In der folgenden Facharbeit wird eine psychoanalytische Interpretation der Marquise und des Grafen aus der Novelle „Die Marquise von O…“ gemacht. Diese Analyse bezieht sich im Wesentlichen auf das von Sigmund Freud entwickelte „Instanzenmodell“, auf die „Marquise von O…“ und den „Grafen von F…“.
Ich möchte zuerst die „Schwan“ Szene interpretieren und die Bedeutung dieser Szene für die Traumdeutung und das Instanzenmodell hervorheben. Sigmund Freud sieht Träume als ein Zeichen an. Sie drücken also beispielsweise Ängste, Liebe, Trauer, Freude … aus. Handelt es sich um große Wünsche, so fühlen sich die Träume häufig sehr echt an. Im Grunde sind also viele Träume, wenn man sie deuten will, eine Aussage, die man entschlüsseln muss. Allerdings sind Träume, laut Freud, keineswegs als Mittel der Verständigung zu sehen. Freud ist nicht der Meinung, dass alle Träume sexueller Natur sind. Das heißt aber auch, dass er ist die Meinung vertritt, viele Träume seien sehr wohl sexueller Natur. Für ihn sind beispielsweise Träume mit Fischen, Hämmern, Schwertern … immer sexueller Natur . Die „Schwanen“ Szene findet man recht mittig in der Novelle . In dieser Szene wurde der Graf von der Familie der Marquise zum Abendessen eingeladen. Er wird von der Mutter der Marquise in ein Gespräch verwickelt in dem es um seine Verletzung geht, welche er erlitt. Er erzählt über seine Fieberträume. Kurz darauf geht er auf sein Zimmer. Diese Szene kann man aus meiner Sicht eindeutig als ein Geständnis des Grafen hinsichtlich der Vergewaltigung interpretieren. Darauf deutet folgendes hin: Zuerst spricht der Graf mit dem Forstmeister über die Jagd, und dann mit dem Kommandanten über den Krieg. Das sind ganz typische und konventionelle Themen beziehungsweise die typischen Themen der Männer dieser Zeit.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Freud’sche Theorie
Kurze Zusammenfassung der Novelle „Die Marquise von O…“
Die psychoanalytische Interpretation des „Graf F…“
Die psychoanalytische Interpretation der „Marquise von O…“
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Facharbeit untersucht Heinrich von Kleists Novelle „Die Marquise von O…“ auf psychoanalytischer Grundlage, wobei insbesondere das Instanzenmodell von Sigmund Freud zur Analyse der beiden Hauptfiguren, der Marquise und des Grafen von F…, herangezogen wird.
- Anwendung des Freudschen Instanzenmodells (Es, Ich, Über-Ich) auf literarische Charaktere
- Psychoanalytische Deutung der Handlungen und Träume des Grafen von F…
- Untersuchung der psychologischen Verfassung und Mitschuld der Marquise
- Kontrastierung von familiären Zwängen und individueller Freiheit
Auszug aus dem Buch
Die psychoanalytische Interpretation des „Graf F…“
Ich möchte zuerst die „Schwan“ Szene interpretieren und die Bedeutung dieser Szene für die Traumdeutung und das Instanzenmodell hervorheben. Sigmund Freud sieht Träume als ein Zeichen an. Sie drücken also beispielsweise Ängste, Liebe, Trauer, Freude … aus. Handelt es sich um große Wünsche, so fühlen sich die Träume häufig sehr echt an. Im Grunde sind also viele Träume, wenn man sie deuten will, eine Aussage, die man entschlüsseln muss. Allerdings sind Träume, laut Freud, keineswegs als Mittel der Verständigung zu sehen. Freud ist nicht der Meinung, dass alle Träume sexueller Natur sind. Das heißt aber auch, dass er ist die Meinung vertritt, viele Träume seien sehr wohl sexueller Natur. Für ihn sind beispielsweise Träume mit Fischen, Hämmern, Schwertern … immer sexueller Natur 9. Die „Schwanen“ Szene findet man recht mittig in der Novelle 10. In dieser Szene wurde der Graf von der Familie der Marquise zum Abendessen eingeladen. Er wird von der Mutter der Marquise in ein Gespräch verwickelt in dem es um seine Verletzung geht, welche er erlitt. Er erzählt über seine Fieberträume. Kurz darauf geht er auf sein Zimmer. Diese Szene kann man aus meiner Sicht eindeutig als ein Geständnis des Grafen hinsichtlich der Vergewaltigung interpretieren. Darauf deutet folgendes hin: Zuerst spricht der Graf mit dem Forstmeister über die Jagd, und dann mit dem Kommandanten über den Krieg. Das sind ganz typische und konventionelle Themen beziehungsweise die typischen Themen der Männer dieser Zeit. Er spricht also nicht über etwas Unangenehmes, sondern nur über etwas was ihm angenehm scheint und keine schlechte Stimmung vermittelt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des Themas und der methodischen Vorgehensweise, basierend auf dem Instanzenmodell Sigmund Freuds.
