Qualitative und Quantitative Forschungsmethoden. Das Experiment als "Königsweg" und klassische Berufsbilder in der Psychologie


Einsendeaufgabe, 2020

23 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Aufgabe B1
1.1 Diese psychologischen Forschungsmethoden finden in der Psychologie Anwendung
1.2 Einordnung der Methoden in das Validitätsspektrum

Aufgabe B2
2.1 Das Experiment als Königsweg in der naturwissenschaftlich geprägten Psychologie
2.2 Das Experiment im Vergleich mit anderen sozialwissenschaftlichen Methoden

Aufgabe B3
3.1 Tätigkeit als Trainer/Coach
3.2 Tätigkeit als psychologischer Psychotherapeut
3.3 Tätigkeit als wirtschaftspsychologischer Berater

Literatur- und Quellenverzeichnis
Printquellen
Internetquellen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Qualitätsindex des Coachings (Quelle: Wegener, Fritz & Loebbert, 2013, S. 356)

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 : Übersicht über verschiedene psychologische Forschungsmethoden (Quelle: Mühlfelder, 2017, S.35)

Tabelle 2: Arbeitsunfähigkeitsfälle aufgrund psychischer Erkrankungen in Deutschland nach Geschlecht in den Jahren 1997 bis 2018 (Quelle: Zugriff am 30. Mai 2020, von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/256962/umfrage/au-faelle-aufgrund- psychischer-erkrankungen-in-deutschland-nach-geschlecht/)

Tabelle 3: Entwicklung von Arbeitsunfähigkeitsfällen und -tagen aufgrund psychischer Erkrankungen in Deutschland in den Jahren 2009 bis 2018 (Quelle. Zugriff am 30. Mai 2020, von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/246810/umfrage/arbeitsunfaehigkeit- aufgrund-psychischer-erkrankungen/ )

Aufgabe B1

Zu Beginn sei gesagt, dass aus Gründen der Lesbarkeit im gesamten Text die männliche Form gewählt wurde, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter.

Im Unterkapitel 1.1 werden verschiedene sozial- und naturwissenschaftlich geprägte Forschungsmethoden - also qualitative und quantitative Forschungsmethoden vorgestellt und erklärt. Im Anschluss wird in 1.2 erläutert in welchen Bereich sich die in 1.1 genannten Methoden in das Validitätsspektrum einordnen lassen.

"Eine Wissenschaft definiert sich nicht nur durch ihren Forschungsgegenstand [...], sondern auch durch ihre Methoden.” (Mühlfelder, 2017, S. 65)

1.1 Diese psychologischen Forschungsmethoden finden in der Psychologie Anwendung

In der Psychologie gibt es viele verschiedene qualitative sowie quantitative Methoden. Die psychologische Forschung als solche zu definieren, stammt vom Begründer der Psychologie, Wilhelm Wundt. Dieser eröffnete 1879 das erste psychologische Labor an der Universität Leipzig. Das war gleichzeitig der Beginn der naturwissenschaftlich geprägten, methodischen Forschungsansätze, die objektivierbar (= frei von äußeren Einflüssen) sind. Durch die psychologische Forschung und damit durch Messung und Beobachtung will man aufgestellte Hypothesen und Theorien durch Widerlegungsversuche immer näher an die Wirklichkeit bringen. Wundt gilt mit seinem Ansatz der naturwissenschaftlich geprägten, psychologischen Methoden als Vorreiter der Betitelung der Psychologie als empirische Wissenschaft. Die dabei angewandten Methoden müssen objektiv, reliabel (=verlässlich) und valide (=gültig) sein, um das Ziel der Psychologie als Wissenschaft zu erreichen, gültige und sich der Wahrheit annähernden Hypothesen zu generieren (vgl. Mühlfelder, 2017, S. 56-66). Der kritische Rationalismus, von Popper begründet, schließt eine absolute Wahrheit der Dinge aus, weshalb man sich der Wahrheit nur annähern kann. Popper sagt: „Sichere Wahrheit erkannte kein Mensch und wird keiner erkennen [...], sollte einer auch einst die vollkommenste Wahrheit verkünden, wissen könntet ihr das nicht: es ist alles durchwebt von Vermutungen." (Popper, 1984, S. 50).

