Durch die Zunahme der Verwendung digitaler Technologien und die Integration dieser in den Alltag der Menschen werden immer mehr Entscheidungen in digitalen Kontexten getätigt. Durch die, über das Internet übermittelte, Informationsflut verarbeiten Individuen Informationen auf Bildschirmen jedoch wesentlich oberflächlicher und werden anfälliger für die Beeinflussung ihrer Entscheidungen. In diesen digitalen Umgebungen stellen Digital Nudges eine solche Beeinflussung dar. Das Erlangen von Kompetenz und das Aufklären von Nutzern ist eine Aufgabe, der sich die vorliegende Arbeit stellt. Mit „digital-nudging.eu“ wurde ein Webportal konzeptioniert und prototypisch implementiert, das Nutzer auf die eigene Anfälligkeit und die Wirkung solcher Nudges hinweisen soll. Gleichzeitig stellt es eine Umgebung für die Erfassung von Nutzerdaten und die empirische Analyse von konzeptionierten Nudges dar.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Zielsetzung
1.3 Struktur der Arbeit
2 Theoretischer Hintergrund und Softwaregrundlagen
2.1 Status Quo
2.2 Begriffsdefinitionen
2.2.1 Digital Nudging
2.2.2 Dual-Process Accounts / Zwei Systeme
2.2.3 Heuristiken und Biases
2.3 Psychologische Effekte
2.3.1 Framing
2.3.2 Status Quo Bias
2.3.3 Soziale Norm
2.4 Prozessmodelle im Digital Nudging
2.4.1 Digital Nudging Prozess nach Weinmann et al. (2016)
2.4.2 DINU-Modell nach Meske und Potthoff (2017)
2.4.3 Vergleich
3 Konzeption
3.1 Zentrale Anforderungen und Basisfunktionen
3.1.1 Funktionale Anforderungen
3.1.2 Nichtfunktionale Anforderungen
3.2 Content Management Systeme
3.2.1 Drupal
3.2.2 Drupal Architektur
3.3 Piwik
3.4 LimeSurvey
3.5 Gestaltung der Nudges
3.5.1 Popup Prompt Nudge
3.5.2 Framing Nudge
3.5.3 Soziale Norm Nudge
3.6 Struktur der Website
3.7 Designentscheidungen
3.7.1 Bootstrap
4 Implementierung der Weboberfläche
4.1 Drupal Grundaufbau
4.1.1 Inhaltstypen
4.1.2 Blöcke
4.1.3 Ansichten
4.2 Übersicht der Module
4.2.1 Essentielle Module
4.2.2 Optionale Module
4.3 Implementierung der Nudges
4.3.1 Umsetzung des Pop-Up Prompt mit Splashify
4.3.2 Umsetzung des Framing Nudge mit Menu attributes
4.3.3 Umsetzung des Nudges für soziale Norm mit HTML Code
4.4 Datenerfassung und Analyse
4.4.1 Datenerfassung und Export mit Piwik
4.4.2 Anzeige vergleichender Statistiken mit Statistics und Views
4.5 Einschränkungen und nicht umgesetzte Funktionalitäten
4.6 Grafische Oberfläche des Webportals
5 Fazit und Ausblick
5.1 Fazit
5.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und prototypischen Implementierung eines Webportals, das Nutzern ihre Anfälligkeit gegenüber digitalen Nudges aufzeigt und über deren Wirkungsweise aufklärt. Ziel ist es, durch die Bereitstellung einer interaktiven Plattform empirische Daten zu sammeln und das Bewusstsein für Entscheidungsprozesse in digitalen Umgebungen zu schärfen.
- Grundlagen von Digital Nudging und psychologische Entscheidungseffekte
- Prozessmodelle zur Konzeption von Nudging-Elementen
- Technische Umsetzung mittels Content Management Systemen (CMS)
- Entwicklung und Evaluation spezifischer Nudge-Typen (Popup, Framing, Soziale Norm)
- Methoden der Datenerfassung und Analyse im digitalen Kontext
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Digital Nudging Prozess nach Weinmann et al. (2016)
Der Digital Nudging Prozess (DNP) nach Weinmann et al. (2016) ist ein lineares Prozessmodell, das einen Ablauf zur Entwicklung und Evaluierung von Nudges speziell in digitalen Entscheidungsumgebungen vorschlägt. Es umfasst fünf Schritte, die seriell durchlaufen werden.
