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Der Untergang der römischen Republik

Reformer und Reformvorhaben zwischen 133 und 80 v. Chr.

Title: Der Untergang der römischen Republik

Term Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Toni Börner (Author)

World History - Early and Ancient History
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Nach Valerius Maximus soll der Zensor des Jahres 142 v. Chr., P. Cornelius Scipio Aemilianus, das von den Zensoren alle vier Jahre verrichtete Gebet, „die Götter möchten den römischen Staat besser und größer machen“, dahingehend geändert haben, dass er dem das Gebet Vortragenden zurief: „Er ist mächtig und groß genug. So bitte ich die Götter nur darum, ihn für immer unversehrt zu erhalten“ (Val. Max. 4,1,10). In dieser neuen Formulierung wird deutlich, woran die römische Republik knapp 100 Jahre später scheitern wird: an ihrer Unreformierbarkeit. Denn in dem Bestreben, den Staat zu erhalten oder vielmehr: den Staat so zu erhalten wie er ist, werden alle Möglichkeiten zur Reform verbaut, wird jeder, der an den bestehenden Verhältnissen rüttelt, als Zerstörer des Staates angesehen. Nicht die großen Kriege gegen Karthago oder gegen die hellenistischen Großmächte, nicht die inneren Probleme Roms und auch nicht der Bundesgenossenkrieg sind die Ursachen für den Untergang der Republik gewesen. Sie waren eher Faktoren, die die Eroberung der Weltherrschaft, wie die Expansion des römischen Reiches zwischen 241 und 100 v. Chr. häufig genannt wird, mit sich brachte und die es erforderten, den Stadtstaat Rom an die gegebenen Verhältnisse anzupassen. So sind vor allem seit 133 v. Chr. immer wieder Reformer auf der politischen Bühne erschienen, die versuchten, den römischen Staat umzugestalten. Jedoch scheiterten fast alle Reformvorhaben bzw. verschärften die Krise derart, dass am Ende dieser Epoche die Republik scheiterte und seit Pompeius und konkret dann unter Caesar und Augustus die Herrschaft im Staat sich auf eine einzelne Person zentrierte und sich die Errichtung einer Monarchie im republikanischen Rom abzeichnete.
Im Rahmen dieser Arbeit wird zuerst auf die Hauptkonflikte im 2. Jahrhundert v. Chr. eingegangen, danach einzelne Reformer und Reformvorhaben genauer betrachtet und die Gründe für ihr scheitern analysiert. Beginnen wird diese Übersicht mit dem Volkstribunat des Tiberius Gracchus. Auch wenn in der neueren Forschung das Jahr 133 v. Chr. nicht mehr wie noch bei Mommsen als Epochenjahr angesehen, sondern vielmehr die Zeit nach dem 2. Pu-nischen Krieg gemeinsam betrachtet wird , scheint mir dieses Jahr für den Beginn der Betrachtung angemessen zu sein, da mit dem Volkstribunat des Tiberius die großen Reformen beginnen und die Zuspitzung der Missstände im Bereich der Agrarwirtschaft, der Eigentumsverhältnisse und des Militärapparates in den Mittelpunkt rückten. Enden wird die Darstellung mit der Diktatur Sullas und der „Wiederherstellung“ der Republik. Denn, und nun folgt die Betrachtung erneut der Epocheneinteilung Mommsens , nach Sulla war die republikanische Ordnung schon so weit gestört, dass von einem funktionierendem Staatsgebilde keine Rede mehr sein konnte und man von der „Begründung der Militärmonarchie“ sprechen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Hauptkonflikte im 2. Jahrhundert vor Christi

3. Die Reformer und ihre Reformvorhaben

3.1. Tiberius Sempronius Gracchus

3. 2. Gaius Sempronius Gracchus

3. 3. Gaius Marius

3. 4. Livius Drusus

3. 5. Lucius Cornelius Sulla

3. 6. abschließende Betrachtung der Reformen

4. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für den Untergang der römischen Republik durch eine Analyse der verschiedenen Reformversuche zwischen 133 und 80 v. Chr. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, warum diese Reformvorhaben trotz ihrer teilweise dringenden Notwendigkeit scheiterten und inwiefern sie die Krise der Republik sogar noch verschärften.

  • Wirtschaftliche und soziale Auswirkungen der römischen Expansionspolitik
  • Die politische Rolle und das Scheitern der Gracchen-Brüder
  • Militärische Reformen unter Gaius Marius und deren Folgen für die Innenpolitik
  • Strukturwandel der römischen Gesellschaft und das Problem der Bundesgenossen
  • Die Diktatur Sullas als Versuch einer autoritären Wiederherstellung der Ordnung

Auszug aus dem Buch

3. 3. Gaius Marius

Nach der Ermordung des C. Gracchus blieb die Republik fast 20 Jahre von ähnlich schweren inneren Unruhen verschont. Aber gerade in dieser Zeit wurden die Systemmängel der römischen Republik besonders deutlich, militärisch wie auch administrativ. Die sozialen, politischen und militärischen Krisen bedrohten den Staat ernsthaft, wie bei den Teutonen- und Kimbernzügen, besonders als im Jahre 113 v. Chr. ein konsularisches Heer vernichtend geschlagen wurde und man einen Einfall dieser Stämme nach Italien befürchten musste und während des Krieges mit Jugurtha, in dem „sich die römische Herrschaftsorganisation“ als „gänzlich unfähig“ erwies.