Wie oben bereits erwähnt, kann man psychologische Forschungsmethoden grob einteilen in qualitative und quantitative Methoden. Dadurch wird festgelegt mit welcher Vorgehensweise in den grundlegenden Forschungsprinzipien vorgegangen werden soll. Diese beiden Methoden unterscheiden sich zwar in mancherlei Hinsichten, sie schließen sich aber nicht komplett aus. Daher ist es auch möglich beide Methodenarten zu kombinieren, wodurch man sogenannte "mixed methods” erhält (vgl. Wolf, 1995, S.318). Die Forschungsanforderung für beide Arten stellt die Qualität dar, worunter die Objektivität, die Validität und die Reliabilität zählen.

Qualitative Methoden sind Forschungsmethoden, die eher untypischer für die Psychologie sind und erst seit kurzem immer mehr an Popularität hinzugewinnen. Hierbei werden Daten durch Methoden wie z.B. dem explorativen Interview - die sehr tief gehen - neu gewonnen, wodurch das subjektbezogene Verständnis in den Vordergrund gerückt wird, so Lamnek (2006, zitiert nach Röbken & Wetzel, 2016, S. 12). Qualitative Methoden finden dann ihre Verwendung, wenn noch wenige oder gar keine Daten zu einer Hypothese zur Verfügung stehen. Man möchte mit diesen Erkenntnissen vor allem neue Theorien bilden und Hypothesen finden, welche anschließend anhand des verfügbaren Testmaterials untersucht werden. Dies geschieht durch bestimmte Kodierung, die Einordnung in passende Kategorien und die abschließende Auswertung vorherrschender Zusammenhänge und Auffälligkeiten (vgl. Mühlfelder, 2017, S. 65-66).

Qualitative Daten beschreiben vor allem Wesensmerkmale eines Einzelfalls, wie z. B. durch die Fallstudie. Dadurch verlässt man den Bereich des nomothetischen (griech.: "nomos” = deutsch: "Gesetz”) Ansatzes, der allgemeingültige Gesetzmäßigkeiten aufzeigen möchte und geht über zum idiografischen Ansatz, der Einzelfälle beschreibt (vgl. Mühlfelder, 2017, S. 32).

Quantitative Methoden hingegen sind schon lange sehr beliebt in der Psychologie, da man mithilfe der Methodologie sowie mathematischer und statistischer Analysen genaue Berechnungen für das Ergebnis anstellen kann. Sie dienen also der Hypothesen- und Modelltestung. Hier spielen vor allem die experimentellen Methoden eine große Rolle.

Zu den experimentellen Methoden zählen das Quasi-Experiment, das Laborexperiment und das kontrollierte Feldexperiment. Bei der Experimentenform spielt die Methodologie mit ihren drei Variablen (abhängig, unabhängig und intervenierend) eine große Rolle. Unterschiedliche Bedingungen beeinflussen als unabhängige Variablen (UV) die abhängige Variable (AV) und bekommen zusätzlich Einwirkung von anderen intervenierenden Variablen, also Umwelteinflüssen, welche schwer kontrollierbar sind (vgl. (Swaen, 2018).

Das normale Experiment zeichnet sich im Gegensatz zum Quasi-Experiment durch seine völlig freie Zuteilung der Versuchspersonen auf Forschungs- und Kontrollgruppe aus. Bei einem Quasi-Experiment hingegen werden die Bedingungen, wie z. B. Alter oder Geschlecht, nicht ganz zufällig zugewiesen. Ein Beispiel für ein Quasi-Experiment wäre der Vergleich einer Schulklasse, die ein gewisses Programm durchläuft - mit einer anderen Klasse, die dieses Programm nicht durchläuft. Durch die in diesem Beispiel fehlende Randomisierung, welche eine sehr wichtige Grundvoraussetzung für die Durchführung eines Experiments ist und die Zufallsauswahl der Versuchspersonen auf Versuchs- und Kontrollgruppen meint, kann man nicht eindeutig darauf schließen, dass die unterschiedlichen Ergebnisse der beiden Gruppen auf das Programm als unabhängige Variable zurück zu führen sind. Denn andere äußere Umwelteinflüsse sowie der Zustand beider Klassen vor dem Versuch wurden nicht berücksichtigt (vgl. Wirtz, 2014, S. 1281).

Weiter kann man unterscheiden zwischen dem Labor- und dem Feldexperiment. Bei beiden Experimentformen werden die unabhängigen Variablen gezielt variiert oder manipuliert, um die unterschiedliche Auswirkung auf die abhängige Variable feststellen zu können. Das Laborexperiment findet dabei in einem Labor, also einem geschlossenen Setting ohne Störfaktoren statt. Das Feldexperiment allerdings findet unter natürlichen Bedingungen statt, wodurch Störfaktoren nicht ausgeschlossen werden können und die interne Validität darunter leiden kann (vgl. Vadillo & Matute, 2009, S. 400-406).

Eine weitere - durch die Digitalisierung sehr bekannte - quantitative Methode stellt die Computersimulation dar. Durch die aktuell immer weiter fortschreitende Technologisierung werden solche Computersimulationen vermehrt eingesetzt, um psychische Prozesse, die im menschlichen Sein ablaufen, zu simulieren. Die Ergebnisse stellt man dem menschlichen Verhalten gegenüber (vgl. „Dörner | Bauplan für eine Seele“, o. J.).

Allerdings werden bei solchen Simulationen menschliche Emotionen und natürliches, intuitives Verhalten vernachlässigt, was man als negativen Punkt ansehen kann, denn der Mensch ist und bleibt ein Sinneswesen und kann nicht zu 100 Prozent von einer Maschine simuliert werden (vgl. Online, 2005).

Neben den quantitativen Methoden gibt es die qualitativen Methoden, zu denen z. B. die Beobachtung gehört, die sich laut Graumann folgendermaßen von Wahrnehmung abhebt: “Die absichtliche, aufmerksam-selektive Art des Wahrnehmens, die ganz bestimmte Aspekte auf Kosten der Bestimmtheit von anderen beachtet, nennen wir Beobachtung. Gegenüber dem üblichen Wahrnehmen ist das beobachtende Verhalten planvoller, selektiver, von einer Suchhaltung bestimmt und von vornherein auf die Möglichkeit der Auswertung des Beobachteten im Sinne der übergreifenden Absicht gerichtet.” (Graumann, 1966, S.86)

Natürlich kann man auch hier wieder weiter in die Tiefe differenzieren. Beispielsweise kann der geschulte Beobachter entweder Teil des Versuchs sein oder das Geschehen von außen beobachten. Grundsätzlich kann man der Beobachtung zuschreiben, dass sie eine methodisch kontrollierte und zielgerichtete Wahrnehmung von gewissen Prozessen, Personen oder Ereignissen ist, wobei das Ergebnis einer teilnehmenden Beobachtung natürlich leichter verfälscht werden kann, als bei anderen Beobachtungsarten. Denn Teilnehmer können sich unbewusst an den teilnehmenden Beobachter anpassen. Zu den qualitativen Methoden zählt sie aus dem Grund, weil man mit ihr in den Erfahrungswissenschaften an neue Daten gelangt. Durch die Möglichkeit Beobachtungen mit Tongeräten oder Videokameras aufzuzeichnen, hat man die Möglichkeit sich diese wiederholt anzusehen und mithilfe weiterer technischer Hilfsmittel - wie z. B. Zeitlupenraffer oder gewisse Filtereinstellungen - weiter aufzubereiten. Bei der Beobachtung gilt es zu beachten, dass man nicht gegen ethische Grundsätze verstößt, was bspw. durch Nichtwissen des beobachteten Individuums der Fall wäre (vgl. Huber, 2014, S. 259).

