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Die Muslimbruderschaft. Das Verständnis von Takfirismus bis Hasan al-Hudaybi

Titel: Die Muslimbruderschaft. Das Verständnis von Takfirismus bis Hasan al-Hudaybi

Hausarbeit , 2018 , 13 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Halil Kabakulak (Autor:in)

Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit wirft einen Blick in die Geschichte der ägyptischen Muslimbruderschaft und ihrer Lehren.

Die moderne Geschichte Ägyptens und die des Takfirismus sind jenseits der Muslimbruderschaft undenkbar. Der sunnitische Islamismus des 20. und 21. Jahrhundert wurde in besonderer Weise von dieser Organisation geprägt. Die Einstellung dieser Bewegung zur Gewalt und ihre Ideologie wird nicht selten anhand von Sayyid Qutb, ein bedeutender Vordenker, illustriert. Er entwickelte während seiner Haftzeit eine neue und offensive Ideologie, die den Nährboden für jihadistische Gruppierungen bereitete.

Ferner definierte er Begriffe wie Dschihad, kufr und ǧāhilīya um und schuf somit die Grundlage dafür, dass sich die Muslime gegenseitig auf politischer und gesellschaftlicher Basis den takfīr, das heißt aus der Gemeinschaft der Gläubigen ausschließen, ausübten. Auch Osama bin Laden, der ehemalige Anführer der al-Qaida, wurde von vielen Anschauungen und Dogmen von Sayyid Qutb beeinflusst. Es ist ergo nicht verwunderlich, dass die Muslimbruderschaft und ihre Ideologien gelegentlich das Forschungsobjekt der Terrorismusexperten sind.

Wenig Achtung bekommt der moderate Flügel dieser Organisation. Dieses Lager bildete sich vor allem während der Führung von Hasan al-Hudaybi. Solche divergenten Positionen machen eine Verallgemeinerung und homogene Darstellung dieser Bewegung unmöglich.

Doch welche Ziele verfolgen die beiden internen Positionen und welche Auswirkungen haben die beiden Lager auf die Gesellschaft? Was sind außerdem die Faktoren und Katalysatoren des Takfirismus und wie versuchte Hasan al Hudaybi entgegenzuwirken? Ist al-Hudaybi wirklich der Gegenpol zu Sayyid Qutb?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Gründung und Ausbreitung der Muslimbruder

2.1 Etablierung des Geheimdienstes

3. Formatierung der Muslimbruder nach al-Banna

3.1 Sayyid Qutb und der Weg zum Takfirismus

3.1.1 ǧāhilīya

3.1.2 Reaktionen auf Sayyid Qutb´s Gedankengut

3.2 Hasan al-Hudaybi und Takfirismus

4. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ideologische Entwicklung der ägyptischen Muslimbruderschaft im 20. Jahrhundert, wobei insbesondere die Kontroverse zwischen den radikalen Positionen von Sayyid Qutb und den moderaten Ansätzen von Hasan al-Hudaybi im Hinblick auf das Konzept des Takfirismus analysiert wird.

  • Die Gründungsphase und soziale Etablierung der Muslimbruderschaft unter Hasan al-Banna.
  • Die Entstehung und ideologische Radikalisierung durch den Qutbismus.
  • Das Konzept der ǧāhilīya und dessen Auswirkungen auf die Legitimation von Gewalt.
  • Die Positionierung von Hasan al-Hudaybi als moderates Gegengewicht zum Takfirismus.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 ǧāhilīya

Eine zentrale Rolle spielt in seinem Werk „Wegmarken“ Termini, die das Umdenken der Islamisten in Ägypten ermöglichten. Es war das Manifest der neuen etablierten Gruppen. Publiziert wurde es in einem Konzentrationslager, wo der Autor zehn Jahre unter menschenunwürdigen Bedingungen verbrachte. Seine Interpretation von ǧāhilīya ist bemerkenswert. Alle Werte, Systeme und Gesellschaften, die mit dem Islam nicht kompatibel sind, seien abzulehnen.

„Die ǧāhilīya ist keine geschichtliche Epoche, sondern ein Zustand, der existiert, sobald seine gestaltgebenden Faktoren innerhalb einer Ordnung oder eines Systems existieren. Der Kernpunkt dieser Faktoren liegt in der Übertragung der Herrschaft (ḥukm) und der Gesetzgebung (tašrī‘) auf die Willkür (hawā) der Menschen, anstatt auf Gott und seine Gesetze (šarī’a) für das Leben.“

Zwar ist es strittig, ob dieses Verständnis von ǧāhilīya ein Produkt von Qutb ist, aber es ist ein Grundpfeiler des Qutbismus, eine von Qutb begründete Ideologie. Aus der obigen Definition kann abgeleitet werden, dass alle Gesellschaften, die etwas anderes als Gott anbeten, sich in der gahiliyya befinden. Daher ist jede existierende Gesellschaft eine ǧāhilīya Gesellschaft. Mit dieser Grundeinstellung wurde auch Gewalt gegen die „Abtrünnigen“ legitimiert. Zuvor war der Dschihad auf die Bekämpfung der fremden Besatzer begrenzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Diese Einleitung skizziert die Bedeutung der Muslimbruderschaft für den sunnitischen Islamismus und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem ideologischen Konflikt zwischen Sayyid Qutb und Hasan al-Hudaybi.

