Die Arbeit setzt sich mit dem Textauszug von Shakespeares Hamlet, bezüglich des dritten Aktes, erste Szene, auseinander. Der Protagonist Hamlet beginnt in der Szene mit dem anfänglichen Satz einen inneren Monolog. Dieser Monolog ist im Archaismus geschrieben und gliedert sich zum größten Teil in eine hypotaktische Satzstruktur. Dabei wird in der Arbeit auf die von Shakespeare gebildeten Thesen gleich zu Beginn der Szene eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Analyse des Monologs
2. Vergleich der Übersetzungen von Schlegel und Greiner
3. Semantische Verschiebungen und rezeptionsorientierte Aspekte
4. Zusammenfassung der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen Übersetzungsstrategien von August Wilhelm von Schlegel und Norbert Greiner anhand des berühmten Monologs aus Shakespeares Hamlet (3. Akt, 1. Szene). Das primäre Ziel ist die Analyse, inwiefern die gewählten Übersetzungen produktionsorientiert oder rezeptionsorientiert gestaltet sind, um die Auswirkungen auf die semantische Ebene und die Charakterisierung der Figuren zu bewerten.
- Analyse der rhetorischen Strukturen und Metaphorik im Original
- Vergleich zwischen poetischer Versform (Schlegel) und Prosafassung (Greiner)
- Untersuchung von Interpunktion und Satzzeichen als Bedeutungsträger
- Kritische Betrachtung von Wortwahl und semantischen Verschiebungen
- Bewertung des Einflusses historischer Kontexte auf die Übersetzung
Auszug aus dem Buch
Vergleich der Übersetzungsstrategien
Bei der ersten Betrachtung der Signifikantenebene Schlegels Übersetzung ist auffällig, dass er die Form Hamlets beibehält, auch die Anzahl der Verse wird nicht verändert. Hamlets Shakespeare wurde von Greiner als Fließtext beziehungsweise Prosa übersetzt und wirkt somit auf den ersten Blick weitaus freier, als die Übersetzung Schlegels. Besonders auffällig hinsichtlich der Übersetzung von Schlegel sind die verschiedenen Interpunktionszeichen; anstatt eines Viertelgeviertstriches verwendet er ein Semikolon, dies bewirkt eine weitaus stärkere Trennung und beinhaltet, dass der Vers „Sein oder Nichtsein“ bereits beendet werden könnte, aber aufgrund des Semikolons offen gelassen wird.
Interessant bei Schlegels Übersetzung sind auch die hinzugefügten Satzzeichen, so übersetzt er den Vers „To sleep – perchance to dream“ mit „Schlafen! Vielleicht auch träumen!“ und ersetzt daher den Viertelgeviertstrich durch Ausrufezeichen, somit wird der Satz in eine neue Semantik versetzt, aus „perchance to dream“ wird nun eine bekräftige Aussage und wirkt nun mehr wie ein Ausruf, als eine Frage. Die Arbeit Schlegels weist an vielen Stellen veränderte oder hinzugefügte Satzzeichen auf, so beendet er auch die Szene mit einem Ausrufezeichen: „Nymphe, schließ in dein Gebet all meine Sünden ein!“, Greiner beendet die Wortfolge mit einem Punkt, parallel zum Original „Be all my sins remembered.“ und rundet aufgrund der Verwendung eines Punktes die Aussage ab. Bereits durch diese oberflächliche Betrachtung wird ersichtlich, dass für Schlegel die Form seiner Übersetzung klar wichtiger ist als für Greiner, der sich stärker am Originaltext orientiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Analyse des Monologs: Dieser Abschnitt führt in den berühmten Monolog aus Shakespeares Hamlet ein und untersucht dessen zentrale rhetorische Mittel wie Anaphern und Metaphern.
2. Vergleich der Übersetzungen von Schlegel und Greiner: Hier werden die formalen Unterschiede zwischen Schlegels versorientierter Übersetzung und Greiners Prosa-Adaption gegenübergestellt.
3. Semantische Verschiebungen und rezeptionsorientierte Aspekte: Dieser Teil analysiert, wie spezifische Wortentscheidungen und Zeichensetzungen bei Schlegel und Greiner die Bedeutung des Textes verschieben.
4. Zusammenfassung der Ergebnisse: Das Fazit fasst zusammen, dass Schlegel primär rezeptionsorientiert arbeitet, während Greiner trotz eigener Akzente stärker auf den Erhalt der ursprünglichen Ästhetik achtet.
Schlüsselwörter
Hamlet, Shakespeare, Übersetzungsanalyse, Schlegel, Greiner, rezeptionsorientiert, produktionsorientiert, Semantik, Monolog, Drama, Literaturwissenschaft, Interpunktion, Übersetzungstheorie, Verslehre, Sprachvergleich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert und vergleicht zwei unterschiedliche deutsche Übersetzungen des berühmten Monologs aus Shakespeares Hamlet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Übersetzungstheorie, vergleichende Literaturwissenschaft, semantische Analyse sowie die Wirkung von Form und Interpunktion im literarischen Text.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Unterschiede zwischen produktionsorientierten und rezeptionsorientierten Übersetzungsstrategien anhand konkreter Textbeispiele aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine komparative Textanalyse durchgeführt, die den Originaltext mit den Übersetzungen von Schlegel und Greiner auf semantischer und formaler Ebene vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden spezifische Textstellen verglichen, insbesondere in Bezug auf Wortwahl, Satzzeichen, Metaphorik und die beabsichtigte Wirkung auf das Publikum.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Übersetzungsanalyse, rezeptionsorientiert, Shakespeare, Hamlet, Semantik und literarische Übersetzung.
Warum spielt die Interpunktion bei Schlegel eine wichtige Rolle?
Schlegel nutzt Satzzeichen wie Ausrufezeichen oder Semikola, um die Aussagekraft einzelner Verse zu verändern und diese in eine neue semantische Richtung zu lenken.
Wie unterscheidet sich die Übersetzung von Greiner in Bezug auf das "Meer von Plagen"?
Greiner übersetzt "a sea of troubles" als "Meer von Plagen", was die Größe und Unendlichkeit des Leids stärker betont als die von Schlegel gewählte "See", die eher ein stehendes Gewässer impliziert.
- Arbeit zitieren
- Janis Alina Hindelang (Autor:in), 2018, "Hamlet" von Shakespeare. Akt 3, Szene 1, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/915472