Problemstellungen des Konsums


Essay, 2014

5 Seiten


Leseprobe

Einleitung

In diesem Essay möchte ich die Fragestellungen diskutieren, welche Probleme bzw. Nachteile der Konsum mit sich bringt und welche möglichen Lösungsansätze es dafür gibt. Dabei werde ich zunächst beleuchten, welche Definitionen es für den Begriff „Konsum“ in der Soziologie gibt und danach auf die Entwicklung und Probleme des Konsums eingehen. Zum Schluss versuche ich, einen Lösungsansatz zu finden und gebe ein abschließendes Fazit.

Definition „Konsum“

In der Soziologie gibt es verschiedene Definitionen des Konsumbegriffs. Zum einen werden unter Konsum „sämtliche Aktivitäten von Einzelpersonen oder privaten Haushalten verstanden, die auf die Entnahme von Gütern oder Dienstleistungen aus dem Markt gerichtet sind. [...] Soziologisch gesehen ist Konsum soziales Handeln mit umfassenden gesellschaftlichen und individuellen Funktionen." (Schneider 2000, 11f). Zum anderen meint Konsumieren „das Kaufen, das Gebrauchen und Verbrauchen/Verzehren von Waren (…); eingeschlossen in dieses Verständnis sind die damit in Zusammenhang stehenden Diskurse, Emotionen, Beziehungen, Rituale und Formen der Geselligkeit und Vergesellschaftung.“ (Siegrist, Konsum, 16). In einer weiteren Definition fallen unter Konsum „sämtliche Verhaltensweisen, die auf die Erlangung und private Nutzung wirtschaftlicher Güter und Dienstleistungen gerichtet sind.“ (Wiswede 2000: 24).

Entwicklung

Da Güter schon immer verbraucht wurden, existiert der Konsum, seit es die Menschheit gibt. In allen Einheiten findet Konsum statt, also in Gemeinschaften, Zweckverbünden, Haushalten etc. Diese Einheiten werden als Konsumgemeinschaft bezeichnet. Im 15. und 16. Jahrhundert entwickelte sich erstmals in England eine Konsumgesellschaft, die dadurch gekennzeichnet ist, dass Menschen nicht nur Dinge konsumieren, die sie zum Leben benötigen, sondern zudem Sachen, welche ihr Leben glücklicher machen. Im 18. und 19. Jahrhundert kauften sich die Menschheit auf Märkten Luxusgüter, wie hochwertige Stoffe oder feine Gewürze, die sie nicht selbst herstellen konnten. Das Interesse entwickelte sich langsam vom Bedarf zum Wunsch. Im Laufe der Jahre bis hin zum 21. Jahrhundert entwickelte sich aus den Luxusgütern Massenware, sodass der Markt für internationale Güter, Elektrogeräte, Kunststoffmöbel, kostbare Rohstoffe und Energieträger boomte.

Probleme

Nun komme ich zum Kern meines Essays, den Problemen, die aus dem Konsum hervorgehen. Natürlich bringt Konsum auf den ersten Blick viel Positives mit sich, wie das Ankurbeln der Wirtschaft oder die Steigerung des Wohlstandes und des Wohlbefindens. „Viele Bürgerinnen und Bürger einer Konsumgesellschaft glauben, ihr subjektives Wohlbefinden wäre größer, wenn sie über mehr Geld und damit auch mehr Möglichkeiten verfügten, sich Konsumgüter zu kaufen.“ (Haubl 2009, 4). Ich möchte hier aber verstärkt die negativen Aspekte des Konsum aufzeigen, da diese meiner Meinung nach zu wenig beachtet und unterschätzt werden.

Als erstes Argument will ich auf Egoismus und Neid eingehen, der mit der Zeit durch Konsum entsteht. Die Kommerzialisierung entfernt die Menschen voneinander, da das Materielle eine immer höhere Wichtigkeit entsteht. Dadurch bleiben die Armen immer im Nachteil, denn was die Reichen haben, können sie sich kaum leisten. Psychologisch kann dies negative Folgen auf die Gedanken und Taten der Unterschicht haben. „Wenn der Konsum der Referenzgruppe größer als der eigene ist, hat dies einen negativen Effekt auf den eigenen Nutzen. Dies wird klassischerweise als Neid bezeichnet.“ (Schmid 2009, 4).

