Star Trek - von TOS bis ENT...

Ein Essay zum 40jährigen Jubiläum von „Star Trek“ im Jahre 2006


Essay, 2006
25 Seiten

Leseprobe

I. Star Trek – The Original Series (TOS)

Die Originalserie „Star Trek“, erdacht und konzipiert von Gene Roddenberry, war erstmals 1966 im US-amerikanischen Fernsehen zu sehen und blieb bis in die heutige Zeit ein Klassiker der Science Fiction und der modernen Fernsehunterhaltung.

Generationen bereits überdauerte diese mit der unvergesslichen Titelmelodie eingeleitete Serie, die mitten im amerikanischen Vietnamtrauma die Menschen durch einen „Zug zu den Sternen“ dorthin entführte, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist.

„Star Trek“, von den Fans heutzutage zur Abgrenzung von den späteren Spin-Offs gerne als „The Original Series“ bezeichnet, prägte mehr als jede andere (Science-Fiction-)Serie die Vision einer positiven Zukunft, in der die Menschheit ihre Gegensätze überwunden hat und voller Ideale das Weltall erforscht - wobei die Erde nur ein Teil einer viele Planeten umfassenden Föderation ist, in der die verschiedensten Spezies und Kulturen in Frieden zusammenleben und kooperieren. Gleichzeitig nahm die Serie den Mythos vom Auszug heldenhafter Protagonisten ins Unbekannte wieder auf, den zuvor lange Zeit die beliebten Wildwest-Sendungen geprägt hatten - der Name des Raumschiffes, auf dem große Teile der Handlung angesiedelt sind, spricht Bände.

An Bord des (in Deutschland titelgebenden) Raumschiffes „Enterprise“, dessen klassische Fünf-Jahres-Mission von 2265–2270 stattfindet, finden wir neben dem vielzitierten handlungstragenden Triumvirat (Captain Kirk, 1. Offizier Mr. Spock, Schiffsarzt Dr. „Pille“ McCoy) sogar eine multinationale Crew - Spock selbst ist gar ein Außerirdischer, ein Vulkanier.

Trotz vieler Anlaufschwierigkeiten und Querelen mit den Produzenten etablierte Roddenberry schließlich doch viele Ideen seines Konzepts (das seine entgültige Verwirklichung dann Jahrzehnte später in der „Next Generation“ finden sollte) und schuf einen Klassiker, der bis heute von einer gigantischen Fangemeinde als „Kult“ verehrt wird.

Natürlich muss aber auch bedacht werden: Es ist „nur“ eine Fernsehserie, und auch bei „Star Trek“ ist lange nicht alles Gold, was glänzt.

Neben vielen wegweisenden, anspruchsvollen und zum Nachdenken anregenden Episoden (die etablierte Science-Fiction-Themen aufgreifen und moralische Dilemma präsentieren) finden sich leider auch nicht wenige recht langatmige, schlecht inszenierte Folgen mit eher belangloser Handlung (in denen die Helden durch Gladiatorenarenen, Naziplaneten und Spukschlösser wanken). Die Effekte und Kulissen wirken zum Teil arg billig, selbst für damalige Verhältnisse, Studiolicht, Pappfelsen, Styropor-Aliens und 2D-Raumschlachten waren an der Tagesordnung. Mit dem nötigen Abstand mag man der Serie dadurch aber einen freundschaftlichen Trash-Appeal zusprechen.

Über die Klasse der Darsteller kann ebenso gestritten werden: Für die einen verkörpert William Shatner den Captain James T. Kirk wie eine Schauspielikone, für viele andere agiert er wie ein geltungsbedürftiger Laiendarsteller. Ich möchte es so sagen: Zu ihren Figuren passen die Darsteller, und sie machen ihre Sache recht anständig. Die bereits angesprochene Multinationalität der Crew erschöpft sich meist leider in der guten Absicht, da den Quoten-Nichtamerikanern Uhurah, Sulu und Chekov meist recht wenig zu tun gegeben wird. Einzig der schottische Ingenieur Scotty hat öfters tragendere Funktion.

Wie dem auch sei, alle Kontroversen hin oder her, das Original „Star Trek“ bleibt Teil der Fernsehgeschichte, und zwar zurecht ein positiver, da es die heutige Science-Fiction-Welt ohne sie nicht gäbe.

TOS wurde nach nur drei Staffeln eingestellt, erfolgreich wurde es erst in späteren Wiederholungen. Die Serie erlebte in den frühen 70ern ein kurzes Revival als Zeichentrick-Variante, bevor sie 1979 mit „Star Trek – The Motion Picture“ den Sprung in die Kinos schaffte.

