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Der Warnschussarrest als Mechanismus im Jugendstrafrecht. Eine Diskussion über die Problematiken und seine gesetzlichen Einschränkungen

Title: Der Warnschussarrest als Mechanismus im Jugendstrafrecht. Eine Diskussion über die Problematiken und seine gesetzlichen Einschränkungen

Examination Thesis , 2020 , 28 Pages , Grade: 10,5

Autor:in: Julia Blaic (Author)

Law - Criminal process, Criminology, Law Enforcement
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Kann der Warnschussarrest wirklich eine Lösung sein? Auf diese Fragestellung wird in der vorliegenden Arbeit näher eingegangen. Zunächst werden der Begriff des Warnschussarrestes, sowie seine gesetzlichen Einschränkungen erläutert, um ein umfassendes Verständnis dieser Arbeit zu ermöglichen. Schließlich werden die Voraussetzungen des Warnschussarrestes im Einzelnen, sowie die gesetzlichen Einschränkungen, diskutiert. Anschließend werden die Argumente der Befürworter und der Kritiker des Warnschussarrestes in gebotener Kürze genannt, um einen besseren Eindruck über die Problematik dieses Arrestes zu vermitteln. Auch die Probleme in der praktischen Strafrechtsanwendung werden behandelt. Weiterhin wird die Frage erörtert, ob man auch im Zusammenhang des Jugendarrestes neben Jugendstrafe von einem Vorrang der Jugendhilfe vor Strafrecht sprechen kann, bevor abschließend dazu Stellung genommen wird.

„Hamburg: Gruppenvergewaltiger kommen frei. Vier junge Männer hatten im Februar eine 14-Jährige vergewaltigt, die Tat gefilmt und das Mädchen im Hinterhof abgelegt. Ins Gefängnis kommt jedoch nur einer der Täter.“
Es sind Schlagzeilen wie diese, die vermehrt den Eindruck vermitteln, dass Jugendliche zu milde bestraft werden. Innerhalb der Bevölkerung wächst aufgrund solcher Nachrichten der Wunsch nach härteren Sanktionen, insbesondere für Jugendliche. Auch in der Politik gibt es immer wieder massive Debatten. Aus solchen Debatten heraus hat die Bundesregierung im Jahr 2012 mit dem „Gesetz zur Erweiterung der jugendgerichtlichen Handlungsmöglichkeiten“ die Einführung des sogenannten Warnschussarrestes“ (auch § 16a-Arrest genannt) beschlossen, welcher es ermöglicht, auch neben einer zur Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe, Jugendarrest zu verhängen.

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Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Hauptteil

I. Jugendarrest neben Jugendstrafe

1. Hintergrund

2. Begrifflichkeit

3. Anwendungsvoraussetzungen bzw. gesetzliche Einschränkungen

4. Verhältnismäßigkeit

5. Vollstreckungsverbot eines Warnschussarrests, § 87 Abs.4

II. Diskussion zum Warnschussarrest

1. Argumente der Befürworter

2. Argumente der Kritiker

III. Erste Blicke in die Arrest-Realität

1. Erhebungsproblematik

2. Rückwirkungsverbot

3. Probleme in der Verhängungspraxis

4. Behandlungskonzepte der Jugendarrestanstalten

5. Erfahrungen

IV. Vorrang der Jugendhilfe vor Strafrecht

1. Der Begriff des (Jugend-)Strafrechts

2. Der Begriff der Jugendhilfe

3. Das Subsidiaritätsprinzip, § 5

4. Die Einordnung des Jugendarrestes

5. Kombination des Jugendarrestes und der Jugendstrafe zur Bewährung

V. Stellungnahme

C. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die rechtliche Zulässigkeit, die praktische Anwendung sowie die kriminalpolitische Sinnhaftigkeit des sogenannten Warnschussarrests (§ 16a JGG), der als Jugendarrest neben einer zur Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe verhängt werden kann. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob diese Sanktion tatsächlich positive Auswirkungen auf die Rückfallquote hat oder ob ihr Ziel durch mildere Maßnahmen der Jugendhilfe effektiver erreicht werden könnte.

  • Rechtliche Voraussetzungen und Einschränkungen des Warnschussarrests (§ 16a JGG)
  • Diskurs um die strafrechtliche Einordnung und Sinnhaftigkeit des "short sharp shock"
  • Kritische Analyse der empirischen Daten zur Arrest-Wirksamkeit und Rückfallquote
  • Verhältnis von Jugendhilfe, Erziehung und repressiver Sanktionierung im Jugendstrafrecht

Auszug aus dem Buch

1. Hintergrund

Der Warnschussarrest wurde mit dem Gesetz zur Erweiterung der jugendgerichtlichen Handlungsmöglichkeiten vom 04.09.2012 in das JGG eingefügt. Neben der Aufhebung des Kopplungsverbots aus § 8 Abs.2 S.1 JGG werden in § 16a die konkreten Voraussetzungen für die Verhängung des Jugendarrestes neben einer Jugendstrafe zur Bewährung benannt.

