Exportwunder gegen Schuldenkrise. Deutschlands und Griechenlands Entwicklung in der Europäischen Union


Facharbeit (Schule), 2019

15 Seiten, Note: 1

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2 Bestandsaufnahme
2.1 Deutschland
2.2 Griechenland

3. Die griechische Staatsschuldenkrise

4. Kommt die nächste große Wirtschaftskrise auf uns zu?

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Vorwort

Wir leben in einem Europa, welches in dieser Form noch nie zuvor existierte. Anstatt sich in Kriegen und anderen Auseinandersetzungen zu bekämpfen, rücken die Nationalstaaten Europas immer weiter zusammen und die Grenzen scheinen sich mehr und mehr aufzulösen. Die Bürger Europas haben eines der größten Projekte der Menschheit erschaffen: Die Europäische Union. Alle meine Freunde kennen kein Europa mehr ohne gemeinsamen Euro, ohne bedingungslose Freizügigkeit und ohne gemeinsame Freiheit. Für viele Staaten hat der europäische Binnenmarkt nie dagewesenen Wohlstand gebracht, für andere hat er jedoch das Zusammenbrechen verschiedener Industriezweige im eigenen Land bedeutet. In dieser Arbeit möchte ich mich speziell mit der Entwicklung von Deutschland und Griechenland auseinandersetzen. Während wir stark vom freien Handel innerhalb der EU profitieren und Jahr für Jahr einen Exportüberschuss von mehreren Milliarden Euro (Spiegel Online, 2019) vorweisen können, wurde der Beitritt Griechenlands zur EU und speziell zur Eurozone zum Albtraum. Das Land befindet seit Jahren in einer Schuldenkrise und ist auf riesige Hilfsprogramme der EU und des IWF angewiesen, während das Bruttoinlandsprodukt von 2008 bis 2013 um ca. 26% gefallen ist. (Wikipedia, 2019).

Was ist da passiert? Welche Ursachen hat dieses wirtschaftliche Desaster? Geht es uns wirklich so gut durch die EU? Welche Folgen hat die Krise in Griechenland für uns? Kann Deutschland sowas ebenfalls passieren?

Ich werde versuchen diese Fragen so gut wie möglich zu beantworten, allerdings gibt es auf manche Fragen keine absoluten Antworten. Alle Sachverhalte der Welt sind zwiegespalten. Es gibt immer Vor- und Nachteile. Für und wider. Dieses Phänomen wird auch Ambivalenz genannt. Viele Personen des öffentlichen Lebens, insbesondere Politiker an den Rändern des politischen Spektrums, wollen ihren Zuhörern die „eine“ Antwort auf alle Fragen geben, lassen dabei jedoch andere Aspekte einfach weg. Jeder findet hier seine eigenen Beispiele aus dem täglichen Leben. Angefangen bei der Wahl des Handys im Laden, über den Musikgeschmack bis hin zur politischen Ideologie. Samsung oder Apple? Klassik oder Rap? Kapitalismus oder Kommunismus? Wir sind uns hier einig, dass es auf die genannten Dinge keine ultimative Antwort gibt. So ist es ebenfalls in vielen anderen Bereichen unseres Lebens. Deshalb werde ich versuchen meine genannten Fragen so sachlich und neutral wie möglich zu beantworten. Bei der Auswahl meiner Quellen versuche ich auf eine Mischung von verschiedenen Interessensgruppen zu achten, damit die Objektivität so weit wie möglich erhalten bleibt. Ich werde mir zuerst die gegenwärtige Situation in Deutschland und Griechenland anschauen, speziell wichtige ökonomische Faktoren. Danach werde ich die gegenwärtige Krise in Griechenland behandeln und verschiedene Ursachen und Folgen für Griechenland, Deutschland und andere Länder herausarbeiten. Darauffolgend werde ich die These „Uns steht der größte Crash aller Zeiten bevor“ untersuchen, welche im Moment von verschiedenen Ökonomen immer lauter gerufen wird und immer mehr Aufmerksamkeit erhält. Am Ende werde ich dann selbstverständlich ein Fazit ziehen, welches meine eigene Meinung beinhaltet.

2. Bestandsaufnahme

In den folgenden Abschnitten werde ich mich mit den Zuständen in Deutschland und Griechenland beschäftigen. Dabei werde ich besonders auf die wichtigen ökonomischen Größen eingehen, wie zum Beispiel das Bruttoinlandsprodukt, die Arbeitslosenquote, die Veränderung der Konsumentenpreise (Inflationsrate) und die Schuldenquote. Danach schauen wir noch auf die Import- und Exportbilanz der jeweiligen Länder, die wichtigsten Import- und Exportgüter und die wichtigsten Handelspartner.

2.1 Deutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die größten Handelspartner Deutschlands 2018 (Statistisches Bundesamt, 2019)

Deutschland hat in den letzten Jahren ein stetiges Wirtschaftswachstum zu verzeichnen (Statistisches Bundesamt, 2019). Die letzte Wirtschaftskrise war 2009 in welcher das Bruttoinlandsprodukt um 5,7% gefallen ist. Seit 2009 haben wir jedoch ein durchschnittliches Wachstum von rund 3% im Jahr zu verzeichnen (Statistisches Leistungsbilanz ist seit 1952 stark im positiven Bereich (Statistisches Bundesamt, 2019), was bedeutet, dass wir mehr exportieren als importieren. 7 von 10 der größten Handelspartner sind Mitglieder der Europäischen Union (Abb. 1), was uns einen Vorteil im Austausch von Waren verschafft. Die Arbeitslosenquote ist seit 2009 stetig gesunken und befindet sich im Moment (Stand: 2019) bei 3,2% (IMF, 2019). Die Inflation liegt in Deutschland und Griechenland seit der Einführung des Euros nahezu identisch bei durchschnittlich 1,7% p.a. (IMF, 2019). Seit 2012 ist die Verschuldungsquote Deutschlands stetig gesunken und beträgt im Moment (Stand: 2019) 58,6% des Bruttoinlandsproduktes (IMF, 2019). Wir liegen dabei zwar über den meisten osteuropäischen Ländern wie zum Beispiel Russland mit nur 14,6%, aber weit unter den globalen Extremfällen wie Italien (132%), Griechenland (185%) oder Japan mit ganzen 237% Verschuldung (IMF, 2019).