Start Trek – The Original Series

USA 1966-1969

Regisseure u.a.:

David Alexander, Robert Butler, Marvin J. Chomsky, Marc Daniels, Herschel Daugherty, Lawrence Dobkin, John Erman, Murray Golden, Herb Kenwith, Jud Taylor

Darsteller u.a.:

William Shatner, Leonard Nimoy, DeForest Kelley, James Doohan, Walter Koenig, Nichelle Nichols, George Takei, Majel Barrett, Grace Lee Whitney

II. Star Trek – The Next Generation (TNG)

„Star Trek - The Next Generation“ (hierzulande seinerzeit: „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“) erreichte das Fernsehpublikum erstmals 1987, in einer Zeit, da die Science-Fiction-Welt durch „Star Wars“, „Alien“ und die sporadischen „Star Trek“-Filme um die beliebte Kirk-Crew recht gebunden an das Medium Kino und kaum im TV-Programm vertreten war. Anfängliche Skepsis einer neuen Enterprise samt neuer Besatzung gegenüber wich nach Sendestart schnell - zurecht.

Gene Roddenberry ist vor seinem Tod 1991 doch noch gelungen, was ihm bei TOS aufgrund mancher Studiovorgaben noch verwehrt geblieben war: Die Vollendung seines Konzeptes, „seines“ „Star Trek“-Universums, mitsamt einer aktiven Föderation, nun wesentlich differenzierteren Gegnern (v.a. das Portrait solcher Völker wie der Klingonen und Romulaner gelingt nun professioneller), der Technik, den Effekten und der Darstellung der zwischenmenschlichen Interaktion und Beziehungen, ganz so, wie er es immer haben wollte.

Das eigentliche Konzept vom Auszug ins Unbekannte wurde beibehalten und die Handlung ins 24. Jahrhundert verlegt, während das Universum und die meisten Handlungsbögen nun aber wesentlich ausgefeilter wirken. Die bunte Crew wird vom altersweisen Captain Jean-Luc-Picard kommandiert, der einen ruhigen Gegenpol zur Kirk-Figur bietet und einmal mehr der Diplomatie vor der Faust den Vorzug gibt. Bei TNG bekommen aber nun auch die zahlreichen anderen Crewmitglieder und Nebencharaktere viel Zeit eingeräumt, so dass alle Figuren mehr Tiefe gewinnen können, sei es der Androide Data, der Klingone Worf oder auch die Betazoide Deanna. Die Figuren werden dabei von fähigen Schauspielern porträtiert, die ihre Rollen glaubhaft rüberbringen.

Die Serie selbst präsentiert eine farbenfrohe Mixtur interessanten Einzelfolgen, einfühlsamen Charakterepisoden, spannenden Zweiteilern und dem ein oder anderen lose geknüpften größeren Handlungsbogen. Kontinuität schafft die Serie außerdem durch viele wiederkehrende Charaktere (wie Q, Gowron, Tomalak, um nur einige zu nennen), während sie mit den Borg den bislang wohl furchteinflößendsten Gegner des gesamten Star-Trek-Universums vorgestellt hat.

Insgesamt bietet „The Next Generation“ (das nach Roddenberrys Tod wie das gesamte Franchise vom mittlerweile stark umstrittenen Produzenten Rick Berman weitergeführt wurde) sieben Staffeln lang exzellente Science-Fiction-Unterhaltung, (meist) anspruchs- und niveauvoll, spannend und oftmals auch moralisch und politisch hinterfragend.

Die Serie schaffte es, beim Übergang der 80er in die 90er Jahre ein neuen Science-Fiction-Boom auszulösen, der Unmengen an neuen (qualitativ bis auf wenige Ausnahmen naturgemäß sehr abfallenden) Produktionen der verschiedensten Studios nach sich zog. Doch Paramounts Zugpferd „The Next Generation“ blieb aufgrund erstklassiger Storys, anspruchsvoller Botschaften und Themen, spannender Inszenierung, guter Musik und nicht zuletzt passender Besetzung sowohl in der Gunst der Kritiker als auch bei den Zuschauern an der Spitze.

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Star Trek - von TOS bis ENT...
Untertitel
Ein Essay zum 40jährigen Jubiläum von „Star Trek“ im Jahre 2006
Autor
Jahr
2006
Seiten
25
Katalognummer
V92773
ISBN (eBook)
9783638058988
ISBN (Buch)
9783638949644
Dateigröße
583 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Star, Trek
Arbeit zitieren
Roman Möhlmann (Autor), 2006, Star Trek - von TOS bis ENT..., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92773

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