Über "Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit" – Eine Theorie der Wissenssoziologie von Peter L. Berger & Thomas Luckmann

1. Kapitel: „Die Grundlagen des Wissens in der Alltagswelt“


Hausarbeit, 2007
12 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung / Bemerkungen zur Vorgehensweise

2.0 Was ist Soziologie? Versuch einer Annäherung

3.0 Die Gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit – Eine Theorie der Wissenssoziologie
3.1 Einleitung: Das Problem der Wissens-Soziologie
3.2 1. Kapitel: Die Grundlagen des Wissens in der Alltagswelt
a) Die Wirklichkeit der Alltagswelt
b) Gesellschaftliche Interaktion in der Alltagswelt
c) Sprache und Wissen in der Alltagswelt

4.0 Schlussbemerkung

1.0 Einleitung / Bemerkungen zur Vorgehensweise

Zunächst werde ich in ‚Was ist Soziologie? Versuch einer Annäherung’ einleitend versuchen, eben dieser Frage möglichst unbefangen auf den Grund zu gehen.

Danach schlage ich einen Bogen zur „Gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit“ von Peter L. Berger & Thomas Luckmann. Ich beginne mit der Einleitung 'Das Problem der Wissenssoziologie“, um das Themengebiet und die Intention der Autoren zu verdeutlichen. Anschließend komme ich zum eigentlichen Thema: einer möglichst anschaulichen Zusammenfassung des ersten Kapitels „Die Grundlagen des Wissens in der Alltagswelt“.

In einer ‚Schlussbemerkung’ werde ich schließlich kurz eigene Gedanken zu dem vorher geschriebenen skizzieren.

Quellenangaben und Zitate (in „Gänsefüßchen“) werden immer in Form von umklammerten Seitenzahlen innerhalb des Textes angegeben (28). Sie verweisen alle auf „Die Gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit“ von Peter L. Berger/ Thomas Luckmann, 18. Taschenbuch-Ausgabe im Fischer-Verlag 2001. Bezieht sich eine Seitenangabe auf mehrere Zitate, ist dies mit drei Punkten gekennzeichnet (...34).

2.0 Was ist Soziologie? Versuch einer eigenen Annäherung

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Das bedeutet, dass der Einzelne zum Überleben auf andere Artgenossen angewiesen ist.

„Überleben“ das bedeutet ursprünglich und primär das Beschaffen von Nahrung. Die meisten Tierarten sind jeweils genau darauf spezialisiert. Sie haben große Krallen zum Jagen, mehrere Mägen zum Verdauen von Gras o.Ä., je nach ihrem natürlichem Umfeld. Auch ihre sozialen Verbände sind so organisiert, dass die Erhaltung der Art bestmöglich gesichert ist.

Dagegen ist der Mensch biologisch ein „Mängelwesen“. Er besitzt, abgesehen von seiner Intelligenz, keine besondere Grundausstattung, die ihm das Überleben erleichtern würde. Schon seine Entwicklung zur Vollreife, die Zeit, während derer er absolut abhängig von seiner Mutter ist, dauert im Gegensatz zu den meisten Tierarten ungewöhnlich lang.

All das führt dazu, dass Menschen andere Menschen brauchen, um zu überleben. Zu diesem Zweck müssen sie in irgendeiner Weise mit anderen in Kontakt treten, um ihre Ernährung zu organisieren. Während also z.B. eine Frau ihr Kind stillt und versorgt, kann sie nicht auf die Jagd gehen, also muss der Mann Nahrungsmittel besorgen. Und während der Eine Ackerbau betreibt, muss ein Anderer die Höhle vor Eindringlingen beschützten. So entsteht ein gesellschaftlicher Organismus.

