Die Arbeit umfasst eine Evaluation aus Sicht der Beurteiler, eine Darstellung der rechtlichen Aspekte sowie Kritik an der dienstlichen Beurteilung. Ziel der Arbeit ist es durch Erhebung eines Meinungsbildes der Beurteiler eine Antwort auf die Frage zu finden, inwiefern die dienstliche Beurteilung aus Sicht der Beurteiler die Eignung, fachliche Leistung und Befähigung realitätsgerecht widerspiegelt.
Dienstlichen Beurteilungen kommt eine bedeutsame Rolle in der kommunalen Praxis zu: Sie fungieren als Hauptauswahlkriterium in Auswahlverfahren und dienen der Verwirklichung des Grundsatzes der Bestenauslese gemäß Artikel 33 Abs. 2 GG. Darüber hinaus unterstützen sie unter anderem als Personalführungsinstrument die Personalplanung und liefern Informationen für die Personalentwicklung. Diese Multifunktionalität bedingt hohe Anforderungen an die dienstliche Beurteilung, damit diese ihren Funktionen gerecht werden kann.
Kann die dienstliche Beurteilung dem Anspruch auf größtmögliche Objektivität und Vergleichbarkeit durch eine realitätsgerechte Leistungserfassung überhaupt gerecht werden? Oder ist eine aussagekräftige dienstliche Beurteilung vielmehr nur ein Wunschdenken der Regelungswelt, welches in der kommunalen Wirklichkeit keinen Bestand hat?
Inhaltsverzeichnis
1. Aussagekraft der dienstlichen Beurteilung – Wunschdenken oder Wirklichkeit?
2. Die dienstliche Beurteilung und deren Bedeutung in Stellenbesetzungsverfahren
2.1 Was ist eine „dienstliche Beurteilung“?
2.2 Rechtsgrundlagen
2.3 Multifunktionalität
2.4 Beurteilungsverfahren
2.5 Beurteilungsinhalt
2.6 Beurteilungsmaßstab
2.7 Rolle der dienstlichen Beurteilung in Stellenbesetzungsverfahren
3. Kritik an der dienstlichen Regelbeurteilung
3.1 Funktionen
3.2 Person des Beurteilers
3.3 Beurteilungssystem
4. Zielsetzung und Fragestellung
5. Datenerhebung
5.1 Methodenwahl
5.2 Durchführung und Stichprobenerhebung
5.3 Aufbau des Fragebogens
6. Auswertung
6.1 Teil A – Persönliche Angaben
6.2 Teil B – Ziele der dienstlichen Regelbeurteilung
6.3 Teil C – Realitätsgerechte Erfassung von Eignung, fachlicher Leistung und Befähigung
7. Interpretation der Ergebnisse
8. Kritik am Vorgehen
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, durch die Erhebung eines Meinungsbildes von Beurteilern zu analysieren, inwiefern die dienstliche Regelbeurteilung aus deren Sicht die tatsächliche Eignung, fachliche Leistung und Befähigung von Beamten widerspiegelt und welche Faktoren die Qualität der Leistungserfassung beeinflussen.
- Kritische Analyse der Funktionsfähigkeit der dienstlichen Beurteilung im öffentlichen Dienst.
- Untersuchung von Einflussfaktoren und Beurteilungsfehlern, die eine realitätsgerechte Leistungserfassung erschweren.
- Evaluation des Zielerreichungsgrades der dienstlichen Regelbeurteilung (z.B. Bestenauslese, Personalentwicklung).
- Identifikation praktischer Probleme bei der Anwendung komplexer Beurteilungssysteme in der kommunalen Verwaltung.
Auszug aus dem Buch
1. Aussagekraft der dienstlichen Beurteilung – Wunschdenken oder Wirklichkeit?
Dienstlichen Beurteilungen kommt eine bedeutsame Rolle in der kommunalen Praxis zu: Sie fungieren als Hauptauswahlkriterium in Auswahlverfahren und dienen der Verwirklichung des Grundsatzes der Bestenauslese gemäß Artikel 33 Abs. 2 GG (Bodanowitz, 2019, Rn. 87). Darüber hinaus unterstützen sie unter anderem als Personalführungsinstrument die Personalplanung (Leppek, 2010, S. 9) und liefern Informationen für die Personalentwicklung (§ 46 Abs. 2 S. 2 Nr. 4 BLV). Diese „Multifunktionalität“ (Bieler & Lorse, 2012, Rn. 71) bedingt hohe Anforderungen an die dienstliche Beurteilung, damit diese ihren Funktionen gerecht werden kann (Nokiel, 2013, S. 284).
Die inhaltliche Aussagekraft der dienstlichen Beurteilung ist ausschlaggebend für deren Eignung als Vergleichsgrundlage bei personellen Auswahlentscheidungen (Gourmelon & Hoffmann, 2017, S. 128f.). Neben der Einhaltung eines vorgegebenen Beurteilungsverfahrens sind die Heranziehung zuverlässiger Erkenntnisquellen, eine ganzheitliche und differenzierte Leistungserfassung sowie die Anwendung gleicher Beurteilungsmaßstäbe nur einige der Voraussetzungen für eine inhaltlich aussagekräftige Beurteilung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Aussagekraft der dienstlichen Beurteilung – Wunschdenken oder Wirklichkeit?: Das Kapitel führt in die hohe Bedeutung und Multifunktionalität dienstlicher Beurteilungen ein und skizziert das grundlegende Problem ihrer inhaltlichen Aussagekraft.
2. Die dienstliche Beurteilung und deren Bedeutung in Stellenbesetzungsverfahren: Hier werden die rechtlichen Grundlagen, die Verfahrensabläufe sowie die zentrale Rolle der Beurteilung bei Auswahlentscheidungen im öffentlichen Dienst detailliert dargestellt.
3. Kritik an der dienstlichen Regelbeurteilung: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit verschiedenen Fehlerquellen, dem Einfluss der Beurteilerpersönlichkeit und Schwachstellen im Beurteilungssystem auseinander.
4. Zielsetzung und Fragestellung: Das Kapitel definiert das Ziel der Arbeit, ein subjektives Meinungsbild der Beurteiler zur Praxis der dienstlichen Regelbeurteilung zu erheben.
5. Datenerhebung: Es wird die methodische Vorgehensweise erläutert, wobei insbesondere die Durchführung einer Online-Befragung bei Erstbeurteilern beschrieben wird.
6. Auswertung: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Ergebnisse der Umfrage, gegliedert in persönliche Angaben, Zielerreichung und Einflussfaktoren auf die Leistungserfassung.
7. Interpretation der Ergebnisse: Die erhobenen Daten werden analysiert, wobei Tendenzen hinsichtlich der geringen Zielerreichung und der Wahrnehmung einzelner Einflussfaktoren abgeleitet werden.
8. Kritik am Vorgehen: Eine methodische Reflexion über die Gestaltung des Fragebogens, die Teilnehmerstruktur und mögliche Grenzen der Aussagekraft der Ergebnisse.
9. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und betont den Bedarf an einer kritischen Überarbeitung des Instruments der dienstlichen Beurteilung.
Schlüsselwörter
Dienstliche Beurteilung, Regelbeurteilung, Bestenauslese, Leistungsprinzip, Beurteiler, Beurteilungsfehler, Personalführung, Stellenbesetzungsverfahren, Online-Befragung, Personalentwicklung, Objektivität, Vergleichbarkeit, Beurteilungssystem, öffentliche Verwaltung, Wahrnehmungsverzerrungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Aussagekraft und der praktischen Anwendung von dienstlichen Regelbeurteilungen im öffentlichen Dienst, insbesondere aus Sicht der Beurteiler.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die Funktionen der Beurteilung, die rechtlichen Rahmenbedingungen, kritische Erfolgsfaktoren für die Objektivität sowie die empirische Untersuchung von Verzerrungseffekten durch den Beurteiler.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, mittels einer Umfrage zu ermitteln, inwiefern Beurteiler die dienstliche Regelbeurteilung als ein Instrument empfinden, das die Eignung und Leistung von Beamten realitätsgerecht widerspiegelt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine empirische Online-Befragung unter Erstbeurteilern in sieben Kommunen durchgeführt, um ein breites Meinungsbild zur Praxis der Beurteilung zu erhalten.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil analysiert neben den theoretischen Grundlagen der Beurteilung kritisch die verschiedenen Faktoren, die den Beurteilungsprozess verzerren können, wie etwa Persönlichkeitsmerkmale, Konfliktvermeidung oder formale Vorgaben wie Richtwerte.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Dienstliche Beurteilung“, „Bestenauslese“, „Beurteilungsfehler“ und „Realitätsgerechte Leistungserfassung“ definiert.
Wie bewerten die Beurteiler die Zielerreichung der dienstlichen Beurteilung?
Die Ergebnisse zeigen ein kritisches Bild: Die befragten Beurteiler sind überwiegend der Ansicht, dass die angestrebten Ziele wie Bestenauslese oder Motivationsförderung kaum bis gar nicht erreicht werden.
Welche Faktoren beeinflussen die Objektivität laut Umfrage am stärksten?
Laut den Studienergebnissen werden vor allem „Niveauvorgaben“ und „Richtwerte“ als Faktoren wahrgenommen, die die realitätsgerechte Leistungserfassung am stärksten beeinträchtigen.
Wird die dienstliche Beurteilung als nützliches Instrument angesehen?
Die Mehrheit der befragten Beurteiler sieht in der dienstlichen Beurteilung nur einen geringen Nutzen für die praktische Personalarbeit und warnt vor einem reinen „Ritualcharakter“.
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- Laura Lindberg (Author), 2020, Spiegelt die dienstliche Beurteilung die Eignung und fachliche Leistung realitätsgerecht wider?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/924400