Erst der 157 v. Chr. bei Arpinum geborene C. Marius konnte den 111 v. Chr. ausgebrochenen Krieg gegen Jugurtha beenden (105 v. Chr.). Marius war ein homo novus, eine Seltenheit zu dieser Zeit, und hat sich auch nie ganz von seinen Abneigungen gegen die Aristokratie frei machen können. Er kam als Kind einer unbekannten Familie auf dem Lande auf die Welt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Unreformierbarkeit der späten römischen Republik als zentrale Ursache ihres Untergangs und definiert den zeitlichen Rahmen der Untersuchung.

2. Die Hauptkonflikte im 2. Jahrhundert vor Christi: Das Kapitel analysiert die durch den 2. Punischen Krieg verursachten wirtschaftlichen und sozialen Umwälzungen, insbesondere das Bauernsterben und die Landflucht.

3. Die Reformer und ihre Reformvorhaben: Hier werden die wichtigsten Reformer und ihre konkreten Ansätze von Tiberius Gracchus bis Sulla detailliert porträtiert und auf ihre Vorgehensweise hin untersucht.

3.1. Tiberius Sempronius Gracchus: Es wird die Agrarreform von Tiberius Gracchus beleuchtet, die durch Umgehung des Senats die politische Ordnung grundlegend in Frage stellte.

3. 2. Gaius Sempronius Gracchus: Dieses Kapitel behandelt die weitreichenden Gesetzesinitiativen des Gaius Gracchus, seine Bemühungen um die Ritter und die plebs sowie seinen gewaltsamen Tod.

3. 3. Gaius Marius: Inhalt dieses Abschnitts sind die Heeresreformen des Marius, die den Übergang vom Miliz- zum Berufsheer einleiteten und das Militär zum innenpolitischen Machtfaktor machten.

3. 4. Livius Drusus: Hier wird der Reformversuch des Livius Drusus und seine zentrale Bedeutung für die Eskalation im Bundesgenossenkrieg beschrieben.

3. 5. Lucius Cornelius Sulla: Der Fokus liegt auf der Rolle Sullas, der durch seine Diktatur die Republik in eine autoritäre Form zu zwingen versuchte.

3. 6. abschließende Betrachtung der Reformen: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über das systematische Scheitern der Reformer und die daraus resultierende Radikalisierung der Politik.

4. Zusammenfassung und Ausblick: Diese Zusammenfassung stellt fest, dass die Reformen keine stabilisierende Wirkung hatten, sondern den Weg in die Bürgerkriege und die Alleinherrschaft ebneten.

Schlüsselwörter

römische Republik, Reformvorhaben, Tiberius Gracchus, Gaius Gracchus, Gaius Marius, Livius Drusus, Sulla, Agrarreform, Heeresreform, Bundesgenossenkrieg, Senat, Volkstribunat, Bauernstand, Bürgerkrieg, Militärmonarchie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit behandelt die Ursachen für den Untergang der römischen Republik mit Fokus auf die Reformversuche und deren Scheitern im Zeitraum von 133 bis 80 v. Chr.

Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?

Zentrale Themen sind die agrarwirtschaftlichen Krisen, die Militärreformen, die Auseinandersetzung zwischen Rittern und Senatoren sowie der Konflikt mit den Bundesgenossen.

Was ist die Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Arbeit untersucht, warum die Reformvorhaben der behandelten Akteure scheiterten und inwiefern diese Bemühungen die Krise der Republik sogar verschärften.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Der Autor nutzt eine literaturgestützte, historische Analyse der Akteure (Viten) und ihrer Reformprogramme, um die politische Dynamik und das soziopolitische Gefüge jener Zeit zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Ausgangskonflikte sowie detaillierte Abschnitte zu den Reformern Tiberius und Gaius Gracchus, Marius, Livius Drusus und Sulla.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind insbesondere römische Republik, Reformpolitik, Bürgerkrieg, Macht des Senats, Volkstribunat und der Strukturwandel des Heeres.

Welche Rolle spielt der 2. Punische Krieg für die in der Arbeit beschriebene Entwicklung?

Der Autor sieht im 2. Punischen Krieg und seinen Folgen für die römische Wirtschaft das Fundament für die später ausbrechenden sozialen Krisen und den Ruin des freien Bauernstandes.

Inwiefern beeinflussten die Heeresreformen des Marius den Untergang der Republik?

Die Reform führte zum Entstehen von Berufsheeren, die stärker an ihre Feldherren als an den Staat gebunden waren, was die Politisierung des Militärs und damit Bürgerkriege ermöglichte.

Warum konnte die Diktatur Sullas die Republik nicht dauerhaft stabilisieren?

Obwohl Sulla eine autoritäre Ordnung herstellen wollte, wurde sein Werk durch die tieferliegenden Systemmängel und die Rücknahme seiner Reformen bereits kurz nach seinem Tod demontiert.

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Details

Title
Der Untergang der römischen Republik
Subtitle
Reformer und Reformvorhaben zwischen 133 und 80 v. Chr.
College
University of Heidelberg  (Seminar für Alte Geschichte und Epigraphik)
Course
Augustus und seine Zeit
Grade
2,3
Author
Toni Börner (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V93092
ISBN (eBook)
9783638064002
ISBN (Book)
9783638954105
Language
German
Tags
Untergang Republik Augustus Zeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Toni Börner (Author), 2004, Der Untergang der römischen Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/93092
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