Halbjahres-Praktikumsbericht am Alten Gymnasium und am SZ an der Bergiusstrasse


Unterrichtsentwurf, 2002

27 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

INHALT

1.Das Halbjahrespraktikum
Die Entscheidung – Erwartung

2. Verlauf, Erfahrungen und Erlebnisse während des HPs Am Alten Gymnasium
2.1.Der erste Tag
2.2.Die Stundenplanung oder das Aufgenommen werden am AG.
2.3.Die Hospitationen
In Deutsch
Andere Fächer
In Kunst

3. Die Kunst-UE

4. Die Hospitation / UE am SZ an der Bergiusstr

5. Gesamtbewertung

1.Das Halbjahrespraktikum

Das Halbjahrespraktikum habe ich in Zusammenarbeit mit Manuela Finter innerhalb des EGW-Projekts „Unterrichtsmethoden“ durchgeführt. Wir haben es nicht, wie vorgesehen an einer Schule, sondern an zwei absolviert.

Gemäß unseres Studienschwerpunktes Sek II mit Sek I –Erweiterung haben wir am Altengymnasium in den Klassen 7 bis 13 hospitiert und im 13er Auflagenkurs unsere Kunst-UE unterrichtet.

Am SZ an der Bergiusstrasse haben wir , vom reformpädagogischen Projekt her, in der 6 a hospitiert und im Rahmen des dort üblichen Projektunterrichts unsere Deutsch-UE durchgeführt.

Die Entscheidung - Erwartung

Von diesem Praktikum erwartete ich , dass meine Frage beantwortet würde, ob ich überhaupt für diesen Beruf der Lehrerin fähig bin. Kann ich lehren ? Kann ich Interesse wecken bei den SchülerInnen ? Macht es mir Spass ? Ist das mein Weg ?

Vor über einem Jahr hatte ich ganz stark an meiner Studienwahl gezweifelt und mit mir selbst abgemacht, dass ich erst einmal weitermache und das Praktikum mir zeigen soll, ob ich zu meiner Entscheidung noch stehen kann oder nicht.

Dass ich diesen Bericht schreibe, zeigt, dass mich die gemachten Erfahrungen in meinem Studium bestärkt haben.

2.Verlauf, Erfahrungen und Erlebnisse während des HPs Am Alten Gymnasium

2.1.Der erste Tag

Bevor das eigentliche Praktikum begann, hatten wir einige Probleme mit der Schulleitung Kontakt aufzunehmen. Es dauerte bis wir den Schulleiter Herrn von der Heide erreichen konnten, so dass wir auch erst am 27. August das erste Mal persönlich mit ihm über den Verlauf des Praktikums redeten.

An diesem ersten Praktikumstag war ich alles andere als erfreut über den Beginn ; abgenervte Anspannung - könnte man sagen. Ich hatte sehr wenig Lust auf Schule.

Diesen Tag habe ich nicht positiv in Erinnerung. Der Schulleiter kam zu spät, da er uns völlig vergessen hatte. Die Mentorin erschien gar nicht...

Herr v.d. Heide erzählte viel, nur nichts Wesentliches. Er schmückte sich und die Schule reichlich mit bunten Federn. Er gab uns eine Liste mit den potentiellen Lehrern und mit den Stundenzeiten. Das einzig wichtig für uns war, dass wir das Praktikum splitten konnten ( AG – SZ Bergiusstr.) und dass wir eine Mentorin mit unserer Fächerkombination hatten.

Der Schulleiter führte uns nach dem Gespräch in das Lehrerzimmer, stellte uns einem Kunstlehrer, Herr K. vor und übergab uns an ihn. Herr K. führte uns etwas in der Schule herum und zeigte uns die Kunst- und Werkräume. In der Pause stellte er uns auch unserer Mentorin Andrea Harzmeyer, im Kunstlehrerzimmer vor, das abseits im Kunsttrakt liegt. Mit ihr besprachen wir kurz unsere UE und den groben Wochenablauf.

Ich war an diesem Tag absolut froh, als ich in der Bahn nach Hause saß. Obwohl ich nicht lange in der Schule gewesen war, war es sehr anstrengend gewesen – die neue Umgebung, die Lehrer, die vielen Gesichter und dann die vielen Schüler auf den Gängen zur Pause. Ich war richtig erschlagen.

