der Citoyens und damit zur obersten Klasse der fünf Klassen in der Genfer Republik. Der Vater ist es auch, der sich mit größter Aufmerksamkeit um den Bildungsprozess des jungen Jean-Jacques kümmert. Sodass dieser bereits im Alter von acht Jahren eigenständig die damaligen großen Werken der Kirchen- und Weltgeschichte liest und mit der französischen Romanliteratur, anhand der Bibliothek seiner Mutter, vertraut gemacht wird. Daneben jedoch erfährt Jean-Jacques Rousseau jedoch keine ordentliche Schulbildung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Jean-Jacques Rousseau

2.1 Die Ausgangssituation in Frankreich im 18. Jahrhundert

2.2 Die Ausgangssituation der Erziehung in Frankreich vor Rousseau

2.3 Rousseaus Anthropologie

3. Notwendigkeit der Erziehung nach der Natur

3.1 Die Natur

3.2 Natürliche Erziehung

3.3 Ziel der Erziehung

3.4 Negative Erziehung

3.5 Beispiel einer arrangierten Situation

4.0 Kritik an der negativen Erziehung

4.1 Die revolutionäre Pädagogik und die Revolution

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert Jean-Jacques Rousseaus pädagogisches Hauptwerk "Emile oder Über die Erziehung" vor dem historischen Hintergrund des 18. Jahrhunderts. Dabei wird untersucht, wie Rousseau durch die Forderung einer "negativen Erziehung" und die Orientierung an der Natur einen Paradigmenwechsel in der Pädagogik einleitet, und es wird kritisch beleuchtet, welche Rolle seine Theorien im Kontext der Französischen Revolution spielten.

  • Biografische Prägung und anthropologische Grundannahmen Rousseaus
  • Die Notwendigkeit und Umsetzung einer Erziehung nach der Natur
  • Kritische Analyse des Konzepts der negativen Erziehung
  • Die pädagogischen Methoden der arrangierten Situation
  • Relevanz rousseauistischer Ansätze im gesellschaftlichen Umbruch

Auszug aus dem Buch

3.5 Beispiel einer arrangierten Situation

Der auf dem Land aufwachsende Emile zeigt Interesse für die Bestellung des Bodens. Jean-Jacques hilft Emile bei der Aufzucht von Bohnen, da die Fähigkeiten Emiles dazu noch nicht reichen, er suggeriert ihm, dass er ihm gerne hilft. Die Freude über das gedeihen der Bohnen wird je beendet, als eines Tages das bestellte Stück Land mit den Bohnen umgegraben wurde. Untröstlich suchen beide die Ursache dafür. Es stellt sich schnell heraus, dass der instruierte Gärtner Robert dafür verantwortlich ist. Dieser jedoch sieht sich im Recht, weil ihm das Stück Land gehört, auf dem Emile die Bohnen angepflanzt hat. Emile muss deshalb einsehen, dass er es ist, der im Unrecht ist.

Anhand dieses Arrangements soll Emile das natürliche Gesetz des Besitztums beigebracht werden. Jean-Jacques, der von vornhinein von dem unrechtmäßigen Anbau wusste, und Emile damit täuscht, nimmt die Position des Gärtners ein. Emile, der nun alleine auf seiner Position steht, hat damit keine andere Wahl, als sich dem Möglichen zu fügen und auf den Kompromiss des Gärtners einzugehen. Zumal es ihm nicht gelingen wird gegen die Front aus dem Gärtner und dem Erzieher anzukommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in Rousseaus Erziehungsroman ein und verortet ihn als Begründer der modernen Pädagogik im Kontext der Aufklärung.

2. Jean-Jacques Rousseau: Dieses Kapitel skizziert die Biografie des Autors und analysiert die gesellschaftlichen sowie pädagogischen Rahmenbedingungen im Frankreich des 18. Jahrhunderts.

3. Notwendigkeit der Erziehung nach der Natur: Hier wird Rousseaus anthropologisches Bild und die daraus resultierende Notwendigkeit einer Erziehung, die sich an den natürlichen Anlagen des Kindes orientiert, hergeleitet.

4.0 Kritik an der negativen Erziehung: Das Kapitel reflektiert kritisch das Konzept der indirekten Lenkung und die Problematik der Täuschung, die mit der negativen Erziehung einhergeht.

Schlüsselwörter

Jean-Jacques Rousseau, Emile, moderne Pädagogik, natürliche Erziehung, negative Erziehung, Anthropologie, Aufklärung, Erziehungsroman, arrangierte Situation, Selbstentfremdung, Französische Revolution, Paradigmenwechsel, Bildung, Kindheit, Erzieher.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit Jean-Jacques Rousseaus pädagogischem Werk "Emile oder Über die Erziehung" und untersucht, wie dieses den Bildungsbegriff der Moderne geprägt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten zählen die Anthropologie Rousseaus, das Konzept der "negativen Erziehung", die Rolle des Erziehers als indirekter Lenker und der Einfluss seiner Thesen auf die Zeit der Französischen Revolution.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, das rousseauistische Paradigma der Erziehung nach der Natur verständlich zu machen und dessen Anwendung durch arrangierte Situationen kritisch zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten Analyse und kritischen Reflexion der pädagogischen Theorien Rousseaus im Kontext der historischen Ausgangslage Frankreichs.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Rousseaus Menschenbild, die theoretische Herleitung der natürlichen Erziehung sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der negativen Erziehung und deren Auswirkungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "natürliche Erziehung", "negative Erziehung", "Rousseau", "Anthropologie" und "Pädagogik" charakterisieren.

Was versteht man unter der "negativen Erziehung" bei Rousseau?

Negative Erziehung bedeutet nicht, das Kind zu vernachlässigen, sondern den Erzieher zurückzuhalten und das Kind nicht durch direkte Belehrung, sondern durch die Gestaltung der Umwelt (arrangierte Situationen) indirekt zu lenken.

Warum wird im Text das Beispiel mit den Bohnen angeführt?

Das Beispiel veranschaulicht konkret, wie der Erzieher eine Situation so arrangiert, dass das Kind durch eine negative Erfahrung (das Umgraben der Bohnen) ein natürliches Gesetz – hier das des Besitztums – aus eigener Einsicht lernt.

Welche Rolle spielte Rousseau in der Französischen Revolution?

Obwohl Rousseau als Vordenker der Aufklärung gilt, stützten sich die Revolutionäre bei ihren neuen Bildungsprogrammen eher auf die Schriften Voltaires als auf die pädagogischen Schriften Rousseaus.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Über Rousseaus Emile oder Über die Erziehung
Hochschule
Universität Münster  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Note
1,7
Autor
Björn Backhaus (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
15
Katalognummer
V91413
ISBN (eBook)
9783638056465
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rousseaus Emile Erziehung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Björn Backhaus (Autor:in), 2006, Über Rousseaus Emile oder Über die Erziehung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91413
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Leseprobe aus  15  Seiten
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