Als letztes möchte ich noch auf die Güter eingehen, welche wir nach Griechenland exportieren. Unsere Hauptexportgüter nach Griechenland sind Chemische Produkte, welche 27% der deutschen Gesamtexporte nach Griechenland ausmachen, Maschinen mit 19% Anteil und Autos mit 13% gefolgt von vielen anderen Güterkategorien wie Tierprodukten, Nahrungsmitteln wie Schokolade oder Backwaren bis hin zu Messgeräten für medizinische Zwecke und mehr. Darüber hinaus gibt es noch andere Exportgüterkategorien, welche jedoch nur eine untergeordnete Rolle spielen, wie zum Beispiel Textilien, Edelmetalle oder Holzprodukte (OEC, 2017). Die Gesamtexportsumme von Deutschland nach Griechenland beläuft sich (Stand: 2017) auf 5,63 Mrd. US-Dollar (OEC, 2017).

Wir können also aus diesen Zahlen schließen, dass wir eine relativ solide Wirtschaft besitzen und stark auf den Export nach China, in die USA und andere EU-Staaten angewiesen sind. Man kann jedoch sagen, dass die Exporte nach Griechenland nur sehr wenig vom Gesamtexport ausmachen (0,42%) und deshalb der griechische Absatzmarkt nicht von sehr großer Bedeutung für die deutsche Wirtschaft ist (OEC, 2017). Im Gegensatz hierzu kann man sich die Vereinigten Staaten (8,4%), Frankreich (7,8%) oder Großbritannien (6,8%) anschauen, in welche ein Vielfaches der Waren exportiert wird.

2.2 Griechenland

Der Staat Griechenland befindet sich im Moment in einer Schuldenkrise. Die Verschuldungsquote ist im Moment auf einem sehr hohen Wert. Sie ist von 2008 bis 2011 von 109,4% auf 180,6% des Bruttoinlandsproduktes gestiegen und beträgt im Moment 176,6% (IMF, 2019). Das Bruttoinlandsprodukt ist dazu noch von 2008 bis 2019 von 356,14 Mrd. US-Dollar auf 214,01 Mrd. US-Dollar gefallen (IMF, 2019). Dies ist ein Verlust von rund 40%. Die Arbeitslosenquote hat sich von 2008 bis 2013 ebenfalls stark negativ entwickelt und betrug im Jahr 2013 noch 27,5%. In den letzten Jahren ist sie jedoch immer weiter gesunken und beträgt jetzt (2019) etwas weniger als 18% (IMF, 2019). Sie befindet sich im Vergleich zu Deutschland (3,2% in 2019) aber weiter auf einem hohen Niveau (IMF, 2019). Wie in 2.1 schon angesprochen ist die Inflationsrate Griechenlands im Wesentlichen mit jener Deutschlands identisch (im Durchschnitt ca. 1,7% p.a.) (IMF, 2019). Dies ist durch die gemeinsame Währung, den Euro, zu erklären. Griechenland besitzt eine negative Leistungsbilanz, das heißt das Land importiert mehr Waren als es exportiert. Sie betrug 2017 -22,5 Mrd. US-Dollar. Dies muss nicht zwangsläufig schlecht oder gut sein. Der Idealzustand wäre, wenn die Exporte gleich mit den Importen wären. Das ist aber schwer zu realisieren und wie gesagt nur ein Idealzustand. Deutschland ist hier sozusagen das andere Extrem, da wir einen starken Überschuss in der Leistungsbilanz haben. Damit sind wir von Exporten in andere Länder abhängig, so wie Griechenland von Importen abhängig ist. Die wichtigsten Exportziele Griechenlands sind Italien (3 Mrd. US-Dollar), die Türkei (2,08 Mrd. US-Dollar), Deutschland (2,08 Mrd. US-Dollar), Zypern (1,74 Mrd. US-Dollar) und 5 der Libanon (1,4 Mrd. US-Dollar) (OEC, 2019). 2017 exportierte Griechenland Waren im Wert von 2,08 Mrd. US-Dollar nach Deutschland (OEC, 2019). Die jüngsten Exporte werden von Nahrungsmitteln angeführt, welche 18% der Gesamtexporte Griechenlands nach Deutschland ausmachen, gefolgt von Metallprodukten, die 17% ausmachen (OEC, 2019).

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Exportwunder gegen Schuldenkrise. Deutschlands und Griechenlands Entwicklung in der Europäischen Union
Veranstaltung
Präsentationsleistung 10. Klasse
Note
1
Jahr
2019
Seiten
15
Katalognummer
V932926
ISBN (eBook)
9783346257901
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schriftlicher Teil Präsentationsleistung im Fach AWT/Wirtschaft
Schlagworte
exportwunder, schuldenkrise, deutschlands, griechenlands, entwicklung, europäischen, union
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Exportwunder gegen Schuldenkrise. Deutschlands und Griechenlands Entwicklung in der Europäischen Union, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/932926

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