In der heutigen modernen Zivilisation funktionieren diese Zusammenhänge viel differenzierter. Jeder Mensch wird in ein bestehendes gesellschaftliches System hineingeboren und muss sich darin zurechtfinden. Unweigerlich nimmt die Gesellschaft, in der er lebt Einfluss auf ihn als Individuum. Er lernt die Sprache seines Landes und wie er sich zu verhalten hat, um durch sein Leben zu kommen und irgendwann wird er vielleicht mit der Frage konfrontiert, wo sein individueller Platz in der Gesellschaft sein könnte.

Gleichzeitig ist die Gesellschaft aber auch kein unabhängiges Wesen mit eigenem Willen, das sich die ihr eigenen Gesetzmäßigkeiten ausdenkt, sondern sie besteht aus der Summe ihrer Mitglieder. Das bedeutet also, dass die von Menschen gemachte Gesellschaft den Menschen macht – ein ewiger Kreislauf.

Die Soziologie versucht das Bestehen und Entstehen dieser Zusammenhänge mit wissenschaftlichen Mitteln zu analysieren und zu erforschen. Sie ist die somit die „Lehre von der Gesellschaft“.

3.0 Die Gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit – Eine Theorie der Wissenssoziologie

3.1 Einleitung: Das Problem der Wissenssoziologie

Gleich im ersten Satz ihrer Einleitung stellen Berger und Luckmann (im folgenden B & L) ihre Grundthese auf, die auch schon dem Titel des Buches zu entnehmen ist: dass die Wirklichkeit, wie jeder Einzelne sie erlebt, sowie das Wissen, das er davon besitzt, von der ihn umgebenden Gesellschaft „konstruiert“ ist. Mit „Wirklichkeit“ meinen sie die Lebenswelt des „einfachen Mannes“, und sie definieren sie als „Qualität von Phänomenen, die ungeachtet unseres Wollens vorhanden sind“. „Wissen“ umschreiben sie als die „Gewissheit, dass Phänomene wirklich sind“ (...1).

Ferner verdeutlichen sie Ihr Anliegen, aus diesen Erkenntnissen eine neue Art von Wissenssoziologie abzuleiten, die genau diesen Prozess der kollektiven Konstruktion von subjektiver Wirklichkeit untersucht. Im Unterschied zu den bisherigen Positionen, die unter den Begriff ‚Wissenssoziologie’ liefen, möchten sie sich „mit allem beschäftigen, was in der Gesellschaft als Wissen gilt“, also ihre Forschungen nicht auf theoretische Ideen und Ideologien konzentrieren, geschweige denn beschränken, wie es bisherige ‚Wissenssoziologen’ getan haben. Denn obwohl Ideen und Weltanschauungen ebenfalls zur Gesellschaftlichen Wirklichkeit gehören, sind sie nur Teil dessen, was ‚Wissen’ ist. Vor allem das „Allerweltswissen“ (...16) des „Mannes von der Straße“ (1) prägt diese, „subjektiv gemeinter Sinn“ ist ein „konstituierender Faktor“ für gesellschaftliche Wirklichkeit (...18).

Beim darauf folgenden, von mir zusammengefassten ersten Kapitel handelt es sich um „philosophische Prolegomena“ (Vorwort, XVII), in denen Schlüsselbegriffe und Grundannahmen erklärt werden, die für das Verständnis der eigentlichen Abhandlung in Kapitel zwei und drei von Bedeutung sind.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Über "Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit" – Eine Theorie der Wissenssoziologie von Peter L. Berger & Thomas Luckmann
Untertitel
1. Kapitel: „Die Grundlagen des Wissens in der Alltagswelt“
Hochschule
Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main
Veranstaltung
Soziologie I
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V92856
ISBN (eBook)
9783638062633
Dateigröße
443 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konstruktion, Wirklichkeit, Eine, Theorie, Wissenssoziologie, Peter, Berger, Thomas, Luckmann, Soziologie
Arbeit zitieren
David Jahn (Autor), 2007, Über "Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit" – Eine Theorie der Wissenssoziologie von Peter L. Berger & Thomas Luckmann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92856

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