Elsbeth Pulvers Kritik zu Gert Jonkes "Erwachen zum großen Schlafkrieg"

Erwachen zum großen Schlafkrieg


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

9 Seiten, Note: 2,00


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNI

Vorwort

Biografie des Autors Gert Friedrich Jonke

Elsbeth Pulver: „Dass die Welt eine Erfindung ist“

Kurzbiografie der Kritikerin Dr. phil. Elsbeth Pulver

Literaturverzeichnis

VORWORT

Wer ist eigentlich Gert Jonke? Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich überlegte, welchen Autor aus der Reihe „Dossier“ ich für diese Arbeit heranziehen sollte.

Ich habe mir über die Person, die sich hinter diesem Namen verbirgt, noch nie nennenswerte Gedanken gemacht und so wusste ich weder über seine Lebensgeschichte Bescheid noch über irgendeine seiner Publikationen.

So beschloss ich, die Person Jonkes aufgrund meiner Arbeit näher kennen zu lernen. Doch welches Buch von ihm sollte ich lesen? Ich stöberte ein bisschen herum, habe mich aber doch recht schnell entschieden. Ich wollte ein Buch lesen, dass nicht eine leicht zu verstehende Geschichte beinhaltet, sondern zum Nachdenken anregt und „etwas anders“ ist. So fiel mir auch gleich der Titel des Buches „Erwachen zum großen Schlaftraum“ auf. Ich wurde neugierig, was damit wohl gemeint sei und beschloss es zu lesen.

Nach den ersten zwei gelesenen Seiten wollte ich das Buch schon wieder weglegen, weil ich nicht wirklich verstanden habe worum es ging, da das Buch nicht ohne wirklich gut mitzudenken und aufzupassen gelesen werden kann. Doch ich las weiter und muss sagen, ich habe es nicht bereut, denn nach einigen Seiten fiel mir das Lesen viel leichter und ich verstand „wie“ ich lesen muss.

Die nächste Hürde, die sich mir in den Weg stellte, war Informationen über Elsbeth Pulver herauszufinden. Da in der FB Germanistik nichts über sie zu finden war, musste ich die benötigten Informationen aus dem Internet holen. Aber auch dies war nicht einfach, da hauptsächlich Rezeptionen Pulvers zu finden sind, aber kaum etwas über ihr eigenes Leben. Daher konnte ich die Biografie von Elsbeth Pulver nicht sehr ausführlich beschreiben.

Mittlerweile kann ich sagen, dass mich die Art und Weise wie Gert Jonke seine Geschichten erzählt, fasziniert. Er beschäftigt sich in allen seinen Büchern nach der Frage, was wirklich ist. Sein Zentralthema ist das Problem der Differenz der objektiven und subjektiven Realität, das er jedes Mal wieder neu aufrollt und das trotzdem nicht erschöpft wird. Dabei verknüpft er phantastische Kulissen mit Sprachsituationen und überlässt es seinen Lesern, sich in diese Phantasie hineinzuleben oder doch mehr auf der Seite der Realität zu bleiben. Und dies ist- so finde ich- eine großartige literarische Leistung.

BIOGRAFIE DES AUTORS GERT FRIEDRICH JONKE

„Ich glaube nicht an normale Erzählungen. Ich kann nur an Erzählungen, die durch andere Erzählungen unterbrochen werden, glauben. Ich glaube, jeder einzelne Satz der Erzählung muß durch einen darauffolgenden Satz einer zweiten oder dritten Erzählung unterbrochen werden. Indem ich jeden Satz der Erzählung vom folgenden Satz der Erzählung durch einen Satz einer zweiten oder dritten Erzählung trenne und erst später einsetze, erhalte ich viele Erzählungen in einer einzigen Erzählung.“[1]

Diese Ansicht vertrat Gert Friedrich Jonke bereits in seinem 1970 erschienenen Prosastück Glaushausbesichtigung und setzte sie nicht nur in diesem Buch sondern auch in seinen darauffolgenden Werken um. Die Erzählung wird dabei von mehreren Erzählungen unterbrochen, wobei jede der einzelnen Erzählungen ihre eigene Funktion hat. Jeder winzige Bruchteil einer Situation wird dabei genauestens beschrieben, was den Vorgang etwas verfremdet und die Konturen der Wirklichkeit verfließen lässt. Daher muss der Text in einem Satz zusammengefasst werden.

Der Sprachvirtuose Gert Jonke wurde am 8. Februar 1946 als uneheliches Kind in Klagenfurt geboren und hauptsächlich von seiner Mutter Hedi und der Großmutter Sophie erzogen. Sein Vater, Inhaber einer Bauholzfirma, zeigte kein großes Interesse an ihm.

Gert Jonke besuchte in Klagenfurt die Grundschule, das humanistische Gymnasium und auch das Landekonservatorium, um Klavier, Harmonielehre und über das Kontrapunkt etwas zu lernen.

Ebenfalls in Klagenfurt leistete Jonke seinen Präsenzdienst beim Bundesheer ab.

Er studierte ab 1966 an der Akademie für Film und Fernsehen und der Universität Wien verschiedene Studien (Germanistik, Philosophie, Geschichte, Musikwissenschaft), die er jedoch alle nicht beendete. Eigentlich wollte Jonke Musiker werden, entschied sich dann aber doch fürs Schreiben. Die Hauptaspekte seiner künstlerischen Orientierung bildeten sich bei Jonke bereits im Jugendalter heraus: er träumte von der weltrettenden Wirkung der Kunst und dieser Welt mit Hilfe der Kunst zu entfliehen. So erschien 1969 sein erstes Buch Geometrischer Heimatroman und bereits ein Jahr später Beginn einer Verzweiflung. Bereits hier sieht man, dass Jonke nicht nur erzählen sondern auch mit Sprache experimentieren will. Noch deutlicher kommt dies aber in der Glashausbesichtigung zum Ausdruck.

[...]


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Gert_Jonke

http://www.literaturhaus.at/buch/buch/rez/jonkeklang/bio.html

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Elsbeth Pulvers Kritik zu Gert Jonkes "Erwachen zum großen Schlafkrieg"
Untertitel
Erwachen zum großen Schlafkrieg
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz
Note
2,00
Autor
Jahr
2006
Seiten
9
Katalognummer
V92584
ISBN (eBook)
9783638065115
Dateigröße
411 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gert, Jonke
Arbeit zitieren
Tanja Dornik (Autor), 2006, Elsbeth Pulvers Kritik zu Gert Jonkes "Erwachen zum großen Schlafkrieg", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92584

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