2. Gründung und Ausbreitung der Muslimbruder: Das Kapitel behandelt die Entstehung der Bewegung 1928 unter Hasan al-Banna sowie die Faktoren für ihren Erfolg als Massenorganisation.

2.1 Etablierung des Geheimdienstes: Hier wird die Gründung der paramilitärischen Sonderorganisation beschrieben, die sowohl im antikolonialen Kampf als auch in der innenpolitischen Eskalation eine Rolle spielte.

3. Formatierung der Muslimbruder nach al-Banna: Nach der Ermordung al-Bannas fokussiert dieser Abschnitt auf die Führung von Hasan al-Hudaybi und dessen Versuch, die Bewegung zu de-radikalisieren.

3.1 Sayyid Qutb und der Weg zum Takfirismus: Das Kapitel analysiert den Einfluss von Sayyid Qutb und seine Gefängnisschriften als Katalysator für eine neue, radikale Ideologie.

3.1.1 ǧāhilīya: Der Begriff wird als zentrales Element der Weltanschauung Qutbs erläutert, das jede nicht-islamische Ordnung als abzulehnendes System definiert.

3.1.2 Reaktionen auf Sayyid Qutb´s Gedankengut: Es wird untersucht, wie moderatere Kreise innerhalb der Muslimbruderschaft, insbesondere durch die Schrift „Prediger, nicht Richter“, gegen Qutbs Thesen argumentierten.

3.2 Hasan al-Hudaybi und Takfirismus: Der Autor erläutert al-Hudaybis theologische Versuche, durch eine Unterscheidung von Glaube und Unglaube, die Radikalisierung der Anhänger zu verhindern.

4. Schlusswort: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Auswirkungen der internen ideologischen Spannungen auf die Entwicklung der Muslimbruderschaft bis in die heutige Zeit.

Schlüsselwörter

Muslimbruderschaft, Sayyid Qutb, Hasan al-Hudaybi, Takfirismus, ǧāhilīya, Islamismus, Radikalisierung, Dschihad, Ägypten, Ideologie, ḥukm, Glaube, Politik, Terrorismus, Reform.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische und ideologische Entwicklung der ägyptischen Muslimbruderschaft im Spannungsfeld zwischen radikalen und moderaten Strömungen im 20. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die Entstehungsgeschichte der Bewegung, die Rolle des Qutbismus bei der Entstehung des Takfirismus sowie die Gegenpositionen innerhalb der Organisation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu analysieren, wie die Lehren von Sayyid Qutb und Hasan al-Hudaybi rezipiert wurden und ob al-Hudaybi als wirksames ideologisches Gegengewicht betrachtet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, wertet historische Quellen und Schriften der Akteure aus und kontextualisiert diese durch politikwissenschaftliche und historische Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Gründung der Bruderschaft, die Transformation unter al-Hudaybi, die ideologische Fundierung durch Qutb (ǧāhilīya) und die innerorganisatorische Auseinandersetzung um den Takfirismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Takfirismus, Muslimbruderschaft, ǧāhilīya und Qutbismus sind für das Verständnis der Arbeit essentiell.

Warum spielt die Schrift „Prediger, nicht Richter“ eine zentrale Rolle?

Diese Schrift gilt als expliziter Versuch der Führung um Hasan al-Hudaybi, die zunehmende Radikalisierung der Basis zu stoppen und sich indirekt gegen die Lehren Qutbs abzugrenzen.

Wie unterscheidet sich das ǧāhilīya-Verständnis von Qutb und al-Hudaybi?

Während Qutb den Begriff für ganze Gesellschaftssysteme verwendet, um diese als ungläubig zu brandmarken, interpretiert al-Hudaybi ihn eher im Sinne von individueller Unwissenheit über Sünden.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Muslimbruderschaft. Das Verständnis von Takfirismus bis Hasan al-Hudaybi
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
2,0
Autor
Halil Kabakulak (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
13
Katalognummer
V922878
ISBN (eBook)
9783346240798
ISBN (Buch)
9783346240804
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Muslimbruderschaft Takfirismus Ägypten Hasan al Hudaybi
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Halil Kabakulak (Autor:in), 2018, Die Muslimbruderschaft. Das Verständnis von Takfirismus bis Hasan al-Hudaybi, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/922878
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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