Selbstverteidigung am Hindukusch? Die Haltung der deutschen, überregionalen Presse zum Afghanistankrieg 2001

Eine Inhaltsanalyse der Kriegsargumente in den Kommentaren der Frankfurter Rundschau und Die Welt


Magisterarbeit, 2006
197 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A EINLEITUNG
1. Thematische Einführung

B THEORETISCHER RAHMEN
2. Die politische Funktion der Medien und ihre Einschränkungen
2.1 Die normative Perspektive auf die politische Funktion der Medien
2.2 Einschränkung durch die Beschaffenheit der Medien
2.3 Einschränkung durch veränderte Rahmenbedingungen
2.4 Verschärfte Einschränkungen in Kriegs- und Krisensituationen
2.5 Zusammenfassung und Ableitung einer Mindestanforderung an die Medien

C KONTEXT
3. Interpretation des Ereignishorizonts und ihre Berichterstattung
3.1 Zentrale Ereignisse nach den Anschlägen vom 11. September 2001
3.2 Interpretation der Ereignisse durch die US-Regierung
3.2.1 Die historischen und gesellschaftlichen Referenzen
3.2.2 Das Eigen- und Fremdbild im US-amerikanischen Diskurs
3.2.3 Zusammenfassung
3.3 Bedingungen der Berichterstattung nach dem 11. September 2001
3.3.1 Die Maßnahmen der direkten Zensur
3.3.2 Die Maßnahmen der indirekten Zensur
3.3.3„Ralley-around-the-flag“-Effekt und die Symbiose von Krieg und Medien
3.3.4 Zusammenfassung
3.4 Zusammenfassung

D METHODIK
4. Methodischer Überblick
4.1 Die Verbindung von Argumentations- und Inhaltsanalyse
4.2 Die Darstellung des Analysegegenstands
4.2.1 Analysegegenstand der Vorstudie: Die Bundestagsprotokolle
4.2.2 Analysegegenstand der Hauptstudie: Die Kommentare
4.3 Zusammenfassung

E ERGEBNISSE DER VORSTUDIE
5. Kriegsdebatte im Deutschen Bundestag
5.1 Das Argument der „Verteidigung“
5.1.1 Die Verteidigung der Zivilisation
5.1.2 Die politische Verantwortung ohne Alternativen
5.1.3 Die Selbstverteidigung
5.1.4 Zusammenfassung
5.2 Das Argument der „Bündnis- und Solidaritätsverpflichtung“
5.2.1 Die Nato-Bündnispflicht innerhalb eines gemeinsamen Vorgehens
5.2.2 Die historische Verpflichtung Deutschlands
5.2.3 Zusammenfassung
5.3 Das Argument der „neuen Sicherheitslage“
5.3.1 Die neue Rolle Deutschlands
5.3.2 Der Wandel in der deutschen Sicherheitsstrategie
5.3.3 Zusammenfassung
5.4 Das Argument der „Befreiung Afghanistans“
5.4.1 Die politische und humanitäre Befreiung Afghanistans
5.4.2 Zusammenfassung
5.5 Argumente gegen ein militärisches Vorgehen in Afghanistan
5.5.1 Die Forderung nach einem politischen Vorgehen
5.5.2 Die Kritik an Kriegsfolgen
5.5.3 Zusammenfassung
5.6 Zwischenergebnis nach der Vorstudie

F HINTERGRUND
6. Deutschlands Interessen an einem Militärbeitrag in Afghanistan
6.1 Deutschlands Wirtschaftsinteresse in Afghanistan
6.2 Deutschlands geopolitisches Interesse in Zentralasien
6.3 Der Afghanistan-Einsatz als Katalysator im sicherheitspolitischen Wandel
6.3.1 Der„antimilitärische Konsens“bis
6.3.2 Die strategische Erweiterung des Begriffs der Landesverteidigung
6.3.3 Das Ende der Landesverteidigung und die Verteidigung der Interessen
6.4 Zusammenfassung

G ERGEBNISSE DER HAUPTSTUDIE
7. Die Haltung der deutschen Presse zum Afghanistan-Krieg
7.1 Das rechtskonservative Medium: Die Welt 111
7.1.1 Die Verteidigung gegen Feinde im In- und Ausland
7.1.2 Die Natürlichkeit des Militärischen als politische Verantwortung
7.1.3 Die Normalisierung der weltpolitischen Rolle Deutschlands
7.1.4 Der konventionelle Krieg als Mittel zur Befreiung
7.1.5 Zusammenfassung und Ableitung einer politischen Einordnung
7.2. Das linksliberale Medium: Frankfurter Rundschau 131
7.2.1 Die flüchtige Kritik am Realisieren politischer Verantwortung
7.2.2 Der Militäreinsatz zur Umsetzung einer gerechten Weltordnung
7.2.3 Das Beenden der Flüchtlingskatastrophe durch Erzwingen von Frieden
7.2.4 Die Kritik an der Durchführung des Militäreinsatzes
7.2.5 Zusammenfassung und Ableitung einer politischen Einordnung
7.3. Ergebnisse nach der Hauptstudie

H FAZIT
8. Zusammenfassung der Ergebnisse

I LITERATURVERZEICHNIS
9. Quellen und Fachliteratur
9.1 Quellen
9.1.1 Amtliche Drucksachen
9.1.2 Reden
9.1.3 Kommentare der Zeitung Die Welt
9.1.4 Kommentare der Zeitung Frankfurter Rundschau
9.2 Fachliteratur

ANHANG
Kodierleitfaden für die Vor- und Hauptstudie
Tab. 1: Anzahl der Argumente in der Bundestags-Debatte im zeitlichen Verlauf
Tab. 2: Verwendung der Argumente abhängig von der Parteizugehörigkeit
Tab. 4: Kritische Aussagen der Frankfurter Rundschau im zeitlichen Verlauf
Tab. 5: Anzahl der kritischen und unkritischen Aussagen der Zeitungen Die Welt und
Frankfurter Rundschau innerhalb der Kategorien

A EINLEITUNG

1. Thematische Einführung

Um zu verdeutlichen, worum es wirklich geht, habe ichdavon gesprochen, dass unsere Sicherheit auch amHindukusch verteidigt wird. Deutschland ist sicherer, wennwir zusammen mit Verbündeten und Partnern deninternationalen Terrorismus dort bekämpfen, wo er zuHause ist, auch mit militärischen Mitteln.“1

Bereits am 5. Dezember 2002 hatte der Verteidigungsminister Peter Struck auf einer offiziellen Pressekonferenz erklärt, dass die Sicherheit der Bundesrepublik auch am Hindukusch verteidigt werde.2 Diese Ansicht hob er zwei Wochen später vor dem Deutschen Bundestag hervor und argumentierte, dass der für Deutschland bedrohliche Terrorismus3 am Ort seines Bestehens bekämpft werden müsse. Struck interpretierte damit die bisherige Sicherheitspolitik Deutschlands, die bislang auf der Landesverteidigung gemäß dem Grundgesetz Artikel 87 basierte, in einer neuen Weise: Wenn die Bundesrepublik durch eine Bedrohung aus dem Ausland gefährdet wird, muss Deutschland auch außerhalb seiner Staatsgrenzen gegen diese Bedrohung vorgehen. Der Kernpunkt seiner Argumentation ist somit die Forderung, die bisherige Landesverteidigung durch eine präventive Krisen- und Konfliktbewältigung zu erweitern. Entsprechend wurden die Verteidigungspolitischen Richtlinien von 1992 im Mai 2003 abgeändert.4 Diese Änderung der Verteidigungspolitischen Richtlinien weist auf einen gesellschaftlichen Wandel des Begriffs „Verteidigung“ hin. Ein solcher Wandel entsteht durch einen öffentlichen Diskurs, in dem verschiedene Deutungen zu dem diskutierten Thema angebracht werden. Erst durch Interaktion werden die unterschiedlichen Ansichten zu einer Deutung zusammengebracht, die dann als soziale Realität wahrgenommen wird.5 In der Diskussion um die Sicherheitspolitik Deutschlands wurde die „Verteidigung“ als präventives Vorgehen außerhalb des eigenen Staatsgebietes durch die Regierung als soziale Realität etabliert. Doch ist damit diese gesellschaftliche Debatte noch nicht abgeschlossen, wie der Einsatz der Bundeswehr im Kongo und Libanon 2006 zeigt.

Dieser Diskurs um die Deutung der Landesverteidigung Deutschlands existiert bereits seit dem Ende des Kalten Krieges. Denn Deutschland wurde 1989 nicht nur wiedervereint, sondern verlor mit dem Fall der Mauer den bis dahin gültigen politischen und militärischen Interpretationsrahmen. Orientierungsrahmen bildete nun das Thema der „neuen Weltordnung“ und der „Globalisierung“.6 Doch neben diesen Kontexten entstand durch die Interpretation der Ereignisse des 11. Septembers 2001 und dem daraus folgenden Feldzug gegen Afghanistan der Deutungsrahmen des „Krieges gegen den Terrorismus“.7 Innerhalb dieser Debatte konnte die Bundesregierung ihre Interpretationen der Ereignisse und die daraus entstehenden Konsequenzen gezielt platzieren, da durch die Anschläge des 11. Septembers 2001 ein Deutungsvakuum entstand, dem wenige konkurrierende Deutungsangebote gegenüberstanden. Gleiches kann für den US-amerikanischen Diskurs beobachtet werden, bei dem eine plausible Ursachenanalyse für den internationalen Terrorismus fehlte8 und somit Verbindungen zwischen den Anschlägen vom 11.

September 2001 und Saddam Hussein als Mitwirkender hergestellt werden konnten.9 So stellt der Diskurs nach dem 11. September 2001 nicht einfach Fakten dar, sondern es wurde eine Sprache eingesetzt, um bestimmte Interpretationen zu ermöglichen und andere zu unterdrücken.10 HERMANNS bewertet die Wortwahl als „ psychologische Kriegsvorbereitung11 Auch wenn die Debatte gesellschaftlich noch nicht abgeschlossen ist, konnte durch die Interpretationen der Ereignisse am 11. September 2001 die Deutung von der „Verteidigung“ durch die deutsche Regierung etabliert werden, die ihren Ausdruck schließlich in den oben beschriebenen neuen Verteidigungspolitischen Richtlinien fand.

Dieser öffentliche Diskurs in Deutschland wird von den Medien getragen. Sie besitzen die politische Funktion, durch Informationsvermittlung, Kontrolle und Kritik die Öffentlichkeit für gesellschaftlich relevante Fragen zu schaffen. Auf dieser Basis wird die aktive Teilnahme der Bürger an der kritischen Meinungsbildung möglich. Besonders bei der zentralen Frage über Krieg und Frieden spielen die Medien eine große Rolle. Dies ist nicht nur auf die Medialisierung von Kriegen zurückzuführen12, sondern durch kommunizierte Haltungen und Informationen wird ein Diskurs über die Legitimität eines Krieges geführt. Der Bürger ist dabei von den Medien weitestgehend abhängig, da sich der Krieg seinen direkten Erfahrungen entzieht.13 Doch stehen auch die Medien wiederum unter dem Einfluss der Kriegsparteien, die durch systematische Medienlenkung die passive Zustimmung der Bevölkerung erzielen wollen.14 Zusätzlich stellen die Medien nicht nur die verschiedenen Deutungsangebote dar, sondern spiegeln auf Basis ihrer redaktionellen Linie eine bestimmte Meinung in der Diskussion wider. In der deutschen Presselandschaft repräsentieren die fünf großen Qualitätszeitungen - die tageszeitung, Frankfurter Rundschau, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung und Die Welt - von links nach rechts die zentralen politischen Positionen. Es ist allerdings ein mittlerer Ausschnitt, der radikale und extreme Positionen von Links und Rechts vernachlässigt.

Und auch während des Afghanistan-Krieges schufen die Medien einen öffentlichen Diskurs über den Krieg und transportierten ihre eigene Haltung zu dem Konflikt. Da die Medien eine zentrale Rolle in der diskursiven Meinungsbildung besitzen, steht die Haltung der deutschen Presse zum Afghanistan-Krieg im Mittelpunkt dieser Arbeit. Es wird gefragt, welche Argumente für und welche Argumente gegen den Krieg vorgebracht wurden, um damit die spezifische Haltung der Presse zu konstituieren. Wird ein breites Spektrum an Argumenten diskutiert, d.h. kommen die wichtigsten Positionen zur Sprache? Positioniert sich die Presse tendenziell kriegsunterstützend oder kriegskritisch? Sind diese Argumente auch von dem internationalen Diskurs über den Kampf gegen den Terrorismus beeinflusst? Können die Zeitungen durch ihre Argumentation und Haltung einem bestimmten politischen Spektrum zugeordnet werden? Entspricht dieses politische Spektrum auch der eigenen redaktionellen Linie?

