Ziel dieser Arbeit ist es, die Grenze zwischen Meinungsfreiheit und Diskriminierung am Beispiel von PEGIDA herauszuarbeiten. Dabei wird gezielt der Frage nachgegangen, ob die als universell beschriebenen Grundwerte der Meinungsfreiheit und Gleichheit, essentielle demokratische Werte, auch für PEGIDA gelten oder ob diese Werte aus Interessengründen missbraucht werden.
Hierbei ist es wichtig zu überprüfen, um welche Motive es sich bei den Demonstranten handelt und wie diese entstanden sind. Aufgrund des Umfangs der Hausarbeit, beschränke ich mich darauf, die für die Fragestellung exemplarisch wichtigsten Methoden und Konzepte wiederzugeben. Vorerst werden im zweiten Kapitel die wichtigsten Begrifflichkeiten im Rahmen dieser Arbeit erklärt. Anschließend wird im Hauptteil ein genaues Portrait der Bewegung PEGIDA herausgearbeitet, um die Entwicklung und Motive der Bewegung und der Teilnehmer zu verstehen.
Außerdem werden dabei die Ziele der Bewegung dargestellt, um zu überprüfen, welche Interessen die Mitglieder, sowie die Anhänger verfolgen. Danach werden mit dem von Wilhelm Heitmeyer entwickelten theoretischen Konzept der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit die herausgearbeiteten Erkenntnisse analysiert.
Im Anschluss wird im vierten Kapitel anhand eines Fallbeispiels verdeutlicht, welche Folgen und Gefahren eine grenzenlose und menschenverachtende Haltung, die auf Meinungsfreiheit beruht, mit sich ziehen kann und wie man diesen aus Sicht der sozialen Arbeit professionell entgegen kommen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärungen
2.1. PEGIDA
2.2. Meinungsfreiheit
2.3. Fremdenfeindlichkeit – Diskriminierung
3. Hauptteil
3.1. Die Entwicklung und Motive von PEGIDA
3.2. Ziele und Forderungen von PEGIDA
3.3. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit nach Heitmeyer
4. Praxisgestaltung
4.1. Fallbeispiel „Escheburg“
4.2. Rolle der sozialen Arbeit
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem grundgesetzlich verankerten Recht auf Meinungsfreiheit und der Ausbreitung fremdenfeindlicher sowie diskriminierender Tendenzen, illustriert am Beispiel der PEGIDA-Bewegung.
- Analyse der Entstehung und der inhaltlichen Motive der PEGIDA-Bewegung.
- Untersuchung des Konzepts der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit nach Wilhelm Heitmeyer.
- Juristische Einordnung der Meinungsfreiheit und deren Grenzen gemäß Strafgesetzbuch.
- Erörterung der Rolle der Sozialen Arbeit im Umgang mit rechtspopulistischen Einstellungen.
- Reflektion über präventive Ansätze zur Vermeidung von Diskriminierung im gesellschaftlichen Kontext.
Auszug aus dem Buch
3.1. Die Entwicklung und Motive von PEGIDA
Die Bewegung der Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (PEGIDA) ging aus einer nicht öffentlich sichtbaren Facebook-Gruppe hervor, die am 11. Oktober 2014 gegründet worden war (Vorländer, 2016, S.5). Die Studien von Werner J. Patzelt und Hans Vorländer sind die ersten Arbeiten, die sich mit dem Phänomen PEGIDA aus sozialwissenschaftlicher Perspektive beschäftigt haben und deren Anhänger in die politische Landschaft einzuordnen versuchten. Zentraler Anlass für die Entstehung der PEGIDA-Proteste seien, laut Vorländer (2016), religiös motivierte Gewalttaten des Islamischen Staates und kommunale Pläne zur Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen. Damit sei, so Vorländer, ein aktueller Kristallisationspunkt vorhanden, um den herum sich unterschiedliche Empörungsmotive anlagern und mobilisieren ließen (Vorländer, 2016, S.6)
Patzelt (2016) beschreibt die Entwicklung der Bewegung wie folgt: Die einen sehen bei PEGIDA denn auch bis heute im wesentlichen Rechtspopulisten, Rechtsradikale, Rechtsextremisten marschieren, jedenfalls überwiegend Rassisten, durchsetzt mit nicht wenigen Neonazis. Andere meinen zu erkennen, dass sich bei PEGIDA Leute von der Mitte bis zum rechten Rand zusammenfinden, gewisse die mit marschierenden Rechtsradikale oder Neonazis nicht ignorierend, sie auch mehr oder weniger billigend in Kauf nehmend, dabei sich zwar mit ihnen nicht wirklich gemein machend – sie aber – durchaus tolerierend. (Patzelt und Klose, 2016, S. 167)
