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Schwangerschaft als Transformation zur Mutterschaft. Erhaltung traditioneller Rollenbilder durch die Schwangerschaft

Title: Schwangerschaft als Transformation zur Mutterschaft. Erhaltung traditioneller Rollenbilder durch die Schwangerschaft

Seminar Paper , 2020 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Diese Arbeit untersucht direkte und indirekte Herstellungsmechanismen in Bezug auf die Schwangerschaft. Aufgrund der bislang geringen sozialwissenschaftlichen Forschung und Literatur stellt sich die Frage, ob und in welchem Ausmaß Schwangere die (Re)traditionalisierung im Übergang zur Elternschaft unterstützen.

Da es bisher wenige Texte zur Thematik Schwangerschaft und den damit verbundenen sozialen Prozessen in Bezug auf Geschlechterordnung gibt, untersucht diese Arbeit, ob Schwangerschaft eine soziale Konstruktion ist. Zudem wird analysiert, ob und warum schwangere Frauen in den einzelnen Stationen des Prozesses aktiv teilnehmen, sodass sie einen Beitrag zur Geschlechterdifferenz leisten.

Um eine Einführung in die Thematik geben zu können, werden in Kapitel 2 einige Begriffe aus den soziologischen und anthropologischen Grundlagentheorien in Bezug auf Geschlechter vorgestellt. Da die Schwangerschaft eine Übergangsphase zur Mutterschaft ist und beide Ereignisse sich gegenseitig ergänzen, wird in Kapitel 3 zunächst die Mutterschaft aus der sozialen, kulturellen und historischen Perspektive dargestellt. Darauf aufbauend werden die Schwangerschaft und ihre sozialen Prozesse analysiert.

In den letzten Jahrzehnten kam es zu einschneidenden Veränderungen im Leben von Frauen. Selbstbestimmung, Autonomität, berufliche Unabhängigkeit und höheres Bildungsniveau sowie erhöhte Erwerbstätigkeit sind einige Merkmale moderner Gesellschaften, die mit neuen Rollenvorstellungen für Frauen verbunden sind. Infolgedessen haben sich durch die geschlechtliche Emanzipation die Lebensverläufe der Frauen in den letzten Jahrzehnten jenen von Männern angeglichen.

Dennoch ist zu beobachten, dass es mit der Geburt des ersten Kindes zu einer ständigen traditionell geprägten Arbeitsteilung zwischen Frauen und Männern kommt. Das Thema wird seit Jahren diskutiert und es wurden zahlreiche Studien belegt, die sich häufig mit dem Aspekt 'Geburt als Wendepunkt' beschäftigen, bei welcher die Geburt des ersten Kindes zwischen Partnern eine traditionelle Arbeitsteilung auslöst. Die direkten und indirekten Herstellungsmechanismen im Übergang zur Elternschaft wurden bislang hingegen eher selten untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemskizze und Zielsetzung der Arbeit

1.2 Aufbau der Arbeit

2 Hauptteil

2.1 Zentrale Begriffe

3 Theorien und Konzepte

3.1 Mutterschaft im Wandel der Zeiten

3.2 Schwangerschaft als Transformation zur Mutterschaft

3.3 Bindung zum Ungeborenen und Pflichten der Schwangeren

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit die Schwangerschaft als soziale Konstruktion fungiert und inwiefern sie zu einer Retraditionalisierung der Geschlechterrollen beim Übergang zur Elternschaft beiträgt. Dabei wird analysiert, wie schwangere Frauen durch gesellschaftliche Zuschreibungen und institutionelle Praktiken aktiv an der Reproduktion von Geschlechterdifferenzen mitwirken.

  • Soziologische Analyse der Transformation von der Frau zur Mutter
  • Einfluss von Geburtsvorbereitungskursen auf die Geschlechterrollen
  • Biopolitische Aspekte und die Normierung der Schwangerschaft
  • Bedeutung der vorgeburtlichen Bindung und mütterlicher Pflichten
  • Konstruktion von Weiblichkeit durch körperliche Zuschreibungen

Auszug aus dem Buch

3.2 Schwangerschaft als Transformation zur Mutterschaft

Im kulturellen „Normalfall“ gehört der Kinderwunsch und die Geburt des Kindes innerhalb einer bestehenden Partnerschaft oder Ehe zum typischen Symbol der Verfestigung und Verwurzelung. Der Lebensabschnitt einer Frau in der Schwangerschaft ist durch körperliche und psychosoziale Veränderungen geprägt. Durch die Schwangerschaft und bevorstehende Geburt des Kindes entwickeln sich ein neues Selbstbild, neue Interessen und eine neue gesellschaftliche Rolle. Schwangere Frauen werden ein Teil von neuen Orten und beteiligen sich in gesellschaftlichen Praktiken, die bisher nicht verwendet wurden. Zu den neuen Orten gehören beispielsweise institutionell gerahmte Geburtsvorbereitungskurse und Vorsorgeuntersuchungen. Obwohl beide Angebote primär nur Frauen ansprechen, wird der Geburtsvorbereitungskurs von seinen Teilnehmern als sicherer Ort empfunden, der ihnen den Ausstieg aus dem Berufsleben und Einstieg in das alte Muster der Geschlechterrollen erleichtert (vgl. Müller und Zillien 2016, S. 429).