2.2.Die Stundenplanung oder das Aufgenommenwerden am AG

Die erste Woche war sehr davon gekennzeichnet , einen Wochenplan zu erstellen. Andrea half uns sehr dabei, Lehrer bzw. passende Stunden zu finden. In ihrem Unterricht konnten wir immer hospitieren und auch schon mithelfen. Es stellte sich auch sehr schell heraus, dass wir in ihrem 13er Kurs unterrichten würden, da sie bereit war, uns Stunden zu geben.

In Kunst lief es gut an. Die Kunstlehrer nahmen uns gut auf und wir fühlten uns im Kunstlehrerzimmer wohl, im Gegensatz zum anderen Lehrerkollegium.

In unserem zweiten Fach Deutsch hatten wir hingegen viele Anlaufschwierigkeiten . Unsere Mentorin ist zwar Kunst-, Deutsch- und Englischlehrerin , aber leider unterrichtet sie am AG kein Deutsch , so dass wir uns selbst Deutschlehrer suchen mussten.

Diese Suche sah folgender Maßen aus : Bewaffnet mit unserer Lehrerliste gingen wir ins Lehrerzimmer zu der Liste auf der alles eingetragen ist: wer was wann und wo unterrichtet. Nachdem wir die jeweiligen Namenskürzel auseinanderhalten konnten, schauten wir nach Deutschstunden, die noch in unseren (Kunst-) Stundenplan passen könnten. Hatten wir uns etwas zusammengesucht standen wir vor einem neuen Problem, wie sahen die LehrerInnen aus, die wir ansprechen wollten ?

Anfangs standen wir ziemlich oft vor diesem Plan im Lehrerzimmer, aber auch im Verlauf noch öfters, da wir fast bis zum Schluss immer auf der Suche nach neuen Deutschstunden waren.

Meistens wurden wir von den LehrerInnen einfach ignoriert, aber zwei oder drei sind uns auch freundlich begegnet, haben uns Fragen zum Praktikum gestellt und uns weitergeholfen, bei der Suche nach den Menschen zu den Namenskürzeln.

Aber größtenteils mussten wir uns durchfragen, bis wir fündig wurden. Einmal hat Herr v. d. Heide uns einer Deutschlehrerin vorgestellt, die aber gleich gesagt hat , sie hätte für Praktikantinnen keine Zeit. Der Schulleiter hat sie natürlich entschuldigt. Und wir wollten doch nur hospitieren !

Nach ca. drei Wochen (!) hatten wir zwei feste DeutschlehrerInnen gefunden, in deren Unterricht wir jeder Zeit willkommen waren und bei denen wir bis zum Ende regelmäßig hospitierten.

Bei den meisten anderen DeutschlehrerInnen stießen wir auf Ablehnung, Ignoranz und Unfreundlichkeit. Bei zwei LehrerInnen durften wir mal hospitieren, unter größtem Missmut. Man könne uns ja nicht daran hindern, aber erwünscht wären wir nicht . Man müsse dann ja doch noch etwas vorbereiten , um uns etwas bieten zu können. Was wir sehen wollten, denn der Unterricht wäre langweilig – nur Textarbeit. ...

Bei solchen und ähnlichen Äußerungen , haben wir uns gefragt, wie ein Lehrer so etwas von seinem eigenen Unterricht sagen kann und warum ist er nicht in der Lage es zu verändern ? Wie frustriert muss er sein ? Und wieso ? Was ist da schief gelaufen ?

Sehr beschäftigt hat und ferner die Frage, warum so viele ignorant sind und uns nicht in ihrem Unterricht hospitieren lassen wollten. Wir wollten nichts Besonderes sehen, sondern den Alltag aus Lehrersicht. Warum lassen sie uns nicht zusehen ? Unzufriedenheit, Unsicherheit und Angst wir könnten Kritik äußern ? Vor den Schülern / vor dem Schulleiter / vor Kollegen ? Welches Geheimnis verbirgt sich hinter den verschlossenen Türen ? Langweiliger Unterricht ? Warum sind wir solch eine Last, obwohl wir noch nicht einmal den Anspruch hatten, Fragen beantwortet zu bekommen ?

Mich hat die Frage nach dem Warum nicht ? sehr lange beschäftigt und sie macht es noch. Ich möchte später mit meinem Unterricht zufrieden sein und dazu stehen können, wie ich ihn gestalte – wie auch immer das sein wird. Er soll mir und den Schülern Spass machen, so dass ich zu keiner Zeit Probleme damit hätte, wenn jemand hospitieren möchte.

