Südafrika und Namibia sind zu Zeiten von Globalität, Multikulturalität und erschwinglicher gewordenen Flügen sicherlich Traumreiseziele vieler Menschen. Doch inwiefern sich die Reisenden Gedanken über die dort verbreiteten verbalen Kommunikationsmittel machen, bleibt fraglich oder zumindest nicht ergründbar.
Da Afrikaans, eine der Nationalsprachen Südafrikas und Namibias, wie es in Kapitel 2 noch weiter konkretisiert wird, seine Basis bei den niederländischen Kolonisten hat, liegt diese, eigentlich für die europäischen Urlauber als fremde Sprache tituliert, kulturell und sprachlich möglicherweise nicht so fern wie es viele vermuten lässt.
Der Frage geht diese wissenschaftliche Arbeit in Kapitel 3 auf den Grund und analysiert die Sprache Afrikaans primär unter morphologischen Gesichtspunkten. Mit deren syntaktischen Besonderheiten setzt sich das darauffolgende Kapitel auseinander. Das daran anschließende Kapitel 5 befasst sich schließlich mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen Afrikaans und der deutschen und niederländischen Sprache. Es wird u.a. ergründet, welche spezifischen morphologischen Charakteristika die afrikaanse Sprache mit sich bringt und ob diese sogar von der niederländischen Sprache impliziert worden sein könnten. Zu einer der größeren Besonderheiten gehört sicherlich die Reduplikation von Wörtern, welcher in dieser wissenschaftlichen Arbeit sogar das komplette Kapitel 3.1 sowie 5.1 gewidmet wird. Des Weiteren werden auch die Verben, besonders hinsichtlich des Kriteriums Tempus, analysiert. Ebenso wird der Aspekt der Personalformen bei Verben inspiziert. Auch die Nomen weisen Besonderheiten auf. Hier wird der Fokus auf den Plural und das Diminutiv gelegt. Weitere Besonderheiten wie z.B. die doppelte Verneinung werden im Verlaufe des Kapitels 5 inspiziert und ergründet.
Ob Afrikaans letztlich zu der Rubrik der Kreolsprachen zu zählen ist, wie sie in Kapitel 2 vorangehend definiert werden, wird somit über die gesamte wissenschaftliche Arbeit die zentrale Problemstellung der Untersuchung sein. Auf dieser Frage basiert die Auswertung der morphologischen und syntaktischen Besonderheiten der afrikaansen Sprache und deren anschließender Vergleich mit Niederländisch und Deutsch.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Afrikaans
3. Ausgewählte morphologische Besonderheiten von Afrikaans
3.1. Reduplikation von Wörter
3.2. Verben
3.3. Nomen
3.4. Weitere Besonderheiten
4. Syntaktische Besonderheiten von Afrikaans
5. Eine morphologische Gegenüberstellung von Afrikaans mit der deutschen und der niederländischen Sprache
5.1. Reduplikation von Wörtern
5.2. Verben
5.3. Nomen
5.4. Weitere Besonderheiten
6. Eine syntaktische Gegenüberstellung von Afrikaans mit der deutschen und niederländischen Sprache
7. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die morphologischen und syntaktischen Eigenheiten des Afrikaans im direkten Vergleich zur niederländischen und deutschen Sprache, um zu klären, inwiefern Afrikaans als Teilkreol des Niederländischen klassifiziert werden kann.
- Analyse morphologischer Besonderheiten wie Reduplikation und Diminutivbildung.
- Untersuchung des Verbalsystems hinsichtlich Tempus und Personalformen.
- Vergleich der Pluralbildung bei Substantiven in Afrikaans, Niederländisch und Deutsch.
- Kontrastierung der syntaktischen Strukturen und Satzbildungen.
- Diskussion der Frage nach dem Kreolstatus des Afrikaans.
Auszug aus dem Buch
3.1 Reduplikation von Wörtern
Die afrikaanse Sprache wird stark von Reduplikationen geprägt. Unter dem Wortbildungsverfahren der Reduplikation versteht man in dieser Sprache die simple Verdopplung eines Wortes. Diese werden meistens durch einen Bindestrich zusammengefügt (vgl. Botha, 1988, S.10). Nachfolgend wird dies mittels einiger Beispiele veranschaulicht:
(1) Die kinders drink bottels-bottels limonade.
(2) Hulle speel weer bal-bal.
(3) Sy het amper-amper haar been gebreek.
(4) Die ongeluk het hier-hier gebeur.
(5) Die doctor vat-vat aan die swelsel.
Der jeweils erste Satz der Beispiele ist in der Sprache Afrikaans verfasst und der zweite ist die dazu passende Übersetzung auf Englisch. An diesen Beispielen lässt sich sehr gut erkennen, dass eine Reduplikation die Semantik des einzelnen Wortes noch einmal verstärkt, so wie man es am Beispiel (3) erkennen kann: Diese Aussage betont per Reduplikation des afrikaansen Wortes „amper“, dass die Person, die hier als „she“ bezeichnet wird, scheinbar sehr kurz davor war, sich das Bein zu brechen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Basis des Afrikaans ein und skizziert die methodische Vorgehensweise zur Analyse morphologischer und syntaktischer Strukturen im Vergleich zu Niederländisch und Deutsch.
2. Definition Afrikaans: Dieses Kapitel behandelt den Ursprung des Afrikaans im 17. Jahrhundert, beleuchtet die Entwicklung aus den Sprachvarianten 'Kap-Holländisch' und 'Hottentotten-Holländisch' und ordnet es als jüngste germanische Sprache ein.
3. Ausgewählte morphologische Besonderheiten von Afrikaans: Der Hauptteil erläutert spezifische Wortbildungsmechanismen, wobei der Schwerpunkt auf der Reduplikation, dem Verbalsystem, der Pluralbildung bei Nomen und der doppelten Verneinung liegt.
4. Syntaktische Besonderheiten von Afrikaans: Dieses Kapitel beschreibt die afrikaanse Syntax unter dem Aspekt der Satzstellung und der Anordnung adverbialer Bestimmungen.
5. Eine morphologische Gegenüberstellung von Afrikaans mit der deutschen und der niederländischen Sprache: Hier erfolgt ein direkter Vergleich der morphologischen Prozesse, insbesondere bei Reduplikation, Verben und Substantiven, zu den europäischen Schwestersprachen.
6. Eine syntaktische Gegenüberstellung von Afrikaans mit der deutschen und niederländischen Sprache: Dieses Kapitel zeigt die Übereinstimmungen und Unterschiede in der syntaktischen Grundstruktur sowie bei der Positionierung der Verben auf.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die höhere Simplizität des Afrikaans im Vergleich zu den anderen Sprachen zusammen und deutet auf dessen Einstufung als Teilkreol hin.
Schlüsselwörter
Afrikaans, Niederländisch, Deutsch, Morphologie, Syntax, Reduplikation, Verben, Pluralbildung, Diminutiv, Kreolisierung, Sprachvergleich, Tempus, Substantive, Sprachstruktur, Linguistik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit widmet sich den sprachlichen Besonderheiten des Afrikaans, insbesondere dessen morphologischer und syntaktischer Ausprägung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Wortbildung durch Reduplikation, der Aufbau der Zeitformen bei Verben, die Pluralbildung von Nomen und die syntaktische Satzstruktur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch eine kontrastive Analyse festzustellen, wie sich Afrikaans von Niederländisch und Deutsch unterscheidet und ob es als Teilkreol zu bezeichnen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine kontrastive Sprachanalyse angewandt, die das Afrikaans mit Niederländisch und Deutsch vergleicht, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert morphologische Eigenheiten, vergleicht diese mit den europäischen Vergleichssprachen und untersucht anschließend die Gemeinsamkeiten in der syntaktischen Grundstruktur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Afrikaans, Reduplikation, Sprachvergleich, Morphologie, Syntax und die Frage der Kreolisierung.
Warum spielt die Reduplikation eine so wichtige Rolle im Afrikaans?
Die Reduplikation ist ein zentrales Wortbildungsverfahren im Afrikaans, das der semantischen Verstärkung dient und im Gegensatz zu den europäischen Vergleichssprachen eine eigenständige grammatikalische Funktion einnimmt.
Gibt es einen klaren Unterschied bei der Genitivbildung?
Ja, während der deutsche Genitiv durch Endungen (z.B. -es) gekennzeichnet ist, verwendet das Afrikaans zur Genitivbildung lediglich die Präposition "van" vor dem Substantiv.
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- Julia Schweins (Author), 2018, Afrikaans und seine morphologischen und syntaktischen Besonderheiten im Vergleich zur niederländischen und deutschen Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/915900