Um die Problematik der Anordnung des Jugendarrestes neben Jugendstrafe darstellen zu können, ist zunächst näher auf den Begriff des Warnschussarrestes nach § 16a einzugehen. Die Verhängung des Jugendarrestes neben Jugendstrafe kann nur bei Tatzeit Jugendlichen und Heranwachsenden, die nach § 105 Jugendstrafrecht angewendet wird, verhängt werden. Beim Warnschussarrest handelt es sich um eine Kombination aus Jugendarrest und einer zur Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe. Der Jugendarrest ist § 16, einschließlich der Warnschussarrest nach § 16a, Zuchtmittel i.S.d. § 13.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Jugendarrest neben Jugendstrafe: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Begriffsdefinition sowie die spezifischen Anwendungsvoraussetzungen des Warnschussarrests nach § 16a JGG.

II. Diskussion zum Warnschussarrest: Hier werden die kontroversen Standpunkte der Befürworter, die den pädagogischen "Schockeffekt" betonen, und der Kritiker, die den Arrest als ineffektiv und schädlich ansehen, gegenübergestellt.

III. Erste Blicke in die Arrest-Realität: Dieses Kapitel analysiert die Probleme bei der praktischen Umsetzung, die Erfassungsschwierigkeiten in der Statistik und die Defizite in der richterlichen Urteilsbegründung.

IV. Vorrang der Jugendhilfe vor Strafrecht: Hier wird das Spannungsverhältnis zwischen erzieherischen Zielsetzungen des Jugendstrafrechts und dem repressiven Charakter des Arrests im Kontext des Subsidiaritätsprinzips untersucht.

V. Stellungnahme: Die Autorin bewertet die erörterten Aspekte kritisch und hinterfragt die Notwendigkeit des Warnschussarrests angesichts vorhandener milder Alternativen.

Schlüsselwörter

Warnschussarrest, § 16a JGG, Jugendarrest, Jugendstrafe, Bewährung, Jugendstrafrecht, Jugendhilfe, Rückfallquote, Subsidiaritätsprinzip, Erziehungsmaßregeln, Kriminalprävention, Zuchtmittel, Sanktionierung, Rechtsfolge, Resozialisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen Ausgestaltung und der praktischen Anwendung des Warnschussarrests (§ 16a JGG), einer Sanktion, die es ermöglicht, neben einer zur Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe zusätzlich Jugendarrest zu verhängen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die gesetzlichen Voraussetzungen für die Verhängung, die verfassungsrechtliche Zulässigkeit, die Kritik an der Maßnahme sowie die empirische Überprüfung ihrer Wirksamkeit hinsichtlich der Rückfallvermeidung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, ob der Warnschussarrest eine sinnvolle Ergänzung im Jugendstrafrecht darstellt oder ob er seine erzieherischen Ziele verfehlt und durch mildere, pädagogisch wirksamere Maßnahmen der Jugendhilfe ersetzt werden sollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer juristischen Analyse der Gesetzesnormen sowie der Auswertung bestehender rechtswissenschaftlicher Literatur und empirischer Evaluationsberichte zur Umsetzung des Warnschussarrests.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung der Rechtslage, eine Diskussion der Argumente von Befürwortern und Kritikern, eine Analyse der Anwendungspraxis durch Gerichte sowie eine Untersuchung des Vorrangs erzieherischer Hilfen gegenüber repressiven Strafmitteln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Warnschussarrest, JGG, Jugendarrest, Jugendstrafe, Bewährung, Rückfallquote, Erziehung und Subsidiarität.

Warum wird das Rückwirkungsverbot im Zusammenhang mit dem Warnschussarrest diskutiert?

Da der Warnschussarrest als eine Verschärfung der Rechtsfolge angesehen werden kann, wird diskutiert, ob seine Anwendung auf Taten, die vor Inkrafttreten der Neuregelung begangen wurden, gegen das verfassungsrechtliche Rückwirkungsverbot verstößt.

Welche Mängel identifiziert die Autorin in der richterlichen Praxis?

Die Autorin stellt fest, dass in einer Vielzahl der Fälle die Urteilsbegründungen unpräzise sind und eine individuelle Prüfung der Voraussetzungen für einen Warnschussarrest häufig unterbleibt.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit?

Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass der Warnschussarrest keine signifikante Verbesserung bei der Rückfallprävention bewirkt und daher auf diese Sanktion verzichtet werden sollte, zugunsten eines Ausbaus ambulanter Maßnahmen.

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Details

Title
Der Warnschussarrest als Mechanismus im Jugendstrafrecht. Eine Diskussion über die Problematiken und seine gesetzlichen Einschränkungen
College
University of Hamburg
Course
Jugendstrafrecht
Grade
10,5
Author
Julia Blaic (Author)
Publication Year
2020
Pages
28
Catalog Number
V944600
ISBN (eBook)
9783346290748
ISBN (Book)
9783346290755
Language
German
Tags
warnschussarrest mechanismus jugendstrafrecht eine diskussion problematiken einschränkungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Blaic (Author), 2020, Der Warnschussarrest als Mechanismus im Jugendstrafrecht. Eine Diskussion über die Problematiken und seine gesetzlichen Einschränkungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/944600
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