In der vorliegenden Arbeit geht es um den mittelalterlichen Beginn der Hospitalität, die Hospizidee, die Weiterentwicklung beziehungsweise Etablierung, die in den 1970er Jahren stattgefunden hat, sowie um die Sterbebegleitung, ihre Grundsätze und letztendlich um die Hospizarbeit als Ehrenamt.
Man kann bereits an der Wortherkunft erkennen, dass das Wort Hospiz im Laufe der Zeit seine Bedeutung verändert hat, was gleichzeitig die groben Züge der Hospizbewegung und ihre Veränderungen beschreibt. Heute verlangt die Gesellschaft nicht nur ein schönes Leben, sondern auch ein schönes Ableben; Sterbende sind meist Alte und Hochbetagte, was dem demographischen Wandel zu verschulden ist, da die Lebenserwartung sich während der letzten Jahrzehnte erhöhte, wohingegen die Sterblichkeit von zum Beispiel Kindern und Jugendlichen sank.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Hospizbewegung
2.1 Das Medizinische System im frühen Mittelalter
2.2 Die Hospizidee
2.3 Die 1970er Jahre
2.4 Sterbebegleitung und ihre Grundsätze
2.5 Hospizarbeit als Ehrenamt
3. Nachwort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Hospizbewegung, beginnend bei den klösterlichen Ursprüngen im Mittelalter bis hin zur modernen Hospiz- und Palliativarbeit, um ein tieferes Verständnis für die heutige Sterbekultur und die Rolle des Ehrenamts zu gewinnen.
- Etymologie und historische Genese des Hospitalgedankens
- Struktur und Weiterentwicklung klösterlicher Pflegestätten
- Die vier Säulen der Hospizidee und ihre Bedeutung für die Sterbebegleitung
- Etablierung der Hospizbewegung ab den 1970er Jahren
- Herausforderungen und Aufgaben ehrenamtlicher Hospizarbeit
Auszug aus dem Buch
2.2 Die Hospizidee
Die Hospizkultur vertritt eine lebensbejahende Grundhaltung und versucht ein Leben bis zuletzt in Würde zu gestalten und dauerhaft eine neue Sterbekultur zu ermöglichen. Die Hospizidee setzt sich grundsätzlich aus vier sogenannten "Säulen" zusammen:
Die psychosoziale Begleitung befasst sich damit, dem Patienten, beziehungsweise dem Sterbenden und auch seinen Angehörigen emotionalen Beistand zu leisten, was durch fähige Hospizhelfer bewerkstelligt wird. Diese ehrenamtlich tätigen Helfer wurden zuvor mindestens 100 Stunden lang ausgebildet und müssen ein Praktikum in einem Krankenhaus, Hospiz, oder in einem Pflegeheim absolviert haben. Statistisch gesehen sind Hospizhelfer eher weiblich und suchen einen Bereich in ihrem Leben, in dem sie mit dem Sterbeprozess zu tun haben, oder sich sozial engagieren können.
Die spirituelle Begleitung setzt ihr Ziel darin, Jedem ein Ableben in Würde zu ermöglichen, wobei hier wichtig ist, auf die Persönlichkeit des Kranken einzugehen. Das bedeutet, auf die Religiosität, das familiäre Umfeld und deren Geisteshaltung genau zu achten und auf diese einzugehen. Da es um eine geistige Erfahrbarkeit geht, kann es durch verschiedene Herangehensweisen geschehen. Dies kann zum Beispiel eine Naturerfahrung sein, die beim Behandelten einen "Aha-Effekt" auslöst. Die Begleitung setzt auf die Selbstfindung des Kranken und will Selbstbewusstsein wecken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die etymologische Herkunft des Begriffs Hospiz und skizziert den gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit Tod und Sterben.
2. Die Hospizbewegung: Dieses zentrale Kapitel analysiert die historische Entwicklung von der Klostermedizin über die Hospizidee bis hin zur Professionalisierung der Sterbebegleitung und dem ehrenamtlichen Engagement.
3. Nachwort: Das Nachwort fasst die historischen Entwicklungen zusammen und betont die Notwendigkeit, ehrenamtliches Engagement auch in einer zunehmend institutionalisierten Hospizlandschaft zu fördern.
Schlüsselwörter
Hospizbewegung, Sterbebegleitung, Hospizidee, Palliativmedizin, Ehrenamt, Sterben in Würde, Klostermedizin, Hospizkultur, Palliativpflege, Psychosoziale Begleitung, Spirituelle Begleitung, Lebensende, Demographischer Wandel, Cicely Saunders, Haus Hörn
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit befasst sich mit der Entwicklung der Hospizbewegung von ihren Ursprüngen im frühen Mittelalter bis hin zur heutigen Form der Sterbebegleitung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Hospitalität, die Etablierung des Hospizgedankens in den 1970er Jahren, ethische Grundsätze der Sterbebegleitung und die Rolle des Ehrenamts.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich der Umgang mit dem Sterben gewandelt hat und welche Bedeutung die Hospizbewegung für ein würdevolles Sterben heute hat.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der historischen Analyse von Quellen zur Medizin- und Krankenpflegegeschichte sowie aktuellen Standards der Sterbebegleitung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die medizinhistorische Entwicklung im Mittelalter, die Definition der Hospizidee, die 1970er Jahre als Wendepunkt, die ethischen Grundsätze der Sterbebegleitung sowie die Bedeutung ehrenamtlicher Arbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Hospizbewegung, Sterbebegleitung, Palliativmedizin, Ehrenamt und Hospizidee charakterisiert.
Warum wird im Dokument so viel Wert auf die etymologische Herleitung des Begriffs gelegt?
Die Herleitung dient dazu, den ursprünglichen Gedanken der "Herberge für Wanderer" als Grundmotiv für die heutige Hospizkultur und Gastfreundschaft zu verdeutlichen.
Welche Bedeutung hat das Haus Hörn für die Hospizbewegung in Deutschland?
Das Haus Hörn in Aachen gilt als eines der ersten Hospize in Deutschland und ist ein Beispiel für die Entwicklung der Hospizidee aus einer christlichen Trägerschaft heraus.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Die Hospizbewegung vom Mittelalter bis heute, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/933332