Zudem verwendet die Psychologie die qualitative Feldstudie. Dieser ist ein Oberbegriff für Untersuchungen im psychologischen und soziologischen Bereich, die unter echten Lebensbedingungen stattfindet. Darunter versteht man dann eine sehr exakte Beobachtung der Verhaltensweisen und gewissen Artefakten der Versuchspersonen von dafür geschulten Versuchsleitern. Dies geschieht in einem gezielt ausgewählten Setting während einer bestimmten Tätigkeit. Als Beispiel kann man hier eine Gemeinde oder einen Verein anführen, in dem bestimmte soziale Vorgänge der Mitglieder untereinander beobachtet werden, woraus man Kausalzusammenhänge ergründen möchte. Der größte Unterschied zur Beobachtung ist, dass ein Geschehen im Feld nicht vom Versuchsleiter selbst herbeigeführt wird, sondern schon so vorgefunden wird, was die Genauigkeit einschränkt. Im Gegensatz dazu haben Versuchsleiter in der Beobachtung die Möglichkeit die Situation nach ihrem Belieben zu verändern (vgl. Bergius, 2014, S. 548).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Übersicht über verschiedene psychologische Forschungsmethoden (Quelle: Mühlfelder, 2017, S.35) Die Valididät ist die Gültigkeit, die eine Messung aufweist. Ein Punkt, dessen man sich von vorne herein bewusst sein muss: Validität ist nicht mathematisch bestimmbar, sondern nur einschätzbar und fußt daher auf Meinungen verschiedener Forscher sowie nicht zuletzt auch auf den Alltagsverstand. Man unterscheidet dabei zwischen interner (="Ceteris-Peribus-Validität") und externer Validität. Die interne Validität drückt aus, wie genau eine Messmethode innerhalb eines Forschungsdesigns, das misst, was gemessen werden soll und glaubwürdige Erkenntnisse liefert (vgl. Mühlfelder, 2017, S. 35).

Die externe Validität hingegen sagt etwas darüber aus, inwiefern man die entstandenen Messergebnisse generalisieren, also auf ähnliche Situationen - aber außerhalb des Forschungsdesigns - übertragen kann. Es geht also darum, ob unterschiedliche Effekte bei unterschiedlichen Behandlungsgruppen auftreten. Das nennt man Effektmodifikation. Aufgrund dieser Situationsabhängigkeit wird die Art der Validität als sog. Situationskriterium und nicht als Studienkriterium bezeichnet (vgl. Windeler, 2008).

Das Quasi-Experiment, die qualitative Feldstudie und die systematische Verhaltensbeobachtung besitzen zwar eine hohe externe Validität, aber dafür eine geringe interne Validität. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass alle drei Arten zwar gut von einer Situation auf eine ähnliche Situation übertragen kann und dabei mit ähnlichen Ergebnissen rechnen kann, die Genauigkeit des Ergebnisses eines Quasi-Experiments ist jedoch sehr variabel. Veränderungen der abhängigen Variable lassen sich nicht eindeutig auf Variationen der unabhängigen Variablen zurückführen, was das Quasi-Experiment intern nicht sehr valide macht und daher auch nicht kausal interpretierbar (vgl. Rey, 2012).

Die teilnehmende Beobachtung ist aufgrund der oben genannten Tatsache, dass der Versuchsleiter womöglich einen großen Einfluss auf die beteiligten Versuchspersonen nimmt und die beobachtete Gruppe in ihrer Zusammensetzung sehr eigen ist, intern sowie extern nicht sehr valide.

Die Computersimulation und das Laborexperiment sind zwar durch ihre jeweilige Spezialisierung auf den Einzelfall intern sehr valide, können jedoch schlecht verallgemeinert werden, was beide Methoden zu einer geringen externen Validität führt.

Als letztes gibt es noch das kontrollierte Feldexperiment, welches extern sowie intern sehr valide ist und deshalb auch zu der Königsweg-Gruppe der Experimente gehört, womit es im nächsten Punkt weitergehen wird.

Aufgabe B2

In 2.1 wird erklärt, warum das Experiment in der naturwissenschaftlich geprägten Psychologie als Königsweg gilt - mitsamt seinen Vor- und Nachteilen. Anschließend wird dieser Weg in 2.2 von den sozialwissenschaftlich geprägten Forschungsmethoden abgegrenzt und mit ihnen verglichen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Qualitative und Quantitative Forschungsmethoden. Das Experiment als "Königsweg" und klassische Berufsbilder in der Psychologie
Hochschule
SRH Fernhochschule
Note
1,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
23
Katalognummer
V933568
ISBN (eBook)
9783346263384
ISBN (Buch)
9783346263391
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Forschungsmethoden, Berufsbilder der Psychologie, Experiment als Königsweg
Arbeit zitieren
Lena Gierl (Autor), 2020, Qualitative und Quantitative Forschungsmethoden. Das Experiment als "Königsweg" und klassische Berufsbilder in der Psychologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/933568

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