Die Relevanz des Themas zeigt sich auf nationaler Ebene in dem oben erklärten sicherheitspolitischen Wandel Deutschlands. Auf internationaler Ebene repräsentiert der Angriff auf Afghanistan den ersten Krieg gegen den Terrorismus. Bereits in der Diskussion um Afghanistan wurden die zentralen Argumentationsmuster für den Kampf gegen den Terrorismus entwickelt, die in leicht veränderter Form den völkerrechtswidrigen Angriff auf den Irak legitimierten. Die Frage der Legitimation stellt sich für Afghanistan vermehrt seit Anfang 2006, da nach fünf Jahren des offiziellen Kriegsendes wieder vermehrt die Gewalt den Alltag bestimmt.15

Vor diesem Hintergrund ist es verwunderlich, dass die Verschränkung von Medien und Krieg in Afghanistan wenig Beachtung in der Forschung findet.16 Einzig die quantitative Studie von ADRIAN POHR beschäftigt sich mit der Haltung der deutschen Medien im Afghanistan-Krieg.17 Die geringe Zahl der Fachliteratur zu diesem Thema basiert meist auf Ergebnissen der US-amerikanischen Kommunikationsforschung. Diese können allerdings bei der Betrachtung der deutschen Berichterstattung nicht immer angewandt werden, da sich die Analysen aufgrund der verschiedenen Mediensysteme in den USA und in Deutschland nicht immer übertragen lassen.18

Allgemein kann festgestellt werden, dass die Rolle der deutschen Medien in Kriegen mit deutscher Beteiligung unterschiedlich stark aufgearbeitet wurde. Umfangreiches Material kann für den Ersten und Zweiten Weltkrieg besonders in den Geschichtswissenschaften ausgemacht werden.19 Jüngere Konflikte werden vor allem von den Politik- oder Kommunikationswissenschaften beachtet. Dabei weist besonders der Kosovo-Krieg20 eine kenntnisreiche Fachliteratur vor, die den deutschen Medien eine unkritische Auseinandersetzung mit der Frage der Legitimität des Krieges bescheinigt. Auch zum Dritten Golfkrieg wurden derart viele Arbeiten vorgelegt, „ dass man geradezu einen Boom des Forschungsthemas diagnostizieren muss21. Doch auch hier beziehen sich wenige Arbeiten auf die deutsche Berichterstattung.22 Viele Konflikte, bei denen die deutsche Bundeswehr eingesetzt wird, wie etwa in Mazedonien, werden in der Forschung ganz ignoriert.

Dieses unsystematische Forschungsvorgehen kann auf das Problem zurückgeführt werden, dass der Themenbereich Medien und Krieg keiner einzelnen Disziplin zuzuordnen ist. Vielmehr wird unter verschiedenen Aspekten u.a. in der Soziologie, der Politikwissenschaft, der Medien- und Kommunikationswissenschaft, der Friedens- und Konfliktforschung und der Geschichtswissenschaft zu dem Thema gearbeitet. Die Fachliteratur besteht deshalb hauptsächlich aus exemplarischen Monographien zu Kriegen oder einzelnen Medien.23 Eine Übersicht zu bisherigen Forschungsthemen bieten EILDERS und HAGEN.24 Eine systematische Auseinandersetzung mit der deutschen Presse über einen längeren Zeitraum gibt es allerdings nicht. So bleiben wichtige Faktoren der Kriegsberichterstattung in ihrer geschichtlichen Entwicklung unentdeckt. KLEINSTEUBER kritisiert deshalb zu Recht, dass z.B. die eingesetzten Instrumente der psychologischen Kriegsführung als fester Bestandteil jeder realen Kriegsführung weiterhin von der Forschung ignoriert werden.25 Auch Argumente in der Debatte um Krieg und Frieden können sich über eine längere Zeit entwickeln und dann, wie oben erklärt, zu einem Wandel der politischen Kultur führen, wie SCHWAB-TRAPP26 und FLORACK27 in ihren Untersuchungen zum sicherheitspolitischen Diskurs seit 1990 feststellen. Zusätzlich wurde die Forschung der zentralen Rolle des Visuellen in den Medien und der Gesellschaft noch immer nicht gerecht.28 Die Anzahl von Bildanalysen im Vergleich zu Medieninhaltsanalysen bleibt weiterhin gering.29

Vor dem Hintergrund der vielen Forschungsdisziplinen versteht sich diese Arbeit aus zwei Gründen als Beitrag zur Sozialgeschichte: Erstens bedeuten Kriege aus der sozialhistorischen Perspektive auch nachhaltige Veränderungen der sozialen Gefüge durch die Weiterentwicklung der Medien, wie z.B. das Fernsehen und der Hörfunk im Zweiten Weltkrieg oder die Live-Berichterstattung via Satellit aus dem Golfkrieg Anfang der 1990er Jahre zeigten.30 Zweitens kann durch die Medien die Geschichte erfahren und erfahrbar werden, wie WILKE herausstellt. Er definiert „Geschichte als Kommunikationsereignis“ und knüpft damit zwar an den historischen „Ereignis“-Begriff an, ohne aber eine Rückwendung zur Handlungs- und Ereignisgeschichte zu vollziehen. Denn für WILKE basiert das Kommunikationsereignis auf Kommunikationsprozessen, die „ kein individuelles, sondern ein gesellschaftliches und kollektives Phänomen [darstellen] . Deshalb handelt es sich auch ausdrücklich um einen Beitrag zur Sozialgeschichte31.

Auch wenn die Arbeit in der sozialgeschichtlichen Tradition verortet wird, werden Erkenntnisse aus anderen Disziplinen, wie etwa der Politischen Kommunikation, herangezogen.

Die vorliegende Arbeit ist in acht Kapitel untergliedert. Nach der Einleitung wird in Punkt 2 der theoretische Rahmen beschrieben, in den die Arbeit eingebettet ist. Es geht dabei um das normative Konzept von Öffentlichkeit, das für die Medien die politische Aufgabe vorsieht, die Voraussetzungen für die aktive Ausübung von Meinungsbildung zu schaffen. In der Realität wird diese Funktion allerdings durch unterschiedliche Faktoren, wie die Beschaffenheit der Medien, die veränderten Rahmenbedingungen sowie Zensurmaßnahmen in Kriegs- und Krisensituationen eingeschränkt. Es wird aber davon ausgegangen, dass die deutsche Presselandschaft trotz der Einschränkungen ihrer politischen Aufgabe nachkommen kann, sofern sich jede Zeitung ihrer redaktionellen Linie verpflichtet sieht und somit als Ganzes den grundlegenden Meinungspluralismus durch eine Vielzahl voneinander unterscheidbarer Medien abbildet.

Der allgemeine theoretische Rahmen wird dann in Punkt 3 durch die Darstellung des spezifischen Kontextes ergänzt. Dabei werden erst die zentralen Ereignisse seit dem 11. September 2001 bis zum offiziellen Ende des Afghanistan-Krieges zusammengefasst. Auf dieser Grundlage werden dann die Interpretationen der Ereignisse durch die USAdministration und das US-Militär veranschaulicht. Dabei wird besonders auf die im Diskurs konstruierten historischen und gesellschaftlichen Referenzen eingegangen sowie auf das Eigen- und Fremdbild der US-Administration. Die Ergebnisse dieser Analyse stellen die Basis des internationalen Diskurses über den Krieg gegen den Terrorismus dar und besitzen somit eine zentrale Bedeutung für die Debatte in Deutschland. Abschließend wird die allgemeine Situation der Kriegsberichterstattung aus Punkt 2 fallspezifisch für den Afghanistan-Krieg untersucht. Die Einflussnahme der US-Administration wird in direkte und indirekte Zensur unterschieden. Auch medienimmanente Auswirkungen wie der „Ralley-around-the-flag“-Effekt oder die profitable Symbiose von Krieg und Medien werden fallspezifisch beachtet.

Im darauf folgenden Punkt 4 wird die Methodik der vorliegenden Arbeit vorgestellt. Durch die Verbindung der Argumentationsanalyse und der historischen Inhaltsanalyse werden in einer Vorstudie anhand von Bundestagsprotokollen Argumente für und gegen den Einsatz der Bundeswehr im Afghanistan-Krieg induktiv zusammengestellt. Es wird dabei gefragt, wie breit das argumentative Spektrum angelegt ist und ob sich die Argumente auf den US-amerikanischen Diskurs rückbeziehen lassen. In der darauf aufbauenden Hauptstudie wird abgeglichen, welche Meinungen in den Kommentaren von Tageszeitungen abgebildet und ob davon abweichende Argumente genannt werden. Dabei wird allerdings nicht das gesamte Links-Rechts-Spektrum der deutschen Presselandschaft beachten, sondern die Zeitungen Frankfurter Rundschau und Die Welt, die zwei Pole des Spektrums vertreten. Dabei wird festgestellt, wo die Zeitungen parteipolitisch verortet werden können und ob diese Position der redaktionellen Linie der Zeitung entspricht. Denn es wird letztlich wieder Bezug auf den theoretischen Rahmen genommen, um zu klären, ob die Zeitungen ihrer politischen Aufgabe nachgekommen sind.

In Punkt 5 werden dann die Ergebnisse der Vorstudie dargestellt. Zusammengefasst werden die Argumente in den Haupt- und Unterkategorien präsentiert. Es geht bei der inhaltlichen Darstellung um jeweilige thematische Schwerpunkte in der Argumentation, Parallelen zu dem US-amerikanischen Diskurs über den Kampf gegen den Terrorismus und parteipolitische Nuancen innerhalb der gleichsam verwendeten Argumente. Damit können die Konfliktlinien zwischen den Parteien abgelesen werden, die für die parteipolitische Einordnung der Presse und ein Abgleichen mit ihrer jeweiligen redaktionellen Linie verwendet wird.

Die im Bundestag vorliegenden Argumente werden in einer Hintergrunddarstellung aufgearbeitet und ergänzt. Punkt 6 betrachtet dabei Deutschlands mögliche wirtschaftliche Interessen in Afghanistan und seine geopolitischen Strategien zur Erdgasversorgung Europas. Dabei stellt sich die Frage, ob diese langfristigen energiepolitischen Interessen dem verwendeten Begriff der historischen Zäsur durch die Ereignisse des 11. Septembers 2001 entgegenstehen. Die Frage der Zäsur wird auch für den sicherheitspolitischen Diskurs gestellt.

Da dieser Diskurs vornehmlich durch die Medien getragen wird, stehen die Tageszeitungen Frankfurter Rundschau und Die Welt in Punkt 7 innerhalb der Auswertung der Ergebnisse der Hauptstudie im Vordergrund. Den jeweiligen Medien wird zunächst durch einen quantitativen Abgleich mit der Vorstudie ein parteipolitisches Spektrum zugewiesen, das durch die Darstellung der Argumente in thematischen Schwerpunkten bestätigt oder verworfen wird. Daraus wird die kriegskritische oder kriegsunterstützende Haltung der jeweiligen Tageszeitung abgeleitet und die Frage beantwortet, ob diese Haltung mit der redaktionellen Linie übereinstimmt. Den Einzelbetrachtungen folgt die Bewertung, ob die Zeitungen gemeinsam argumentativ ein Links-Rechts-Spektrum mit allen dafür entscheidenden Meinungen in der Diskussion aufspannen.

Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit in Punkt 8 in dem theoretischen Rahmen verortet, um die Frage, ob die Presse ihrer politischen Aufgabe während des AfghanistanKrieges nachgekommen ist, zu beantworten.

B THEORETISCHER RAHMEN

2. Die politische Funktion der Medien und ihre Einschränkungen

Im folgenden Abschnitt wird das normative Konzept von Öffentlichkeit vorgestellt. Dieses sieht für die Medien die politische Aufgabe vor, die Voraussetzungen für die aktive Ausübung von Meinungsbildung zu schaffen. Die politische Funktion wird allerdings durch verschiedene Faktoren eingeschränkt: Die Beschaffenheit der Medien, veränderte Rahmenbedingungen sowie Kriegs- und Krisensituationen wirken einer Ausführung der eigentlichen Aufgabe entgegen. Der Frage, welche Grundvoraussetzung gegeben sein muss, damit Medien dennoch ihre politische Funktion erfüllen könnten, wird abschließend nachgegangen.

2.1 Die normative Perspektive auf die politische Funktion der Medien

Die Medien erfüllen in der Gesellschaft verschiedene Funktionen. Neben der sozialen32 und ökonomischen33 wird die politische als die traditionelle Funktion verstanden, die in Informationsvermittlung, Meinungsbildung, Kontrolle und Kritik unterteilt werden kann.34 Die politische Funktion der Medien besteht darin, den einzelnen Mitgliedern der Gesellschaft durch Vermittlung von Information die Möglichkeit zu bieten, informiert und aufgeklärt aktiv an den politischen Entscheidungsprozessen mitzuwirken.35 Die Bedeutsamkeit der Informationsobliegenheit wird durch ihre schriftliche Fixierung in Landespressegesetzen, Staatsverträgen und Mediengesetzen gestützt.36 Bei dieser Ansichtsweise über den Auftrag der Medien spielt HABERMAS´ normative Konzeption von Öffentlichkeit eine zentrale Rolle, die neben LUHMANNs37 systemtheoretischem