Freud’sche Theorie: Detaillierte Erläuterung der Instanzen „Es“, „Ich“ und „Über-Ich“ sowie deren Funktion in der menschlichen Persönlichkeit.
Kurze Zusammenfassung der Novelle „Die Marquise von O…“: Inhaltswiedergabe der Novellensetzung, von der Vergewaltigung über die Schwangerschaft bis zur Eheschließung.
Die psychoanalytische Interpretation des „Graf F…“: Analyse des Traums des Grafen und seiner Handlungen als Ausdruck seines „Es“ und verdrängter Schuldgefühle.
Die psychoanalytische Interpretation der „Marquise von O…“: Untersuchung der psychologischen Entwicklung der Marquise im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Normen und persönlichen Trieben.
Fazit: Reflexion über den Erkenntnisgewinn durch die Arbeit und die persönliche Auseinandersetzung mit der Thematik.
Schlüsselwörter
Heinrich von Kleist, Die Marquise von O…, Sigmund Freud, Instanzenmodell, Psychoanalyse, Traumdeutung, Es, Ich, Über-Ich, Vergewaltigung, Schuld, gesellschaftliche Normen, psychologische Interpretation, Literaturanalyse, Persönlichkeitsstruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit?
Die Arbeit befasst sich mit einer psychoanalytischen Untersuchung der Novelle „Die Marquise von O…“ von Heinrich von Kleist.
Welche zentralen Themen werden behandelt?
Im Zentrum stehen die psychologischen Motivationen der Charaktere, die Analyse von Träumen sowie der Konflikt zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und individuellen Triebregungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Handlungen des Grafen von F… und der Marquise mittels des Freudschen Instanzenmodells zu deuten und ihre psychische Verfassung zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es wird das psychoanalytische Instanzenmodell von Sigmund Freud auf die literarischen Figuren und Schlüsselszenen der Novelle angewendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Interpretation des Grafen (fokussiert auf die „Schwanen-Szene“) und eine Interpretation der Marquise, die besonders ihr Verhalten nach dem Rauswurf aus der Zitadelle beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Instanzenmodell, Psychoanalyse, Triebsteuerung, gesellschaftliche Normen, Schuld und Verdrängung.
Inwiefern beeinflusst die Herkunft der Marquise ihr Handeln?
Die Autorin argumentiert, dass die Zitadelle für die Marquise einen Raum der Unterwerfung unter das „Über-Ich“ und gesellschaftliche Zwänge darstellt, während der Landsitz einen Freiraum für ihre „Es“-Entfaltung bietet.
Wie deutet die Arbeit das „Happy End“ der Novelle?
Das „Happy End“ wird kritisch hinterfragt und als untypisch wahrgenommen, wobei auf die Möglichkeit einer Projektion von Wünschen durch den Autor Kleist hingewiesen wird.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Ein Fall für Freud? Eine psychoanalytische Interpretation von Kleists Novelle "Die Marquise von O...", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/932849