Der soziologische Erklärungsansatz von Gewalt nach Wilhelm Heitmeyer. Das Phänomen „Skinhead“


Unterrichtsentwurf, 2008

11 Seiten


Leseprobe

1. Geplanter Verlauf der Unterrichtsreihe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Stundenvoraussetzung:

Hurrelmann’s Modell der produktiven Realitätsverarbeitung wurde in der Version „Zentralabitur 2009“ erarbeitet und mit mehreren soziologischen und psychologischen Konzepten und Theorien aus Hurrelmann’s „Lebensphase Jugend“, Juventa, 2004, die meist in arbeitsteiligen Gruppenarbeiten vorgestellt und diskutiert wurden, untermauert. Nach Erklärungsmustern zu erfolgreicher Sozialisation nach Dieter Baacke folgten Fallbeispiele zur Sozialisationsstörung rechtsextremer Jugendlicher (STERN TV) mit politologisch erläuterndem Artikel (Claus Leggewie u.v.a.m.), die nun mithilfe des Heitmeyerschen Erklärungsansatzes, der Grundlage ministerieller Vorgaben darstellt, den subjektiven Sinn von Gewalt unter Rückgriff auf Hurrelmann genauer analysiert und diskutiert werden sollen.

Eine abschließende provokante Fragestellung zur mißlungenen Sozialisation des Fallbeispiels konnte bisher nicht begründet beantwortet werden, denn die Persönlichkeitsentwicklung des SKINHEAD Norman scheint oberflächlich durchaus balanciert („Skinhead werden“ als Kindheitswunsch, Parteizugehörigkeit NPD aufgrund „einschlägiger“ Überzeugung und „Karriere“ seit früher Kindheit, Führungsrolle innerhalb der Familie und Nachbarschaft, Konsumentenrolle ebenfalls „erfolgreich einschlägig“ (Waffen, Nazisymbole, ...), Berufsrolle fast „komisch“: Qualifikation als Maurer im Knast allerdings ohne Beschäftigung. Diese Begründung einer dennoch nicht erfolgreichen Sozialisation (die moralische Überzeugung zu Gewalttätigkeit als „sozial legitimes“ Mittel „politischer“ Verhandlung aus möglicherweise soziologischer Ursache?) soll nun inhaltlicher Schwerpunkt der Erarbeitung (Sozialwisssenschaft als pädagogische Hilfswissenschaft) und pädagogischer Diskussion sein. Die Schülerinnen und Schüler sind derzeit mehrheitlich überzeugt, dass allein die Familie die Schuld an der gestörten Entwicklung des Skinheads Norman trägt, ohne dass allerdings ansatzweise begründen zu können. Das Thema Gewalt (Fallbeispiel Skinhead Norman stellte Kinder- und Jugendkriminalität als individuelle „einschlägige Karriere“ und kaum pädagogisch intervenierte Entwicklung in bestimmten sozialen Milieus dar) wird thematisch erstmalig in der Hausaufgabe vorbereitet und nun als eine Erscheinungsform gestörter Entwicklung in der Lebensphase Jugend pädagogisch gedeutet.

2. Ziele der Unterrichtsstunde

2.1 Übergeordnetes Lernziel

Die SuS sollen die Ausprägungen subjektiven Sinns von Gewalt nach Heitmeyer kennenlernen, um mit diesen allgemeingültigen Erklärungsansätzen Entwicklungs- und Sozialisationsstörungen von Jugendlichen am Beispiel rechtsradikaler Gewalt analysieren und pädagogisch differenzierter auch Interventionsmaßnahmen erklären zu können.

2.2 Wesentliche Teillernziele

2.2.1 Kognitive Lernziele

Die SuS sollen

- einen Definitionsversuch vom Gewaltbegriff erarbeiten, indem sie diesen aufgrund der Hausaufgabe im einleitenden Unterrichtsgespräch zu einer Ausgangs- und Arbeitsdefinition für die weitere Erarbeitung verdichten, die an der Tafel notiert wird.
- den subjektiven Sinn von Gewalt in seinen Erscheinungsformen expressiver, instrumenteller und regressiver Gewalt nach Heitmeyer kennenlernen, indem sie den Text Heitmeyers (Phoenix Bd. 2, S. 257 ff.) lesen und in homogener Kleingruppenarbeit erschließen und arbeitsteilig an der Tafel zusammenfassend darstellen können.
- den differenzierten Gewaltbegriff Heitmeyers auf das bekannte Fallbeispiel anwenden können, indem sie den Skinhead Norman als durch den subjektiven Sinn aller Formen von Gewalt gestörte Persönlichkeit differenzierter beschreiben können, um daran die positive Veränderung durch pädagogische Intervention, die die angewandte Gewalt reduzieren kann, auch in Extremfällen von Entwicklungsstörung im Jugendalter erkennen und beschreiben zu können.
- unterschiedliche Texte (Mindmap, Definition, Text) angemessen verwenden können.

2.2.2 Sozial – affektives Lernziel

Die SuS sollen einen soziologischen Erklärungsansatz zur Erschließung der Entwicklungsstörung Gewalttätigkeit der Lebens- und Erziehungswirklichkeit weitgehend kooperativ und selbständig erschließen können, indem sie die Aufträge zielstrebig, arbeitsteilig und umfassend erfüllen, um ein verändertes aufgeklärt differenziertes Denken über Entwicklung in fremden sozialen Milieus zu ermöglichen, das Grundlage zu verändertem Denken zu pädagogischen Interventionen darstellt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Der soziologische Erklärungsansatz von Gewalt nach Wilhelm Heitmeyer. Das Phänomen „Skinhead“
Autor
Jahr
2008
Seiten
11
Katalognummer
V91504
ISBN (eBook)
9783638056090
ISBN (Buch)
9783638948142
Dateigröße
665 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Brauchen, Handlungsstrategien, Sinn, Gewalt, Erklärungsansatz, Gewalt, Wilhelm, Heitmeyer“, Beachtung, Phänomens
Arbeit zitieren
Jutta Mahlke (Autor:in), 2008, Der soziologische Erklärungsansatz von Gewalt nach Wilhelm Heitmeyer. Das Phänomen „Skinhead“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91504

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