Verständnis eine der zwei grundsätzlichen Konzeptionen von Öffentlichkeit in der deutschen Tradition darstellt. Nach HABERMAS ist die öffentliche Meinung für das Funktionieren einer Demokratie unabdingbar, da durch die öffentliche Meinung der Regierung die Bedürfnisse der Gesellschaft vermittelt werden38 und vor allem, weil sie „ immer noch die einzig anerkannte Basis der Legitimation politischer Herrschaft ist39. Bei der Darstellung von Öffentlichkeit knüpft HABERMAS an der aufklärerischen Vorstellung an, wonach durch Kommunikation und Diskurs vernünftige Entscheidungen hervorgebracht werden können.40 Dabei versteht HABERMAS den Begriff „Diskurs“ als eine „ durch Argumentation gekennzeichnete [...] Kommunikation, in der problematisch gewordene Geltungsansprüche [...] auf ihre Gültigkeit hin untersucht werden41. Die gesellschaftlich relevanten Themen werden durch verschiedene Akteure debattiert, die versuchen ihre Deutungsangebote eines Themas in der Öffentlichkeit zu platzieren. Durch Interaktion werden diese verschiedenen Deutungsangebote eines strittigen Themas zu einem Deutungsangebot zusammengebracht, das sozial verbindlich wird.42 Dabei werden legitime Sichtweisen institutionalisiert und konkurrierende Deutungsangebote entwertet.43 SCHEUFELE spricht deshalb von „ Prozesse [n] kollektiver Wirklichkeitskonstruktionen44. So erzeugen öffentliche Diskurse „ öffentliche Meinungen, die das Publikum als überzeugend wahrnehmen und akzeptieren kann45. Die öffentliche Meinung, die durch kritische Publizität vermittelt wird, stellt nach HABERMAS ein Gegengewicht zur politischen Herrschaft dar. Durch tatsächlichen oder angedrohten Legitimationsentzug der Massenmedien, (3. Aufl.) Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften 2004; Luhmann, Niklas: Das Erkenntnisprogramm des Konstruktivismus und die unbekannt bleibende Realität, in: Ders.: Soziologische Aufklärung 5. Konstruktivistische Perspektiven, (3. Aufl.) Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften 2004, S. 31-57 kann den Herrschenden ihre normative Grundlage bestritten werden.46 Es geht also um ein selbstverantwortliches Handeln, das auf eigenständiger Meinungsbildung basiert. Die Fähigkeit, Kritik an politischen Machtträgern wirkungsvoll auszuüben, kann deshalb als zentraler Indikator einer funktionierenden Demokratie betrachtet werden. Die dafür notwendige Öffentlichkeit bewertet STAMMLER deshalb als „ die Lebenssphäre der Demokratie überhaupt47, durch die der Bürger seine Aufgabe als oberster Souverän des demokratischen Staates verwirklichen kann. Dazu sind aber solche Massenmedien notwendig, die vielfältige Artikulationschancen bieten und möglichst weitgehende Transparenz über politische und gesellschaftliche Zusammenhänge herstellen.48

HABERMAS kritisiert, dass mit der Verbreitung der Massenmedien politischer Inhalt durch Unterhaltung verdrängt49 und aufgrund kommerzieller Interessen politische Diskussionen und öffentliche Themen zunehmend personalisiert werden.50 So wandelt sich die kritische Öffentlichkeit des Bürgertums, die der Regierungsgewalt entgegengestellt war, zu der „ konsumkulturellen “ Öffentlichkeit51, bei der das Publikum nur noch eine rezipierende Funktion einnimmt. Politische Ziele werden nicht mehr in der Öffentlichkeit diskutiert, sondern ihnen wird durch die Massenmedien Publizität verliehen.52

So wird ein als Publikum desintegriertes Publikum der Staatsbürger mit publizistischen Mitteln derart mediatisiert, dass es einerseits für die Legitimation politischerKompromisse beansprucht werden kann, ohne andererseits an effektiven Entscheidungenbeteiligt oder der Beteiligung auch nur fähig zu sein.“53

Zwar bleibt die kritische Öffentlichkeit bestehen, sie kann aber nicht mehr das gesamte Publikum umfassen. Auch wenn HABERMAS' Einschätzung in seiner Neuauflage von „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ für das demokratische Potenzial der Öffentlichkeit weniger pessimistisch ausfällt54, können auch heute Faktoren bestimmt werden, die die politische Funktionsweise der Medien einschränken. Die für diese Arbeit relevanten Faktoren werden im Folgenden zusammengefasst dargestellt.

2.2 Einschränkung durch die Beschaffenheit der Medien

Die oben erklärte politische Funktion der Medien, Öffentlichkeit herzustellen und für einen ausgewogenen Diskurs Informationen bereitzustellen, scheitert nach Ansicht von Verfechtern des radikalen Konstruktivismus daran, dass Realität nicht gespiegelt durch die Medien wiedergegeben werden kann, denn „ entgegen landläufiger Vorstellungen transportieren Medien [...] keine Informationen, sondern entwerfen nach eigenen Regeln eigene Modelle der Wirklichkeit55. Im Gegensatz zu den Annahmen des realistischen Ansatzes, dass mediale Wirklichkeit an einer objektiven Realität messbar sei, verneint der radikale Konstruktivismus die Existenz der Realität in Reinform.56Die Medien liefern

Wirklichkeitsentwürfe; ihre Journalisten konstruieren Wirklichkeit “.57 Nach WEISCHENBERG kann die Gesellschaft den Medien zwar Wirklichkeitsangebote machen, sich also in den öffentlichen Diskurs einbringen, doch können dadurch die Konstruktionen nur beeinflusst, nicht aber determiniert werden.58

Eine eindimensionale Wirkungstheorie der Medien wird damit ausgeschlossen. EISENSTEIN ist sogar der Ansicht, dass sich „ keine absoluten und allgemeingültigen Gesetzmäßigkeiten über den Prozess der Einflussausübung aufstellen59 lassen. Doch auch wenn es noch immer keine allgemein anerkannte Wirkungstheorie der Medien gibt, wird vielmehr davon ausgegangen, dass Medien mit ihrer Darstellung der Ereignisse in der Lage sind, bestimmte Themen in die öffentliche Diskussion zu bringen und diese durch die Art der Präsentation, durch Thematisieren und Ignorieren bestimmter Aspekte oder durch die Vorgabe von Argumentationssträngen zu bewerten.60 So erklärt BERNHARD C. COHEN, die Presse „ may not be successful [...] in telling people what to think, but it is

stunningly successful in telling its readers what to think about61. Diesem Ansatz liegt die Annahme zugrunde, dass sich ein Transfer von Elementen der Massenmedien zu Elementen in der Vorstellung des Rezipienten vollzieht. Dabei gilt: „ Je mehr Beiträge die Medien in einem gegebenen Zeitraum über ein Thema veröffentlichen, desto wichtiger ist für einen gegebenen Rezipienten dieses Thema bzw. desto mehr Rezipienten halten dieses Thema für wichtig.62 Aber nicht nur die Anzahl der Beiträge zu einem Thema ist ausschlaggebend, sondern auch der Umfang der Berichterstattung, die Positionierung und die Präsentation.63

Die Feststellung, dass Medien bestimmte Themen für die Rezipienten wichtiger erscheinen lassen können als andere Themen, wird in der Medien- und Kommunikationswissenschaft als „Agenda-Setting“-Funktion der Massenmedien bezeichnet. Das mediale AgendaSetting bestimmt demnach zu einem gewissen Grad, welche Themen von der Bevölkerung als diskussionswürdig empfunden werden. Die Themenauswahl64 kann dabei das Weltbild des Rezipienten beeinflussen und sogar eine falsche Wahrnehmung eines Themenkomplexes bedingen.65 Besonders bei Ereignissen, die sich dem persönlichen Erfahrungsbereich der Rezipienten entziehen, wie etwa Kriegssituationen, besitzen Medien somit einen großen Einfluss auf das Weltbild des Rezipienten.

Während die Agenda-Setting-Theorie untersucht, welche Themen von den Medien behandelt werden, fragt die Framing-Theorie, wie diese Themen dargestellt und eingeordnet werden. ENTMAN definiert den Framing-Vorgang wie folgt:

To frame is to select some aspects of a perceived reality and make them more salient in a communicating text, in such a way as to promote a particular problem definition, causal interpretation, moral evaluation, and/or treatment recommendation for the item described.66

Frames lassen bestimmte Aspekte eines Themas aus und heben andere dafür hervor, sodass diese Aspekte bedeutungsvoller erscheinen.67 Die inhaltliche Akzentuierung des Themas impliziert eine bestimmte Interpretation und Bewertung des Gegenstands, indem es einen Kontext etabliert und dadurch die Perspektive steuert, aus der das Thema betrachtet wird.68 Sie sind deshalb „ kollektive Deutungsmuster, in denen bestimmte Problemdefinitionen, Kausalzusammenhänge, Ansprüche, Begründungen und Wertorientierungen in einen [...] Zusammenhang gebracht werden, um Sachverhalte zu erklären, Kritik zu fundieren undForderungen zu legitimieren69.

Soziale Akteure definieren durch die Frames, was relevant für einen Themenzusammenhang ist70, wobei Frames sich erfolgreicher gegen andere Frames durchsetzen, wenn sie in bekannten Kategorien verarbeitet werden können.71 Ist ein Frame etabliert, so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich nachfolgende Themen oder Ereignisse an die bereits bestehenden Diskursstrukturen anpassen.72 Nach SCHWAB-TRAPP gebrauchen deshalb politische Akteure Frames, die „ zugleich kulturell vertraut undhinreichend offen für neue Deutungsvorschläge sind73.

Der kommunikationswissenschaftliche Framing-Ansatz basiert auf dem soziologischen Konzept des „Diskurses“. Synonym zu „Frames“ wird der Begriff „Deutungsmuster“ verwandt als „ in Interaktion ausgebildete Interpretationsmuster der Weltdeutung und Problemlösung74. Abhängig von der Disziplin, existieren jedoch verschiedene Diskursansätze, z.B. der strukturalistische75, linguistische76 oder wie in dieser Arbeit zentral, der öffentlichkeitstheoretische77 Ansatz, welcher sich mit Realitätskonstruktionen in öffentlichen Diskursen beschäftigt. SCHEUFELE kritisiert, dass es keine trennscharfe Abgrenzung in den Definitionen gibt und bezeichnet ähnliche Begriffe aus anderen Disziplinen als „ Passepartout-Begriffe78. Gemeinsam haben diese Konzepte jedoch die grundsätzliche Annahme, dass Wissen in Form von Frames bzw. Deutungsmustern organisiert ist und dieses Wissen ständig verändert und in Diskursen prozessiert wird. SCHWAB-TRAPP ist der Ansicht, dass der Kampf um die kollektive Geltung spezifischer Deutungsangebote kulturellen Wandel erzeugt. Dieser Wandel vollzieht sich als Veränderung bestehender oder als Institutionalisierung neuer Deutungsmuster.79 Die signifikanten Elemente in diesen Diskursen kommen durch Diskursmuster zum Ausdruck, während Diskursmuster nicht als stabile Einheiten gesehen werden, sondern sich mit der Zeit verändern.80 Kritisch muss angemerkt werden, dass keine Wirkungsdaten für Frames vorliegen und auch der genaue Aufbau eines Frames ungeklärt bleibt.81 Dennoch ist in der Forschung die Annahme allgemein anerkannt, dass „ how events and issues are packaged and presented by journalists [...] fundamentally affect how readers and viewers understand those events and issues82.

Es kommen, anders als HABERMAS es fordert, besonders Repräsentanten der politischen Parteien, politischer Institutionen und anderer kollektiver Akteure sowie bekannte Intellektuelle und Medienakteure zu Wort, die SCHWAB-TRAPP als „diskursive Elite“ bezeichnet, sofern sie ihre politische Meinung in den Medien lancieren können.83

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die politische Funktion der Medien dadurch beeinträchtigt wird, dass Medien nicht in der Lage sind, die Realität abzubilden. Sie konstruieren auf Basis ihrer Beschaffenheit Medienrealitäten. Dabei beeinflussen die Medien erstens durch eine Themenauswahl, dem sogenannten Agenda-Setting und zweitens durch die interpretierte Darstellung des ausgewählten Themas, dem Framing.

2.3 Einschränkung durch veränderte Rahmenbedingungen

Einen starken Einfluss auf die Medien nimmt die zunehmende Ökonomisierung84. Da sich gerade Zeitungen vor allem durch Werbeeinnahmen85 finanzieren, machen sie sich strukturell auf dem Werbemarkt abhängig. Vor diesem Hintergrund kann die steigende Tendenz von redaktionellen Beiträgen gesehen werden, die sich an die Bedürfnisse von Zielgruppen und Werbeauftraggebern orientiert.86 Auch Qualitätszeitungen weisen diese Tendenz auf. STEININGER bezeichnet dies als dem Medium innewohnende „ Schizoidität in der Rollen- und Funktionsstruktur der Massenmedien [...] , die einerseits Institution mit öffentlichen Aufgaben und andererseits Wirtschaftsunternehmen87 sein soll. Seiner Ansicht nach ist die Tendenz zur Dominanz von Markt- und Gewinninteressen stärker, je kapitalintensiver die Medien sind. So glaubt BECKER, dass gerade die „ fehlende Zivilisierung des Kapitalismus88 letztlich das öffentliche Gut Information in eine Ware verwandelt und folglich auch Rationalisierungsprozessen aussetzt.

Eng mit der Ökonomisierung hängt die verstärkte Konzentrationstendenz - zur Effizienzsteigerung oder zur Verbesserung der Wettbewerbsposition - zusammen. Diese kann in verschiedenen Formen existieren, z.B. durch eine Fusion, durch lose Konzernbildung mit einer Vielzahl von eigenständig operierenden Firmen oder durch eine Gemeinschaftsunternehmung (Joint Venture).89 Problematisch dabei ist, dass „ dominierende Medienunternehmen [...] aufgrund ihres steigenden Marktanteils, ihrerausgeprägten Finanzkraft und ihres konzerninternen Koordinationspotentials in der Lage [sind] , die Marktzutrittsbarrieren gegenüber der Konkurrenz zu erhöhen und gleichzeitigschwächere Anbieter aus dem Markt zu drängen90.

So können bestimmte Meinungen durch Konzentrationsprozesse gebündelter kommuniziert werden. Konzentrationsprozesse werden nicht nur durch die Ökonomisierungstendenz, sondern auch durch die Globalisierungstendenzen begünstigt. Die Globalisierung von Medien meint das dichtere Zusammenwachsen der globalen Medienstrukturen. Zwar entstand bereits mit der Telegrafie im 19. Jahrhundert eine weltumspannende Bewegung von Information91, doch erst durch das Medium Internet vollzog sich seit Mitte der 1990er Jahre eine dichte Vernetzung. Auf der einen Seite führt die damit einhergehende Digitalisierung zu einer Pluralisierung und Differenzierung von Informationen, und somit auch zu mehr Unabhängigkeit von traditionellen Informationsangeboten92, wie z.B. an der Entwicklung von „Weblogs“93 ersichtlich ist. Auf der anderen Seite werden wieder Argumente aus der in den 1970er Jahren geführten „Kulturimperialismus-Debatte“ laut, die aufzuzeigen versucht, dass die nordamerikanische Kulturindustrie mit der Eroberung ausländischer Märkte hegemoniale Interessen verfolge.94 Auch heute wird befürchtet, dass der Einfluss der US-amerikanischen Kultur zu einer kulturellen Vereinheitlichung führe.95 Im Bereich der Wirtschaft hat sich allerdings gezeigt, dass Güter und Dienstleistungen auf lokale und partikulare Märkte zugeschnitten werden müssen. Die heutige multinationale Strategie heißt deshalb: „Think global, act local“. Durch Tochterunternehmen im Ausland oder Beteiligungen an einheimischen Firmen wird den spezifischen Bedingungen der jeweiligen Märkte Rechnung getragen.96 Im Informationsbereich kann eine Parallele dazu gezogen werden: Weltereignisse werden „lokalisiert“, d.h. kontextgerecht aufbereitet.97

JARREN vertritt die These, dass die Entwicklung der Printmedien zu einer Entkopplung von gesellschaftlichen Akteuren und Medien geführt hat.98 Da die heutigen Medien weitestgehend gruppenunabhängige Geschäftspresse darstellen, verfügen gesellschaftliche Akteure kaum noch über eigene Publikationsorgane.99 Die Parteipresse in den modernen Gegenwartsdemokratien ist nahezu bedeutungslos geworden: Sie stellt nur noch ein Medium zur Binnenkommunikation politischer Organisationen dar.100 Positiv daran ist, dass das Mediensystem gegenüber nationalstaatlichen politischen Akteuren an Autonomie gewinnen konnte, doch wird es zugleich stark von ökonomischen Akteuren, wie oben beschrieben, beeinflusst.101Ganz offensichtlich “, so steht für KROTZ fest, „ lösen sich die bisher für politische Kommunikation maßgeblichen Medien [...] von ihrer Mediatisierungsfunktion, die sie bisher übernommen haben102. Um trotzdem in den Medien zu Wort zu kommen, passt sich der politische Akteur den medialen Vermittlungsbedingungen an: Durch gezielte politische Öffentlichkeitsarbeit soll die Berichterstattung beeinflusst werden.103 Es werden strategisch Pseudoereignisse unter Ausnutzung von Nachrichtenfaktoren kreiert, die sogenannte „symbolische Politik“ oder verstärkte Formen der „Personalisierung“ und „Intimisierung“ angewandt.104 KLEINSTEUBER beschreibt, dass die Präsenz der Medien im Parlament dazu führt, dass „ Politiker im Parlament nicht primär ihresgleichen ansprechen, sondern Fensterreden’ halten, also die Möglichkeit der Medien nutzen und Zuhörer im gesamten Staatswesen adressieren105.

Zusammenfassend wird festgehalten, dass die Rahmenbedingungen der Medien, die durch Ökonomisierungs-, Konzentrations-, und Globalisierungstendenzen bestimmt werden, starken Erfolgsdruck auf die Medien ausüben. Das Phänomen der Entkopplung des politischen Akteurs von der Presse führt dazu, dass sich die politischen Akteure den Spielregeln der Medien anpassen müssen, um sich medienwirksam zu platzieren.

2.4 Verschärfte Einschränkungen in Kriegs- und Krisensituationen

Kriege werden an der Front geführt, aber zu Hause gewonnen oder verloren. [...] Für denErfolg eines Kriegs ist nicht nur die Stärke des Militärapparates ausschlaggebend,sondern auch, dass es gelingt, die Kontrolleüber die Informationen [...] zu behalten, siegezielt zu steuern, zu streuen oder zu verknappen.106

Kriegs- und Krisenzeiten stellen, wie das vorangestellte Zitat deutlich macht, eine Einschränkung für die Medien dar. Während die kriegsführenden Parteien versuchen Informationen zurückzuhalten oder systematisch zu streuen, streben die Medien nach Information und Aufklärung.107 HARTWIG unterscheidet bei diesem Zusammenspiel zwei Arten der Beeinflussung: Die sogenannte „ negative oder direkte Zensur108 zielt darauf ab, dass bestimmte Informationen die Medien nicht erreichen. Beispiele sind etwa die Kontrolle und Selektion des recherchierten Materials von Journalisten durch militärische Zensoren, die Verhängung von Nachrichtensperren oder die Beschränkung der Bewegungsfreiheit der Journalisten.109 Die „ positive oder indirekte Zensur110 versucht Einfluss auf die öffentliche Meinung zu nehmen, z.B. durch das Bereitstellen von Informationen und Bildern in Pressekonferenzen oder durch die Lancierung ausgewählter oder verfälschter Informationen.111

Bei diesem Zusammenspiel zwischen Krieg, Medien und Militär ist in der Geschichte der Kriegsberichterstattung nach SCHRADER „ nichts Signifikantes hinzugekommen. [...] Lediglich die Technologie der Aufnahme, Übertragung und Ausstrahlung dieser Berichte vom Kriegsschauplatz hat sich weiterentwickelt112. Er betont damit einerseits die zentrale Stellung der Medien und ihrer Technik in der Kriegsberichterstattung. Andererseits beschreibt er damit aber auch, dass sich die Medien in der Geschichte nicht durch eigene Strategien von dem Repertoire an Medienkontrolle und Medienlenkung lösen konnten und nimmt schließlich an, dass das Repertoire in ihrer Geschichte konstant bleibt. Diese Konstanz bewertet SCHRADER allerdings nicht vor dem Hintergrund des Wandels von Staatsformen hin zu Demokratien, in denen die Regierungen Repräsentanten der Bevölkerung darstellen und somit Zensur und Desinformation eine gegenläufige Bewegung zu ihrer demokratischen Funktion darstellt. VIRILIO beschreibt diesen Wandel begrifflich, wenn er sagt, dass „ nach dem Zeitalter der Zensur und Propaganda [...] jetztdie Zeit der strategischen Desinformation und der Meinungsmanipulationausgebrochen113 sei. Dieser qualitative Wandel im Repertoire an Medienkontrolle und Medienlenkung in demokratischen Systemen, den SCHRADER nicht einbezieht, soll an einem Beispiel der durch HARTWIG benannten „direkten-“ und „indirekten Zensur“ deutlich gemacht werden, an der Änderung des Journalistenzugangs zum Kriegsgeschehen und der Anwendung von Öffentlichkeitsarbeit.

Eine wichtige qualitative Änderung in der „direkten Zensur“ brachte die Interpretation der Rolle der Medien im Vietnamkrieg mit sich. Auf die Erfahrung mit den Medien in diesem Krieg greift die US-Regierung immer wieder zurück, um ihre restriktive Politik gegenüber Journalisten zu legitimieren. Nach Ansicht der US-Regierung habe die Öffentlichkeit aufgrund der nicht zensierten Berichte aus dem Vietnam-Krieg ihre Einstellung zum Krieg geändert. Damals wurden durch eine internationale PR-Kampagne der US-Regierung Journalisten eingeladen, die für eine Akkreditierung nur ein Visum und ein Begleitschreiben eines Medienunternehmens brauchten. Schon 1967 waren rund 700 Journalisten in Südvietnam, die den Rang eines Majors erhielten und Unterkunft, Verpflegung und Transport von der US-Armee beanspruchen konnten. Doch trotz Freiheit der Journalisten wurde nicht mehrheitlich die brutale Realität des Krieges gezeigt. Aus diesem Grund bezeichnet DOMINIKOWSKI den Vietnamkrieg als „ amerikanische Dolchstoßlegende114, denn Bilder von Toten oder Kämpfen machten nur fünf bis sieben Prozent in der Berichterstattung über den Vietnamkrieg aus.115 Und erst im Dezember 1969 wurde das Massaker von My Lai vom 16. März 1968 zum Medienereignis.116 Es steht nicht zur Debatte, dass der US-amerikanische Krieg im Vietnam großen Einfluss auf die Friedensbewegung nahm, doch kann dieser Einfluss nicht auf die Berichterstattung reduziert werden, sondern muss auf die US-amerikanische Außenpolitik zurückgeführt werden. Zentral in der Entwicklung der Kriegsberichterstattung ist, dass das US-Militär seitdem mehrere Änderungen im Zugang der Journalisten zum Kriegsgeschehen veranlasste und dies mit der „Vietnam-Erfahrung“ legitimierte. Die US-Regierung kreierte einen sogenannten „Medienpool“, der aus Korrespondenten bestand, die von der Militärführung auf Linientreue geprüft wurden117 und von der Armee an bestimmte Punkte des Kampfgebietes gebracht wurden, um dort unter Aufsicht zu filmen und zu recherchieren.118 Danach wurde das Material mit den zurückgebliebenen Kollegen geteilt, wie es beispielsweise im Golfkrieg 1990/91 praktiziert wurde. Problematisch war, dass keine eigenständige Recherche möglich war. Lawrence Grossmann, ehemaliger Leiter von NBC News und PBS sagte, dass die Presse vom Pentagon gefangengehalten wurde.119 Das Prinzip musste im Irak-Krieg 2003 abgeändert werden, zu dem sogenannten Prinzip des „Embeded Journalist“. Hierbei wurden Journalisten und Kamerateams bestimmten Truppenteilen zugeordnet, die dann den gesamten Feldzug mit den gleichen Soldaten verbracht haben.120 Somit blieb seit der „Vietnam-Erfahrung“ die Informationshoheit auf Seiten der US-Regierung und des Militärs.

Eine qualitative Änderung in der „indirekten Zensur“ kann in der Verbreitung von Desinformation unter Einbeziehen der Öffentlichkeitsarbeit aufgezeigt werden. Die Einbindung der Öffentlichkeitsarbeit ist dabei kontinuierlich professionalisiert worden. Während der Forschung bereits aus Kriegs- und Krisenzeiten z.B. die gezielte Verbreitung von gefälschten Informationen121 oder der Aufbau von Feinbildern durch Regierungen bekannt ist, wurden diese Aufgaben nun PR-Agenturen übergeben. Im Golfkrieg 1990/91 wurden bereits Feindbilder122, wie etwa das Bild von Irakern, die Babys aus Brutkästen nahmen und töteten, bei der britischen Agentur Hill & Knowlton durch die „Bürger für ein freies Kuwait“ in Auftrag gegeben.123 Und auch im Konflikt um den Kosovo engagierten Serben und Kosovo-Albaner seit 1991/92 immer wieder renommierte PR-Agenturen, um die USA für ihre jeweiligen politischen, ökonomischen und militärischen Ziele zu gewinnen.124 Allein die Agentur Ruder Finn erhielt bis 1999 eine Million US-Dollar, um die Kommunikationsziele der „Regierung der Republik Kosovo“ umzusetzen.125 In einem weiteren Schritt wurde die Desinformation, wenig transparent abzutrennen von der Öffentlichkeitsarbeit, als Aufgabenfeld einer demokratischen Institution oder Regierung aufgenommen. Diese wurde dann institutionell eingebunden, wie es in den USA seit Ende der 1990er Jahre politisch durch das sogenannte „Public Diplomacy“ und militärisch durch die Doktrin „Joint Doctrine for Information Operation“ veranlasst wurde.126 Und auch die Nato sah die Desinformation institutionell in ihrem strategischen Informationsmanagement im Kosovo vor: Neben der eigentlichen Medienabteilung der Nato, die der Politologe Jamie Shea leitete, wurde ein „Media Operation Center“ gegründet, in dem unter der Leitung des Medienprofis Alastair Campbell ausgesuchte PRFachleute arbeiteten. Diese begleiteten die Nato-Angriffe kommunikativ und stellten das Bombardement als Maßnahme dar, die eine Flüchtlingskrise verhindern und dem einseitig verübten Völkermord Einhalt gebieten würde, um letztlich dem Kosovo eine sichere Zukunft als Vielvölkerstaat zu ermöglichen.127 Nach JAMIE SHEA besaß das „Media Operation Center“ die Aufgabe, glaubwürdige Inhalte zu erschaffen, die die Medien bei Kritik gegen das Kriegsvorhaben in den einzelnen Ländern thematisieren könnten.128 KUNCZIK bezeichnet dies als gezielte moralische Aufweichung durch Öffentlichkeitsarbeit. Dafür war unter anderem der Aufbau von Feindbildern verantwortlich.129 Diese entstehen durch eine Gegenidentifikation, wobei die personalisierten Bilder und Charaktereigenschaften dann für gesamte Bevölkerungsgruppen verwendet wurden.130 So wurde Milosevic stellvertretend für alle Serben als „Hitlers Wiedergänger“ bezeichnet und den Militärschlägen der Nato gegenübergestellt, die als Befreiung und „chirurgische Schläge“131 kommuniziert wurden.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass das Repertoire von Medienkontrolle und Medienlenkung in Kriegs- und Krisenzeiten in ihrer Geschichte Ähnlichkeiten aufweist, doch haben sich auch qualitative Änderungen ergeben. Besonders vor dem Hintergrund des Wandels von Staatsformen hin zu Demokratien müssen diese Einschränkungen eingeordnet werden, wie etwa die restriktive Informationspolitik der USA auf Grundlage der angeblich kritischen Berichterstattung aus Vietnam. Die Medien werden durch die Kriegsparteien, oder auch indirekt durch institutionalisierte Öffentlichkeitsarbeit und Desinformation, beeinflusst und für ihre Zwecke instrumentalisiert. Dabei ist es immer schwieriger die Grenze zwischen in Demokratien notwendiger Öffentlichkeitsarbeit und unerwünschter Desinformation auszumachen.

2.5 Zusammenfassung und Ableitung einer Mindestanforderung an die Medien

Die politische Funktion der Medien wird durch verschiedene Faktoren eingeschränkt: Durch die Beschaffenheit der Medien werden Medienrealitäten konstruiert. Dabei beeinflussen die Medien erstens durch eine Themenauswahl, dem Agenda-Setting, die rezipierte Bedeutung eines Themas. Das Framing beeinflusst den Rezipienten durch die interpretierte Darstellung eines ausgewählten Themas. Auch die veränderten

Rahmenbedingungen, die durch Ökonomisierungs-, Konzentrations- und Globalisierungstendenzen bestimmt werden, schränken die politische Funktionsweise der Medien ein, da diese einen starken Erfolgsdruck auf die Medien ausüben. Auf der anderen Seite sind politische Akteure gezwungen, sich den Spielregeln der Medien anzupassen, um Medienwirksamkeit zu erzielen. In der speziellen Situation von Krieg kann die politische Funktion beispielsweise durch die strenge Informationspolitik einer Regierung eingeschränkt werden. Auch wird versucht, die Medien für eigene Zwecke zu instrumentalisieren. Die Frage, wie diese dennoch grundsätzlich ihrer politischen Funktion in der Demokratie nachkommen können, kann an dieser Stelle nicht vollständig beantwortet werden. Dies liegt neben der Komplexität der Sache auch daran, dass es kein Bewertungssystem für das Funktionieren oder Nicht-Funktionieren der politischen Aufgabe der Medien gibt. Es soll hier vielmehr eine Mindestanforderung formuliert werden, die die Medien auch trotz der veränderten und verschärften Rahmenbedingungen tragen können.

Die geforderte Transparenz über politische und gesellschaftliche Zusammenhänge wird in Deutschland durch das bekannte Links-Rechts-Spektrum der Presselandschaft weitestgehend gewährleistet. Diese Differenzierung beachtet auch das zentrale Problem der Ökonomisierung, wie LÜTER zusammenfasst: „ Indem verschiedene Zeitungen verschiedene politische Identitäten ausprägen, ist es ihnen möglich, sich gegeneinander abzugrenzen und nicht zuletzt auch ihre Position im Markt zu profilieren.132 Das Profil einer Zeitung kann als konstant angesehen werden und wird durch eine redaktionelle Linie definiert wird. Diese stellt den durch verlegerische Entscheidung oder durch die Herkunft des Mediums entstandenen Meinungskorridor dar, der mit Eintritt eines Redakteurs bei einer Zeitung akzeptiert und danach mitgestaltet wird.133 Eine gewisse Stabilität erhält diese auch durch die Bindung an bestimmte Publikumsgruppen.134 Und auch wenn die Zeitungen heute „ erhebliche Vorbehalte gegen die Parteien ihres ‚eigenen’ Lagers135 aussprechen, so bewerten konservative Medien allgemein die konservativen Parteien positiv, während Zeitungen des linken Spektrums sich eher positiv zu Rot-Grün äußern. Wird davon ausgegangen, dass die Zeitungen sich zu jedem Zeitpunkt ihrer redaktionellen Linie verpflichten, kann durch das gesamte deutsche Pressesystem der geforderte Meinungspluralismus durch eine Vielzahl voneinander unterscheidbarer Medien konstruiert werden. Somit werden im Diskurs nicht alle politischen Akteure vertreten, doch aber die wichtigsten politischen Linien. Die Mindestanforderung, die an die Medien zur Durchführung ihrer politischen Funktion gestellt werden kann, ist die Befolgung ihrer redaktionellen Linie, sodass durch die Ganzheit der Presse das politische Spektrum für die öffentliche Meinungsbildung zugänglich ist.

C KONTEXT

3. Interpretation des Ereignishorizonts und ihre Berichterstattung

Im folgenden Abschnitt werden zunächst die wichtigsten Ereignisse seit dem 11. September 2001 bis zum offiziellen Ende des Afghanistan-Krieges kurz zusammengefasst. Kritisch muss angemerkt werden, dass diese Zusammenfassung den Darstellungen der konfliktführenden westlichen Regierungen folgt, die in der Öffentlichkeit über die Medien kommuniziert wurden. Dabei werden die jeweiligen Konfliktparteien vorgestellt und der Kriegsverlauf skizziert. In einem zweiten Schritt wird die Deutung dieser Ereignisse, besonders die des 11. Septembers 2001, durch die US-Regierung sowie die daraus abgeleiteten Konsequenzen aufgezeigt. Diese Interpretation der US-Administration ist zentral, da sie den Kontext des internationalen Diskurses über den Krieg in Afghanistan darstellt und so auch die Diskussion in Deutschland rahmt. Abschließend wird die spezielle Situation der Kriegsberichterstattung aufbauend auf die bereits erklärten Einschränkungen in Kriegs- und Krisensituationen fallspezifisch für den Afghanistankrieg analysiert.

3.1 Zentrale Ereignisse nach den Anschlägen vom 11. September 2001

Am 11. September 2001 entführten Selbstmordattentäter vier Passagierflugzeuge auf Inlandsflügen in den USA. Zwei von ihnen wurden in jeweils einen der Türme des World Trade Centers in New York gelenkt.136 Ein weiteres Flugzeug zerstörte Teile des Verteidigungsministeriums in Washington, D.C. Die vierte Maschine stürzte im Bundesstaat Pennsylvania in einem ländlichen Gebiet ab, wobei davon ausgegangen wird, dass diese Maschine Kurs auf das Weiße Haus oder Camp David genommen hätte.137 Bei diesen Anschlägen kamen etwa 3.000 Menschen von über 80 Nationalitäten ums Leben.138

Schon am 13. September 2001 wurde Osama Bin Laden vom US-amerikanischen Außenminister Colin Powell als Hauptverdächtiger für die Anschläge genannt.139 Ihm wurde sowohl die logistische, als auch die finanzielle Umsetzung dieser Anschläge zugetraut.140 Denn der Sohn eines dem saudischen Königshaus nahe stehenden Baumeisters141 erbte etwa 80 Millionen Dollar.142 Nicht immer richtete sich Osama Bin Laden gegen die Politik der USA. Während der Besetzung Afghanistans ab 1979 durch die Sowjets, kämpfte Osama Bin Laden an der Seite der USA. Denn diese unterstützten im Kalten Krieg eine Initiative des pakistanischen Geheimdienstes, nach der radikale Muslime aus der ganzen Welt rekrutiert wurden, um auf Seiten der afghanischen Mudschaheddin gegen die Okkupationstruppen aus der Sowjetunion zu kämpfen. Die USamerikanische Unterstützung von etwa vier bis fünf Milliarden Dollar143 floss auch in die 1988 von Osama Bin Laden gegründete Gruppe Al Qaida, die im Jahr 2001 schätzungsweise über 3.000 bis 5.000 aktive Mitglieder in etwa 50 Ländern verfügte.144 Der Golf-Krieg stellte einen Wendepunkt in der Beziehung zwischen Osama Bin Laden und den USA dar. Ihn empörte, dass sich die USA nicht aus dem nach arabischer Ansicht „heiligen Land“ Saudi-Arabien zurückzogen. Nachdem er wegen seiner scharfen Kritik aus Saudi-Arabien ausgewiesen wurde, tauchte Bin Laden in Afghanistan unter und brachte dort die arabischen Afghanen mit den Taliban145 zusammen und fixierte den Bund mit der Heirat einer Tochter von Taliban-Chef Omar.146 Seitdem verübt die Organisation Al Qaida immer wieder Anschläge.147

Auf die Anschläge vom 11. September 2001 reagierten viele Länder mit sofortigen Solidaritätsbekundungen, wie auch Bundeskanzler Schröder, der den USA vor dem Bundestag am 12. September 2001 die „ uneingeschränkte Solidarität Deutschlands148 zusicherte. Am gleichen Tag rief die Nato zum ersten Mal in ihrer Geschichte den Bündnisfall aus149 und der UN-Sicherheitsrat verabschiedete die „Resolution 1368“, die wie die am Monatsende verabschiedete „Resolution 1373“ den Terrorismus als Bedrohung des Weltfriedens bezeichnete.150 Dies legte die USA als juristische Legitimation für den Angriff auf Afghanistan aus.151 In den USA wurde dem Präsidenten zwei Tage nach den Anschlägen vom Repräsentantenhaus die militärische Handlungsfreiheit übertragen, ohne weitere Informationen über die Dauer oder den Umfang eines möglichen Militärschlages zu fordern.152 Als Kriegsziele wurde zeitlich verschoben die Ergreifung der Führungsriege von Al Qaida, besonders Osama Bin Ladens, die Beseitigung des Taliban-Regimes und die Errichtung einer stabilen Ordnung definiert.153 In dem für die Regierung positiven politischen Klima wurden massive Einschränkungen der Bürgerrechte zugunsten der Terrorbekämpfung nicht kritisiert, die im „Patriot Act“ ihren Ausdruck fanden und institutionell mit der Gründung des Ministeriums für Heimatschutz verankert wurden.154 Auch die Kritik im Ausland blieb marginal. Es wurde vielmehr die Gelegenheit genutzt, die Beziehungen zur Weltmacht zu verbessern oder eigenen Interessen nachzugehen. Die engsten Verbündeten der USA im Kampf gegen den Terror stellten die Nato-Partner und insbesondere Großbritannien, sowie Japan und Australien dar, die alle militärischen Beistand zusicherten. Aus legitimatorischen Gründen in Hinblick auf den UNSicherheitsrat war eine Partnerschaft mit Russland und China äußerst wichtig. Russland beteiligte sich vor allem am Kampf gegen den Terrorismus, um seinen „Kampf gegen den Terror“ in Tschetschenien in das globale Vorgehen einzugliedern155 und gleichzeitig seinen Einfluss in Afghanistan nicht zu verlieren.156 Von militärischer Bedeutung waren die transkaukasischen Republiken, da sie durch die Öffnung des Luftraums, die Nutzung von Luftbasen und die Stationierung von US-Truppen vor allem für die Logistik wichtig waren. Die entscheidende Rolle spielte hierbei Usbekistan mit seiner professionellen Armee, die von Deutschland beliefert und ausgebildet wurde.157 Durch den Fall der Taliban versprach sich Usbekistan die Schwächung der eigenen muslimischen Opposition.158 Auch wurden finanzielle Anreize geschaffen, zusätzlich zu der Perspektive eines dann freien Exportweges für usbekisches Öl und Gas im Süden.159 Um längere Okkupationen durch die USA zu verhindern, wurden formelle Stationierungsabkommen geschlossen.160

Auch arabische Staaten kritisierten das Vorhaben nicht, doch gaben Politiker wie etwa der ägyptische Präsident Mubarak161 oder der libanesische Premierminister Rafik al-Hariri162 zu bedenken, dass die Ursachen für Terrorismus auch auf den Palästina-Israel-Konflikt zurückzuführen seien. Eine besondere Position in der Koalition nahm der Atomstaat Pakistan ein, der bislang die Taliban unterstützt hatte.163 Für die Hilfe Pakistans nahmen die USA die anlässlich des Nuklear-Tests von 1998 verhängten Sanktionen zurück, erließen Schulden und sicherte Finanzhilfen zu.164 Im Gegenzug musste General Musharraf die innenpolitischen Spannungen unter Kontrolle halten.165 Schwierig bei dieser groß angelegten Allianz war, dass sich verfeindete Staaten wie Pakistan und Indien nun auf der gleichen Seite wiederfanden und deshalb sensibel mit ihrer Regionalpolitik umgegangen werden musste.166 Zusätzlich wurde den USA bei der Auswahl ihrer Koalition eine Doppelmoral vorgeworfen, da sie die Menschenrechtsverletzungen der Taliban-Regierung anprangerten, aber mit Staaten wie z.B. Saudi-Arabien zusammenarbeiteten, die für ihre Menschenrechtsverletzungen bekannt waren.167

Auch mit Kriegsbeginn wurde die Koalition weiter ausgebaut, z.B. mit Italien und Deutschland.168 Letztlich wünschten sich die USA „ Unterstützung von der übrigen Welt, wollten sich aber von der Koalition nicht die Hände binden lassen. Das Ziel solle die Koalition definieren und nicht umgekehrt169. KÜHN bezeichnet dieses Vorgehen deshalb als „ nachholenden Multilateralismus170. Andere Autoren wie ROGERS gehen einen Schritt weiter und verstehen die Koalition im „Krieg gegen den Terror“ als neuen Kalten Krieg, in dem die Supermacht USA den Feind danach definiert, ob er sich gegen USInteressen stellt. 171

Als Stellvertreter der USA am Boden und ausgestattet durch russische Waffentechnik172, wurde der militärische Verbund der afghanischen Minderheiten von Usbeken, Tadschiken und Turkmenen, die sogenannte Nordallianz.173 Sie bekämpften die Taliban bereits seit 1996. Eine zentrale Rolle bei den jeweiligen Minderheiten nahmen dabei die großen Warloards ein, wie z.B. Isamail Khan oder Abdul Rashid Dostam, die in diesem Feldzug eine Chance sahen, an die Taliban verlorenen Einfluss wieder zu gewinnen.174 Sie stellten gleichzeitig das moralische Manko der Koalition dar, da sie in der Zeit von 1992 bis 1996 blutig regiert hatten.175

Die Planung für den Krieg gegen Afghanistan begann noch am 11. September 2001.176 Vor den Anschlägen hatte das Pentagon bereits an der Entwicklung einer militärischen Operation für den Irak gearbeitet, während die militärischen Aktionen für Afghanistan noch geplant werden mussten.177 Schon einen Tag später stand ein Grundplan für den Angriff, nach dem auch Länder angegriffen werden sollten, die Terroristen einen Unterschlupf boten.178 Zeitgleich begannen die USA ihren militärischen Aufmarsch, d.h. Flugzeugträger, Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge wurden in die Krisenregion verlegt.179 Es war bereits abzusehen, dass die USA in ihrer technischen Ausrüstung den Taliban weit überlegen waren.180 Die Taliban isolierten sich zunehmend auf dem internationalen Parkett, nachdem auch Saudi-Arabien und die Arabischen Emirate ihre Anerkennung der Taliban als rechtmäßige Regierung Afghanistans zurückzogen.181 Da die USA die Taliban nicht als rechtmäßig anerkannten, wurden die Verhandlungen über Pakistan abgewickelt, das nun einzige Land, das die Taliban anerkannte. Die USA stellten u.a. die Forderungen, dass alle Al Qaida-Führer, alle Terroristen und die gefangengenommenen Shelter-NowMitarbeiter ausgeliefert werden und dass alle terroristischen Ausbildungslager geschlossen werden müssten.182 Dagegen bestanden die Taliban darauf, dass erst Beweise für Osama Bin Ladens Schuld erbracht werden müssten.183

Am 7. Oktober 2001 begann nach Ablauf eines Ultimatums die erste Phase der Operation „Enduring Freedom“, die vor allem durch Luftangriffe geprägt war.184 Schon seit dem 26. September 2001 waren CIA-Agenten mit Paramilitärs in Afghanistan, um mit der Nordallianz zu verhandeln.185 Um der afghanischen Bevölkerung ein positives Zeichen zu geben, wurden die Luftschläge von Lebensmittelabwürfen begleitet. Dieses Vorgehen wurde allerdings von Hilfsorganisationen kritisiert, da so die Bevölkerung zusätzlich in den minenverseuchten Gebieten in Gefahr gebracht würde.186 Auch wurde immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass der nahende Winterbeginn die Situation der bereits 7,5 Millionen Flüchtlinge wesentlich verschlechtern würde.187

Ende Oktober stagnierten die militärischen Erfolge und die zweite Phase des Krieges wurde am 20. Oktober 2001 eingeläutet: Es wurden Spezialeinheiten entsandt, die für die Luftwaffe dem nun einsetzenden Vorstoß der Nordallianz vorarbeiten sollten. Die wenigen militärischen Ziele waren bereits zerstört, sodass den Piloten nur Gebiete genannt wurden, in denen sie nach eigenem Ermessen ihre Waffen - auch die geächteten Flächenbomben einsetzten sollten.188 Anfang November schrumpfte das von den Taliban kontrollierte Territorium binnen einer Woche von 85 Prozent auf ein Drittel des Landes. Mazar-i-Sharif wurde von der Nordallianz erobert, die am 14. November ihren Eroberungszug bis in die Hauptstadt Kabul fortsetzte.189 Nach Angaben des Roten Kreuzes wurden bei den Eroberungen Massaker begangen, wie etwa an 600 Al Qaida- und Talibankämpfern bei der

[...]


1 Peter Struck, Plenarprotokoll 15/17, 20. Dezember 2002

2 o.A.: Dokumentation des originalen Pressetextes des Verteidigungsministers Peter Struck, in: http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Bundeswehr/struck.html (17.02.2006)

3 Die Begriffe „Terrorismus“ und „Terrorist“ werden in der vorliegenden Arbeit zur besseren Lesbarkeit für Gruppenzuweisungen verwendet. Es sind Begriffe, die bis heute nicht einheitlich definiert wurden. Die Schwierigkeit liegt darin, eine wertfreie Definition zu erarbeiten, in der z.B. ein „Befreiungskämpfer“ eindeutig für jede Konfliktpartei von einem „Terroristen“ zu unterscheiden ist. In der Praxis führt dies dazu, dass z.B. in der UN-Resolution 1373 von „Counter-Terrorismus“ die Rede ist, ohne aber eine handlungseinschränkende Definition von „Terrorismus“ einzuführen. Im Extremfall muss eine Definition vor Willkür schützen, denn man kann Terroristen auch folgend definieren: „ Terrorists are those who use violence against the side that is using the word.“ (o.A.: Submissions of the Indonesian Human Rights Commitee to the Foreign Affairs, Defence and Trade Committee on the Terrorism, in: The Observer vom 30. September 2004, zit. nach: Conte, Alex: Security in the 21st Century. The United Nations, Afghanistan and Iraq, Aldershot: Ashgate 2005, S. 12)

4 Siehe Bundesministerium der Verteidigung: Verteidigungspolitische Richtlinien für den Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung, in: http://www.bmvg.de/portal/PA_1_0_LT/PortalFiles/ C1256EF4002AED30/W268QHHV223INFODE/Verteidigungsspezifische+Richtlinien.pdf?yw_repository= youatweb (14. Februar 2006)

5 Weischenberg, Siegfried: Journalismus als Wirklichkeitskonstruktion, in: Ders.: Journalistik. Medienkommunikation: Theorie und Praxis, Opladen: Westdeutscher Verlag 1992, S. 65

6 Schulte-Holtey, Ernst: Die Eigendynamik von „Medien-Maschinen“ in Kriegszeiten, in: Albrecht, Ulrich/Becker, Jörg (Hg): Medien zwischen Krieg und Frieden (=Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung e.V., Band 29), Baden-Baden: Nomos 2002, S. 178

7 Norris, Pipa/Kern, Montague/Just, Marion: Framing Terrorism, in: dies. (Hg): Framing Terrorism. The News Media, the Government and the Public, New York/London: Routledge 2003, S. 15

8 Becker, Jörg: Afghanistan. Der Krieg und die Medien, in: Albrecht, Ulrich/Becker, Jörg (Hg): Medien zwischen Krieg und Frieden (=Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung e.V. (AFK), Band 29), Baden-Baden: Nomos 2002, S. 170; Eine Ursachenanalyse ist auch im offiziellen Bericht nicht erkennbar, siehe United States/National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States: The 9/11 Commission Report. Final Report of the National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States, New York Et al. W.W. Norton & Company 2004

9 Norris, Pipa/Kern, Montague/Just, Marion: The Lessons of Framing Terrorism, in: Dies. (Hg): Framing Terrorism. The News Media, the Government and the Public, New York/London: Routledge 2003, S. 299

10 Jackson, Richard: Writing the war on terrorism. Language, politics and counter-terrorism, Manchester/New York: Manchester University Press 2005, S. 58

11 Hermanns, Fritz: „Krieg gegen den Terrorismus“. Über die Bedeutung des Wortes Terrorismus im Diskurs der Medien und Experten, in: Fraas, Claudia/Klemm, Michael (Hg): Mediendiskurse. Bestandsaufnahme und Perspektiven (=Bonner Beiträge zur Medienwissenschaft, Band 4), Frankfurt am Main: Lang 2005, S. 161

12 Eilders, Christiane/Hagen, Lutz M.: Kriegsberichterstattung als Thema kommunikationswissenschaftlicher Forschung. Ein Überblick zum Forschungsstand und den Beiträgen in diesem Themenheft, in: Medien & Kommunikationswissenschaft, (2005) 53, Nr. 2-3, S. 206

13 Modelmog, Ilse: Kriegsbegeisterung! Kriegsbegeisterung? Zur soziologischen Dimension des Kriegserlebnisses, in: Mergner, Gottfried/Van der Linden, Marcel (Hg): Kriegsbegeisterung und mentale Kriegsvorbereitung. Interdisziplinäre Studien (=Beiträge zur Politischen Wissenschaft, Band 61), Berlin: Dunker & Humboldt 1991, S. 172

14 Mergner, Gottfried/Van der Linden, Marcel: Kriegsbegeisterung und mentale Kriegsvorbereitung, in: Dies. (Hg): Kriegsbegeisterung und mentale Kriegsvorbereitung. Interdisziplinäre Studien (=Beiträge zur Politischen Wissenschaft, Band 61), Berlin: Dunker & Humboldt 1991, S. 19

15 Gerner, Martin: Enttäuscht von Karsai, in: Frankfurter Rundschau, Nr. 24 vom 30. Mai 2006, S. 3

16 Eine der wenigen Arbeiten untersucht den Wandel innerhalb der gemeinsamen Solidargemeinschaft, siehe Müntinga, Maike: Von der „uneingeschränkten“ zur „kritischen“ Solidarität mit den USA? Eine Untersuchung der Meinungsbildung in FAZ und SZ nach den Ereignissen des 11. September 2001 (=Texte zu Politik und Zeitgeschichte, Band 6), Münster: LIT 2003

17 Siehe Pohr, Adrian: Indexing im Einsatz. Eine Inhaltsanalyse der Kommentare überregionaler Tageszeitungen in Deutschland zum Afghanistankrieg 2001, Magisterarbeit, unveröffentlichtes Manuskript, Freie Universität Berlin 2003

18 In den USA ist von einem eher wirtschaftsliberalen Institutionalisierungsmodell auszugehen, während Deutschland mit dem implementierten dualen System ein sozialverantwortliches System zu integrieren anstrebt. (Jarren, Ottfried/Meier, Werner A.: Mediensysteme und Medienorganisation als Rahmenbedingungen für den Journalismus, in: Jarren, Ottfried/Weßler, Hartmut (Hg): Journalismus. Medien. Öffentlichkeit. Eine Einführung, Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2002, S. 104)

19 Siehe Wernecke, Klaus: Der Wille zur Weltgeltung. Außenpolitik und Öffentlichkeit im Kaiserreich am Vorabend des Ersten Weltkrieges, Düsseldorf: Droste 1970; Bramsted, Ernest K.: Goebbels und die nationalsozialistische Propaganda 1925-1945, Frankfurt am Main: Fischer 1971; Sywottek, Jutta: Mobilmachung für den totalen Krieg. Die propagandistische Vorbereitung der deutschen Bevölkerung auf den Zweiten Weltkrieg, Opladen: Westdeutscher Verlag1976; Bartels, Ulrike: Die Wochenschau im Dritten Reich. Entwicklung und Funktion eines Massenmediums unter besonderer Berücksichtigung völkischer Inhalte, Frankfurt am Main Et al.: Lang 2004

20 Siehe Beham, Mira: Der Informationskrieg um das Kosovo, in: Vierteljahresheft für Sicherheit und Frieden, (2000) 3, S. 218-226; Cremer, Ulrich/Lutz, Dieter S. (Hg): Nach dem Krieg ist vor dem Krieg. Die Sicht der anderen zum Kosovo-Krieg und ihre alternativen Lehren und Konsequenzen, Hamburg: VSA 1999; Eilders, Christiane/Lüter, Albrecht: Gab es eine Gegenöffentlichkeit während des Kosovo-Krieges? Eine vergleichende Analyse der Deutungsrahmen im deutschen Mediendiskurs, in: Albrecht, Ulrich: Medien zwischen Krieg und Frieden, Baden-Baden: Nomos 2002, S. 103-122; Elasser, Jürgen: Kriegsverbrechen. Die tödlichen Lügen der Bundesregierung und ihre Opfer im Kosovo-Konflikt, Hamburg: Konkret 2000

21 Eilders/Hagen, S. 205

22 Siehe Kocks, Klaus/Merten, Klaus/Brickwedde-Stümpel, Katja/Wienand, Edith: Vom gerechten Krieg. Berichterstattung der deutschen Presse zum Irak-Krieg (=Medien aktuell, Band 1), Münster: LIT Verlag 2003

23 Becker, Jörg: Medien im Krieg, in: Albrecht, Ulrich/Becker, Jörg (Hg): Medien zwischen Krieg und Frieden (=Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung e.V., Band 29), Baden-Baden: Nomos 2002, S. 19

24 Siehe Eilders/Hagen, S. 205-221

25 Kleinsteuber, Hans J.: Terrorismus und Feindbilder. Zur visuellen Konstruktion von Feinden am Beispiel Osama Bin Laden und Saddam Hussein, in: Beuthner, Michael Et al. (Hg): Bilder des Terrors. Terror der Bilder? Krisenberichterstattung am und nach dem 11. September, Köln: Herbert von Halem 2003, S. 210

26 Siehe Schwab-Trapp, Michael: Kriegsdiskurse. Die politische Kultur des Krieges im Wandel 1991-1999, Opladen: Leske & Budrich 2002

27 Siehe Florack, Martin: Kriegsbegründungen. Sicherheitspolitische Kultur in Deutschland nach dem Kalten Krieg, Marburg: Tectum 2005

28 Ein Überblick zur Visualisierung von Kriegen, siehe Paul, Gerhard: Bilder des Krieges. Krieg der Bilder. Die Visualisierung des modernen Krieges, Paderborn: Ferdinand Schöningh 2004

29 GRITTMANN entwickelte deshalb eine Verfahrensweise aus der Ikonographie, mit der quantitativ Bildinhalte aus dem medialen Kontext erfasst werden können. Siehe Grittmann, Elke: Fotojournalismus und Ikonographie. Zur Inhaltsanalyse von Pressefotos, in: Lauf, Edmund/Wirth, Werner: Inhaltsanalyse. Perspektiven, Probleme, Potentiale, Köln: Herbert von Halem Verlag 2001, S. 262-279

30 Schrader, Gunther: Zensur und Desinformation in Kriegen, in: Albrecht, Ulrich/Becker, Jörg (Hg): Medien zwischen Krieg und Frieden (=Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung e.V., Band 29), Baden-Baden: Nomos 2002, S. 51

31 Wilke, Jürgen: Der Beitrag der Massenkommunikation beim Zustandekommen historischer Ereignisse, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, (1989), Nr. 30, S. 59

32Medien werden als Sozialisierungsinstanz aufgefasst, die dem einzelnen Menschen die Eingliederung in die Gesellschaft zwar erleichtern, aber gleichzeitig auch seine Identität und seine Persönlichkeit entwickeln helfen sollen. “ (Jarren/Meier, 105f)

33 Im Vordergrund dieser Funktion steht die unmittelbare Kapitalverwertung zur Gewinnerzielung. „ Mit der Zirkulationsfunktion - vor allem in Form der Werbung - haben die Medien die Ware-Geld-Beziehung zu aktivieren und insgesamt den Wirtschaftskreislauf zu beschleunigen. “ (Ebd., S. 107)

34 Eisenstein, Cornelia: Meinungsbildung in der Mediengesellschaft. Eine theoretische und empirische Analyse zum Multi-Step-Flow of Communication (=Studien zur Kommunikationswissenschaft, Band 1), Opladen: Westdeutscher Verlag 1994, S. 28

35 Donsbach, Wolfgang: Aus eigenem Recht Legitimationsbewußtsein und Legitimationsgründe von Journalisten, in: Kepplinger, Hans Matthias (Hg): Angepaßte Außenseiter, Freiburg Et al.: Alber 1979, S. 29

36 Eisenstein, S. 33

37 Siehe Luhmann, Niklas: Öffentliche Meinung, in: Ders. (Hg): Politische Planung. Aufsätze zur Soziologie von Politik und Verwaltung, Opladen: Westdeutscher Verlag 1979, S. 3-34; Luhmann, Niklas: Die Realität

38 Habermas, Jürgen: Strukturwandel der Öffentlichkeit. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft (Neuauflage), Frankfurt am Main: Suhrkamp 1990, S. 90

39 Ebd., S. 344

40 Ebd., S. 153

41 Habermas, Jürgen: Wahrheitstheorien, in: Helmuth Fahrenbach (Hg): Wirklichkeit und Reflexionen. Walter Schulz zum 60. Geburtstag, Pfullingen: Neske, S. 214

42 Weischenberg, S. 65

43 Schwab-Trapp, Michael: Screbrenica- ein konsensbildendes Ereignis? Diskursive Eliten und der Diskurs über den Jugoslawienkrieg, in: Neckel, Sighard/Schwab-Trapp, Michael (Hg): Ordnungen der Gewalt. Beiträge zu einer politischen Soziologie der Gewalt und des Krieges (=Soziologie der Politik, Band 3), Opladen: Leske & Budrich 1999, S. 122

44 Scheufele, Bertram: Frames. Framing. Framing-Effekte. Theoretische und methodische Grundlegung des Framing-Ansatzes sowie empirische Befunde zur Nachrichtenproduktion (=Studien zur Kommunikationswissenschaft), Opladen: Westdeutscher Verlag 2003, S. 42

45 Neidhardt, Friedhelm: Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, soziale Bewegungen, in: Ders. (Hg): Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, soziale Bewegungen (=Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderheft 34), Opladen: Westdeutscher Verlag 1994, S. 8

46 Habermas (1990), S. 153

47 Stammler, Dieter: Die Presse als soziale und verfassungsrechtliche Institution. Eine Untersuchung zu Pressefreiheit nach dem Bonner Grundgesetz, Berlin: Dunker & Humbolt 1971, S. 208

48 Jarren/Meier, S. 106

49 Habermas (1990), S. 258f

50 Ebd., S. 261f

51 Ebd., S. 269

52 Ebd., S. 321

53 Ebd., S. 325

54 Ebd., S. 30

55 Löffelholz, Martin: Krisenkommunikation, Probleme, Konzepte, Perspektiven, in: Ders. (Hg): Krieg als Medienereignis. Grundlagen und Perspektiven der Krisenkommunikation, Opladen: Westdeutscher Verlag 1993, S. 13

56 Eine Mittelposition nimmt der sogenannte „Rekonstruktivismus“ ein. Dieser Ansatz geht davon aus, dass Teile der Realität objektiviert werden können, dass aber Realität zu komplex ist, um als „ Ganzes erfassbar zu sein und daher selektiert, transformiert und insofern tatsächlich konstruiert wird “. (Hafez, Kai: Die politische Dimension der Auslandsberichterstattung, Band I: Theoretische Grundlagen, Baden-Baden: Nomos 2002, S. 17)

57 Weischenberg, S. 60

58 Ebd.

59 Eisenstein, S. 16

60 Siehe McCombs, Maxwell/Danielian, Lucig/Wanta, Wayne: Issues in the News and the Public Agenda: The Agenda-Setting-Tradition, in: Glasser, Theodore L./Salmon, Charles T.: Public Opinion and the Communication of Consent, New York/London: Guilford Press 1995, S. 281-300; McCombs, Maxwell: Agenda setting. Zusammenhänge zwischen Massenmedien und Weltbild, in: Schorr, Angela (Hg): Publikums- und Wirkungsforschung. Ein Reader, Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2000, S. 123-136; Page, Benjamin I.: What Moves Public Opinion?, in: American Political Science Revier (1997) 81, S. 23-43; Jordan, Donald L./Page, Benjamin I.: Shaping Foreign Policy Opinion. The Role of TV News, in: Journal of Conflict Resolution, (1992) 36, S. 227-241

61 Cohen, Bernhard C: The Press, the Public and Foreign Policy, Princeton: Princeton University Press 1963, S. 13

62 Brosius, Hans Bernhard: Agenda Setting nach einem Vierteljahrhundert Forschung. Methodischer und theoretischer Stillstand?, in: Publizistik (1994), Nr. 31, S. 270

63 Kunczik, Michael/Zipfel, Astrid: Publizistik. Ein Studienhandbuch. Köln/Weimar/Wien 2001, S. 335

64 Siehe Staab, Joachim Friedrich: Nachrichtenwert-Theorie. Formale Struktur und empirischer Gehalt (=Alber-Broschur Kommunikation, Band 17), Freiburg Et al.: Alber 1990; Eilders, Christine: Nachrichtenfaktoren und Rezeption. Eine empirische Analyse zur Auswahl und Verarbeitung politischer Information (=Studien zur Kommunikationswissenschaft, Band 29), Opladen: Westdeutscher Verlag 1997

65 Siehe Powers, Elisabeth/Price, Vincent/Tewksbury, David: Switching trains of thought. The impact of news frames on readers' cognitive response, in: Communication Research (1997) 24, Nr. 5, S. 481-506

66 Entman, Robert: Framing. Towards Clarification of a Fractured Paradigm, in: Journal of Communication, (1993) 43, Nr. 4, S. 52

67 Entman, S. 53

68 Eilders, Christiane: Von Links bis Rechts. Deutung und Meinung in Pressekommentaren, in: Eilders, Christiane/Neidhard, Friedhelm/Pfetsch, Barbara (Hg): Die Stimme der Medien. Pressekommentare und politische Öffentlichkeit in der Bundesrepublik, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften 2004, S. 131

69 Neidhardt, Friedhelm/Rucht, Dieter: Auf dem Weg in die „Bewegungsgesellschaft“, in: Soziale Welt. Zeitschrift für sozialwissenschaftliche Forschung und Praxis (1993) 44, Nr. 3, S. 308

70 Siehe Carragee, Kevin M./ Meinhofer, William/Ryan, Charlotte: Theory into practice. Framing, the news media, and collective action, in: Journal of Broadcasting & Electronic Media, (2001) 45, Nr. 3, S. 175-182

71 Entman, S. 53

72 Norris, Pippa: The Restless Searchlight. Network News Framing of the Post-Cold War World, in: Political Communication (1995) 12, Nr. 4, S. 357

73 Schwab-Trapp (1999), S. 123

74 Lüders, Christian/Meuser, Michael: Deutungsmusteranalyse, in: Hitzler, Ronald/Honer, Anne (Hg): Sozialwissenschaftliche Hermeneutik. Eine Einführung, Opladen: Leske & Budrich 1997, S. 62

75 Siehe Foucault, Michel: Die Ordnung des Diskurses, Frankfurt am Main: Fischer 1991

76 Siehe Böke, Karin: Überlegungen zu einer Methaphernanalyse im Dienste „parzellierter“ Sprachgeschichtsschreibung, in: Böke, Karin/Jung, Matthias/ Wengler Martin (Hg): Öffentlicher Sprachgebrauch. Praktische, theoretische und historische Perspektiven, Opladen: Westdeutscher Verlag, S. 431-452

77 Siehe Habermas (1990)

78 Scheufele, S. 38

79 Schwab-Trapp (1999), S. 122

80 Scheufele, S. 42f

81 Ebd, S. 41

82 Powers/Price/Tewksbury, S. 482

83 Schwab-Trapp (1999), S. 120

84UnterÖkonomisierung kann die Ausweitung derökonomischen Logik auf Strukturen und Prozesse verstanden werden, die bisher einer anderen Logik folgten. “ (Jarren/Meier, S. 112)

85 Werbeeinnahmen inklusive Stellenanzeigen machen bei Zeitungen heute zwischen 60 bis 80 Prozent der Gesamteinnahmen aus. (Ebd., S. 111)

86 Ebd., S. 112

87 Steininger, Christian: Öffentlichkeit aus politökonomischer Perspektive, in: Faulstich, Werner/Hickethier, Knut (Hg): Öffentlichkeit im Wandel. Neue Beiträge zur Begriffserklärung, Bardowick: Wissenschaftler Verlag 2000, S. 328

88 Becker (2002a), S. 16

89 Jarren/Meier, S. 118

90 Ebd., S. 122

91 Um 1870 waren die europäischen Kolonialmächte sowohl mit den USA, als auch mit Indien, China und Australien durch Unterwasserkabel verbunden. 1924 ging anlässlich der Weltausstellung ein Telegramm des englischen Königs Georg V. durch britische Kabel in 80 Sekunden um die Welt. (Jarren/Meier, S. 113)

92 Hickethier, Knut: Öffentlichkeit im Wandel. Zur Einleitung, in: Faulstich, Werner/Hickethier, Knut (Hg): Öffentlichkeit im Wandel. Neue Beiträge zur Begriffserklärung, Bardowick: Wissenschaftler Verlag 2000, S. 7

93 Siehe Möller, Erik: Die heimliche Medienrevolution. Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern, Hannover: Heise 2005; Devilette, Sylvie (Hg): Handbook for Bloggers and Cyber-Dissidents. Reporters without Borders, Paris: Reporters without Borders, 2005

94 Jarren/Meier, S. 114

95 Ebd.

96 Als Beispiel kann die Zeitungsgruppe Metro in Luxemburg genannt werden: Mit ihrem Grundprinzip sind die inzwischen 19 „Gratisblätter“ in Europa, Nord- und Südamerika vertreten, wobei immer mit inländischer Hilfe und Kapital die markteigenen Merkmale eingearbeitet werden. (Ebd., S. 115f)

97 Bei einem Großbrand in einem Tunnel wird zunächst über diesen Tunnelbrand berichtet, wobei sich der Fokus schnell auf die Sicherheit der Tunnel in der eigenen Region verschiebt (Ebd., S. 117)

98 Ebd., S. 126f

99 Anders war dies in der im 20. Jahrhundert existierenden Gesinnungspresse, die nach JARREN zunächst von der politischen und konfessionellen Richtungspresse verdrängt und dann durch die sogenannte Geschäfts- und Generalanzeigerpresse weitestgehend ersetzt wurde. (Jarren/Meier, S. 126)

100 Lüter, Albrecht: Politische Profilbildung der Parteien? Redaktionelle Linien in Kommentaren deutscher Qualitätszeitungen, in: Eilders, Christiane/Neidhard, Friedhelm/Pfetsch, Barbara (Hg): Die Stimme der Medien. Pressekommentare und politische Öffentlichkeit in der Bundesrepublik, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften 2004, S. 167

101 Jarren/Meier, S. 131

102 Krotz, Friedrich: Öffentlichkeit aus Sicht des Publikums, in: Jarren, Ottfried/Krotz, Friedrich (Hg): Öffentlichkeit unter Viel-Kanal-Bedingungen, Baden-Baden: Nomos 1998, S. 101

103 Dahlke, Kerstin/Pfetsch, Barbara: Politische Öffentlichkeitsarbeit zwischen Zustimmungsmanagement und Politikvermittlung. Zur Selbstwahrnehmung politischer Sprecher in Berlin und Bonn, in: Jarren, Otfried/Schatz, Heribert/Weßler, Hartmut (Hg): Medien und politischer Prozess. Politische Öffentlichkeit und massenmediale Politikvermittlung im Wandel, Opladen: Westdeutscher Verlag 1996, S. 137 104 Jarren/Meier, S. 135

105 Kleinsteuber, Hans J.: Öffentlichkeit und öffentlicher Raum, in: Faulstich, Werner/Hickethier, Knut (Hg): Öffentlichkeit im Wandel. Neue Beiträge zur Begriffserklärung, Bardowick: Wissenschaftler Verlag 2000, S. 37

106 Frohloff, Astrid: Fälscher an der Front, in: Die Zeit, Nr. 15 vom 3. April 2003, S. 35

107 Kunczik, Michael: Feind-Bilder. Wie Stereotypisierungen funktionieren und wozu sie dienen, in: Deutsche Welle (Hg): „Sagt uns die Wahrheit: Die bringen uns um!“ Zur Rolle der Medien in Krisen und Kriegen (=DW-Schriftenreihe, Band 3), Berlin: Vistas 2001, S. 101

108 Hartwig, Stefan: Konflikt und Kommunikation. Berichterstattung, Medienarbeit und Propaganda in internationalen Konflikten vom Krimkrieg bis zum Kosovo (=Publizistik, Band 4), Münster/Hamburg/London: LIT 1999, S. 11

109 Ebd., S. 17

110 Ebd., S. 12

111 Ebd., 17f

112 Schrader, S. 49

113 Virilio, Paul: Krieg und Fernsehen (Ungekürzte Ausg.), Frankfurt am Main: Fischer 1997, S. 155

114 Dominikowski, Thomas: „Massen“medien und „Massen“krieg. Historische Annäherung an eine unfriedliche Symbiose, in: Löffelholz, Martin (Hg): Krieg als Medienereignis. Grundlagen und Perspektiven der Krisenkommunikation, Opladen: Westdeutscher Verlag 1993, S. 33

115 Ebd., S. 46

116 Ebd., S. 45

117 Schrader, S. 50

118 Bussemer, Thymian: Medien als Kriegswaffe. Eine Analyse der amerikanischen Militärpropaganda im Irak-Krieg, in: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, Nr. 49-50 vom 1. Dezember 2003, S. 25

119 El-Kikhia, Mansour O/Jasperson, Amy E.: CNN and al Jazeera's Media Coverage of America' s War in Afghanistan, in: Norris, Pipa/Kern, Montague/Just, Marion (Hg): Framing Terrorism. The News Media, the Government and the Public, New York/London: Routledge 2003, S. 115

120 Bussemer, S. 25

121 Schon im Ersten Weltkrieg wurden von allen Kriegsparteien Zahlen und Fakten vom Kriegsgeschehen gefälscht, um eigene Verluste publizistisch in Siege verwandeln zu können. (Dominikowski, S. 41) In diesem Zusammenhang wurde der Begriff „Frontbegradigung“ geschaffen, die geschönte Darstellung eines Verlustes. (Schrader, S. 48)

122 Feindbilder sind nach Definition der Friedensforschung eine „ spezifische Form sozialer Vorurteile. Sie vereinigen kognitive, evaluative und konative Elemente zu einem negativen Bild von einem realen oder vermuteten Feind und sind - wie Vorurteile allgemein - resistent gegen eine Berichtigung durch reale Erfahrung “. (Niklas, Hans: Feinbild, in: Becker, Jörg Et al: Zur Analyse außenpolitisch relevanter Feindbilder in der Bundesrepublik 1949-1971, Band 1: Zum Erkenntnisinteresse, zur Methode und zum Codeplan der Untersuchung. Kurzfassung und Ergebnisse (=Studien aus der Hessischen Stiftung Friedensund Konfliktforschung, Band 1), Frankfurt am Main: Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung 1977, S. 4ff, zit. nach Kleinsteuber (2003), S. 209)

123 Löffelholz, Martin: Neue Schlachtfelder - alter Journalismus? Bedingungen und Konsequenzen der Kriegskommunikation im Zeitalter globaler Public Relations, in: Deutsche Welle (Hg): „Sagt uns die Wahrheit: Die bringen uns um!“ Zur Rolle der Medien in Krisen und Kriegen (=DW-Schriftenreihe, Band 3), Berlin: Vistas 2001, S. 32

124 Ebd., S. 31

125 Ebd., S. 32

126 Siehe Christiansen, Olaf: Das “Office for strategic influence” als Informationsmanager in der US- Kampagne in Afghanistan, in: Publizistik (2004) 49, Nr. 1, S. 66-81; Elter, Andreas: Die Kriegsverkäufer. Geschichte der US-Propaganda 1917-2005, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2005, S. 276ff 127 Hammond, Philip: „Humanitäre Intervention“ und „Krieg gegen den Terror“. Das Verhalten der Medien vom Kosovo bis zum Irak, in: Martin Löffelholz (Hg): Krieg als Medienereignis II. Krisenkommunikation im 21. Jahrhundert, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften 2004, S. 101

128Aber warum braucht man überhaupt eine Presse- und Medienabteilung? Weil die anderen Verbündeten, die vielleicht Probleme mit den eigenen Medien haben, bei der Überzeugung der Öffentlichkeit unter die Arme greifen müssen. Wenn Sie eine gemeinsame militärische Operation durchführen und einer der Verbündeten Probleme hat, so können diese sehr schnell auch zu Ihren Problemen werden. Wenn es aber eine Presseabteilung gibt, mit der man wirklich eng zusammenarbeitet, kann man die Nachrichten erstellen, die einer bestimmten Regierung in schwierigen Zeiten helfen können.“ (Shea, Jamie: Die Kosovo-Krise und die Medien. Reflexionen eines Nato-Sprechers, in: S+F. Vierteljahresschrift für Sicherheit und Frieden (2000)18, Nr. 3, S. 215)

129 Kunczik, S. 100

130 Schulte-Holtey, S. 177

131 Lampe, Gerhard: Medienfiktion beim Nato-Einsatz im Kosovo-Krieg, in: Albrecht, Ulrich/Becker, Jörg (Hg): Medien zwischen Krieg und Frieden (=Schriftenreihe der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung e.V., Band 29), Baden-Baden: Nomos 2002, S. 96f

132 Lüter, S. 168

133 Eilders, Christiane Et al: Das „Kommentariat“. Rolle und Status einer Öffentlichkeitselite, in: Eilders, Christiane/Neidhard, Friedhelm/Pfetsch, Barbara (Hg): Die Stimme der Medien. Pressekommentare und politische Öffentlichkeit in der Bundesrepublik, Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften 2004, S. 47

134 Ebd.

135 Lüter, S. 183

136 Schmitt, Michael N.: Counter-Terrorism and the Use of Force in International Law (=The Marshall Center papers, Band 5), Garmisch-Partenkirchen Et al.: George C. Marshall European Center of Security Studies 2002, S. 3

137 Fawn, Rick: From ground zero to the war in Afghanistan, in: Buckley, Mary/Fawn, Rick (Hg): Global Responses to Terrorism. 9/11, Afghanistan and beyond, London/New York: Routledge 2003, S. 12

138 Schmitt, S. 3

139 Fawn, S. 13

140 Follath, Erich/Latsch, Gunther: Der Prinz und die Terror-GmbH, in: Der Spiegel, Nr. 38 vom 15. September 2001, S. 145

141 Balzli, Beat Et al.: „Vielköpfige Hydra“, in: Der Spiegel, Nr. 39 vom 24. September 2001, S. 113

142 Hirschmann, Kai: Terrorismus in neuen Dimensionen. Hintergründe und Schlussfolgerungen, in: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, Nr. 51 vom 14. Dezember 2001, S. 11

143 Rashid, Ahmed: Gottes eigene Krieger, Teil 1, in: Der Spiegel, Nr. 42 vom 15. Oktober 2001, S. 180

144 Follath, Erich: Chamäleon & Co., in: Der Spiegel, Nr. 39 vom 24. September 2001, S. 16

145 Genaue Beschreibung der Konfliktparteien Al Qaida und Taliban, siehe Kühn, Florian: Außer Balance. Militärische und politische Strategien zur Terrorismusbekämpfung in Afghanistan (=Schriftenreihe zur Internationalen Politik, Band 6), München: Institut für Internationale Politik, Sicherheitspolitik, Wehr- und Völkerrecht 2005

146 Follath/Latsch, S. 132

147 Mit der Terroristenorganisation werden u.a. der Bombenanschlag auf das World Trade Center 1993, die Anschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 und die Angriffe auf die USS Cole im Jahre 2000 verbunden. (Schmitt, S. 3f)

148 Schröder, Gerhard: Regierungserklärung zu den Anschlägen in den Vereinigten Staaten von Amerika in: Plenarprotokoll 14/186

149 Schröder, Florian: Das parlamentarische Zustimmungsverfahren zum Auslandseinsatz der Bundeswehr in der Praxis (=Göttinger Studien zum Völker- und Europarecht, Band 4), Köln Et al.: Heymanns 2005, S. 110

150 Siehe Resolution 1373, in: http://daccessdds.un.org/doc/UNDOC/GEN/N01/557/43/PDF/N0155743.pdf? OpenElement (12. April 2006); Resolution 1368, in: http://daccessdds.un.org/doc/UNDOC/GEN/ N01/533/82/PDF/N0153382.pdf?OpenElement (12. April 2006)

151 Conte, S. 42ff

152 Schmitt, S. 5

153 Kühn, S. 23

154 Siehe Bohrer, George F. Jr.: Information Law since September 11. The USA Patriot Act and Other Government Limitations of Expression Rights, in: Sides, Charles H. (Hg): Freedom of Information In a Post 9-11 World, Amityville/New York: Baywood 2006, S. 23-38

155 Meyer, Fritjof: Blutiger September, in: Der Spiegel, Nr. 39 vom 24. September 2001, S. 172

156 Ihlau, Olaf Et al.: Friedhof der Invasoren, in: Der Spiegel, Nr. 42 vom 22. Oktober 2001, S. 156

157 Hoyng, H. Et al.: Krieg im Schatten, in: Der Spiegel, Nr. 40 vom 1. Oktober 2001, S. 152

158 Ebd.

159 Freitag-Wirminghaus, Rainer: Zentralasien und der Kaukasus nach dem 11. September: Geopolitische Interessen und der Kampf gegen den Terrorismus, in: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, Nr. 2 vom 22. Februar 2002, S. 6

160 Spörl, Gerhard Et al.: Rosinen statt Bomben, in: Der Spiegel, Nr. 41 vom 8. Oktober 2001, S. 130

161 Ebd.

162 Elias, Adel S.: „Kernproblem ist Palästina“. Interview mit dem libanesischen Premierminister Rafik alHariri, in: Der Spiegel, Nr. 43 vom 22. Oktober 2001, S. 168

163 Rashid, Ahmed: Gottes eigene Krieger, Teil 3, in: Der Spiegel, Nr. 43 vom 22. Oktober 2001, S. 176

164 Lansford, Tom: A Bitter Harvest. US Foreign Policy and Afghanistan, Burlington: Ashgate 2003, S. 164

165 Kühn, S. 39

166 Rao, Padma/Widmann, Carlos: „Spiel mit tausend Tücken“. Interview mit dem indischen Verteidigungsminister George Fernandes, in: Der Spiegel, Nr. 45 vom 5. November 2001, S. 170f

167 Kühn, S. 41f

168 Fawn, S. 17

169 Woodward, Bob: Bush at War. Amerika im Krieg, Stuttgart/München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 64

170 Kühn, S. 22

171 Rogers, Paul: A War on Terror. Afghanistan and After, London: Pluto Press 2004, S. 28

172 Hyong, Hans Et al.: Zehn Jahre Krieg, in: Der Spiegel, Nr. 39 vom 24. September 2001, S. 148

173 Mit dieser Strategie sollten die Opferzahlen auf der eigenen Seite möglichst gering gehalten werden. Dieses Model trägt den Namen „Afghan Model“. (Lansford, S. 166)

174 Neef, Christian: „Die Erde hat gebrannt“. Interview mit Usbeken-General Dostam, in: Der Spiegel, Nr. 42 vom 15. Oktober 2001, S. 162

175 Misra, Amalendu: Afghanistan. The Labyrinth of Violence, Cambridge/Malden: Polity Press 2004, S. 109

176 Fawn, S. 12

177 Woodward, S. 65

178 Fawn, S. 13

179 Hyong, Hans Et al.: Krieg im Schatten, in: Der Spiegel, Nr. 40 vom 1. Oktober 2001, S. 158

180 Schmundt, Hilmar: Mit dem Joystick in den Krieg, in: Der Spiegel, Nr. 42 vom 15. Oktober 2001, S. 28

181 Fawn, S. 14

182 Schmitt, S. 6

183 o.A.: Auf dem Pulverfass. Interview mit Taliban-Außenminister Muttawakil, Focus, Nr. 39 vom 24. September 2001, S. 286

184 Lansford, S. 166

185 Woodward, S. 159ff

186 Kühn, S. 27

187 o. A.: „Tausende werden nicht überleben“. Interview mit Caritas-Ärztin Bärbel Krumme, in: Focus, Nr. 45 vom 5. November 2001, S. 306

188 Ihlau Et al., S. 150

189 Fawn, S. 17

Ende der Leseprobe aus 197 Seiten

Details

Titel
Selbstverteidigung am Hindukusch? Die Haltung der deutschen, überregionalen Presse zum Afghanistankrieg 2001
Untertitel
Eine Inhaltsanalyse der Kriegsargumente in den Kommentaren der Frankfurter Rundschau und Die Welt
Hochschule
Universität Lüneburg  (Angewandte Kulturwissenschaften)
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
197
Katalognummer
V94419
ISBN (eBook)
9783640103300
ISBN (Buch)
9783640218790
Dateigröße
2872 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit wurde im Fach "Sozial- und Kulturgeschichte" an der Universität Lüneburg geschrieben. Sie ist eine interdisziplinäre Arbeit aus den Bereichen Geschichte und politische Kommunikationswissenschaften.
Schlagworte
Selbstverteidigung, Hindukusch, Haltung, Presse, Afghanistankrieg
Arbeit zitieren
Jasmin Klofta (Autor), 2006, Selbstverteidigung am Hindukusch? Die Haltung der deutschen, überregionalen Presse zum Afghanistankrieg 2001, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/94419

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