Der zweite Punkt ist die Umweltbelastung, denn ein hohes Angebot hängt gleichzeitig mit einem hohem Verbrauch natürlicher Ressourcen zusammen. Es kommt dabei zu einem „Energieverbrauch über unkontrollierten Abbau von Ressourcen – wie beispielsweise Holz – bis hin zur Umweltverschmutzung, die eine besonders schwerwiegende Folge des wirtschaftlichen Wachstums darstellt.“ (Schober-Schlatter 2006, 21). Ein Aspekt scheint hier auch die Viehhaltung zu sein. „Innerhalb der Landwirtschaft sind die Emissionen der Viehhaltung die Hauptverursacher der Eutrophierung und der Belastung der Atmosphäre mit klimarelevanten Gasen (…).“ (Alvensleben 1998, 5). Konsum erfolgt somit zu Lasten der Natur. Es wird geschätzt, dass die heutige Menschheit jährlich 1,5 mal mehr verbraucht, als die Erde an Ressourcen nachproduzieren kann. Es müsste sich also dringend etwas am Konsumverhalten ändern, damit die nachfolgenden Generationen nicht darunter leiden und der Mensch seinen Lebensort, die Erde, nicht selbst zerstört.

Durch den vermehrten Konsum kommt es zu einer immer höheren Umweltverschmutzung. Dabei denke ich besonders an Wegwerfprodukte, für deren Herstellung mehr Ressourcen und Energie verbraucht wird, als für wiederverwendbare Alternative. Die Produkte die nach einiger Zeit kaputt gehen, ersetzt der Mensch häufig durch neue Produkte. Dies hat eine starke Müllproduktion und Umweltverschmutzung zur Folge. Das Problem hierbei ist, dass von Herstellern häufig Güter mit geringer Haltbarkeit und Reparaturfähigkeit produziert werden.

So werden beispielsweise Elektrogeräte wie MP3-Player, Smartphones etc. so hergestellt, dass sie noch knapp 1-2 Jahren ihre Funktionsfähigkeit verlieren und dann einfach durch Produkte ersetzt werden.

Lösungsansatz

Wie kann man nun den negativen Folgen entgegenwirken? Eine Antwort wäre das nachhaltige Konsumieren. Der Mensch muss darauf achten, dass er nur Dinge konsumiert, die für ihn unverzichtbar und lange verwendbar sind. Zum Beispiel werden Kleidungsstücke so lange getragen, bis sie nicht mehr brauchbar sind, erst dann werden sie ersetzt. Elektronikgeräte sollten solange genutzt werden bis sie kaputt sind. Dann sollten man versuchen sie zu reparieren – erst wenn das nicht mehr möglich ist, wird ein neues Gerät angeschafft. Wie nachhaltiger Konsum funktioniert außerdem zeigt eine Feldforschung von Prof. Dr. Hans Peter Hahn: „Sie wissen, wie es möglich ist, nicht mehr zu konsumieren als nötig. Das gilt in vielen Regionen auch für den Umgang mit anderen Ressourcen, wie Holz als Brennmaterial. Auch hier wird vielfach nach Wegen gesucht, mit einem geringeren Verbrauch auszukommen.“ ( Hahn 2010. S.36).

Auch Unternehmen und Organisationen können nachhaltigen Konsum betreiben. So können sie z.B. Ökostrom nutzen, bei der Mobilität auf emissionsarme Fahrzeuge, Firmenfahrräder oder öffentlichen Verkehr umsteigen oder bei der Büroausstattung auf energiearme Geräte achten.

Fazit

Zum Abschluss kann man sagen, dass Konsum, so wie er heutzutage praktiziert wird, viele negativen Folgen für Umwelt und Menschheit hat. Die Tatsache dass gewissenlos gekauft und weggeworfen wird und größtenteils Konsumgüter für den kurzfristigen Gebrauch ohne Widerverwertung produziert werden, stellt für die Umwelt eine starke Bedrohung dar. Zudem zeigt der Fakt, dass vom Menschen jährlich mehr Ressourcen verbraucht werden, als die Erde reproduzieren kann, dass dieses Vorgehen langfristig nichts Gutes für die Erde bedeutet und der Mensch sich so seinen Lebensort früher oder später selbst zerstört. Eine mögliche Lösung, die den negativen Folgen des Konsums entgegenwirken kann, wäre der nachhaltige Konsum – wenn der Mensch vor dem Kauf überlegt, ob er das Produkt wirklich benötigt und das alte reparieren kann. Auch andere Verhaltensweisen, wie der Kauf von gebrauchten Gütern und das Nutzen von Umweltfreundlichen Geräten und Transportmittel kann sich auf lange Sicht positiv auf die Umwelt auswirken.

[...]

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Problemstellungen des Konsums
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Autor
Jahr
2014
Seiten
5
Katalognummer
V923008
ISBN (eBook)
9783346246561
Sprache
Deutsch
Schlagworte
problemstellungen, konsums
Arbeit zitieren
René Fenzlein (Autor), 2014, Problemstellungen des Konsums, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/923008

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Problemstellungen des Konsums



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden