In dieser Arbeit lautet die Forschungsfrage "Wie gelingt Partizipation mithilfe interaktiver Veranstaltungsformate für Tagungen und Kongresse?" Die Branche gerät nicht nur durch ihre internationale Konkurrenz, sondern auch durch ihre TeilnehmerInnen unter Druck. Die sogenannte "Generation Y" fordert Teilhabe, Einmischung und Innovation. Viele Kongressteilnehmende sind frustriert von Frontalvorträgen mit Powerpoint und Reihenbestuhlung mit Keynote-Speakern. Es besteht der Wunsch nach Partizipation und Interaktion. Teilnehmende möchten ihr Wissen nicht nur erweitern, sondern es gemeinsam mit anderen analysieren und diskutieren, sowie das Gelernte aktiv anwenden. Was die heutige Wissensgesellschaft benötigt, sind Orte für kreatives Lernen und Veranstaltungen, die zugleich begeistern, bewegen und inspirieren. Es braucht Räume für Potenzialentfaltung unter Einbeziehung der Weisheit der Vielen. Wenn viele Menschen zu Wort und in Aktion kommen und das aus einer möglichst heterogenen Gruppe stammende Wissen zusammengeführt wird, kann dies ungeahnte Möglichkeiten entfalten und einen Mehrwert für alle Beteiligten bieten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Forschungsfrage
1.2 Methodische Vorgehensweise und Aufbau
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Tagungen und Kongresse
2.2 Partizipation und Interaktion
3 Ausgangslage und Herausforderungen
3.1 Die Architektur von Kongresszentren
3.2 Partizipation und Interaktion als Herausforderungen
4 Interaktive und Partizipative Veranstaltungsformate und Technologien
4.1 Veranstaltungsformate
4.1.1 Bar Camp und Open Space
4.1.2 World Café
4.1.3 Fish Bowl
4.2 Digital Reality meets Live Events
4.2.1 Twitter Wall
4.2.2 Matchmaking
4.2.3 Gamification
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht, wie durch den Einsatz moderner, interaktiver Veranstaltungsformate eine aktive Partizipation der Teilnehmenden bei Tagungen und Kongressen erfolgreich gelingen kann, um der zunehmenden Frustration über klassische Frontalvorträge entgegenzuwirken.
- Analyse der Bedeutung von Partizipation und Interaktion in der heutigen Wissensgesellschaft.
- Untersuchung architektonischer und technologischer Anforderungen an zeitgemäße Kongresszentren.
- Vorstellung innovativer Veranstaltungsformate wie BarCamps, Open Space, World Café und Fish Bowl.
- Betrachtung des Einflusses von Digitalisierung und Gamification auf das Besuchererlebnis.
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Bar Camp und Open Space
Zurückführend auf eine Beobachtung von Tim O´Reilly, dass bei klassischen Konferenzen die Kaffeepausen die mit Abstand produktivsten Phasen darstellten, entwickelten sich sogenannte Unkonferenzen. BarCamps oder Open Space Formate werden beispielsweise als Unkonferenzen bezeichnet, weil sie eher unkonventionell organisiert sind. Sie stellen das klassische Konferenzkonzept auf den Kopf, weil die Tagesordnung und der Veranstaltungsverlauf gleichermaßen und vollständig von der Eigeninitiative und Partizipation der Teilnehmenden abhängen. Veranstaltende sorgen dabei ausschließlich für Raum, Infrastruktur und Verpflegung. Bei den ein- bis zweitägigen Sessions gibt es keine durchorganisierten Abläufe und Frontalsituationen, sondern es geht ums aktive Mitmachen der Teilnehmenden. Im Fokus steht dabei der freie Wissensaustausch – fernab vom passiven Zuhören – und der Dialog untereinander.
Der thematische Einstieg in diese Methoden beginnt nach der Begrüßung und Danksagung an die Sponsoren mit einer Ideensammlung interessanter Themen durch die TeilnehmerInnen. Im Anschluss haben alle Teilnehmenden die Möglichkeit – sich ja nach Präferenz – einem Thema anzuschließen. In verschiedenen Sessions und Räumen und einem vorbestimmten zeitlichen Rahmen werden die Themen in kleinen Arbeitsgruppen bearbeitet und diskutiert. Dabei gibt es keine inhaltlichen Vorgaben, in welcher Form die Themen bearbeitet werden. Zudem können sich Teilnehmende jederzeit für ein anderes Thema entscheiden, indem sie die aktuelle Session verlassen, einem anderen Raum beitreten und sich dort beteiligen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung von Tagungen und Kongressen als wichtige Wirtschaftsfaktoren ein und leitet daraus die Notwendigkeit für neue, partizipative Veranstaltungsansätze ab.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden die Begriffe Tagung und Kongress voneinander abgegrenzt sowie die essenzielle Bedeutung von Interaktion und Teilhabe definiert.
3 Ausgangslage und Herausforderungen: Es wird analysiert, wie sich Architektur und technische Anforderungen an Kongresszentren wandeln müssen, um moderne Partizipationsbedürfnisse zu erfüllen.
4 Interaktive und Partizipative Veranstaltungsformate und Technologien: Dieses Kapitel stellt konkrete Methoden wie BarCamps, World Café und digitale Tools zur Interaktionsförderung ausführlich vor.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass moderne Formate die Wirksamkeit von Veranstaltungen steigern, sofern sie zielgruppengerecht geplant und emotional ansprechend gestaltet werden.
Schlüsselwörter
Tagungen, Kongresse, Partizipation, Interaktion, Veranstaltungsmanagement, BarCamp, Open Space, World Café, Fish Bowl, Gamification, Event-Apps, Generation Y, Wissensvermittlung, Hybrid-Events, Networking.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel der Tagungs- und Kongressbranche und der Notwendigkeit, durch interaktive Formate die Partizipation der Teilnehmenden zu erhöhen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Abgrenzung klassischer Formate, der Bedeutung von Teilhabe für die Generation Y, architektonischen Rahmenbedingungen sowie neuen digitalen Technologien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie durch den Einsatz interaktiver Methoden die passive Zuhörerrolle aufgebrochen und aktives, partizipatives Lernen ermöglicht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender Literatur, Konzepte und Fallbeispiele aus der Veranstaltungsbranche, um moderne Best-Practice-Ansätze zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der architektonischen Anforderungen an Kongresszentren sowie eine detaillierte Vorstellung partizipativer Formate und digitaler Unterstützungstechnologien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Partizipation, Gamification, Networking, Wissensgenerierung und innovative Veranstaltungsformate zusammenfassen.
Warum spielt die Architektur für die Interaktion eine Rolle?
Architektur beeinflusst den informellen Austausch; Räume müssen so gestaltet sein, dass sie Begegnungen in kleineren Gruppen außerhalb klassischer Hörsaalsituationen fördern.
Wie funktioniert die „Gamification“ in diesem Kontext?
Gamification nutzt spielerische Elemente, wie Wettbewerbe oder Schnitzeljagden via App, um die Motivation zu steigern, Barrieren abzubauen und Teilnehmer stärker in den Prozess einzubinden.
Welche Vorteile bietet das Fish-Bowl-Format gegenüber Podiumsdiskussionen?
Im Gegensatz zu starren Podien ermöglicht die Fish-Bowl-Methode ein dynamisches Aufbrechen von Hierarchien und reguliert "Vielredner", indem ein flexibler Platzwechsel ermöglicht wird.
Können hybride Events die klassische persönliche Begegnung ersetzen?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass hybride Formate eine sinnvolle Ergänzung sind, die persönliche Begegnung und das Bedürfnis nach Kommunikation auf Augenhöhe jedoch weiterhin essenziell für Kongresse bleiben.
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- Anonym (Author), 2020, Interaktive Veranstaltungsformate für Tagungen und Kongresse. Wie Partizipation gelingt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/941112