Das ganze Praktikum war von dem Gedanken geprägt, wie ich meinen Unterricht gestalten würde, damit ich diese Erwartung erfüllen kann. Der normale Frontalunterricht, den ich aus Schülertagen kenne und den ich beim Hospitieren wiedergesehen habe, ist nicht mein Weg. Natürlich gibt es Phasen, in denen er sich nicht vermeiden lässt, aber ich möchte den „Nasenpopel- Unterricht“ auf ein Minimum reduzieren.

2.3.Die Hospitationen

In Deutsch

Beim Hospitieren in den festen Stunden im Deutschunterricht und bei den vereinzelten, habe ich nur diesen Frontalunterricht kennen gelernt. Spätestens nach der dritten Stunde, war das Schema nach dem unterrichtet wurde deutlich und der Ablauf der nächsten Stunde ließ sich vorhersagen. Die Inhalte variierten – die Methodik blieb gleich, nicht nur von Stunde zu Stunde in einer Klasse, sondern auch in verschiedenen Klassenstufen bei einem Lehrer.

Wir konnten dieses sehr genau bei einem Lehrer beobachten, bei dem wir die meisten Deutschstunden in einer 5. und einer 8. Klasse hatten. Er gestaltete die Stunden folgenderweise :

Nach ein paar einführenden Worten (kurze Wiederholung des Themas/Stoffes) , gab er schon gleich die neuen Hausaufgaben auf. In der 5. Klasse schrieb er sie an die Tafel, in der 8. Klasse sagte er sie mündlich zum Mitschreiben.

Danach wurden die alten Aufgaben besprochen. Obwohl die Klassen ca. 30 Schüler haben, waren die Kinder recht ruhig, aufmerksam und hatten Interesse am Unterricht. Der Lehrer nahm die reichlichen Wortmeldungen dran und die Kinder lasen ihre Aufgaben vor. Meistens waren es Schilderungen zu einer Sache ( Ereignis/Landschaft o.ä.) . Sogar die Hausaufgaben ähnelten sich in den Klassenstufen, natürlich lag der inhaltliche Schwerpunkt etwas anders.

An hand der Hausaufgaben wurde der alte Stoff wiederholt und zum neuen Stoff übergeleitet. Der Lehrer unterrichtete im Stehen, Sitzen oder Gehen – veränderte oft den Standort. ( In der Oberstufe wurde fast ausschließlich im Sitzen unterrichtet.) Er benutzte ein Deutschbuch und die Tafel. ( In der Sek II wurde kaum etwas an die Tafel geschrieben, es wurde viel mit Fotokopien gearbeitet.)

Der Lehrer hatte eine freundliche , aber sehr bestimmende Art. Unruhige Schüler rief er beim Namen auf und erklärte ihnen, warum ihr Verhalten störte. Obwohl der Unterricht sehr klassisch war, fand ich ihn sehr interessant – scheinbar genauso, wie die Schüler. Der Unterricht hatte sehr viel Struktur und Ordnung, aber die Person des Lehrers machte ihn spannend. Der Lehrer war ruhig, konnte sehr gut erklären und Fragen beantworten. Er gab den Schülern das Gefühl, dass er sie ernst nimmt.

In den anderen Deutschstunden war der Unterricht, wie gesagt immer frontal. Der bzw. die LerhrerIn saß hinter dem Tisch, stellte Fragen und gab Anweisungen. Es wurde sehr viel aus selbstgekauften Büchern (Literaturunterricht) oder aus Fotokopien vorgelesen. Zeitungsartikel o.ä. wurden auch in Stillarbeit bearbeitet – lesen, Thesen zusammenfassen und Stellung dazu nehmen. Diskussionen wurden angeregt. Die Tafel oder andere Hilfsmittel wurden selten oder gar nicht verwendet.

[...]

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Halbjahres-Praktikumsbericht am Alten Gymnasium und am SZ an der Bergiusstrasse
Hochschule
Universität Bremen  (Lehramt Kunst)
Veranstaltung
Halbjahrespraktikum
Note
2,0
Autoren
Jahr
2002
Seiten
27
Katalognummer
V9428
ISBN (eBook)
9783638161367
Dateigröße
566 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Praktikumsbericht mit Unterrichtsentwurf.
Schlagworte
Praktikum, freier Unterricht
Arbeit zitieren
Bettina Winkler (Autor)Manuela Finter (Autor), 2002, Halbjahres-Praktikumsbericht am Alten Gymnasium und am SZ an der Bergiusstrasse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9428

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Halbjahres-Praktikumsbericht am Alten Gymnasium und am SZ an der Bergiusstrasse



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden