Ursprünge der Musik


Referat (Ausarbeitung), 2008

10 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.1 Vorbemerkung
1.2 Einleitung

2.1 Das erste Geräusch
2.2 Psychologische Ursprungstheorien
2.3 Philosophische Ursprungstheorien und der Glaube der Naturvölker
2.4 Probleme der Musikgeschichtsforschung
2.5 Das musikalische Leben der mesopotamischen Hochkultur ab 4.000 v. Chr. als Beispiel für die historische Forschung nach den Ursprüngen der Musik

3.1 Die Verbindung von mesopotamischer und griechischer Musiktheorie

1.1 Vorbemerkung

Der vorliegende Text ist die Ausarbeitung eines Referats, das ich am 21. Januar 2008 zusammen mit Laura Schäffer im Rahmen des Seminars Einführung in das Studium der Musik bei Prof. Dr. Kruse an der Universität Hildesheim gehalten habe. Er umfasst das Themengebiet der frühesten Anfänge der Musik, beleuchtet durch unterschiedliche Wissenschaften. Dieser Schwerpunkt entspricht dem Teil des Themas, für den ich Recherche und Präsentation übernommen hatte. Eine Ausrichtung auf Laura Schäffers Schwerpunkt der Griechischen Musiktheorie ist deutlich zu erkennen. So ist das Ende des Textes mehr eine Überleitung als ein Fazit. Da die Struktur des Referats beibehalten wurde, liegt dies in der Natur der Sache.

Beim Referat kamen mehrere Medien zum Einsatz. Eingeleitet wurde mit Mort[1] von Terry Pratchett, einem Text der Trivialliteratur über „Heilige Lauscher“, die versuchen, die ersten Worte des Schöpfers zu hören. Den Abschluss bildete eine Szene aus Die verrückte Geschichte der Welt[2] von Mel Brooks, die in einer Art Sketch die Geburt der Musik anhand eines Unfalls (Stein fällt auf Zeh) erklärt.

1.2 Einleitung

Die Suche nach den Ursprüngen der Musik führt in ein weites Feld unterschiedlicher Theorien aus vielen Bereichen der Wissenschaft. Psychologische Erkenntnisse aus dem Bereich der Säuglingsforschung führen ebenso zu Theorien über den absoluten Anfang der Musikalität, wie es philosophisch-theologische Untersuchungen tun. Auch die Geschichtsforschung, die in ihren Teilgebieten Archäologie und Hieroglyphenkunde nur zu einem relativen Anfang gelangen kann, grenzt schnell an mythische Geschichten, die absolute Anfänge (auch der Musik) beschreiben, wenn sie nur weit genug in der Zeit zurückgeht (vgl. Kapitel 2.4).

Selbst die Naturwissenschaften stehen nicht ganz abseits, wenn es um die Ursprünge geht – jedoch eher um die Ursprünge der Klänge als die der Musik. Es erscheint mir sinnvoll, die Zusammenschau musikalischer Ursprungstheorien mit einer kurzen Darstellung der Urknallforschung zu beginnen, schon allein weil eine zeitliche Einordnung der alten Hochkulturen vor dem Hintergrund der gesamten Weltentwicklung deutlich macht, wie weit entfernt die historische Forschung zeitlich von dem ist, was Philosophie, Theologie und Psychologie als die Anfänge der Musik beschreiben.

2.1 Das erste Geräusch

Der populärsten naturwissenschaftlichen Theorie über die Entstehung der Welt zufolge explodierte vor ca. 15 Milliarden Jahren ein fluktuierendes Vakuum, wodurch eine riesige Expansion in Gang gesetzt wurde, in deren Verlauf sich Quarks und Antiquarks bildeten und miteinander kollidierten. Aus dieser Kollision bildete sich Licht, doch einige Quarks blieben bestehen und bildeten den Grundstock aller Materie.

Teilgebiet der Urknalltheorie war lange Jahre die Annahme eines lautes Geräuschs in Zusammenhang mit der Explosion, dessen Echo noch heute als Grundrauschen im Universum vorhanden sei.[3] Als Beleg für die Richtigkeit der Urknalltheorie wurde folglich auch die Entdeckung dieses „Geräuschs“ durch die amerikanischen Physiker Penzias und Wilson im Jahre 1964 gewertet, das in Form von Radiostrahlung mit sehr geringer Energie (drei Grad über dem absoluten Nullpunkt) im ganzen Weltall zugegen ist.

Auch wenn es sich bei diesem Geräusch natürlich nicht um Musik handelt, so ist es möglicherweise der erste Klang, den die Welt hervorgebracht hat.

2.2 Psychologische Ursprungstheorien

Das Interesse der Naturwissenschaften gilt nur selten der Musik. Hilfreicher für die Frage nach dem Ursprung der Musikalität (und damit der Musik an sich) sind psychologische Überlegungen.

Einem biologischen Grundsatz folgend spiegelt die Ontogenese (Entwicklung eines Menschen) in vielen Punkten die Phylogenese (Entwicklung der Menschheit) wider. Diese Theorie macht die musikalische Entwicklung eines Menschen vom Mutterleib bis nach der Geburt für unser Thema relevant. Gleichzeitig verdient die Suche nach dem „Ur-Motiv“ der Musik eine besondere Erwähnung, die mit den Gesängen von Säuglingen und Kleinkindern immanent zusammenhängt. Hier ist vor allem Heinz Werner zu nennen, der die Theorie des „Ur-Motivs“ der Musik als erster mit kinderpsychologischen Forschungen verknüpfte, deren Publikation 1917 für großes Aufsehen sorgte. Werners Ergebnissen zufolge war das „Ur-Motiv“ die kleine Terz, wie sie oft in von Kleinkindern improvisierten Melodien vorkommt. Eine Übereinstimmung mit den Gesängen einiger Naturvölker schienen Werners Aussagen zu bestätigen. Seine Forschungsergebnisse sind jedoch umstritten, da seine Methoden unsauber und die ausgewählten Testpersonen zu alt waren, um eine bereits vorhandene musikalische Sozialisation auszuschließen.[4]

[...]


[1] Pratchett, Terry: Mort. A Discworld Novel. London: Transworld Publ., 1989.

[2] Brooks, Mel: History of the World: Part1. 1981.

[3] Gamow, George: Die Geburt des Alls. München: Reich, 1959.

[4] Vgl. Gembris, Heiner: Grundlagen musikalischer Begabung und Entwicklung. Augsburg: Wißner, 1998.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Ursprünge der Musik
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
10
Katalognummer
V91458
ISBN (eBook)
9783638056922
ISBN (Buch)
9783638952668
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ursprünge, Musik
Arbeit zitieren
Martin Jehle (Autor), 2008, Ursprünge der Musik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91458

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