(1) Define digital context and goals: Der Kontext, in dem die Entscheidung getroffen wird, sowie das Ziel, welches dadurch erreicht werden soll, bilden in diesem Modell die Grundlage. Sie wird zu Beginn definiert. Weinmann et al. (2016) basieren dies auf der Annahme, dass das Entscheiden immer durch den Kontext beeinflusst werden.
(2) Understand the decision process: In Abhängigkeit des Kontextes werden in dem zweiten Schritt des Modells relevante Heuristiken und Biases identifiziert. Sie umfassen, wie in Abschnitt 2.3 dargelegt, psychologische Effekte, die bewusst und unbewusst ausgelöst werden.
(3) Select nudge: Basierend auf den Erkenntnissen von (1) und (2) werden geeignete Nudges gewählt, die entweder Biases auslösen oder ihnen entgegenwirken können. Der DNP schlägt hier keine genauen Elemente zur Verwendung vor.
(4) Implement nudge: Die theoretisch erarbeiteten Nudges werden implementiert. Weinmann et al. (2016) gehen dabei vor allem auf die Manipulation des UI einer Webanwendung ein.
(5) Test / Experiment: Der letzte Schritt suggeriert die Evaluation des Nudges durch A/B Tests und Konsultation durch Experten. Sollte der Nudge nicht effektiv sein, gilt zuerst seine Präsentation zu überprüfen (ist der Nudge zu auffällig?). Erst danach wird ein Umdenken von (1) oder (2) in Erwägung gezogen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Motivation für das Thema Digital Nudging dar, definiert das Ziel der Arbeit und gibt einen Überblick über den strukturellen Aufbau.
2 Theoretischer Hintergrund und Softwaregrundlagen: Es werden grundlegende Begriffe, psychologische Effekte wie Framing und Status Quo Bias sowie gängige Prozessmodelle für das Digital Nudging erläutert.
3 Konzeption: Dieses Kapitel definiert die funktionalen und nichtfunktionalen Anforderungen, wählt das CMS Drupal als technische Basis aus und entwirft die Gestaltung der spezifischen Nudges.
4 Implementierung der Weboberfläche: Hier wird die praktische Umsetzung des Prototyps beschrieben, inklusive der verwendeten Module, der konkreten Implementierung der Nudges sowie der Methoden zur Datenerfassung.
5 Fazit und Ausblick: Die Ergebnisse der Arbeit werden zusammengefasst und es werden Möglichkeiten für zukünftige Erweiterungen sowie die Weiterentwicklung des Systems diskutiert.
Schlüsselwörter
Digital Nudging, User Interface, Entscheidungsprozesse, Heuristiken, Biases, Content Management System, Drupal, Nutzerwahrnehmung, Framing, Soziale Norm, Webportal, Datenerfassung, Usability, Persuasionsforschung, Prototyp.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss von Digital Nudging auf das Entscheidungsverhalten von Nutzern in digitalen Umgebungen und der Entwicklung eines Webportals, um diese Effekte aufzuzeigen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen Verhaltensökonomie (Nudging), Mensch-Computer-Interaktion (HCI), Web-Usability und die technische Implementierung mittels Content Management Systemen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Konzeption und prototypische Umsetzung eines Webportals, das Nutzern ihre Anfälligkeit für digitale Beeinflussung verdeutlicht und gleichzeitig eine Umgebung zur empirischen Erfassung dieser Prozesse bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein gestaltungsorientierter Ansatz gewählt, der theoretische Erkenntnisse der Entscheidungspsychologie in ein technisches Konzept (Prozessmodell) überführt und dieses prototypisch implementiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Konzeption des Portals unter Berücksichtigung von CMS-Architekturen sowie die detaillierte technische Umsetzung der Nudging-Elemente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Digital Nudging, Entscheidungsprozesse, Heuristiken, Biases, Drupal, Persuasionsforschung und Nutzerwahrnehmung.
Wie wird die Wirksamkeit der implementierten Nudges im Portal gemessen?
Die Wirksamkeit wird durch das Tracking von Nutzerinteraktionen mittels Piwik und die Auswertung von Zugriffszahlen auf die jeweiligen Aufklärungsseiten der Nudges analysiert.
Welche Rolle spielt das verwendete CMS bei der Umsetzung?
Drupal dient als flexibles Grundgerüst, das durch verschiedene Module (wie Splashify oder Menu attributes) so angepasst wurde, dass Nudging-Interventionen effizient implementiert und verwaltet werden können.
- Quote paper
- Christopher Streidt (Author), 2017, Digital-nudging.eu. Konzeption und Umsetzung eines Webportals für Digital Nudging, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/922663