Wie oben zitiert, lässt sich die Entwicklung der Bewegung schwer feststellen, da durchaus Menschen aus verschiedenen politischen Richtungen zusammentreffen, die gemeinsame Interessen vertreten. Patzelt (2016) geht dabei auf die Problematik der politischen Gesinnung ein und betont die Unklarheit, die Bewegung in eine klare politische Richtung zuzuordnen. Zum einen konnte an verbreitete und in ganz Deutschland feststellbare nationalistische und ausländerfeindliche Ressentimentstrukturen angeknüpft werden (Vorländer et al., 2016, S. 138). Zum anderen setzte dieser emotional aufgeladene Katalysator eine scheinbar über lange Zeit aufgestaute Wut über die Politik (Vorländer et al., 2016, S. 139).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Relevanz der Untersuchung des Spannungsfelds zwischen Meinungsfreiheit und Diskriminierung am Beispiel von PEGIDA und legt das methodische Vorgehen dar.
2. Begriffserklärungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Fachbegriffe PEGIDA, Meinungsfreiheit sowie Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung, um eine wissenschaftliche Basis für die weitere Analyse zu schaffen.
3. Hauptteil: Hier werden die Entstehungsgeschichte, die Motive sowie die Ziele der PEGIDA-Bewegung detailliert beleuchtet und theoretisch durch das Konzept der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit nach Heitmeyer eingeordnet.
4. Praxisgestaltung: In diesem Kapitel wird anhand des Fallbeispiels „Escheburg“ die praktische Konsequenz rechtsextremer Tendenzen diskutiert und die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Prävention und Aufklärung erörtert.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, reflektiert die Grenzen der Meinungsfreiheit bei menschenverachtenden Äußerungen und unterstreicht die Notwendigkeit präventiven Handelns durch die Soziale Arbeit.
Schlüsselwörter
PEGIDA, Meinungsfreiheit, Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Rechtspopulismus, Soziale Arbeit, Flüchtlingskrise, Integration, Demokratie, Vorurteile, Radikalisierung, Prävention, Politische Bildung, Gesellschaftlicher Zusammenhalt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Grenze zwischen dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit und fremdenfeindlicher Diskriminierung, wobei die PEGIDA-Bewegung als zentrales Fallbeispiel dient.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit umfasst Themen wie die Entstehungsgeschichte von PEGIDA, rechtliche Rahmenbedingungen der Meinungsfreiheit, die Theorie der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit und die Aufgaben der Sozialen Arbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist herauszuarbeiten, inwieweit das Recht auf Meinungsfreiheit im Kontext der PEGIDA-Proteste als Deckmantel für fremdenfeindliche und diskriminierende Äußerungen missbraucht wird.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Thematik durch Literaturanalyse sowie eine fallbezogene Untersuchung, um soziologische Konzepte auf aktuelle politische Phänomene anzuwenden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Im Hauptteil werden die Motive der Demonstranten, die Ziele der Bewegung, das theoretische Modell von Wilhelm Heitmeyer sowie ein konkretes Fallbeispiel zur Verdeutlichung der Gefahren radikaler Einstellungen dargelegt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind PEGIDA, Meinungsfreiheit, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Soziale Arbeit.
Welche Bedeutung hat das Fallbeispiel „Escheburg“ für die Argumentation?
Das Fallbeispiel dient dazu, die realen, gefährlichen Konsequenzen unreflektierter Angst und Fremdenfeindlichkeit aufzuzeigen und die Notwendigkeit professioneller Intervention durch die Soziale Arbeit zu unterstreichen.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Rolle der Sozialen Arbeit?
Die Autorin plädiert dafür, dass Soziale Arbeit präventiv handeln muss, um fremdenfeindlichen Einstellungen entgegenzuwirken und Menschen bei der Auseinandersetzung mit ihren Ansichten respektvoll, aber bestimmt zu begegnen.
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- Dilan Demir (Author), 2019, Diskriminierung in Deutschland am Beispiel PEGIDA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/915391