Die zentrale Botschaft der Kurse besteht aus Wissensvermittlungen von Entspannungstechniken, über die Geburt, die Säuglingspflege und das Stillen sowie über das Wochenbett. Außerdem eine Beförderung der natürlichen Geburt und der optimalen Mutter-Kind-Beziehung stehen besonders auf der Agenda. In den Kursen wird stark auf den weiblichen Körper und auf primäre sowie sekundäre Geschlechterteile fokussiert, sodass auf Biologisierung basierte Geburtsvorbereitungskurse durch spezifische Körperübungen wie „Beckenboden erspüren“ (ebd. S. 420) eine Aktivierung und Realisierung der weiblichen Körperlichkeit anstreben. Man kann davon ausgehen, dass dieses Körperorgan vor der Schwangerschaft kaum eine Rolle im Leben der Frau gespielt hat und allmählich lernen schwangere Frauen ihren Leib als Gravitationszentrum der menschlichen Reproduktion zu betrachten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel skizziert die Problematik der Retraditionalisierung im Übergang zur Elternschaft und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der sozialen Konstruktion von Schwangerschaft.

2 Hauptteil: Der Hauptteil führt in die theoretischen Grundlagen der soziologischen Geschlechterforschung ein, die für das Verständnis der Mutterrolle relevant sind.

3 Theorien und Konzepte: Hier werden der historische Wandel von Mutterschaftsvorstellungen, die Prozesse der Transformation zur Mutterschaft während der Schwangerschaft sowie die biopolitische Regulierung und Bindungsaspekte analysiert.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Schwangerschaft als soziale Konstruktion zur Geschlechterungleichheit beiträgt, indem sie Frauen in traditionelle Rollenmuster drängt.

Schlüsselwörter

Schwangerschaft, Mutterschaft, Geschlechterrollen, Retraditionalisierung, soziale Konstruktion, Doing Gender, Geburtsvorbereitung, Biopolitik, Mutter-Kind-Beziehung, Weiblichkeit, Geschlechterdifferenz, Sozialisation, Elternschaft, Körperlichkeit, Rollenbilder.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie der Prozess der Schwangerschaft als soziale Konstruktion dazu beiträgt, dass Frauen in eine traditionelle Mutterrolle hineinwachsen und somit eine Retraditionalisierung der Geschlechterverhältnisse fördern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören der Wandel des Mutterbildes, die Rolle von Geburtsvorbereitungskursen, die Biopolitik des weiblichen Körpers sowie die gesellschaftliche Erwartung an eine ideale vorgeburtliche Mutter-Kind-Bindung.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu ergründen, ob Schwangere durch ihre aktiven Handlungen und die Anpassung ihres Selbstbildes unfreiwillig zur Festigung tradierter Geschlechterrollen beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer und anthropologischer Ansätze sowie der Auswertung bestehender sozialwissenschaftlicher Studien zu geschlechtertheoretischen Aspekten der Elternschaft.

Was behandelt der Hauptteil der Publikation?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsbestimmung der Geschlechterforschung sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der historischen Entwicklung von Mutterschaft und der Analyse aktueller Praktiken in der pränatalen Phase.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind die soziale Konstruiertheit von Geschlecht, Biopolitik nach Foucault, die „Einzigartigkeit“ des Weiblichen und die Konstruktion der Mutterrolle als Ausdruck der Natur.

Welche Rolle spielen Geburtsvorbereitungskurse bei der Retraditionalisierung?

Die Arbeit zeigt auf, dass diese Kurse den weiblichen Körper als Schicksal determinieren und den Frauen helfen, den Ausstieg aus dem Berufsleben in ein traditionelles Rollenverständnis zu legitimieren.

Wie beeinflussen moderne Technologien wie Ultraschall die Wahrnehmung der Schwangeren?

Technologien ermöglichen eine Visualisierung des Kindes, wodurch ein vorgeburtlicher „Kontakt“ entsteht. Dieser verstärkt den Wunsch nach einer idealen Mutter-Kind-Beziehung und erhöht den sozialen Druck auf die Schwangere, die „richtige“ Bindung herzustellen.

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Details

Title
Schwangerschaft als Transformation zur Mutterschaft. Erhaltung traditioneller Rollenbilder durch die Schwangerschaft
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2020
Pages
17
Catalog Number
V941224
ISBN (eBook)
9783346272980
ISBN (Book)
9783346272997
Language
German
Tags
schwangerschaft transformation mutterschaft erhaltung rollenbilder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2020, Schwangerschaft als Transformation zur Mutterschaft. Erhaltung traditioneller Rollenbilder durch die Schwangerschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/941224
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